| PfWB Wind-lips -e- (-philipp) Ottw-Aschb, Kreuzn-Seesb m.: verächtl. Stutzer, Prahler. PfWB Wind-loch (s. S.) n.: 1.a. Giebelloch am Hause Kobl-Rübenach Urmitz, Bo-Endenich. — b. hohle Stelle im Eise Mörs-Marienbaum, Klev-Üdem. — c. hohle Stelle im Backwerk MGladb-Rheind (we·ŋ.ks-). — d. Wetterüberhau, in der Bergmspr. Wurmgeb. — 2. Neckn. für Schleid-Sötenich. PfWB ElsWB LothWB Wind-macher -āx-, –ę-, –k- (s. S.) Allg. m.: 1.a. spöttisch Blasebalgmacher (nur selten verstand sich einer auf dieses Handwerk) Gummb. RA.: Jedder Kres (Kreis) hät en Landrōt, äwwer nich jedder hät en W. Gummb-Berghsn. — b. scherzh. Bälgetreter auf der Orgel Köln. — 2. verächtl. Stutzer, Luftikus, W.beutel Allg. PfWB ElsWB LothWB Wind-mühle (s. S.) f.: 1. wie nhd., auch in der ndrhn. Ebene veraltend (s. Karte IX, 5); man unterscheidet die Kastm. mit viereckigem Holzrumpf, den Achtkant achteckig, den Bär aus alten Festungstürmen (etwa Grevbr-Zons), de Bock- od. Krüjm. drehbar Ndrhn; die W. hat Rujen Mühlenflügel mit Vörsom (Vorsaum) (u. Bord, Borst, Keckforss), dem Bretterstreifen, der rechts vom Rujenbalk auf Schäjenenden (Scheiden-) ruht; die Schäj kräftige, viereckige, zum Ende konisch zulaufende Latte, die waagerecht in den Rujebalk eingelassen ist; eine Anzahl (25—30) Schäjen bilden dat Hecken; der Spröjbalk, langer, dicker Balken, der waagerecht durch die drehbare Mühlenkappe liegt; es gibt vier Spröjbälk, zwei kürzere, die sich auf der Mitte des Krüjstert, u. zwei längere, die sich zieml. auf denselben vereinigen; der Spröj, langer, dünner Balken, [Bd. 9, Sp. 539]
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der vom Spr.balk schräg nach unten geht; der Krüjstert, dicker B., der den Flügeln entgegengesetzt von der Mühlenspitze bis ungefähr auf den Boden herabgeht, unten befindet sich ein Rahmen mit einer Welle u. einem Drehrad daran; der Krüjpl, niedriger Pfahl, an dem die Kette, die um die Welle am Krüjstert geht, befestigt wird (etwa zehn Stück stehen um die Mühle herum); Kapp, das Mühlendach; an den Rujen (die 4 Flügel auch Krüss genannt) ist das Seil (Segel) befestigt (de Möllerujə werde op de Möllenbarg af- on vörütgekrüjt); am Seil eine Schlaglinn, eine Less (Litze), eine Lücke (s. d. W.); de Seil op den Halven trecken, — op et Onderkörtje tr., — op et Störmläppke tr., — droftr., devörbende, — in den Topp b. Mörs, Ndrhn; der Wend es te stärk, du moss de Dök (Segel) op half doke Selfk; Buje-, Flut-, Toppwendök je nach der Windrichtung (s. d. W.). RA.: Dem klappere de Täng (Zähne) vör Kält wie en a (alte) W. Kemp. Den hallicht (atmet heftig) bergaus wie en W. Bitb-Wiersd. Mer kann kein W. met em Blosbalg drive Köln-Stdt. De hät en W. op de Röck ändert seine Ansichten Kemp-UWeiden. Ilker Hüske hat sin Krüsske (Kreuz, Leid), säj de Möllder Kalschure, de ene en loje (von Lohe), de andere en stroje (von Stroh), äwwle ek häbb et gröttste vör de Dör stohn d. h. die W.mühlflügel Geld-Schravelen. Schnider Getbock, Schn. G., woə häs de die Schiər (Schere)? An der W., an der W., do fengste (findest du) se wīər! Kemp-Brüggen. Hölp, H., doə kömmt de Deuwel op der W.! rief ein Bauer, der zum erstenmal ein Fahrrad sah Mettm-Haan. — Rätsel. Vier alde Wiver, dij kosse sich niet kriege, se liepe allemol ewen hart? Klevld. V. grote Heere lopen in bonte Kleəre; se l., dat se hige (schnell atmend) fliegen en könne makare niet kriege? Klev-Goch Wyler. Et lopet vier Männekes op den Berg on könnt sich doch nit fangen? Rees-Weselerwald. V. Hase lope op e Wäschke, ge kosch et ǫnger bikomme? Heinsb-Aphv. Alde Grise, Graue schlöppt all nachs önder den Blaue, hät ken Fleiss (Fleisch) on h. k. Blut on düht doch alle Mensse gut? Mörs-Rheinbg. — W.müllches Spiel der Kinder, die zu zweit ihre Fussspitzen gegeneinanderstemmen, sich ihre Hände verschränkend reichen, sich zurücklehnen u. dann im Kreis herumwirbeln Siegld-Freudenbg. — 2. Getreideputzmaschine, Wannmühle (s. d.) Rhfrk, Kobl, May, Sol. Wind-mühle-blume wntmø·l.χəsblō:m Sieg-Ittenb f.: gelbe Taubnessel. Wind-müller (s. S.) m.: 1. Besitzer einer W.mühle Ndrhn. — 2. verächtl. Müller, der wegen seines Leichtsinnes in Gefahr ist, seine Mühle zu verlieren Prüm-Leidenborn. wind-mutterallein we·ŋ.ksmūdəralē:n Waldbr-Hahn Adj.: mutterseelenallein. Wind-ofen (s. S.) Verbr. veralt. m.: Stubenofen mit zwei Kochlöchern. Wind-pfeife -pīpə Berg f.: am Gebläse des Hammerwerkes führt die W. den Wind ins Feuer. Wind-platz m.: 1. poröses Backwerk Neuw-Ohlenbg. — 2. -plętskə Pfefferminzpl. Eup. Wind-porze -pərts in der Bergmspr. Wurmgeb. f.: Wettertür. Wind-porzer ebd. m.: der Arbeiter, der die Wettertüren zu öffnen u. zu schliessen hat. Wind-praume -prū:m Kref-Bockum f.: Narrenzwetsche.[Bd. 9, Sp. 542]
Wind-püffer Heinsb-OBruch m.: Blasebalg. Wind-püngel -ø- Geilk-Birgden Honsd m.: verächtl. –beutel 1. PfWB Wind-rad Merz-Mitlosh, Koch-Laub n.: Treibrad an der Maschine. Wind-riss -e- Koch, Kobl, Bo-Witterschlick; -a- Trier-Cordel m.: -barst, Schrunde auf der Handoberfläche, infolge schneidenden Windes. Wind-rös'chen (s. S.) n.: 1. Anemone Saarbr, Schleid-Nettersh, Sieg-Seelschd, Bergh-Elsd, Jül, Aach-Noppenbg, Eup-Lonzen Raeren, Mörs-Schaephsn Wallach, Ess, Elbf, Remschd. — 2. Weiderös'chen Neuss, Mörs-Marienbaum, Klev-Goch, Rees-Wesel. PfWB Wind-rose -rōs Rees f.: Aufbau auf der Windmühle mit kleineren Flügeln, durch den die Kappe mit den grossen Fl. automatisch gegen den Wind gestellt wird. Wind-schabb Goar-Buchholz, Zell-Haserich m.: Kopfgrind. Wind-schale (s. S.) MülhRh-Heumar, Rees-Drevenack, Mörs-Rumeln f.: Eihaut. Wind-schaub -ōf Prüm, Daun m.: äusserster Strohwisch des Dachrandes an der Giebelseite, bes. fest gebunden, um dem Winde Widerstand leisten zu können. wind-scheel -l Lennep Adj.: -schief (s. d.). Wind-schepper -p- Kemp-Kaldenk; -f- Bitb-NWeis m.: asthmatisches Pferd. PfWB ElsWB LothWB wind-schief (s. S.) Saarbr-Völkl, Kobl-Moselweiss, Malm-Mürring, Aach, Jül, Köln-Stdt, uWupp, NBerg, Ruhr, Klevld Adj.: krumm, verzogen, von einem Brett, das sich durch Austrocknen verbogen hat; w. gohn torkeln (doch kann wind- hier auch zu winden gehören). Wind-schiff (s. S.) SNfrk, Klevld n.: lange Wolkenstreifen. RA.: Steht et W. tösche (zwischen) Maas un Rhing, dann göf et wärme Sonnesching (-schein) MGladb. | |