PfWB Wetz-stahl wętt:l Sol m.: Schleifstahl des Schuhmachers. PfWB ElsWB Wetz-stein (s. S.) Verbr. wie wetzen 1 a [wętsə- Siegld] m.: 1. St. zum Wetzen 1 a. RA.: So därr (dürr, mager) wie e W. Bernk-Merschd. Duffeln (Kartoffeln) wie W. hart, glasig Siegld-Weidenau. Er schwimmt wie e (blaie) W. Birkf. — Himmel, W.! Fluch Saarbr; Donner, W.! Saarbr, Saarbg-Kahren. [Bd. 9, Sp. 469]
— 2. übertr. a. Pl. α. Steingeröll im Acker Saarbr-Bischmish. — β. schmale, längl. Kartoffelsorte Hunsr. — γ. wässerige Kartoffeln Siegld. — b. scherzh. Zunge Trier-Mehring, Bernk-Dhron. PfWB ElsWB wetz-steinig -- Adj.: 1. glasig, von der Kartoffel Birkf. — 2. nicht ausgebacken, vom Brot Meis-Jeckenb, Saarbr-Wahlschd. Wetz-stippel węttipəl Mörs-Repelen m.: -stein 1. Wetz-stuhl wętstō:l Siebengeb. m.: tragbarer Haustock, auf dem der Winzer die Pfähle spitzt. Wetz-wurz węts- Ahr (o. O.) m.: stumpfblätteriger Ampfer, Rumex obtusifolius. Wetz-wurzel wętswōrtsəl Wittl-Seinsf, Prüm-Kopp f.: Quecke, Triticum repens. PfWB Wetze wts Trier-Kenn; węt Rees-Isselbg Sg. t. f.: scharfgemachte Schneide der Sense.
Wetzel I -ęts- = Pflugwessel s. Wessel III.
Wetzel II -ęts- Trier (o. O.) m.: Wetz 1 a.
Wetzer I = Wetzel I s. Wessel III.
PfWB Wetzer II -ęts- Kobl m.: Schleifstein.
Wetzersch s. Wespe.
PfWB wetzig -ęts- u. -a- Siegld Adj.: wässerig, von Kartoffeln; nicht ausgebacken, vom Brot.
Wetzlar: die Stadt W., Sitz des alten Kammergerichtes. RA.: Det gelt so vel wie e Mondat us der Wetzelersche Kamer Siegld 1850.
Wewel -ē- = Kornwurm s. Wibbel; wewels s. webels bei weben; wewere s. ebd.
wi I wī Altk-Kotzenr: in der Alliteration: Wi, wi, wausen, et Kätzche well net mausen (usf., s. wausen), — wausen, Elkert leit bei Kausen, Deckendorf l. noh dobei, wo de schönen Könner sein!
wi II wi: Lockr. an die Hühner, wi i, wi i! Saarbr-Emmersw; Gus'chen, wi wi wi! an die Gans Ottw-Aschb, Saarl-Hemmersd Kerprich.
wi III in reduplizierenden Bildungen, wie Wiwickelchen »Lerche«, Wiwind »Wirbelwind«, Wiwuppe »Schaukel« u. Wischockel dass (s. d. W.).
Wi wi = Weide, salix s. Weide II.
PfWB ElsWB Wibbel das Wort, zu mhd. Lexer wibel, mnd. wevel »Kornkäfer«, ist verbr., je nach Geb. in verschiedener Bed.; meist wibəl [-eb- Siegld; -īb- Saarbg-Nittel, WBitb; -iw- uNahe, Saar, Goar, Kobl, Daun-Strohn, Prüm (u. -ib-), Malm; -īw- Trier (Mos), Bernk (Mos), Goar; -ēw- Geld, Mörs], Pl. -ələ(n), Dimin. -ələχ(n), –əlkə m.: 1.a. Käfer schlechthin uNahe; Goldw. Goldkäfer Goar-Bacharach; Goldew. Bernk; Gollew. WBitb; Ohrw. Ohrwurm Goar-Hirzenach Salzig; Wiwwel Mistkäfer Malm-Meyerode; Bibel (-ī-) Bitb-Ammelding. — b. Kornkäfer, Saatwurm, Curculio granarius Prüm, Malm, Geld, Mörs, Ess-Werden. RA.: De W. schennen (schinden) die Ernte, auch eine längere Arbeit glückl. beenden u. das Ende der Ernte (der Arbeit) feiern bei einem Gläs'chen Schnaps; de W. os geschondt; sed dir well am W.; mer verzehren de W. Prüm, Malm. — c. -īw- Nesselsucht Birkf-Idar. — 2. zu wibbeln. a. persönl. m. (u. f.). α. beweglicher, gelenkiger, lebhafter, aber verächtl. auch zu unruhiger Mensch, bes. von Kindern, Frauen, Mädchen; W.əlchər kleine Kinder; ene iwege W. Mosfrk, Rip, Nfrk. — β. ene lange W. bes. grosser Mensch Kemp-UWeiden. — γ. W.əlchən [Bd. 9, Sp. 470]
scherzh. Ziege MülhRh-Altenbg. — δ. in Rätseln u. Reimen. W.əlchen, W. op der Bank; W., W. enner der B., et es kä Mensch em Trierschen Land, den et W., W. fänken kann? Ameise Saarbg; W.əlchen, Wuwelchen ..., et is kän Mann im Schwowenland, de dat W. f. kann? Der Furz Saarl-Berus; Wibbele, W., Wäppchen op dem Knäppchen, et os ken Här on disem Lann, de W., W., Wäppchen zälle kann? Ameise Prüm, Schleid; Wibbeldewupp löft an de Knupp; et es ken Mann em Trerer Lann, ... Daun-Hillesh. W. de Wapp läft om de Knapp; et as kä Mensch am (im) Niederland, de W. de Wapp noch zehlen kann? Bitb-Wilsecker. En, zwien, zwoən, de W. on de Voən, de W. on de Wicksack; menste, ech künnt ken zwanzig zällen; de zw., die si do! MülhRh-Essen. Wiwwele, W., Wawel, et setzt e Vijelchen op dem Dach; et hät sich erhänkt, Schissel de Wänk; aus, Maus, mein Peif as bal aus! Bastlösespr. Saarbg-Wilting, Bitb-Dudeld. — b. sachl. α. Verbindungsstange zwischen Trittbrett u. Rad am alten Spinnrad Trier-Beschd; webələr Leiwen; -i- Saarbg-Taben. — β. Messer, in der Kundenspr. Bitb-Speicher. — γ. Gelenkknöchelchen beim Fangsteinsp. Gummb-Becke Rospe (s. W.knochen); W.əlchen Rillenseite des Knöchels Gummb-Hesselb. — δ. W.əlχər. αα. Zähne kleiner Kinder Ottw-Neunk, Saarl-Ensd. — ββ. verächtl. sehr kleine Knollen- u. Baumfrüchte Trier-Stdt. — ε. Maiweinhumpen, mit einem auf einer Stahlfeder sitzendem Vogel Köln-Stdt.
Wibbel-pfannkuchen wiwəl(ts)pankəχ Prüm-Habschd m.: der W. wird nach beendigter Kartoffelernte abends für alle, die mitgearbeitet haben, gereicht, ein Ernteschmaus. Wibbel-schinder wīwəle·n.ər Bitb, Prüm m.: verächtl. der Bauer des Ortes, der zuletzt mit dem Kornschnitt fertig wird.
PfWB ElsWB LothWB wibbeln das Wort, im Wechsel zu wabbeln, wubbeln, eine iterative Bildung zu weben, ist Rhfrk im Hunsr, in Birkf, Wend, Saargeb., Mosfrk, Rip, Berg, Ruhr, Eup, SNfrk, Mörs, u. zwar -iw- Birkf, Wend, Saar (Saarbg-Faha Wellen -ib-), Zell, Kobl, SNeuw; -īw- Hunsr, Mos in Trier (Igel Stdt daneben -ib-, Welschbillig -īb-), Bernk, Zell, in May, Daun-Bleckhsn, Aden-Bodenb, Wittl, Bitb (u. -īb-); -īb- NSaarbg, Trier-Aach Fell Mehring, Onsd, Wittl, Bitb; sonst -ib- [-eb- Mörs-Orsoy, Klev-Donsbrüggen] schw.: 1. mit persönl. u. sachl. Subj. a. rasch auf kleinere Strecken sich hin- u. herbewegen, sich lebhaft, unruhig, ängst., nervös bewegen; fleissig arbeiten; Würmer, Schlangen, Käfer (udgl.) w.; de Blendschlecher es noch net dut, e wiwelt noch; auch Schinken, in dem Maden sind, w.; die Kender w. (op den Stöhl, en der Stuff) hin on her; erömw. ungeduldig; op de Stuff an w.; eran-, erenw.; do kunn se eran-, erengewibbelt: se w. an Hänn (Händen) on Föss vor lauter Unruhe; der lockere Gegenstand, z. B. ein Pfahl wibbelt; wenn de Wend blīst, w. de Bläder (en der Luf eröm) Allg. — b. an, mit etwas w., es hin- und herbewegen; de Jong wibbelt luter am Desch, mer kann net schrive; du wibbels su lang an (met) dem Pohl (Pfahl), bis de en losgewibbelt häs; der Hond (de Gēss) wibbelt mem Stetz Rip, Allg. RA.: [Bd. 9, Sp. 471]
Dat Hippken (Ziege) lep (lief) den Berg erop, dat wibbelte met dem Startschen; do sprong den dommen Schnider drop: der ment, dat wör en Pardschen (Pferdchen) Ess-Kettwig. Wenn os Gēt ne lange Stetz hätt, bruckt se möt dat Tömpke net te w. MGladb-Rheind. — c. allerhand Fingerfertigkeiten ausüben MülhRh. — d. in Spielen; mit den Wibbelknochen, den Gelenkknöchelchen das Fangsteinsp. spielen Gummb; würfeln, Briefmarken od. auch Geldstücke werden in die Luft geworfen; was dann mit der Oberseite nach oben zur Erde fällt, gehört demjenigen, der wibbelte, das andere demjenigen, der mit einsetzte Sol, Neuss-Stdt; dau muss besser w. zuwerfen, beim Skatspiel Bitb, Verbr.; sträng, knoppes, wibbels! ruft im Klickersp. der Spieler, auf dessen Klicker geworfen wird; dann muss sein Kl. schnell getroffen werden, knallen u. von der Stelle fliegen; op de meng (meine), wenn de mich awibbels! ruft derselbe; trifft der Werfer nur eben, so darf der, auf dessen Kl. geworfen wird, noch einmal auf den Werfer schiessen, ehe er einen Kl. verliert Schleid-Wollenbg. — e. mit den Augen zwinkern Trier-Stdt. — f. einen rutw. hinausjagen Sol, Rip. — 2. unpersönl. a. et wibbelt em Seckämmesenhof (Ameisenhaufen); et w. van Kendern en de Stuff, — van Löck (Leuten) em Saal Rip, Allg.; gern in Doppelungen: wat kribbelt (krimmelt, wimmelt, widdelt, wuddelt) on wibbelt et do (durchenander) (s. d. W.); do wiwwelts un wawwelts! Birkf, Wend, Saargeb.; et wiwelt on wet (wegt) Goar, Verbr.; Subj. kann auch der Raum sein, z. B. der Saal wibbelt van Kirmesgäss; de Bom wibbelt van Äppel (udgl.) Rip, Allg.; de Sool wor esu voll, darr et gewiwelt hot Goar, Allg.; et hot gewiwelt wie en em Beiekorf Trier, Allg.; et wor gewiwelt on gewete voll Birkf. — b. et weg on wibbelt dran die Sache geht schon vor sich, es wird ernst gemacht Schleid-Hellenth. — c. et wibbelt mir vür de Ogen es flimmert Rip, Sol. — d. et hat nemme (nur) mih gewibelt, dau ..., es war auf dem Punkt, dass ... Bitb-NWeis. — e. et wibelt net, z. B. beim Strumpfstricken gibt es kein grosses Stück, da das Garn zu fein ist; bei der Kartoffelernte füllen sich die Körbe nicht, weil die Kartoffeln zu klein sind Bitb-Dudeld. — Abl.: die Wibbel(er)ei, dat Gewibbel(s) (auch »Gewimmel«), der Wibbeler, die Wibvelersch(e), sich zerw.