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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tülpes bis Tummelbock (Bd. 8, Sp. 1439 bis 1441)
 
  PfWB  LothWB Tülpes (s. Dülpes) telbəs Wittl-Schwarzenborn; sonst WMosfrk de-; Pl. -əsən m.: Tölpel. — Ene Tölpeskopp Remschd; telbəsiχ.

tulpessen tulbəsən Merz-Bergen schw.: stolpern. — Abl.: die Tulpesserei, dat Getulpes.

Tulü-graben = Chausseegraben s. Talü-.
 
 
Tülülütt : 1. T. han betrunken sein Düss-Stdt. — 2.a. tylyt verächtl. alter, schäbiger Hut Lennep-Remlingr. — b. tyləlyt, im Rätsel von der Kaffeemühle: En Hock, en Block en en vierkant H., en T. (Gewinde) en en Dräistock (Dreh-); wat es dat? Emmerich.
 
 
tülzen -ølts- vereinz. LRip in Bo-NBachem: einen t., einen Erregten, Jähzornigen zur Ruhe verweisen. — Abl.: die Tölzerei, dat Getölz.

tüm -y-, –ø- in eröm un töm = ringsherum (s. d.).

Tum -ū- = Zaum (s. d.).
 
 
Ge-tüm jədī:m WEif in Prüm-Flering Mürlenb Sg. t. n.: das Bezeichnende der Gesichtszüge, woran man die Zugehörigkeit einer Person zu einer bestimmten Familie erkennt; ech han en am G. erkant.

In-ge- tüm inγədy·m., –d:m(s), –dȳəms MülhRuhr n.: das Eingeweide des Schlachttieres.Un-ge -tüm: allg. nach dem Nhd. verbr.
 
 
Tumba  aus der Kirchenspr. verbr. f.: Katafalk, Trauergerüst [die Tumbe Bo 1619; es brannten umb die Tombouw 500 lichter Aach XVII].

tumeln -ū- = unaufhörl. arbeiten s. tummeln; tumelieren tu-, to- = zerstören s. demolieren.
 
 
tumm tom vereinz. Kemp-Breyell Adj. praed.: in der Wend.: Ech bön möt t. blēəve habe im Klickersp. nichts gewonnen u. nichts verloren.
 
 
Tümmchen zweimal nfrk. überliefert, u. zwar aus der Sprache der Kinderspiele, Sg. t. n.: 1. tymkə setze! sagt das Kind, das müde ist vom Hüpfen (Hinkeln) durch die Abteilungen beim Voranstossen der Scherben; es rastet im Räshüske u. setzt dabei die Fussspitzen auf die Erde Grevbr-Wickrathhahn. — 2. tymχən, om T. Rillenseite des Spielknöchels, ongerm T. die gegenüberliegende Seite Sol-Leichl.

Tummel I, Tümmel = Wagenkasten s. Teimer; Tummel II, Tummelaut s. folg.
 
 
tummeln das Wort, iterativ zu mhd.  Lexer tûmeln, ahd. tûmilôn, tûmôn gebildet, ist allg. (Berg, Klevld beschränkt, s. u.), u. zwar dumələ(n), do- Rhfrk, Mosfrk (nur in Bed. 2) [tu- Trier-Bonerath Casel, Wittl-Altrich Bombog Neuerbg Meerf (-o-), Bitb-Dudeld Rittersd; to- Bitb-Wiersd, Prüm-Hallschlag Ihren Leidenborn Nimsreuland Reuth Schönecken; tu- Daun-Strohn Tettschd, Koch-Lutzerath, Goar-BiebernhStdt Werlau, Kobl-Dieblich, May-Ettring, Altk-Daaden Horhsn; do- 2, tu- 1 Trier-Stdt]; Rip

[Bd. 8, Sp. 1440]
to-, tu- [du- Jül-Roerd]; Berg in Gummb tu-, Sol du- [tou- Sol-Herschd]; Eup, SNfrk tu- [tū- Heinsb-Breberen]; Klevld tu- in Geld, Klev, Rees [to- Rees-Isselbg; ty- Klev-Kranenbg] schw.: 1. nur Rip, Nfrk (s. o.). a. taumeln, über Kopf stürzen; den tummelt van't Pert; de volle Kerl es de Trapp erongergetummelt; ek sin van den Bom g.; ek tummelde öwer den Grond fiel stolpernd hin; he kom erangetommelt im hastigen Laufen; ek haue dech, dat do tummels purzelst, dich wälzt; de Äppel t. vam Bom (eraf) Nfrk, Rip; he tommelt spricht im Fieber irre Rees-Isselbg; vertritt sich etwas die Füsse Aach-Merkst; de Hohnder t. (sich) baden, pudeln im Sande Jül. — b. viel u. unaufhörl. arbeiten, auch sich t., dies auch in der Bed. sich sputen. Als Gott der Här de Welt gemäck, allēn dat Water, allēn den Dreck, du wor he ens an die Tummelei on mek (machte) de Hemmel glik dobei Erk-Rath. — c. sich herumt., wie nhd. (dies auch Trier-Stdt tu-, während 2 do- lautet). — 2. sich t., sich beeilen, sputen, mit Gehen, Arbeiten, um einen Zweck zu erreichen, nicht im Spiel Rhfrk, Mosfrk (hier nur diese Bed.) u. auch Rip, Nfrk (s. o.); sich iwer Kopp un Orsch d.; wemmer op en Flor es, häscht et sich gedommelt on net gefaulenzt; dapper, dommel dich, sos kennschte ze spet; mer moss sech d., dat mer hinkennt; sech met ebbes d.; eich d. mich met Lafen Saar, Allg. RA.: Den tommelt sich, äs wann et am (im) Heumond würr Prüm-Leidenborn. Der Phlegmatiker dummelt sich nit, un wenn em dat Gewire (Gewitter) in die Hässe (Hachsen, Fersen) schläht Simm. Der Dummel-dich het de Hals gebroch (verbroch), de Langsam awwer lebt noch! Antw. auf die Aufforderung ‘dummel dichSaarbr, allg. Rhfrk, Mosfrk. Tummel-dich es zu spot kun! einem Eilfertigen u. ganz erhitzt Eintretenden zugerufen Prüm-Mürlenb. En hot den Dommel-dich scherzh. den Durchfall Rhfrk, Mosfrk, — de Pitter Dummel-dich Bernk (Mos), Kobl, Prüm-Reuth, Simm-Schlierschd. — Abl.: die Tummel(er)ei, dat Getummel(s).

ver- tummeln: vərtu·m.əlt abgearbeitet; wat sühste v. ut! Kemp.

Tummel m.: 1. Sg. t. a. dummel Taumel, Schwindel, Rausch, unüberlegtes, leidenschaftl. Handeln Saargeb., to- Saarbg-Wellen (aber dommeln); em T. sin berauscht sein uWupp; quoə (böser) T. Ohnmacht Kemp-Süchteln. — b. ene koə T. Fehlgeburt Heinsb, Kemp; se hat ene (koə) T. gehalde MGladb, Kref; min Frau hät e Tümmelke gemäckt Kref-Stdt. — c. tu- das Durcheinander, Gepolter SNfrk, Sol; dät ös ene T. on ene Woarschel SNfrk; Geschwätz Rees. — d. tu-, tū- viel, geräuschvolle Arbeit, bes. wo viele Kinder sind Eup, SNfrk; die kömmt no so rech in den T. met die klen Wechter drin Geld. — e. ty·m.əlkən ein Mittagsschläfchen Kemp-Süchteln. — f. tu-, ne T. Känger ein Gewimmel Kinder Geilk-Übach. — g. tø·m.əlχə das Ei, im Rätsel: Hömmelche, T. op de Bank, H., T. onger der Bank, et es kene Schmedd en Brobant, de H., T. schmedde kann OBerg. — 2. tu·m.əl, –o-, Pl. -ələ(n). a. umfriedeter Raum, worin die Schweine umherlaufen, Ferkest. Düss-Lintorf. — b. schmaler, langer Kasten mit Lehne u.

[Bd. 8, Sp. 1441]
Klappfächern der als Ofenbank u. zum Aufbewahren von Kleidern, Schuhen dient Düss, Mettm. — c. trichterförm. Vertiefung im Erdboden, durch die Natur entstanden Köln-Frechen Stdt; in der Eisensteingrube gehauener Stollen Siegld. — d. -ø- Diele Monsch. — e. die Taubenart ‘Tummeln’ (auch Tümmelche) Köln-Stdt.

Ge-tümmel Sg. t. n.: in der RA:. No dem Gemimmel (Gerücht) kennt et G. die Katastrophe Saarl-Diefflen Niedaltorf.

Tummel-bank tu·m.əlsbaŋk Berg in Sol, Düss, Mettm, Elbf, Gummb-Schwarzenbergisch f.: Tummel 2b. RA.: Sett dek op de T.bank, dann werd dek ok de Tid nit langk! Elbf. Tummel-baum (s. S.) m.: 1. tuməl- Schwebebaum in der Tuchfabrik Aach-Stdt. — 2. tumələ- ; T. schlagen Purzelbaum schl. Lennep-Burg; -əlbōm schiete Geld-Weeze. Tummel-bock tumələ(n)bok, –buk  Lennep, Wuppert-Beyenbg, Sol, uWupp, MülhRh-Schildgen m.: T. schlonn Purzelbaum schlagen.