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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tripstrill bis Tritschkopf (Bd. 8, Sp. 1375 bis 1377)
 
 Tripstrill Rhfrk, Mosfrk dribsdril; Rip, OBerg tripstril, –trel: 1. fingierter Ort, in RA.: He hät ze befelle zo Tr., wo nümmes es Köln-Stdt. Ich will, duə wärsch zo Tr.! Schleid-Dottel. Der es henner Tr. derhäm wo die Welt mit Brettern zugenagelt ist Ottw-Dirming. A.: Wo gehsde hin? B.: No (uf) Tr. Allg., — do kammer de Narre fange, wie mer will Wend-Dörrenb, — wo die Gäns grin scheisse Kreuzn-Münchwald, — wo de G. Horbännel drahn un de Ente Gamasche (Baricke) Nahe, — uf die Tr., Salatsome säe Kreuzn-Waldalgesh. — 2. übertr. (an Trippse

[Bd. 8, Sp. 1376]
»Tropfen« angelehnt) a. m. einfältiger, dämlicher, etwas schüchterner, langsamer, mutloser, untätiger, sich selbst verwahrlosender Mensch Saarbr, Birkf, Simm, Goar, Trier-Trittenh, Prüm-Mürlenb, Koch, Kobl, SMay, Neuw-Datzeroth; f. dummes Weib Bernk-Graach, Trier-Heidenbg. — b. Querkopf Birkf, Bernk-Rhaunen. — c. e kläner Tr. kl. Junge Bernk-Rhaunen. — d. Tr.che n. Zimperliese, naivdummes Mädchen, Kind Ottw, Saarbr. — e. Quälgeist Bo-Stdt. — f. A.: Wer war das? B.: der Trippstrappstrell; gangk nom Tr.! zum Henker; Tr. ein Kindersp. Köln-Stdt. — Abl.: trippstrillerzig drebsdrølərtsĭχ Daun-Dreis Adj.: mutlos, einfältig; de guckt tr. drän. Tripps-trilles -dri·l.əs, –e·l.-, –ø-, Pl. -əsə(n) Saar, Mos, Goar-OSpay Weiler, May-Burgbrohl, Wittl, Bitb-Speicher, Prüm-Waxw, Daun-Neroth Strohn Tettschd, Aden-Virnebg; -tri·l.əs Ahrw-Remag Sinzig, Neuw-Rheinbrohl m.: verächtl. beschränkter, saft- u. kraftloser, langsamer, träger, mutloser Mensch; auch ein äusserst gutmütiger M., der alles glaubt, sich alles gefallen lässt. — Adj.: dazu: dri·l.əsĭχ. Tripps-trillies -triləjəs Ahrw-Remag m.: dass. tripps-trillig Merz-Riml, Saarbg-Freudenbg, Bitb-Mötsch, Bernk-Gonzerath, Goar-NSpay, Kobl-Bendrf, Neuw-Datzeroth, Schleid-Holzh Adj.: beschränkt, langsam, träge, mutlos.

Trirer -ī- = Trittbrett s. Treter

trischaken = prügeln d. drischaken, traschaken.

Trisel = Kreisel, Karussell, Arbeitsscheuer s. Drisel.
 
 
trisieren drisīrə (wohl < tyrannisieren) Saarbr-Gichenb schw.: einen tr., mit Bitten belästigen, bes. von Kindern.

triss s. trist.
 
 
trist nach lat. tristis, frz. triste vereinz. drīst Siegld; tris Geld-Geld-Nieukerk; dr- Mörs-Rheinbg; auch sonst bekannt Adj.: traurig, trübselig; auch en dr. Werer trübes Wetter.

tristen drestə Kemp-Brüggen schw.: traurigsein.

tristerig tri- Kref Adj.: verdriesslich.

Tristert tristərt, Pl. -tə Geld-Schravelen m.: verächtl. trübseliger, träger Mensch.

Trit I -ī- = Viehtrift s. Trift; Trit II -ī- = Tritt (s. d.); Tritel -īət- = Trichter (s. d.).
 
 
triten -īt- Saarl-Berus schw.: in der Wend.: Tr. gehn verloren gehen, weggehen, verduften.

Triter -ī-, –īə- s. Trichter.
 
 
Tritratrill  Sieg-ODollend: im Pfändersp.: Et schwomme drei Ente de Bach eraf; de iərschte hēsch (hiess) Frau Möərsch, de zwette h. Fr. Flöəsch, de drette h. Fr. Tritratrilliörsch; do sät de Fr. M. für de Fr. Fl.: wat hät de Fr. Tr. für e paar decke Äərsch? Einer aus der Gesellschaft spricht einige Verse vor, die von allen in der Runde nachgesprochen werden müssen; bei jeder folg. Runde werden mehrere Worte hinzugefügt; bei der letzten Runde muss jeder den ganzen Spruch hersagen; wer sich verspricht od. dabei lacht, muss ein Pfand geben.

Tritsch I = hornlose Ziege. s Dritsch II; Tritsch II s. folg.

[Bd. 8, Sp. 1377]

 
 tritschen das Wort, im Ablaut zu tratschen, trötschen, ist vereinz. als -it- bezeugt schw.: 1. intrans. weglaufen; wat se tr.; tr. gohn Sieg-Siegbg, Köln-Frechen; -e- langsam, träge, kraftlos gehen Trier-Filsch. — 2. trans. a. einen tr. prügeln, züchtigen Sieg-Fussh. — b. etwas tr., kneten MGladb-Rheind; welle der die Grombeljere (Kartoffeln) getritscht orrer geträtscht han? Wend-Marping. — Abl.: die Tritscherei, dat Getritsch.

Tritsch -i- m.: 1. Sg. t. Kartoffelbrei MGladb-Rheind. — 2. Tr.ə Pl. verächtl. plumpe Schuhe Sieg-Scheiderhöhe.

Tritsch-erdäpfel -ərpəl MGladb-Rheind Pl.: Kartoffelbrei. Tritsch-kopf Trotzkopf s. bei Dritsch.