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Rheinisches Wörterbuch 
 
träumen bis Traut (Bd. 8, Sp. 1315 bis 1317)
 
 träumen Allg., u. zwar drmə, –:mən, –:- usw. mit Umlaut [doch -ā- Goar-Stdt; -ō- Klevld; Part. gədrmt, –:-, –ē:- Rhfrk, Mosfrk; Rip. Prät. drō:mp, -:-, Part. jədrōmp, –ō:-, –:- [uAhr, Siebengeb., Köln-Stdt, Aach-Stdt -ou-, –o·u.-]; OBerg Prät. drmdə, Part. jədrmt; NBerg hę drømt, Prät. drømdə, xədrømt [Wermelsk drūmt, Pl. -dən, jədrūmt]; SNfrk hę drø·m.t, Prät. drø·m.də., jədrø·m.t; Klevld ek drōm, ge drǫmt, he drmt, Prät. drǫmdə, –nə, γədrǫmt schw.: 1. wie nhd.; schwer dr.; des Nach han ech schün (schro) gedromp, — necks Godes gedr.; van jet (Schünem, Schoən) dr.; hä hät gedr., hä hätt vill Geld fonne Rip, Allg. RA.: Dr. es Bedrog, wenn gej int Bett schitt, find gej't s'märges noch! Geld. De hat e Gesicht wie en Fott (Arsch), die drömmt ein herausfordernd dummes, nichtssagendes G.; du kalls (redest) wie en F., die dr. Unsinn Eup, Dür-Frauwüllesh. Schloəp got on dröm söt! SNfrk, Allg., — dräum jet söss, da hasde auch jet Söss bei der Kaffiə! Aach-Stdt. Dat häste wall gedromp? abschl. Antw. auf zuversichtl. Verlangen Rip, Allg. A.: Ech draumb at ilig un kresch (weinte) at i. B.: Bat häsde dann gedraumb? A.: Ech draumb, dir wär op en Spann no de Mul zogewāssen! zu einem mit sehr grossem Mund Neuw-Asb. Dau drämscht der elo ebbes zesummen! zum Lügner Merz. Dat hätt ech mir nit dr. losse; wer hät dat gedromp! Ausr. der Verwunderung Rip, Allg. Ech han dis Nach nit vom Esel gedräump zu dem, der einem mit der Hand auf die Schulter schlägt uAhr, Rip, Nfrk; ich han die Nacht doch net vom Aff gedraimt, dat ich heut en E. drinn kann! Kobl. Den hat van em luse (schlauen) Kalf gedremt einen glückl. Einfall gehabt Prüm. Mach net, dann krigste

[Bd. 8, Sp. 1316]
enen (Hieb), datste vierzehn Dag vam Düvel dröms! Sieg. He dräumt reng (rein) dervan die Angelegenheit beherrscht sein ganzes Denken Aach, Allg. Van Foəsseier (Frosch-) dr. Luftschlösser bauen Mörs. Dau drämscht vun der heilig Fasenacht hast dich lächerl. gemacht Kreuzn. Hä dräump von golde Berge baut Luftschlösser Köln-Stdt. Menste, ech hätt gedromp, ene Esel ze drage (ze pöze)? zu einem, der sich schwer auf einen lehnt Rip, SNfrk. — 2. gedankenlos dahinbrüten, unaufmerksam, dösig, träge sein, zögern; de drömp met oufe Oge, — am hellen Dag, — bei der Arbeit Rip, Allg.; do stehre lo on dramt mem offene Maul Goar-OGondershsn; hej dromt met de Oge los Rees-Elten; en dräume Kerl Aach-Stdt. RA.: Nömmerkes dr. NBerg, Waldbr-Eulenbr. — Abl.: die Dräumerei, dat Gedräum(s).

ver- träumen: he verdrömp de beste Zeck (Zeit) am Dag brütet dahin; he süht verdrömp us Rip, Allg.

träum-achtig -mətĭχ Aach-Herzogenr; -ōmęxtĭχ Rees-Haldern Adj.: verträumt, dahinbrütend. Träum-drickes (-heinrich) -mdrekəs Bo-Duisd m.: verächtl. dahinbrütender, dösiger, dummer Mensch. Träum-düppen -mdøpə Bo n.: dass. Träum-jann -mə- Heinsb-Dremmen m.: dass. Träum-klas -mkl:s Geilk-Honsbr m.: dass. Träum-kopp -mkǫp Bo-Dransd m.: dass. Träum-suse (susanne) -msū:s Zell-Reidenhsn n.: dass. von einem Weibe. Träum-tier -ømdi·ə.r Düss, Neuss n.: dass.

 PfWB Träumer dr- Sg. u. Pl. Allg. m.: verächtl. dass. (s. Drömes, Drümeler, Drümmeler).

träumerig dr- Allg. Adj.: verträumt, dösig, schlafmützig, träge.

Träumert drōmərt Wittl-GrLittgen, Daun-Neroth Strohn Tettschd Üdersd; -- Gummb-Berghsn, Dür-Langerwehe, Heinsb-Dremmen Waldenr, Erk-Körrenz, MGladb, Emmerich; -øy- Mörs-Neuk; -ō- Rees-Hüthum; Pl. -tə(n) m.: verächtl. verträumter, dösiger, schlafmütziger, träger, tölpelhafter Mensch.

traumerzig -ōmərtsəχ Daun (s. o.) Adj.: verträumt, schlafmützig, träge, unentschlossen, tölpelhaft.

Träumes -məs, –:-, Pl. -əsə(n) Schleid, Bergh, Dür, Kemp-Amern; s. Drömes m.: verächtl. Träumert (s. d.). — Dazu drməsə schw. u. drməsĭχ, –stĭχ.

träumig -ā- Saarbr-Freudenbg Kahren, Trier-Stdt; -- Merz-Düppenw Saarhölzb, Zell-Enkirch Trarb; -- Ahrw-Altenahr, Sieg-Kaldauen Adj.: = traumerzig (s. d.); dr. schwätzen, schaffen.

Träuming drmeŋ, Pl. -ŋən Elbf m.: verächtl. = Träumert (s. d.).

traumpeln -ǫu- = trampeln (s. d.).
 
 
Traupen drǫubən OMosfrk in Kobl, May, Aden-Engeln Hausten Spessart Weibern [-y-, –ęi- Kobl-Kettig Weissenthurm] Pl. t.: getrocknete Kügelchen von Augenbutter an den Wimpern.

Traupen-lise -lis May-Andernach n.: verächtl. Triefäugige.

Traupert -bərt, Pl. -də m.: 1. verächtl. Triefäugiger Koch-Kaisersesch, May-Ochtendung, Aden-Hausten. — 2. Moselnachen, äusserst stark gebaut,

[Bd. 8, Sp. 1317]
um bei niedrigem Wasserstand über das steinige Flussbett hinweggleiten zu können Mos (veralt.).

Träupes drybəs, Pl. -əsə Kobl-Kettig m.: = Traupert 1.

traupig -ǫub- Verbr. wie Traupen u. Koch-Hauroth Leienkaul, Ahrw-Sinzig Adj.: 1. triefäugig Allg. — 2.a. wehmütig dreinblickend, griesgrämig Koch-Leienkaul. — b. et Hohn es tr. in der Mauser Koch-Hauroth.

Trausch = Strauchwerk s. Drausch.

Trausel = Heirat s. unter trauen.

Traut = Kurzf. für Gertrud (s. d.).