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Rheinisches Wörterbuch 
 
tränen bis eintränken (Bd. 8, Sp. 1288 bis 1290)
 
 tränen statt dessen: et Water kammt em en de Ogen OBerg, Allg.; doch ist nach dem Nhd. hier u. da tr. im Gebrauch schw.: 1.a. drnə; das än Au tränt mer; der liet (lügt), dat äm de Auwen tr. Saarbr, Ottw; -:-, de Awen han en getränt va Lachen Merz-Nunk; -e·i.- Saarbg-Wellen; -ī:- Trier-Stdt: trnə MüEif; -·ə.- Heinsb-Breberen; -- Ess-Frintrop. — b. der Stock tränt beim Ausfliessen des Rebsaftes aus der Schnittwunde (auch trippst) Mos. — c. tränend Hart flammendes Herz, Dicentra spectabilis Geld u. so Gummb, Merz. — 2. übertr. -:- langsam sein im Gehen, arbeiten Sieg-Braschoss. Dieses aber vielleicht zu Tran.

tränerig tr:nəriχ Düss-Gerresh Adj.: träge, wenig lebensmutig.

Tränert tr:nərt, Pl. -tə Prüm-Reuth m.: verächtl. Triefäugiger.
 
 
Träng das Wort, nach frz., schriftdt. train (Train), ist Allg., u. zwar Rhfrk, Mosfrk drę·ŋ., sonst tr-Sg. t. m.: 1.a. Anhang, Gefolge Aach-Stdt, Eup. — b. Vorrichtung am Taubenschlag, mittels welcher die Tauben im Schlag gefangen gehalten werden; sie können hinein, aber nicht heraus Aach-Merkst. —

[Bd. 8, Sp. 1289]
c. Aufwand Aach-Stdt. — 2.a. die Truppengattung Tr.; he dent (steht) bei der Tr. Rip, Allg.; he kütt eran (so steif), as wenn he bei de Tr. gedent hätt Sieg-Dattenfeld. — Trängsoldat (verächtl. -stiəwəl) Gummb-Berghsn. — b. drę·ŋ. Trainsoldat u. kl. Knecht auf dem Hofe Erk-Gerderath.

Trängel -ę- = Umgebung s. bei Terräng.

trängeln = zögern s. tränteln.
 
 
tränieren  schw.: tręnī:rə zögern; etwas tr., verschleppen Kref; frz. trainer »ziehen«. Gehört letztlich zu Träng (s. o.).
 
 
Trank das Wort draŋk [im Trübungsgeb. -ǫ-] in Bed. 1 allg. nur in bestimmten Wend.; dafür ebbes (jet, wat) ze drenken; en got Drenken hammer do kregen Sg. t. m.: 1. die Menge dessen, was man zu trinken bekommt, in der Wend: Speis on Dr.; seid bedankt fir Sp. on Dr.! Mosfrk, Allg.; (bettere) Dr. Arzneitrank Allg.; stärke Dr. geistige Getränke Aach-Std; schlappe Dr. fades Getr. Klevld. RA.: Je grötter den Trop, je dünner den Dr. MülhRuhr. Sin Esse es nit winnig, ävver ne goden Dr. muss en erhalde Köln-Stdt. Wenn den Dr. ös en de Mann, dann ös de Verstand en de Kann ein Betrunkener weiss nicht mehr, was er sagt Klevld, NBerg. Hej hät ene quojen (bösen) Dr. ist in der Trunkenheit bösartig Klev. Häste Moss en Speis on Dr., da geste alt on selde krank Wittl-Cröv. Öm et bettje Fett en Dr. leckt de Katt de Kanne blank Klev-Goch. Wer mer Esse git sunder Dr., dem weiss ich des Düvels Dank Köln-Stdt. — 2. im bes. a. Obstwein; Appel-, Biredr.; auch leichter Wein u. Tresterwein als Haustrunk Mosfrk [susser Dr. »Most« Bitb-Roth 1478]; in der Zs. Appeldr. auch Rip. — b. mit Wasser verdünnter Kartoffel- u. Reisbrei mit etwas Mehl, als Schweinesaufe; den Dr. klor make Klevld; draŋt Waldbr-Eckenhg. RA.: Völl Ferkes (Pogge) make den Dr. dönn viele Kinder machen die einzelnen Erbteile klein, — gewen en dönnen Dr. Klevld.

Trank-apfel (s. S.) Mosfrk m.: A.-sorte, bes. zur Obstweinbereitung geeignet; trierischer Weinapfel. Trank-birne (s. S.) ebd. f.: dass. von einer Birnensorte. Trank-fass n.: 1. draŋkfās Obstweinfass Bitb. — 2. draŋkəsfāt F. für flüssiges Viehfutter Dinsl. Trank-gasse -jas f.: 1. G. in Köln, zum Rheine führend. — 2. übertr. scherzh. durstige Kehle; he hät en got Dr.; de jag (bei dem geiht) alles de Dr. eraf; he schott sich ei Glas nom andere durch de Dr. Köln-Stdt, Rip. Trank-hutzel -o- Kobl, May f.: wilde, nicht veredelte Birne, zu Birnenwein geeignet. Trank-küben -kȳwən(t) Elbf n.: Bottich für die Viehsaufe. Trank-küppe draŋkskyp Klev f.: dass. zum Anrichten des Schweinefutters. Trank-löffel draŋkəslpəl MülhRuhr m.: Schöpfe für das Schweinefutter. Trank-platz draŋkəplāts Emmerich f.: Viehtränke. Trank-quetscher -tsər Rees m.: Stampfer für das Schweinefutter. Trank-schepper Klevld m.: -löffel. Trank-stamper -ę- Klev m.: -quetscher. Trank-tonne -tǫn Klevld f.: 1. Fass für das Schweinefutter. — 2. übertr. scherzh. primitive Abortgrube Barm.

Ge-tränke -dręŋk(s), –i-, –ø- (s. Tränke) Allg. Sg. t. n.: wie nhd., auch Viehsaufe. RA.: Et as

[Bd. 8, Sp. 1290]
schod fir den; et as e gode Kerl, awer en handelt e biss-che vill mat em Gedrinks er ist ein Säufer Bitb-Seimerich.

Tränke dręŋk Allg. [-i-, –ø- Bitb; -- Monsch, Jül, Heinsb-Erpen; -ęŋkt Bitb-Kyllbgw; -kə Berg ö. Ürd. L]; Pl. -ə(n) f.: 1.a. Dorfweiher als Viehtränke; Veh-, Perdsdr-; auch Tr. im Hof Allg. (Steinbottich) [urkdl. de drenkin supra curiam Aach 1334; purganti die drenke Köln 1371; by der stede drencken Dür 1409]. RA.: Wenn das Weidevieh zur Tr. gehen soll, ruft der Hirt: o Dr., o Dr.! Bergh, Grevbr, Neuss. De Dr. es ut! scherzh. wenn die Köchin eine allzu dünne Suppe auf den Tisch stellt Kref-Linn. Heit (heute) gihn de Schäfcher (Schäfchenwolken) op de Wed, mor g. se op de Dr. Schäfchenwolken bedeuten Regen für den folgenden Tag Bitb-Kyllbgw. Mer kann den Esel op de Dr. fuhren (dreiwen), awer net machen, dat en seift WEif u. weiter bekannt, — der Oəss wahl no de Dr. leje (leiten), ävver tom Supe kann me öm net twenge MGladb, Grevbr. Der Krog geiht su lang zor Dr., bis e brich der Hals of de Hängk Köln-Stdt. — b. Sg. t. Viehsaufe; de Dr. machen, — parat m. zieml. allg. verbr. — 2. übertr. Glocke zum Abschaben der Borsten des geschlachteten Schweines Kemp-AmernSAnton.

tränken Lautung s. bei Tränke schw.: 1. das Vieh, die Pferde tr., ihm Wasser geben Allg., ihm die Saufe, flüssiges Futter geben Verbr. wie Tränke 1 b u. Neuw, Altk, Waldbr, Gummb-Homburgisch; et Dr. die Viehsaufe Altk-NFischb, Waldbr, Gummb-Homburgisch, Ess-Werden; Kalwer dr. mit Milch aufziehen Gummb-Homburgisch, Bitb-Outschd. Ho, dr.! sagt der Hirt, wenn das Vieh saufen soll Monsch-Witzerath. RA.: Wenn de Rhingschen (die im Rheintal) blänken, wellen se de Bergsche dr. sieht man von Berg aus das Rheintal im klaren, hellen Sonnenschein liegen, bedeutet dies vielfach für das Berg Wetterverschlechterung. — 2. Pflanzen tr., begiessen; de Blome, de Kühl, et Geplänz dr. Rip in Ahrw, Eusk-Gymnich, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür-Ginnick, Jül-Dürwiss, Grevbr, MGladb-Güdderath; abseits Mosfrk in Trier-Mandern, Wittl-Eckf Gr-Littgen, Daun-Meisbg; de Garde, et Feld dr. jauchen May-Rieden, Aach-Bergr. RA.: Der zuletzt eingefahrene Schobb (Garbenstand) moss der Bur dr. er muss den Erntearbeitern Bier zum besten geben Neuss.-Heckhv — Abl.: die Dränkerei, dat Gedränk(s) (s. o.).

 PfWB  ElsWB ab- tränken: gelohte Haut a., reinigen Trier. PfWB  ElsWB ein -tränken: einem etwas e., heimzahlen, nach dem Nhd. verbr.