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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tragsack bis trakatschen (Bd. 8, Sp. 1276 bis 1278)
 
  Trag-sack drā- Kreuzn-Boos, Birkf-Berschw; drāx- Schleid-Marmag Scheven, Eup, Kemp-UWeiden, Altk-NFischb, Sol-Höhschd, Emmerich; drāγə- Siegld-Afholderb m.: Gebärmutter beim weibl. Tier, bes. bei der Kuh, beim Schwein. trag-sam fərdrāx- Rees-Dornick Adj.: verträglich. Trag-schiene -e·n. Schleid-Udenbreth f.: Eisen über der Achse, auf dem sich der Schämel bewegt. Trag-stange -sta·ŋ. Sieg-Rhönd f.: eine bes. hergerichtete St. mit einem Haken vorn, mit der die leeren Weinfässer aus dem Keller heraufgezogen werden. Trag-stempel Siegld, Altk, in der Bergmspr. m.: in beiden Schachtwänden eingebühnte starke Bauhölzer, auf denen immer drei od. vier Schachtbäume ruhen. PfWB Trag-stock Gummb, Mettm-Kronenbg m.: -knüppel 1. Von den Schmieden gebraucht, wenn sie ihre Eisenwaren in einem Korbe zum Kaufmann brachten Kronenbg. Trag-tonne -ton Klevld f.: T., in der man Wasser vom Brunnen holte u. die von zweien an einer Tragstange getragen wurde; grosser Milchkübel, Sammelkübel, mit dem die Milch aus dem Stall getragen wird. RA.: Hej kann en Dr. voll verdrage er kann viel trinken. Trag-tuch (s. S.) dr-, drχ- OBerg; drāx-

[Bd. 8, Sp. 1277]
Sieg; drāγə- Rees-Brünen Schermbeck; drāk- Eup-Hergenr n.: -kleid, –laken. Trag-wirm drǫx- Kemp-Süchteln m.: Dachpfette. Trag-wisch -ø-, –- Sieg-Rhönd, MülhRh-Overath m.: -kissen 2.

Trage Pl. -ə(n) f.: 1.a. drā Tragbahre Saarbr-Sulzb; -ā:x- Altk, Siegld, uWupp, Sol, Ruhr, Mörs (m.); -: Gummb-Bergneustdt; -χ Gummb-Berghsn; -ē:χ Remschd, Wuppert-Barmen Elberf Ronsd. Tönneken, T. op den Dr., morgen es et Sonndag, öwermorgen es den Dag, wo dat Perdschen Hawer mag Kinderld. Mörs. — b. drā Rückenlegel, zum Abtragen der Trauben aus dem Weinberg uNahe; Vorrichtung, eine Art Kiepe aus Holzlatten u. Lederriemen, um Lasten zu tragen; -brett MüEif. — c. drā Traggurt mit Rückenpolster am Pferdegeschirr für das Emporhalten der Wagenschere Ottw, Merz-Hargarten Haustdt; dr: Saarbg, Wittl-Binsf; -:x Prüm-Kopp. — d. -āγə Tragband, meist aus Leder, das über die Schulter gelegt wird, mit Schlingen an beiden Enden, in welche die Griffe einer Schubkarre hineingeschoben werden u. Gurt auf dem Rücken des Pferdes mit Schlinge für die Scherenbäume der Karre Siegld. — e. dr:x –brett. Daun-Salm; drāγə Siegld-Heisbg; drə Gummb-Nümbrecht. — f. Tr.latten Dinsl-Möllen. — g. drāə Pl. Hosenträger bei der Draəbucks, Verbr. nach Wk. III 7 (Hälpe) im Rhfrk, Zell-Enkirch, Kobl; -ā.γən Neuw-Bengsd; -āγə, Botzedr. Siegld-Eiserf; Draəscherz Schürze mit Tragen Kreuzn, Hunsr. — 2.a. drā:x Gebärmutter, bei weibl. Tieren, bes. bei der Kuh u. beim Schwein; de Dr. geht der Koh us sie hat Gebärmuttervorfall; de Dr. es erus; se ärbet de Dr. erus, — hat de Dr. afgeschoəte (MGladb-Giesenk); de Dr. steht em Schloss Schleid, Monsch, Bergh, Dür, Jül, Aach (auch m.), Grevbr, MGladb, Erk, Heinsb, Kemp-UWeiden, Mörs-Neuk; drā Saarbg-Güding, Saarl-Überherrn. — b. drā Bündel Holz, Traglast mit Klee (udgl.) uNahe; en Dreg van Äste eine Last Äste Barm. — c. Wellinger Draə Neckn. derer von May-Welling.

Auf- trage: opdr:x Sattel mit Gurt, zum Tr. der Wagenschere Bitb, Wittl-Neuerbg.

Träger Pl. wie Sg.; Mosfrk auch -ərn; Rip -ərə, Nfrk -ər m., -ər(ə) f.: 1. persönl. a. Sargträger Allg.; Traubentr., der die Trauben in der Bott od. der Bäschef auf die Bit trägt Mos, Saar; Hausierer Eif (selten), Berg; Aufkäufer für Eier, Butter, Wild Prüm-Mürlenb, MüEif; sonst nur allg. in den Zs. Brief-, Sackdr.b. drę·i.ər f. verächtl. klatschsüchtiges Weib Bernk-Wehlen; e Tweschendr. Ohrenbläser Wittl, Zell, May; ene Üəverdr. Kemp-Lobberich. — 2. sachl. a. Hosenträger Neuw-Datzeroth Rengsd; Tr. an Schürzen, Frauenhemden Allg. — b. ein auf dem Speicherboden liegender Balken, durch den hindurch ein od. mehrere Bolzen eingelassen sind (oben mit Mutter), welche die darunter befindl. B. der Decke eines Saales, Stalles, der Scheune halten; unterste Dachpfette u. Mittelpfette Allg. — c. Tragbrett (s. d.) Geld-Straelen. — d. langer, derber Knüppel, mit dem man auf der Schulter

[Bd. 8, Sp. 1278]
ruhende Lasten trägt Schleid; Ungerdr. Bo-Dersd. — e. ene Dr. Heu eine Bürde Heu Dür-Bürvenich.

An- träger: einer, der anträgt, einen verklatscht Allg. PfWB Zu -träger: Ohrenbläser Bitb-Betting, Zell.

Träger-balken Ahrw-Gelsd m.: Träger 2 b. PfWB Träger-essen Wittl-Reil n.: Leichenschmaus. PfWB Träger-schürze (s. S.) Verbr. f.: nach dem Nhd.

un-tragiert ontrajē·ə.t  MGladb, Viersen Part.: unartig; ene o.ə Put.

 PfWB träg-lich in en-, ver-, onverdr:(χ)- Allg. Adj.: nach dem Nhd.

Traguner = Dragoner (s. d.).
 
 
trajaken vereinz. drajā:gən  WMosfrk in Bitb-Geichl, Wittl; trajā:kə Rip in Jül; dazu noch trajatschen, tradachen, trachheideln, traschaken schw.: einen tr., misshandeln. — Abl.: die Trajakerei, dat Getrajak(s), der Trajaker.

trajaksen -jā:gsən Trier-Heidenbg schw.: einen, bes. Zugtiere tr., mit Gewalt antreiben, hetzen.

trajatschen trajā:tə  LRip in Dür-Froizh, Erk-Körrenz (-ā:ə), SNfrk in MGladb schw.: einen tr., gehörig verprügeln. — Abl.: die Trajatscherei, dat Trajatsch, der Trajatscher.
 
 
Trajekt  Sg. t. n.: Fähre für einen Eisenbahnzug von einem Ufer zum andern, früher z. B. das Tr. von Bonn nach OKassel; heute noch vorhanden, aber außer Betrieb.
 
 
trakatschen trakā:ten  (s. o. = trajatschen) Prüm-Steffeln schw.: einen tr., gehörig verprügeln.