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Rheinisches Wörterbuch 
 
Tagereise bis Taggs-hauf (Bd. 8, Sp. 1036 bis 1037)
 
  PfWB Tage-reise dā:srē:s Rip; dāγərāis Siegld f.: Tagereise. RA.: Got backe es en D. braucht Zeit Siegld-Sohlb. Jed klen Ei get dem Hohn en D. grad esu got wie et decke Sieg-Bellingshn. PfWB Tage-schicht Allg. in der Bergmspr. f.: 1. Morgen- od. Frühschicht. — 2. die Arbeitszeit der stets während des Tages arbeitenden Bergleute. Tage-schläfer -lpər m.: 1. verächtl. einer, der bis in den Tag hinein schläft Rees-Haldern, Wermelsk. — 2.a. Nachtschwalbe, Ziegenmelker Wermelsk, Gummb. — b. Nachtfalter, an Sommerabenden um die Lampe flatternd Gummb. Tage-seife dā:xszīp Kemp f.: anhaltender Regen, der schon morgens beginnt. Tage-sprung -proŋk uWupp m.: Quelle, die nahe an der Erdoberfläche, an einer Anhöhe liegt u. im Sommer versiegt. PfWB  LothWB tage-täglich  Verbr. Adv.: jeden Tag. Tage-tier -dī·ə.r Barm n.: et D. an sek han verdriesslich, launisch sein. Tage-tür dā:γəsdȳər Lennep-Halb Lüttringshn f.: kleine t. im Scheunentor. PfWB Tage-wasser Allg. in der Bergmspr. n.: das von der Erdoberfläche in den Schacht eindringende Regenwasser. Tage-werk Geilk-Lindern, Duisbg n.: 1 D. = 1 Morgen Land. PfWB Tage-wurzel in den Weinbaugeb. Allg. f.: die obere, an der Oberfläche liegende W. des Rebstocks. PfWB Tage-zeit (s. S.) dā:xs-, dā:s,- dā:γəs- () Allg. [d:x- Prüm-Ihren; dax- Eup-Stdt] f.: enem de D. sage, — bede (bieten) ihn grüssen; he bet mir net mih de D. Rip, Allg.

[Bd. 8, Sp. 1037]

tageln -ā:γ- MülhRh-Overath schw.: et dagelt es tagt, dämmert.

tagen vereinz. d:γən Prüm-Mürlenb 1860; -ā:γ- Geilk-Honsd, Kref-Fischeln, Mörs-Neuk, Geld schw.: 1. et dagt wie nhd. — 2. übertr. et dag es wird ernst, es bricht ein Donnerwetter, Geschimpfe los; backste mech dat noch en inzig Mol, dann hät et gedagt! Drohung.

tägig in en-, zwei-, dreid:jiχ Rip, nach dem Nhd. verbr. Adj.: wie nhd.

 PfWB  ElsWB  LothWB täglich d:χleχ Allg. nach dem Nhd. (mdl. Dag vor Dag) [d:leχ Bitb-Mettend; dāγəleks Adv. Klev.] Adj., Adv.: wie nhd.; en hot sein d. Brukt (Brot) Bitb, Allg. RA.: Den as su moger, dat mer ment, hen hät sei d. Brut net Wittl-Neuerburg. En d. Drepps (Tropfen) schleht (get) e Loch on (in) de Boddem Prüm, Mosfrk; der d.ə Dröpp mat et Dach nass Monsch, Aach.

Tagn er dā(x)nər Sg. u. Pl. Saargeb. m.: Tagelöhner.
 
 
Taggel, Täggel neben dagəl, –- (s. d.) steht im Rip, Berg, an der Ruhr, in Emmerich, Geld, Kref auch tagəl, –ę-, Berg, Ruhr, Emmerich, Geld, Kref auch -k-, Pl. -ələ, –əln, –əlts; Eup tęk, Pl. -gə m.: 1. Dachshund. RA.: den in der Trunkenheit Schwankenden hät de T. gebetten Ess. — 2. übertr. a. verächtl. krummbeiniger, kleiner Mensch Allg. — b. Grubenwagen Ess; Lokomotive ohne Tender Elbf.

Taggels-beine (s. S.) Allg. [taksələ- Neuw-Unkel; taks- Eup, Mörs-Neuk] Pl.: verächtl. krumme B.; de kromme Kerl met sing T. Taggels-gang Köln m.: verächtl. Gangart wie die eines Tackels. Taggels-mann Köln-Frechen m.: verächtl. Krummbeiniger.

taggelich -ag-, –ę- Sieg Adj.: 1. t. gohn mit krummen Beinen gehen. — 2. schwach auf den Beinen, schwächlich.

taggeln -ag-, –ę-, –k- Allg. schw.: krummbeinig gehen; gehen wie ein Kind, das erst gehen gelernt hat.

Taggel-männchen Sieg-Honnef n.: 1. kosend, ein Kind, das gehen lernt. — 2. verächtl. einer, der krummbeinig geht; tagəman Köln-Stdt, Bergh-Heppend.

Tägges-chen tęgəsχə, Pl. -χər Monsch-Rohren n.: Schäfchen, in der Kinderspr.

Taggs-hauf tagshōf Daun-Tetschd m.: scherzh. menschl. Kothaufen.