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Rheinisches Wörterbuch 
 
Sudd bis Suddelscheppe (Bd. 8, Sp. 978 bis 979)
 
 Sudd das Wort, zu mhd.  Lexer sutte »Lache«, ist nur vereinz. Rip bezeugt, während die Ableitungen Suddel, Sudder sehr verbreitet sind; zut Malm-Nidrum, RRip, uWupp, Sol Sg. t. m.: Schmutzlache, sumpfige Stelle.

suddchen sudχə Siegld-uFreierGrund schw.: auslaufen, herauströpfeln; ein Geschwür od. eine eiternde Wunde suddcht.

Südde sedə, –ø- Sg. u. Pl. Siegld; søtə Altk-Betzd Wissen [urkdl. in der groissen sütten bowen den groissen wieger Siegld 1450]; zȳətə Gummb-Kotthsn Marienheide f.: 1.a. Schmutzpfütze auf der Strasse, sumpfige Stelle auf der Wiese Allg. RA.: He es üwwer de S. über den Ozean nach Amerika Altk-Betzd. — b. seichte Bachstelle, Furt WSiegld. — 2.a. lang eiternde Wunde Gummb (s. o.). — b. Ausschlag am Munde Dür. — c. endloses Regenwetter. — S. auch Sode.

Suddel diese Abl. ist als -ud- Mosfrk an der Saar, an der Mos, in der WEif, in Neuw, OAltk, Siegld, u. Rip in Sieg, Schleid, Köln, Bergh verbr. [dazu -or- Zell-Sohren; -ur- Bernk-Bollenb; Siegld, OAltk -orəl, –u-, –ōr- (u. Siegld-Freudenbg Niedernd OFischb -ud-); Trier, Wittl, Bernk (Mos), Bitb -ūd-, auch Goar-Halsenb u. -ud- Kreuzn-Stdt, Goar-Salzig; Koch-Leienkaul Lutzerath Laub -ed-; Koch-Bremm, Zell-Briedel, Kobl-Winning, Altk-Birken Mudersb -ul; Ottw vielf. -uləl] m.: 1. Sg. t. a. Schmutzlache, Morast, schmutziges Wasser Allg. (nicht Siegld). — b. die sich im Pfeifenabguss ansammelnde Flüssigkeit, Peifens. ebd. — c. Speichel Wittl-Eisenschmidt. — d. nasser Schmutzfleck, bes. vom Essen herrührend Prüm; verschüttete Flüssigkeit Saarbg. — e. jeder schlechte Flüssigkeitsrest, von Bier, Kaffee udgl. Wittl, Zell, Kobl; verächtl. schlechter, dünner Kaffee Simm, Goar-Halsenb, Neuw; Schnaps Schleid-Baasem. — f. Jauche, Verbr. nach Wk. III 29 (Jauche) Altk-Birken Mudersb Betzd NFischb, Siegld; S. fahre, drä. RA.: Em Zaiche Wan (Sternbild Wagen) moss de S. fahrn, em jonge Lecht op de Wes; un all Arwet em Garde net sparn Siegld. — 2. -əl, Pl. -əln, –ələ verächtl. unsauberes Weib Zell-Sohren, Trier-Mehring (tsud-), Bitb-Dudeld.

[Bd. 8, Sp. 979]

 PfWB Suddel- in den Zs. zu Suddel u. suddeln: PfWB Suddel-arbeit -ęrwət Saarl f.: unordentl., unsaubere A. Suddel-beie sorəl(s)bē Siegen f.: bienenartige, nicht stechende Fliege, Kotfl., die häufig an Dungstätten zu finden ist. Suddel-beutel sedəlbīrəl Siegld-Weidenau m.: verächtl. Säufer, verkommener Mensch. PfWB Suddel-bier Saarbr n.: Tröpfelbier. PfWB Suddel-brühe (s. S.) Allg. (nicht OAltk, Siegld); dazu Wend, Birkf, Kreuzn f.: verächtl. schlechtes, fades Getränk, Kaffee, Bier, Suppe. Suddel-düppen -eb- Merz-Bergen, Bernk-Merschd n.: verächtl. versudderte Tabakspfeife. Suddel-ecken Neuw-Hüllenbg Pl.: verächtl. entzündete Mundwinkel. Suddel-fass Verbr. wie Suddel 1 f n.: 1. Jauchefass. — 2. Wetzsteinbehälter um Neuw-Stdt. Suddel-karre (s. S.) Verbr. wie Suddel 1 f f.: Jauchekarre. Suddel-kasten Koch-Lutzerath m.: verächtl. älterer Mann, der ausspuckt. Suddel-läppchen Merz, Saarbg, Bitb, Wittl, Daun, Prüm, Koch, Kobl, Altk-Betzd; zedəl- Aden-Virnebg n.: Geifertuch, Brustlätzchen der Kinder. Suddel-lätzchen Saarbg-Trassem, Koch-Bertrich n.: dass. Suddel-loch Verbr. wie Suddel 1 f n.: Jauchegrube. Suddel-maria -mrę·i. Bitb-Bollend n.: verächtl. Mädchen, das sich viel mit Waschen zu schaffen macht. Suddel-mattes -mādəs Wittl-Binsf m.: verächtl. ein Mann, der beim Sprechen geifert. Suddel-maul Bernk-Wintrich, Neuw-OBieber n.: verächtl. zotender Mensch. Suddel-pfanne -pan Siegld f.: flaches, pfannenartiges Gefäss mit Stiel, womit die Jauche in dünner Verteilung aufs Feld geworfen wird. Suddel-pfeife (s. S.) meist -əlts- Allg. (nicht OAltk, Siegld) f.: verächtl. sutternde Tabakspfeife. Suddel-pumpe -bombə Verbr. wie Suddel 1 f f.: Jauchepumpe. Suddel-sack Allg. (nicht OAltk, Siegld) m.: Pfeifenabguss. Suddel-scheppe Verbr. wie Suddel 1 f f.: halbkugelförmiger Schöpfer an langer Stange, mit der das S.loch ausgeschöpft wird.