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Rheinisches Wörterbuch 
 
Stossmesser bis Gestosse (Bd. 8, Sp. 764 bis 766)
 
  PfWB Stoss-messer (s. S.) Allg. n.: 1.a. –eisen zum Zerkleinern der Futterrüben (udgl.) im St.trog Gummb-Homburgisch [urkdl. Stoetmetz Ndrh. 1624]. — b. M. zum Zerkleinern des Gemüses Trier-Heidenbg. — 2. St.haken zum Abstossen des Unkrauts, der Wurzeln Bergh-Hüchelhv. Stoss-mühle -mi·l. Bernk-Berglicht f.: -maschine. Stoss-mus n.: 1. -ō:- gestossenes Rübengemüse Schleid-Hellenth. — 2. -m:sχə Rüben, die als Viehfutter im St.trog zerstossen sind Schleid-Dotteln.

[Bd. 8, Sp. 765]
Stoss-mutter -mō:dər, –mō:r, –mō: Köln, Bergh, Dür, Monnh-Zweifall f.: verächtl. Stiefmutter. Stoss-nagel (s. S.) m.: 1. Schuhnagel mit trapezförm. Kopf; sie werden bei derben Schuhen so unter den vorderen Sohlenrand, auch statt des Absatzeisens unter den Absatzrand geschlagen, dass sie einen mit dem Schuhrand abschliessenden Eisenring bilden (die gangbarste Sorte sind Sewepenner (»Siebenpfünder«), von denen 1000 Stück auf 7 Pfd. gehen) Wend-Baumholder, Koch-Laub Leienkaul, Eusk-Eschw, Bergh-Bedbg, geschlossen in Altk, Siegld, Gummb, NBerg, Ruhr. — 2.a. Stift auf der Deichsel, um das Hinausgleiten der Kette zu verhindern Trier-Casel, Wittl-Monzel, Daun-Stdt, Schleid-Hellenth. — b. starker eiserner Bolzen, der in den Pfluggrindel getrieben ist u. die Verbindungskette zw. Vorder- u. Hinterpflug festhält Meis-Meddersh. Stoss-nickel -e-, –ø- Bitb m.: verächtl. für jmd., der sich alle Arbeit aufhalsen lässt. Stoss-ochse -s m.: verächtl. 1. unfreundlicher Mensch Bo-Stdt. 2. zum Prahler: dat es noch gar nicks; min Mosch (Mutters) Kohsch (Kuhs) Bror wor ene St. Neuss. Stoss-ort , gern {ete} Stoss-örtchen -ərt, Pl. -·ə.rt, Demin. -·ə.rtχə Ahrw-Neuenahr, Eusk, Bo, Köln, Aach, Sieg, MülhRh n.: Flicken unter der Vorderkante der Schuhsohle. stoss-örten -·ə.(r)də ebd. u. Eup schw.: einen Schuh st., ein St.ort unter den Schuh setzen; gestüssörde Schohn. Stoss-plätte -ę- Sieg-ODollend Königswinter f.: dünne Eisenplatte, in die Fuge zwischen Stein u. Keil getrieben. Stoss-riester -rē:stər MGladb m.: Teil des Pfluges. Stoss-rolle ro·l. Bernk-Monzelf f.: Scheibe in der Radbüchse hinter der Lünse. Stoss-rump -o- WMosfrk m.: -bäuchel. Stoss-rumpfass Saarbg-Helfant Kastel, Wittl-Landschd n.: dass. Stoss-säge (s. S.) Saarbr-Emmersw, Bernk-Gonzerath, Daun-Deudesf, Bo-Dransd, Jül-Altd, Berg, Köln-Stdt, SNfrk f.: S. mit Handhabe, mit der man Holz durchsägt, das auf einem Sägebock liegt. Stoss-scheibe (s. S.) Simm-Heyw, Merz-Krettnich, Trier-Casel Welschbillig, Wittl-Osann, Bernk-Wolf, Neuw-Leutesd Wallend. Ahrw-Westum, Rheinb-Fritzd, Monsch-Rohren, Bo-Walberbg, Sieg-Söven, Mörs-Neuk Sonsbeck, Dinsl-Vörde f.: Sch. in der Radbüchse hinter der Lünse (s. –rolle). Stoss-schlitten -ędən Saarl-Ensd m.: Rodelschlitten. Stoss-schüppe -ø- Wippf f.: -messer 1. Stoss-stahl (s. S.) Sieg-ODollend, Klev m.: St., aus dem die vorderen Zacken des Hufeisens geschmiedet werden. Stoss-stange -a·ŋ. Mettm-Haan f.: Eisenstange zum Bohren der Löcher in der Erde, in die man die Bohnenstangen hineinsetzt. Stoss-tier -dī·ə.r Jül-Schaufenbg, Aach-Merkst, Geilk-Übach n.: Sperber, Habicht. PfWB  ElsWB Stoss-trog (s. S.) Allg. dort, wo nicht –back herrscht m.: 1. –back. — 2. übertr. verächtl. nachlässiges Weib Neuw-Rheinbrohl.  PfWB  ElsWB  LothWB Stoss-vogel (s. S.) Verbr. nach Wk. III 1 (Habicht) [-ū·ə.ts- Heinsb-Breberen Schierwaldenr; -ots- Aphv Erpen Scheifendahl; -u- Waldfeucht; -ot- Nfrk, Kemp, Kref, Mörs, Geld; -øt- Geld-Schravelen] m.: 1. Raubvogel, Sperber, Habicht, [im WMosfrk auch Turmfalke]; der St. ist nach dem Volksgl. im ersten Jahr Kuckuck, im zweiten

[Bd. 8, Sp. 766]
Sperber, im dritten Habicht (Falke) Allg.; der Kuckuck, der nach St. Johannis seinen Ruf einstellt, wird nach diesem Tag zum St. (Sperber) Siebengeb. Der Volksglaube ist dadurch veranlasst, dass Kuckuck u. Sperber tatsächlich Ähnlichkeit besitzen. RA.: He hät Oge (so scharf) wie ene St. Rip, Allg. Drof losfahre bie der St. of e Hohn Neuw-Dierd. Haut (halte) dech mar kusch, sät der St., du plocht (pflückte) hä en Duf Heinsb. St., St., dreimol rond, kreis och en weiss Höhnche! rufen ihm die Kinder zu Altk-Willr. — 2. übertr. a. Libelle Eusk-Schweinh, Rheinb-KlBüllesh. — b. Papierdrache der Kinder Kobl-Kärlich SSebastian, Neuw-Heinb Stdt. — c. verächtl. α. hastiger, sich überstürzender Mensch Kobl-Moselweiss, Ahrw, Sieg; St. om Herd (Vogelherd) einer, der plötzlich dazwischen fährt, einen überfällt Gummb-Gimborn. — β. einer, der überall anstösst Koch-Lutzerath. — γ. eine im Hause, in der Familie stiefmütterlich behandelte, in alle Ecken gestossene, für alles verantwortlich gemachte Person; den os iwwerall de St. Prüm, Malm, Kemp-Stdt. — δ. prahlerischer Mensch Kemp-STHubert. — ε. Witzbold Goar-Stdt. — En St.vugelsnas Hakennase Aden-Herschb.  PfWB Stoss-weihe -ōswę·i. nach Wk. III 1 (Habicht) Rhfrk in Kreuzn-Roxh, Simm, Goar; Klevld -ōt- in Geld-Kevelaer Sevelen Veert; -t- Klev-Üdem f.: Sperber, Habicht. PfWB stoss-weise (s. S.) Verbr. Adv.: wie nhd.; st. lofe. RA.: He löpp stöatewis es (wie) en Ferkesber (Eber) sek (seicht) Ruhr.

Gestosse, Gestösse Sg. t. n.: 1. gətōs, –ū:s, –ū·ə.t (usf.) verächtl. das zu häufige, lästige Stossen. RA.: Gestuət es onger de Lü (Leute) Geld-Leuth. — 2.a. gədēs die zerkleinerten Futterrüben, mit Häcksel vermischt Simm; -ē:- Bernk (Mos), SNeuw. — b. jətū:s Apfelbrei, Appelgest. Wippf-Hohkeppel Klespe Schmitzhöhe. — c. gədī:s gemahlenes Obst, zum Branntweinbrennen Bitb-NWeis. — d. jətys Kalbssülze Neuw-Asb.