Stiefel-stropp -əl-, –ələn-, –əlts- Verbr. m.: -schlinge. stiefel-voll -iwələfǫl Merz-Losh, -ībələ- Trier-Fell Mehring Adj.: völlig bezecht. Stiefel-wichse -əlwiks, –e- (usf.) f.: 1. wie nhd. RA.: Mer kann och met St. de Fenstere botze! man braucht nicht wählerisch zu sein in Anwendung von Mitteln Neuw-Unkel. — 2. übertr. scherzh. Schneeflocken Aden-Virnebg. PfWB Stiefel-wichser -əl- Saargeb., in der Bergmspr. m.: verächtl. französischer Ingenieur der Besatzungszeit. PfWB Stiefel-zieher -əl- Saargeb. m.: -knecht.Stiefelenzchen -īwəlęntsχən Bitb-Hütting n.: im Spottvers auf »Hins-chen«: H., St., widdewitz, Kadenzchen, komm, du buckelig H.!
PfWB Stiefelette -əlęt, Pl. -tə(n) f. meist -əlętχə(n), Pl. -χər Allg. n.: Damenschnür- oder –zugstiefel [Spottbezeichnung für elegantes Frauenschuhwerk, nur dann, wenn solches von Bauernfrauen u. –mädchen getragen wird Simm; Gamasche Geld]. Kätt (Katharina), kromm Bett, Stiwəlett, du, du! Prüm.
stiefelig -iw- Saarbg-Ockfen Adj.: in der RA.: He läft erum wie e st. Huhn ohne Ziel.
PfWB ElsWB stiefeln wie Stiefel lautend schw.: 1.a. gestīwəlt sein Stiefel an haben, marschbereit sein Trier-Stdt; ich sen at (schon) gestevvelt on gespoərt Monsch, Eup, Aach, Kref-Fischeln, Mülh-Ruhr, Elbf, SaarbrSulzb; do hot er g. on gesport em Bett gele Saarbr, Allg. — b. gehen, schreiten, marschieren, laufen, immer auf den Beinen sein; no Kölle st.; losst. sich auf den Weg machen; an-, herangestivvelt kunn; wo stivvelste dann hin? doher-, eröm-, eraf-, erop-, dropanst.; de Trapp eropst. Rip, Allg.; der sell kemmt dohergestiwwelt wie de Klumpematz Saarbr-Krughütte. — c. -īb- verdächtig auf- u. abgehen, bes. auch von Hühnern, die im Begriff sind, Eier zu legen u. unruhig hin- u. hergehen, sich ein Nest zu suchen, auch im Nachbarhaus legen Trier-Fell Mehring. — 2. trans. a. Gras, Getreide st., niedertreten Koch-Mesenich. — b. in der RA.: Morgens getriwelt, mettes gestiwelt, onds (abends) mat der Montur (gequellt) ass man früher die Kartoffeln Bitb-NWeis. — c. einen st., davonjagen, zu etwas antreiben, verführen zu Streichen Merz-Saarhölzb; äne erausst. hinausjagen Meis-Jeckenb. — Abl.: die Stivvel(er)ei, dat Gestivvel(s).
PfWB an- stiefeln: einen a., ihn hinschicken zu jmd., den man selbst aufsuchen müsste, von dem man aber weiss, dass er einen übel empfangen werde; ihn zu einem Streiche antreiben, verführen Merz-Saarhölzb.
PfWB Stieglitz -iχlit, Pl. -tə LRip in Malm-Krinkelt Rocherath m.: wie nhd. Sein Gesang wird gedeutet: St., Pickelnit, diddelit!
PfWB ElsWB stiekem, stiekum das Wort, ndl. stiekem, judendeutsch stieke, hebr. schotîqâh »stillschweigen«, ist im ganzen Geb. hier u. da verbr., u. zwar -īkum [Bd. 8, Sp. 679]
Saarbr; -īgəm Ottw-Uchtelf; -egum Trier-Welschbillig; -ī:gəm Wittl-Dodenbg; -igəm Koch-Eller; -ē:gən Bitb; -ē:kum Sieg-Ittenb; -kəm Neuw-Linz; -ikən Gummb-Berghsn; -ē:kum, –kom Barm; -ikum Lennep, Sol, Ruhr, Dinsl, Rees, Klev, Mörs, Geld, Erk-OKrüchten; -īkum Klev-Stdt; -ekəm Klev-Wyler, Geld-Schravelen Winnekendonk; -ikəm Klev-Goch Adv., Adj.: 1. heimlich, unbemerkt, so hintenherum; hej hät et st. in de Täss (Tasche) gesteke, — lacht, so st. — düht et st.; sech st. verdröcke; sech st. halde Klevld, Allg.; he hät sech st. derbeigemat Sol. Allg.; er es e stekemer Broder ein Heimlichtuer Neuw-Linz; enne stickume Witz Mörs-Birten; e Stickem ein läppischer, dummer Mensch Koch-Eller. — 2.a. Adv. α. plötzlich Erk-OKrüchten. — β. steil aufwärts; den Klicker st. treffen, von oben herab Rees-Wesel. — γ. so eben; so stickem effkes geschnüvt die Wahrheit gesagt Klev-Goch. — δ. abwesend oder ruhig Trier-Welschbillig. — ε. leise, sachte; der Wan fährt st. Saarbr. — ζ. still vergnügt; hej sett dor so st. Klev-Calcar. — b. hen es st. bezecht Geld-Straelen.
stiekemen -igēnə Kreuzn schw.: schweigen.
stiekum = heimlich, s. o. stiekem.
Stiel I -ī·ə.l = Übergang über einen Zaun s. Stigel.
PfWB ElsWB LothWB Stiel II das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk -īl Sg. u. Pl., doch Pl. -lə Wend, Saargeb., WMosfrk -īl, Pl. -i·l.ən u. -īlər [Saarl-Pachten Roden -ilt, Pl. -dən; Bitb hier u. da -al, Pl. -īlən]; sonst Mosfrk, schon häufig in Saarl, Saarbg, Trier, Wittl, Bernk; immer in Prüm u. Rheinorte von Goar -il, Pl. -i·l.ə(n); Siegld -ēl, Pl. in Siegen -ēln, sonst meist -eln; Fischbacht. u. w. davon -il, Pl. -iln; Wilgersd Wilnsd u. Freier Grund -īl u. -il, Pl. -iln; Rip -il, –e- [in Monsch, Eusk, Rheinb vielfach -ø-; tiefste Senkung selten -ǫ- Prüm-Ihren, Malm-Weywertz, Schleid-Hellenth, Sieg-Fussh; -- Sieg-Ägid; -:-, Pl. -lə Aach], Pl. -i·l., –e- [Sieg-Honnef Sg. -e-, Pl. -i·l.]; OBerg in Waldbr, Gummb-Homburgisch -ī-, –īə-; Gummb-Schwarzenbergisch, Wippf -i-, –e- Sg. u. Pl.; Lennep -e-, Dat. Sg. -ī·ə.l, Pl. -ī·ə.l [Wermelsk Pl. -elər]; sonst NBerg -el, Pl. -elər; Eup -ē:lə, Pl. -e·l., SNfrk in der -īələ, Pl. -e·l.ts, Demin. -e·l.kə; sonst u. SGeld -īəl usf. [Kemp-SGeorg, SMörs -ēl]; NGeld, NMörs, Rees -ęl, Dinsl -ē- u. -ę-, Ruhr -ī-, Pl. -lə; Demin. -lχə(n), –lkə, –ltjə m.: 1. wie nhd., St. von Blumen, Blättern, Obst, Handhabe an Werkzeugen; Blomen-, Blatt-, Appel-, Kiərsche-, Quetschenst., Axt-, Beiel-, Bessems-, Gaffel-, Greifen-, Häpen-, Hammer-, Härken-, Metzer-, Schöppenst. usf. (längere Stiele an Geräten führen besondere Namen; s. Hälft, Helm, Warf, Wurf); St. brenne mit einem spitzen Ende einbrennen, dass etwa die Häpe in den St. festgeschlagen werden kann Sieg. RA.: So mager wie en St. Gummb. Da's Schöpp we St. bleibt sich gleich Köln-Stdt. Kä St. Kli überhaupt kein Klee Bitb; do es kei Stump noch St. üvverig blevve Köln-Stdt. Füər jede Bir es och ene St. gewasse zu jedem Mädchen passt auch ein Bursche Sieg. Trifft en (den Unglücksraben) de Hammer net, dann tr. en de St. Goar-Alken. Hubbe, H., us, us, us, morn, [Bd. 8, Sp. 680]
da brecht det Stellche us! Bastlösespr. Siegld-Anzhsn Littf. Dem fählt de St. an der Löpp er hat eine Hängelippe Bernk-Zelting. Den os Stollches krank on Leffelches gesond er ist krank, wenn die Stiele der Arbeitsgeräte angefasst werden müssen u. gesund, wenn der Löffel gebraucht wird Prüm-Ihren. Ene Stock on ene St., dij kreg me, wor me well gesagt, um ihre Wertlosigkeit zu bezeichnen Klev; enne St. on enne Wess (Weide) häuwt me, wor e es; äwwel, dat se mej de Bohnestake ut den Hoff hale (holen), dat es necks gedohn, säj de Pastor, duw e van et Stehle präckde (predigte) Geld-Schravelen. Du häs der Bessem, ävver noch net der St.! bist noch nicht fertig mit deiner Arbeit, Aufgabe MGladb, Erk. Ene St. en der Hoərbessem make ein Weib geschlechtl. missbrauchen MGladb-Rheind. Mach emol e St. dron! drück dich endlich näher aus, dass man's auch greifen, verstehen kann; der bringt e Hack un e St. dran er erzählt gewandt Saarbr; mach e St. drum! zum Kinde, das weinen will u. die Unterlippe hängen lässt (en Schip micht) Trier-Schleidw. De hät gern ene lange St. an der Schöpp arbeitet nicht gern MülhRh-Dünnwald; he hät en kuərte St. arbeitet langsam Wippf-Hohkeppel. More backe mer Birre, da kres du de St.! abschl. Antw. an ein Kind Prüm-Winterschd. Um Weihnachten han de Äppel golde St. sind selten Rip, Allg.; en Appel em April hät g. St. Mettm-Haan. Ech wet de Leffels kenen St. weiss mir keinen Rat NBerg, Prüm, — menges Breilefels ke St. Bitb-Fliessem; singes Leffels gene St. fenge (finden) Sieg-ODollend. Werf dem Beiel der St. no! höre auf Köln-Stdt. He es los am St. sehr verschwenderisch Wippf-Dohrgaul. Wo lett (lässt) de Bomester (Baumeister, erster Knecht) de Schwepp (Peitsche)? Am St. Geld. Ek sall dech ens wise (weisen, zeigen), wie de Hack an de St. sett! ich werde dir gründlich die Wahrheit sagen Mörs, Geld, Ruhr; den wett (weiss), wu den H. an de St. sett er weiss Bescheid Geld; so sett de H. an de St.! so ist die Sache Rees. Dat blif sech (os mer) Leffel bes an de St. ist mir einerlei Prüm, Malm. Of e St.chə gucke einem andern auf die Finger sehen May-Kollig. De Ogen soten op St.chən er wollte alles sehen Gummb. Se send net miəh fas em St. sind nicht recht gescheit Neuss. Su steht de Häp em St.! so verhält sich die Sache Sieg; he wet, wie de Ax em St. steht kennt den Sachverhalt MGladb; dem sall ech ens wise, wie de Schöpp en der St. steckt! ich werde ihm die Wahrheit sagen Heinsb-Erpen. En Quetsch mat em St. scherzh. grosses Glas mit Zwetschenbranntwein Bitb-Dudeld. Dau kres Äppel mer em (ohne) St.! Schläge Westerw. Wenn dat net wohr es, do fresse ech en Bessem, bet (mit) dem St.! Siegld, Köln. Den ene krit et möt der B. on der angere möt der St. auf verschiedene Weise kommt man zum Ziel Erk-Elmpt. Met Stomp on St. ganz u. gar Rip, Allg. Bis zom St. erus bis zum letzten zu Sieg-Eudenb. — 2. übertr. a. -ēl Eckpfosten Siegld-Siegen; -ē:l Strebe im Dachgebälk Aach-Bardenbg. — b. -e·l.χər Pl. Halter der Spule des Spinnrades Wittl-Binsf. — c. hölze –īəlχən Küchenmesser Waldbr, Gummb-Homburgisch. — d. -īlχən Birne, in der [Bd. 8, Sp. 681]
[Bd. 8, Sp. 683]
Kundenspr. Wittl-Olkenb, Kobl-Neudörfchen. — e. -e·l. f. Rübstiel Dür-Geich Lamersd, Jül-Langend, Eup, Aach-Waln (Pl.) Breinig; -ī·ə.l Merkst. — f. Rhabarber, rheum Kreuzn-Bockenau. — g. -iləkə scherzh. Nachtstuhl MühlRuhr. Stiel-auge 1. Öse am Spaten für den Stiel Dür-Gey. — 2. -ō:γə Pl. St. mache begierig nach etwas hinsehen Bo-Stdt, Köln-Stdt. Stiel-bank -īlχəs- Goar-Holzf f.: Häckselbank mit einer Gabel zum Vorschieben der Einlage. Stiel-bauftich -e·l.əbǫ·u.fdiχ Prüm-Ihren m.: verächtl. ungeschickter Mensch. Stiel-birne -īləbīər Bitb-NWeis f.: lange B.sorte. Stiel-bogen (s. S.) -i·l.ə- Prüm-Stdt; -e·l.ə- Heinsb-Hilfarth Oberbr m.: Armbrust. Stiel-bohnen -·l.χəsbu·n.ə Altk-Horshn Pl.: Buschbohnen. Stiel-brühe -brī: Bernk-Veldenz f.: der letzte ausgepresste Most. Stiel-deckel -il- Altk-Sörth m.: D. mit einem Stiel. Stiel-eisen -īl- Ottw-Illing, Simm-Stdt n.: Schürhaken. Stiel-halter -halər Birkf-OHeimb m.: -auge 1.