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Rheinisches Wörterbuch 
 
versohlen bis Soldatengrundbirnen (Bd. 8, Sp. 188 bis 191)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB ver -sohlen: 1. die Schuhe v., sohlen Kemp, OBerg (hier nicht das Simpl.). — 2. übertr. einen v., verprügeln; se häbben em gehüəreg versollt Kemp, Allg.; er hot det Loch versuhlt kriet Simm, uMos. vor -sohlen: Schuhe v., den vorderen Teil der Sohle ersetzen Mörs.

Sohl zl Klev Sg. t. m.: Prügel; hej kreg S.

söhlig Allg. in der Bergmspr. Adj.: s.ə Strecke parallel der Grubensohle verlaufend.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Sohn das Wort, im Gebrauch nur beschränkt, ist allg., u. zwar Rhfrk sūn, Pl. -ī-; Mosfrk zun, –o-, Pl. zi·n., –e-; Trier, WEif -ōă-, –ūə-, Pl. ē·ə.-, –ī·ə.-; Siegld sō, Pl. ; Rip zon, Pl. zø·n. (u. ohne Schärfung); Berg zon [Lennep, Barm auch -ǫ-], Pl. -ø-; Eup zonə, Pl. zø·n.; SNfrk zūən, Pl. zȳ·ə.n; Klevld zōn, Pl. -- [Dinsl zǫn, Pl. --]; Demin. sīnχə(n) usf. mit Umlaut, -ntə, –ntjə m.: 1. wie nhd., doch dafür gewöhnl. Bu Rhfrk, sonst Jong; nur beim Ansagen der Geburt eines S.: mer han ene jonge S. kriege u. beim Glückwunsch: no, loss

[Bd. 8, Sp. 189]
mech de j. S. ens sehn u. in stolzer Erwähnung: menge S. sall studiere; m. S. es Geslicher, — es huhe Beamter; m. S., der Här Pastuər Rip, Allg. — Dann in der Anrede älterer Leute an jüngere Bekannte: mei S. Saar, Allg.; kaste mer net sage, S. (Sönnche), wo he Pastuər wonnt? Rip, Allg. — Dann in der Zs. Stief-, Schwigers. (für das veralt. Eidam). — Dann verächtl. Suhne der von den Eltern verwöhnte S., Lieblingssohn Saarl; dat as en älezig Sinnche verwöhntes Muttersöhnchen Saarbg; Richemanns Sehnche Siegld. — In einigen RA.: We der Vatter, su der S. Köln, Jül. En enzigen S. un e enzig Schwein liesst mer ruhig, wu sei sein Trier-Schleidw. De Mad, de siəven Johr op en Platz dennt (dient), hat sech de S. verdennt, of se mott dem Ovverwerkskneət e paar Knöpphosse (Gamaschen) geəve Kemp-SPeter. — Scherzfr. Zwei Väder, zw. Sihn, die schossen drei Hase; jeder drug äne en sei Ranzen? Grossvater, Vater u. Sohn Simm-Klosterchumbd. — Sprechübung: Söhwes sine S. sop (soff) Sonndags söwe süte Schnäpskes Klev-Goch. — 2. übertr. a. persönl. α. Suhn, Sühndje verächtl. ein nettes Pflänzchen Klev; Sühnje verächtl. altes, schlechtes Tier Klev-Warbeyen. — der verloren S. verächtl. verkommener junger Mann Saarl-Berus. — b. sachl. α. verlorener S. ein- bis zweistöckiger Kastenofen mit dem Bilde des v. Sohnes, der von der Küche aus geheizt wurde; durch eine Röhre wurde die Hitze in den Ofen geleitet, der in der Stube stand Altk. — β. S. för dem Vatter Lerchensporn Gummb-Berghsn, Düss-Erkr.

 PfWB  ElsWB  LothWB Sohns-frau -frā Saarbr-Sulzb f.: Fr. des Sohnes, Schwiegertochter. Sohns-kind -e- Mörs n.: K. des Sohnes, Enkel. Sohns-sohn ebd. m.: S. des Sohnes.

Soj -ō = Portion Fische, Rasenstück, Spülküche s. Sode bei Sod; Sojel -ōj-, Söjjel -ø- = Ahle s. Seule.

söken -:- = suchen (s. d.); Sol I -- = Sattel (s. d.); Sol II = Feldabteilung s. Satel; Sol III -- = Ahle s. Seule.
 
 
 PfWB Sol IV mnd. sol n. »Teich«, mhd.  Lexer sol, söl m. »Kotlache«, ist als Appelativ nur schwach bezeugt; zō:l Bitb-Wiersd, uWupp 1870 u. zōəl Gummb-Stdt (das aber auch < sodel entstanden sein kann), Pl. -lən m.; sl, –ōă- n. Siegld, nur in Ortsbezeichnungen: sumpfige Stelle, Schmutzpfuhl.
 
 
Solar-öl zolārǫljə Gummb-Bielst (veralt.) n.: Petroleum.

solbern, sölbern s. sulbern.
 
 
 PfWB solch: durchweg ungebräuchlich, dafür so einer (usf.; s. so); doch überliefert Birkf-Herrst solχər m., solχ f., n.; zolχət »solcher« Saarl-Diefflen u. Merz, Saarbg, Prüm-Mürlenb 1860 in dem Ausr.: Dat zølχən Geld, Land (usf.)! viel Geld, Land usf. Emmerich hat neben zonə auch zøkə; s. Diere; ek häbb s. gefonde.

Solch -o- = Lache. S. Sulche.
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Soldat das Wort ist heute allg. in Gebrauch; früher, bes. Rhfrk, Mosfrk dafür Preusse (so bis 1870 durchaus von 1870—1900 seltener; im Hunsr

[Bd. 8, Sp. 190]
seit 1900 ungebräuchlich) u. Eif, Rip, Nfrk als Kollektivum Kammiss; beide Entsprechungen heute noch selten gebraucht; Rhfrk sǫl-, soldāt, Pl. -də u. daneben -rə; Mosfrk sal-, tsald:t, Pl. -də(n); Siegld saldt, Pl. -də; Rip, Berg, SNfrk zǫl-, zol-, sǫl-, sol-, mehr aber tsol-, tsaldā:t; Eup sald:t; Klevld zaldt [Dinsl tsal-], Pl. -tə(n); Demin. -dtχə(n), –-, –tə; Klevld -dtjə m.: 1. wie nhd. (Rip, Nfrk auch Kammisszaldat); he wiərd (es) S., — dent (küt, es) bei de S.ə (leit »liegt« bei de S.ən Saarl); van de S.ə afkunn; ene gemene S.; ene gode (stramme); die Knaben spielen S.ə (Soldatches Rhfrk, Mosfrk) Rip, Allg. RA.: De steiht do we nen hölze Zaldat so steif Köln-Stdt. Er macht e Gesicht wie der S. im Loch (Arrest) Saarbr-GrRosseln. De ka lege (lügen) wie ne S. krege (Krieg führen) Schleid-Hellenth. Heilige Zaldoten! Ausr. des Schreckens Elbf. De es got Z. kräftig Bo-Küdinghv. He es S. hat im Spiel verloren, ist ausgeschieden Elbf; er ist bezecht Sieg-Süchterschd. Avokate un Z.ə sin dem Düvel sing Spillkamerade Köln-Stdt. Wenn alle Kugele tröfe, möch der Düvel Z.ə sin ebd. Wenn man beim Skat Turnee spielt, muss man die zwei Karten aufnehmen u. wieder zwei ablegen; dabei sagt man, indem man letztere mit der Bildseite auf den Tisch legt; die würd (die mak ek) S. un die w. S. Gummb, Verbr. Witt (weit) van de Kanon geft olde S.ə Rees-Dornick. Dau brauchs net su ze heule, dei Motter wiərd net Z.! scherzh. Ahrw-Sinzig. Der moss baue orer S.ə hale (halten) er ist sehr wohlhabend Altk-Horhsn. Der kann der en Herd (Massa) Schnidde (jet, alles) S. mache viel verzehren Rip, Klev; Prummetart, Appeltart, alles wiəd S. gemacht! Monsch-Witzerath; enen Z. mache zurechtweisen Sieg-Eudenb. Bo-Küdinghv. — Im Kinderld. Et regent, et segent, de Panne wörde nat; dor kome dri S.ən an, die frage: wat es dat? Mörs, Allg. Es rent, es schneit, es geht e kaller Wind, de arme S.ə marschiere mit der Flint, de Ranzel of de Buckel, de Säwel in de Hand; adschee, liewer Vatter, mer learne Musikant! Nahe. Achter one Perenbom (Birnbaum), dor logen drij S.ə; den enen kek (schaute) den andern an on kossen (konnten) et Lachen nit lote Mörs, Klev. Jöngke, wörs du eins S., moss du essen Speck on Schlat (Salat); J., w. du eins Kammiss, m. du e., wat du kris; J., w. du eins Rekrut, m. du e. Erzenzupp (Erbsensuppe)! MGladb-Kleinenbr. Beim Seilchenspringen der Mädchen: Saldötje, schmitt ow Röckske derner (darnieder), en, twee, drej; S., krieg ow R. wer, en tw., dr.! — Im Rätsel. Et sen finfonzwanzig S.ən, die kinnen weder kochen noch broden (braten), mossten emmer an (in) Reihen marscheeren, de Leit zur Klugheit fehren (führen)? das ABC Prüm-Wawern, — führe, die sich en der Welt erömdrive, öm os dat, wat en der W. förgeəht ze beschrive? Aach. Der Kaiser, König hät et niet, äwwer de S.; in't Gemüs, do fend me et niet, ä. in de Schlat (Salat); den Esel hät et achter; wat ös dat? das l Mörs-Asbg. — 2. übertr. a. kleiner schwarzer oder brauner Käfer Kreuzn-Waldböckelh, Neuw-Unkel,

[Bd. 8, Sp. 191]
Bo-Stdt, Köln-Stdt, Aach, Erk-NKrüchten, MGladb, Düss. — b. Pl. eine dicke, weisse Kartoffelsorte Koch.

 PfWB  PfWB  PfWB Soldaten- in der Zs., wie –buckse, –essen, –gaul, –kappe, –kleider, –liebchen, –mütze, –rock, –schuh, –stiefel, –trommel, –zeit verstehen sich von selber; dazu solche mit RA. u. eigner mdl. Bildung: Soldaten-bohnen -o- Eusk-Rheder Pl. eine Stangenbohnensorte. Soldaten-foz -fts Trier-Stdt f.: verächtl. Mädchen, das sich mit Soldaten abgibt. Soldaten-gräs-chen Kreuzn-Rümmelsh n.: Ackergauchheil, anagallis arvensis. Soldaten-grundbirnen -grombərn Koch Pl.: eine dicke weisse Kartoffelsorte.