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Rheinisches Wörterbuch 
 
senkeln bis Sensenhaken (Bd. 8, Sp. 82 bis 85)
 
  PfWB  PfWB  ElsWB senkeln schw.: 1.a. etwas s., schmuggeln, über die Stadtmauer, als es noch Mahl- u. Schlachtsteuer gab Trier-Stdt (veralt.). — b. ein Klickersp., wobei man, wie mit Senkblei, den Klicker in die senkrechte Richtung zum Kl. des Gegners bringt u. ihn dann von oben herabfallen lässt Wend-Thallichtenbg; Senkelches Ottw-Landsw. — 2. einen s., ihn prügeln; du ges gesenkelt; hen kriet se g. Trier-Stdt.

 PfWB Senker zęŋger u. af-, Pl. -ərn Mos m.: Rebableger.Ver -senker: Schmiedewerkzeug Kemp.

Senksel = Schlacke s. bei Sinkel.

senn -e- = sehen (s. d.); Senn I -e- = Sinn (s. d.); Senn II -ę- = Buttermilch s. Sirring II; Sennen-blätter s. Sennes-.
 
 
Sennen-blümchen -i- Birkf-Herrst n.: Sternmiere, stellaria holostea.

Senner I -ę- = Sester (s. d.); Senner II -e- = Rest ausgelassener Butter s. Sinter; sennerlich -e- = besonders s. sonderlich.
 
 
Sennes-blätter -blā:r (s. S.) Pl. t.: 1. wie nhd., u. zwar sēnəs- Bitb-Dudeld; sęnəs- Eup-Stdt,

[Bd. 8, Sp. 83]
Aach, MGladb; tsęnəs- Aach; tsenəkəs- Eusk, Sieg-Ägid, Düss-Stdt; tsi- Sol, Köln-Stdt; tseŋkəs- Barm; tsimiŋχəs- Sol-Burschd; tsenətə- Merz-Stdt; tsendə- Prüm-Waxw. — 2. sęnə- Minze, mentha gratissima Siegld; sęnəs- Trupb.

Senning = Molke s. Sirring; Senn-schöffe s. Send-scheffen; Senp s. Senf II.
 
 
 PfWB  LothWB Sense das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk im Saargeb. u. an der Nahe sęnts [Ottw-Tholey, um Wend-Berschw -i-; Ottw-Aschb Eppelborn Steinb, Wend-Reichw Thalexw ss; Ottw-Dörsd -ē-; Dautw Hasborn Theley Tholey, Wend-Alsw Winterb -ī-]; Hunsr snts [daneben səsəl Simm-Laub] Mosfrk in Saarl z:s; in NSaarl, Merz, Saarbg zęntsəl (älter, heute mehr zę·n.ts) [Merz-Bardenb NLosh Waldhölzb Zwalb, Saarbg-Ayl Schoden zī:s; Merz-Bergen Haustdt zī·ə.(r)tsən; Saarbg-Nennig Tetting Weiten Winchering ze·i.səl; Merz-Schweml, Prüm-Willwerath z:ntsəl; Saarbg-Beurig -ī:-, Perl z:səl, Faha Schoden Wellen -sən]; sonst Mosfrk z:nts, –ē:- [Trier-Heiligenkreuz SMatthias -ī:-; Daun, Prüm (u. z:səl, –sən) z:ntsəl, dies auch Altk; Dickend z:nstəl]; Siegld im N. bis einschl. Ou. NHolzklau Alchen Birlenb Weidenau Netphen Nauholz s (Säge); südl. dieser L. ss [Breitenb Feuersb -ē-; Wilgersd u. Hickengrund -ā-; Freier Grund (ausser Wilden) ssə; Bühl Lindenbg, der Heuslingsgrund u. w. davon ssəl]; Rip, SErk z:nts [in OSieg, MülhRh, uWupp, Monsch, Aach-Walh z:s; Monsch-Witzerath -·y.-; Malm z:sən (Prüm-Dahnen n.)]; OSieg, Waldbr, Gummb-Homburgisch z:səl [Schleid, Monsch, Eusk, Rheinb neben z:nts auch -tsəl]; Gummb u. Wippf u. Lennep n. Ürd.-L. ssə, –:-; NBerg in Mettm, Elbf, Barm sę·i.s (u. Elbf -ē:-); SNfrk s·ə.s; Klevld zais, –ai-; in Geld, Mörs auch -ę·i.- [wie im Siegld z:χ Düss-Derend NKassel, MGladb-Giesenk; zī·ə.χ Grevbr-Bedburdyck; s. Säge]; Pl. -ə(n) f. [m. Koch-Greimersbg, Prüm-Stdt]: 1. die Grassense (die Getreidesense mit Auffangsvorrichtung Reff, Flause im Rhfrk, Mosfrk, Ewenrechen, –korb für Hafer WEif; mit kurzem Stiel Sicht Rip, Nfrk; die S. wird nur bei liegendem Getreide benutzt, oft auch bei Hafer Mosfrk). Gras-, Hawers; die Sensenherstellung war ursprünglich das Haupterzeugnis Remscheids u. Kronenbergs; im Jahre 1600 erhielt das Sensenhandwerk ein Privilegium, das den Schmieden das ausschliessliche Recht der Herstellung geben sollte, die Konkurrenz der »ausgewichenen« märkischen Schmiede war aber so stark, dass schon Anfang des 19. Jahrh. das Sensenhandwerk im Berg ausgestorben war; anfangs wurden nur weisse S. verfertigt, d. h. solche, die blank geschliffen wurden; in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. kamen die nach steiermärkischer Art hergestellten blauen oder schwarzen Klopf- oder Stahlsensen auf, die nicht scharf geschliffen, sondern gehämmert wurden; sie hatten an der Schneide eine dünne Stahleinlage, die ein gegenüber den Eisensensen dünneres und dauerhafteres Blatt ermöglichte. Der Hammermeister bereitete

[Bd. 8, Sp. 84]
den Stahl, der vom Gesellen gereckt u. zur Sensenklinge gebreitet wurde, das Blatt wurde dann geklippert, gebläut, die Hamen gebogen, dann glatt geschmiedet u. mit einem Rücken versehen. — Teile der S.: Angel, Bart, Blatt, Hame, Pegel, Rücken u. Wate. — Arten: Bezeichn. nach Herstellung u. Form: blanke, blaue, schwarze, weisse, Klopf-, Beirücken-, Doppelrücken-, Flachrücken-, Hochrücken-, Stahlsense; nach dem Ausfuhrgebiet: brabantische, dänische (mit schmalem Bart), englische (Picken), flämische (unterscheiden sich in der Breite des Bartes u. der Stellung der Hame von den brabantischen), französische (Dare), fünische (mit hohem Rücken), holländische (schwere S., Böcke), jütische (mit langem Blatt), Laländer, Lübecker (wie die fünischen), Maasländer, polnische, Schoninger (lange, schmale), schwedische (lange, schmale), Trichter- (Maastricht?) Sensen; nach der Verwendung: Hafer-, Heidhack- (breite, kurze S. zum Abhacken des Heidekrautes), Prickel- (?), Sturm- (als Waffe gebraucht), Torfreuter- (bei der Moorkultur verwandt) Sense; ferner: Bock, Doppelgut, Hahnenfeder, Ochsenhorn, Picke, Dare; die S. besteht aus der eigentl. S. mit S.əblatt (mit der Schneidseite, der Bahn, dem Dangel, der Dängelsbahn, Hamen, der Har, Härbe, dem Harpadd, Rücken, der Schärfe, Schnode, der Schor, Wate u. der entgegengesetzten Seite, dem Röck, u. der Spetz), dem Stiel, Staf, Balken, Baum, Warf, Wurf, S.ənstuhl, an dem das S.əblatt mit dem Hammer (Hamm, Ang(el) ), einem mässig langen flachen Eisenzapfen befestigt ist, um den der Ring sich fügt; dieser R. wurde früher mittels eines Holzkeiles fest angetrieben, heute trägt der R. an der dem S.əblatt abgewendeten Seite eine Schrauf, die man so weit anzieht, dass das S.əblatt durch den Hammer am Stiel völlig festsitzt, als ob sie aus einem Stück gearbeitet wäre. Der Snsəwōrəf bildet eine unten zugespitzte Stange mit zwei Handhaben; die eine, der sog. Griff (Handgreff, Ovverhand, Ärmchen, Halte), für die rechte Hand ist etwas unterhalb der Mitte des Wurfs befestigt u. besteht aus einem walzenförmigen Holzstab, der vom Wurf senkrecht in die Höhe steht; die andere Handhabe, di Krik (Krücke) (Onderhand, Händchen, Knabben) genannt, ist am Wurf etwas weiter nach unten befestigt u. besteht aus zwei winklig zueinander gestellten Stäben, von denen der erste flach ist u. auf der linken Seite des Wurfs schräg nach unten läuft, wogegen der zweite ähnlich dem Griff am unteren Ende des ersten Stabs senkrecht in die Höhe steht. Ihn fasst die linke Hand, wobei zugleich das (spitze) Ende des Wurfs beim Mähen in die Beuge des linken Arms gelegt wird, während der rechte Arm ganz ausgestreckt ist. Wenn das Sensenblatt richtig am Wurf befestigt ist, muss die Spitze des Blattes 1 cm = fingerbreit innerhalb vum Zirkel, d. h. wenn man mit dem Sensenwurf einen Kreis beschreibt, abstehen; in neuerer Zeit hat vielfach die Sense noch einen Spriəl (Sprügel) (Bügel, Garn).

[Bd. 8, Sp. 85]
Es ist ein oben am Sensenwurf neben dem Sensenblatt befestigter Draht in fast Halbkreisform. Er soll verhindern, dass ein Teil des gemähten Grases rechts von der Sense herabfällt, im noch stehenden Gras hängen bleibt u. so ein Gewirr entsteht, das das Mähen erschwert (so Hunsr, Mos; s. d. W.); de S. schneck (schneidet) got, — geht g., — es öm verbogen; de S. dängeln, haren, kloppen (s. Wk. III 8); de S. schlifen, strichen mit dem Schleifstein; de S. (nach Gebrauch) ophange en en Bom, üvver en Pen (Balke); ech han en de S. gehaue mit der S. in einen Stein Rip, Allg. (s. d. W.); aus der S.! damit ich dich nicht mit der S. schneide Rhfrk, Allg.; Bahn frei, beim Schlittenfahren Birkf-OTiefenb. RA.: Wem der Plug net roscht (rostet), dem r. och de S. net Saarbg-Köllig. Wann de S.ən afänken zu klanken (klingen), f. de Kih an zu manken im Milchertrag nachzulassen Bitb, Prüm, Daun-Strohn. Dem weəd de S. vam Wurf (Stiel) gestolle, ber ze faul es, se owends en't Haus ze holle Koch-Leienkaul. E gude Mähder hat seng S. emmer scharf ein guter Arbeiter hat sein Werkzeug immer in Ordnung Prüm-Ihren. Wenn dau en lang S. host, hon eich e lange Reche sagt der, der merkt, dass sein Grenznachbar über die Grenze gemäht hat Zell-Sohren. Et Perd on de S. mosst dou nit utlehnen, et P. kregste mager, de S. deck wer Rees-Ringenbg; en Rasiermetz, en S. un en Frau sall me nich verleəhnen, die kriet me luter verdorwen wiər Gummb. Se sönd verwaint met en aut (alt) S. te lehne Eup. — Rätsel. Jensi (jenseits) de Maas gong e Perdsche te Gras; je miəh et froət, je schmaler et wuərd? S. im Gras Heinsb. — Volksgl. Wenn man im Sommer gemäht hat u. die S. ist mittags blau, wird es gutes Wetter; schillert die S. morgens beim Dengeln in Regenbogenfarben, gibt es am selben Tage ein Gewitter Prüm, Schleid. — 2. übertr. verächtl. scheəl S. kurzsichtiges Weib.

Sensen-amboss -ampəlts, –aməlt (s. S.) Berg m.: kleiner A., auf dem die Sense gedengelt wird. PfWB Sensen-bank Saarbg-Faha f.: dass. PfWB Sensen-baum (s. S.) Siegld, Rip, Nfrk m.: Stiel der Sense. PfWB Sensen-blatt (s. S.) Allg. n.: die eigentl. Sense. Sensen-bügel (s. S.) Allg. m.: B. über der Sense, bes. beim Getreidemähen. Sensen-dängel May-Wierschem m.: -amboss. Sensen-gang Bitb-OGeckler m.: Grasschwade. Sensen-gräser Altk-Horhsn m.: -stiel. Sensen-haken (s. S.) Allg. m.: H. in der Scheune, an den man die Sense hängt.