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Rheinisches Wörterbuch 
 
sechsstängig bis Sedan (Bd. 8, Sp. 5)
 
  sechs-stängig Adj.: sässtängije Äch Egge mit 6 Stiften MGladb. sechs-stündig -enĭχ ebd. Adj.: die Schachthauer han s. arbeiten am Tage oft nur sechs Stunden, weil die Schachtarbeiten sehr ungesund, aber oft so dringend sind, dass sich die Sch. auf der Arbeitsstätte ablösen, in der Bergmspr. sechs-tausend (s. S.): wie nhd. Sechs-uhren -ū:rə·n. Kobl; -ȳ·ə.rχə n. Ahrw; -ū:rəs m. Erk; -ū·ə.rəskpkə n. Heinsb-Millen: Imbiss um sechs Uhr nachmittags. sechs-uhren -ū:rə Kobl schw.: diesen Imbiss halten. Sechs-wochen -woxəs Pl. frühreife Kartoffelsorte MülhRh; -wkəs Mörs; -woxəntsgrombīrə Merz-Losh, Koch, Kobl; -wkənmȳs Dinsl; -woxəntsbū:nən Bohnensorte Wittl-Cröv; -wękəntspuk Ferkel von sechs Wochen Ess; -woxənkreiər verächtl. Kind, das viel weint Neuw-Heimb Weis. Sechs-zähner -zę·n.ər Rheinb-Schönau m.: Ochse, vor dem Abzahnen, mit dem man mit der Arbeit beginnt. PfWB sechs-zehn (s. S.) wie nhd. RA.: Am Arsch vierzehn gelt de Botter s.! abschl. Antw. Rheinb-Meckenh. Sechs-zehner m.: 1.a. verächtl. Bursche von 16—20 Jahren, zu Streichen geneigt Gummb. — b. einer vom Infanterieregiment 16 (vor dem Kriege in Köln stehend). — 2. sechzehnspulige Schnur Elbf. Sechs-zöller Siegld, Altk m.: sechs Zoll langer Drahtnagel, mit dem man Schachtbäume und Bolzen verbindet, in der Bergmspr. sechs-zöllig Allg. Adj.: wie nhd.; ne s.ə Nagel.

 PfWB  ElsWB Sechser m.: 1. zęksər (nicht zęs-) alte Münze zu sechs Pfennigen, die Hälfte vom alten Silbergroschen Gummb-Schwarzenbergisch (veralt.). — 2. segsənər alter Walzertanz auf sechs Schritte Ottw-Elversbg, Saarbr-Hilschb.

Sechstert zęgstərtχən, Pl. -χər Bitb n.: dicker Klicker aus Glas, der sechs gewöhnliche Kl. wert ist.

 PfWB sechs-zig -ęgs-, –ęks- wie bei sechs; im berg. sęs-Geb. zęsiχ [tsesĭχ u. tsęktsĭχ Lennep, Sol, Mettm]; Eup, SNfrk, Klevld zęstĭχ: 1. wie nhd. RA.: Sij dann s. (bist du s.)? bist du nicht gescheit? Klevld. — 2. en Zessig ein Landmass = 60 berg. Quadratfuss.

Secht I -e- = Getreideschlagsense s. Sicht II; Secht II -ē- = Sieb s. Sift.

Seck I -e- = Seide (s. d.); Seck II -e- = Seite (s. d.); Seckel, Secker s. bei Sack.
 
 
Seckse zęks, Pl. -ksə vereinzelt LRip in Dür-Geich f.: Hexe.
 
 
Seckster -ę-, Pl. -stərn vereinzelt OBerg in Wippf-Lindlar f.: Elster.

Seckster-kraut -krok ebd. n.: Mistel, viscum album.

Seckt I -e- = Seide (s. d.); Seckt II -e- = Seite (s. d.).
 
 
 PfWB Sedan die Schlacht, der Sieg bei S., am 2. September 1870, wurde bis etwa 1890 in den Schulen gefeiert; S. fiəren; et Sedansfest; die Schüler

[Bd. 8, Sp. 6]
erhielten den Sedansweck; der Tag galt auch als Zeitbestimmung, so öm S. röm; wer S. de Hawer in har (eingefahren hatte), der kunn woll fiəren Gummb, Allg. RA.: De hät S. en der Bocks! das Hemd schaut ihm aus einem Loche des Hosenbodens Dinsl-Hiesf.