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Rheinisches Wörterbuch 
 
Geschwister-kinder bis Schwitz (Bd. 7, Sp. 2083 bis 2085)
 
  PfWB  ElsWB Geschwister-kinder (s. S.) Allg. [Trier-Stdt, Rip, Berg -stər-] Pl. t.: wie nhd. RA.: Metzger un Schinner (Abdecker) sin G. Kreuzn. Schepper (Schiffer) un Schinder sin G. Köln-Stdt. — stuhlstempel Rhfrk Pl.: se sein G. — stallder (-türe), — zehb (-zehe), scherzh. sehr weitläufig verwandt. Geschwister-urochs -rogs Simm-Laub: dass.

Ge-schwistert (zu mhd.  Lexer geswisterde) -i-, –ø-, aber auch -ę- WMosfrk Sg. t. n.: Geschwister; es (unser) G. as all dut.

Schwit I -ī(ə)- = Schweiss (s. d.); Schwit II -ī- = Gefolge, Schar s. Schwitte.
 
 
schwitschern -it- vereinzelt Rhfrk in Kreuzn-Bockenau schw.: zwitschern, von Vögeln. — Abl.: die Schwitscher(er)ei, das Geschwitscher.
 
 
Schwitt I -it, Pl. -dən WMosfrk in Trier-Bonerath, Bitb-Betting, Prüm u. LRip in Schleid-Lommersd m.: Rufn. für ein Pferd; schweres Pf.
 
 
Schwitt II mit Abl. Rip. u. zwar -it Waldbr-Rossel, Sieg-Ägid, Bo-Beuel Sg. t. m.: scherzh. starkes Abführen, Durchfall; den dönne Schw. han; er hät Schw. Angst.

[Bd. 7, Sp. 2084]

Schwitten-präumchen -itəprø·m.χə Bo-Beuel, Bergh n.: kleine, gelbe Frühpflaume, nach deren Genuss leicht Durchfall eintritt.

Schwitter -itər Ahrw-Hepping, Bo-Widdig, Sieg-ODollend Seelschd (s. auch Schwidderich) Sg. t. m.: scherzh. Schwitt II. Pitter (Peter), de Koh hät de Schw., de Schw. hät de K., P., halt der K. et Schwittlouch (-loch) zo! Neckr. auf Peter Sieg-ODollend. P. hät de Botz (Hose) voll Schw.! Ahrw-Hepping.
 
 
Schwitte nach frz. suite -it- Rhfrk in Wend-Dörrenb, Saarbr, Mosfrk in Saarl, Bitb-Speicher, dann geschlossen im Rip [-īt Malm-Büttgenb u. Nfrk in Eup, MGladb, Kemp-Ld, Klev-Calcar u. -idə OAltk, Siegld; -itə Berg; Pl. -də, –tə(n) f.: verächtl. 1. Ansammlung, Schar von spielenden Kindern oder jüngern Leuten (Tieren), im Gefolge eines führenden Mitgliedes, Anhang, Klicke; bes. auch ein Haufen Betrunkener; en ganze Schw. trok (zog) henger em her; die han en ganze Schw. Kenger (Kinder) viele K. Rip, Allg.; Kette Feldhühner Wend-Dörrenb. — 2.a. op der Schw. siə auf der Bummelbahn sein: Schw.ə Pl. Ausschweifungen, Bummelei Aach-Stdt. — b. ene Schw. make Aufwand Klev-Calcar.

Schwitt-sterzchen -tętə Erk-Stdt n.: Bachstelze (s. Wk. VI 14).

Schwitten-mächer Neuw-Steinshardt m.: Spassmacher.

schwitten -it- Sieg-Ägid schw.: verächtl. herumbummeln, –zechen; leichtlebig sein Geld verbringen, in Gesellschaft zechend. — Abl.: die Schwitterei, dat Geschwitt(s).

schwittisieren -itəsī:rə, –sē:rə  Sieg-Fussh, Köln-Stdt, Aach-Stdt, Kref, Düss-Stdt, Barm, Elbf schw.: dass. — Abl.: die Schwittesiererei.

Schwittisör -etəsr , Pl. -rə Eusk-Stdt m.: verächtl. Prahler.

 PfWB Schwittjee -itχē:, Pl. -ē:s nach frz. suitier Rhfrk in Saarbr, Birkf, Meis, Kreuzn, Goar, Mosfrk in Bitb-Dudeld, Koch, Siegld, Rip, Eup, Sol, Düss, SNfrk bis Geld-Straelen, Mörs-Wallach [Birkf-Idar -īdχē:; Trier -itī:; Wend-Dörrenb -idχə; Merz-Mettlach -idχən; Saarbr-Völkl midχē:] m.: verächtl. leichtsinniger Bummler, Säufer, Verschwender, Schwindler; gehaltloser, leichtsinniger Mensch, Aufschneider, Prahler, Windhund, Springinsfeld [Schürzenjäger Saarbr-Völkl].

Schwitter I = Durchfall s. bei Schwitt II.
 
 
Schwitter II -it-, Pl. -tərs Geld-Straelen f.: verschnittenes weibl. Schwein (vgl. nhd. Zwitter).
 
 
Schwitz I -i-, Pl. -tsə(n) WMosfrk m.: 1. Sg. t. Rufn. für einen männl. Hund Trier-Stdt, Bitb (u. -ī-), Prüm, Daun-Müllenborn, Schleid-Udenbreth, Monsch-Rohren. — 2. übertr. verächtl. a. dummer, einfältiger Kerl; domme Schw. Saarbg-Nennig, Wittl-Meerf, Daun-Üdersd, Koch-Leienkaul. — b. in der Wend.: Der os nom horəne Schw. gerannt zum Teufel, er ist eilig fortgegangen; et gäht alles nom h. Schw. verloren Koch-Leienkaul.

[Bd. 7, Sp. 2085]

 
 Schwitz II -i-, –e- WMosfrk Sg. t. m.: 1. scherzh. starkes Abführen, Durchfall WSaarl. — 2. -i- Schwingabfall des Flachses Wittl-GrLittgen.

Schwitz-praume -brǫ·u.m Saarl-Ittersd f.: frühe gelbe Pflaume, deren Genuss leicht Durchfall erzeugt.

Schwitz III s. folg.
 
 
 PfWB schwitzen das Wort -its-, –e- ist Rhfrk zu dem Subst. ws (s. Schweiss); die übrigen Geb. bilden zu demselben Subst. das Zeitw. -āsən, –-, –ē-, -eit-, –ēt- usf., hier fehlt also das Zeitw. -its-; nur in einigen Belegen stösst das rhfrk. -its- über die Mos vor: -øts- (u. -ās-) Trier-Stdt; -e- uMos von Bernk-Neumagen (neben -s-, –ā-); -āts- (< -its- u. -ās-) Trier-Fell; einige Orte mit tiefster Senkung des i: -ots- Koch-Laub, Daun-Tettschd; -a- Bitb-Speicher; -ę- Prüm-Stdt; ausserdem neben -ēsə noch -ets- Bo-Stdt, Köln-Stdt; -e- Düss-Stdt [NBerg hat -et-, das aber < -eit- über die lautgerechte Kürzung: h –et, Part. jəwet entstanden sein wird] schw.: wie nhd.; bei dem hässe Were schwitzt mer meh an änem Dag wie sust in paar Wuche; ich sen nass geschwitzt; ich schwitz alles (das Getränk) wirrer enaus Rhfrk. RA.: Schw. wie e Gaul (Perd), — en Sau, — en Hond, — e Bär, — en Narr, — der Deiwel Allg., — den Backowe Kreuzn, — en Brode (Braten) Koch-Laub. Ech schwotzen, dat et Himm (Hemd) mer treppt, — dat et Wasser mer de Orschfūr (Arschfurche) erofleft (herabläuft) Daun-Tettschd; er hot su geschwitzt, darr er nass wor wie en gestrippt Katz Goar-Weiler. Der Träge schwätzt alt, wen en de Arbeit seiht Prüm-Stdt, Allg. De faule Geil schw. nit gere von trägen Menschen Rhfrk. Wenn de Maurer schw., is ebbes passiert Kreuzn. Wer lang schwetzt, werd alt Simm-Ebschd. Wenn de Bauere Troppe schw., kenne mir im Schatte sötze Bernk. Du hon eich Pittermänncher (Scheidemünzen) geschwötzt gründlich im Bette geschwitzt Trier-Stdt. Do kanns de Blot schw.! Kobl, Allg. Dau schwitzt jo unnig de Nas! hast eine Rotznase Simm. Wenn Heilige reise, schwitzt de Himel Rhfrk. Öm kal (kaltes) Bier zo drenke on op k. Stöhl ze setze, bruch ich net in Afrika ze schw. Bo-Stdt. — Abl.: die Schwitzerei, das Geschwitz.

ver- schwitzen: 1. sich v., stark schw.; der Träge verschwitzt sich nit bei der Arwet; verschwitzt sein sehr geschwitzt haben; v.ə Aue Triefaugen Rhfrk. — 2. ebbes v. vergessen, verschmerzen Rhfrk, Allg. (in dieser Bed. auch Rip, OBerg die nhd. Form).

Schwitz das Subst. fehlt durchweg, dafür im ganzen Geb., auch Rhfrk, Schweiss; doch -ets Kobl, Westerw (nicht kurköln. Neuw) [-ø- Altk-Sörth], Siegld; neben -ēs Rip in Sieg-Ägid, Köln-Stdt, Düss-Stdt Sg. t. m.: Schweiss. RA.: De kann seine Schw. net rieche Altk, Allg. Der Schw. kinnt mer aus alle Knopplächer Kobl. E Liter Schw. von dem es net ze bezahle Neuw-Datzeroth; der Faule kann sinne ejene Schw. nit rüche Düss-Stdt.