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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schüte bis schutteln (Bd. 7, Sp. 1953 bis 1954)
 
 Schüte das Wort, desselben Stammes wie Schute, mnl. scûte, ndl. schuit, mnd. schûte entsprechend, ist vereinzelt noch Nfrk, Rip bezeugt, u. zwar ȳt Rees, Heinsb-Karken 1880, Eup-Stdt; yt Aach (n.), Monsch (meist ytχə), Dür, Bergh, Köln-Stdt, Bo-Wesseling Godesbg, Sieg-Müllekoven Much ODollend, Neuw-Dattenbg (übertr. Bed. gehen noch weiter); Pl. -tə, Demint. ytjə, –tə, –tχə f.: 1. kleiner, schmaler Nachen, Dreibord, Fischernachen. Schüttche werpe einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen; dabei sprechen die Kinder: Sch. op der Weier, der Düvel es dinne Freier! Malm-Meyerode, Monsch-Mulartzhütte Zweifall, Aach, Jül-Röding, Dür. — 2. übertr. a. sachl. α. ytχə Schiffschaukel in einem Karussel Aach, Dür-Gürzenich, Erk-Körrenz; — β. ytχə Weihrauchschiffchen des Messdieners Dür-Gürzenich. — γ. øt kleiner Schlitten Prüm-Ormont (abseits). — δ. yt, øtəkə grosser, kahnförmiger Korb aus Holzschienen Rees-Drevenack Loikum Ringenbg Schermbeck Stdt Vehling. — ε. e ytχə machen den Mund zum Schmollen, Weinen aufwerfen MülhRh-Ensen. — ζ. yt n. alter, schäbiger Hut; so'n alt Sch. van em Hout Gummb-Stdt (abseits). — b. persönl. verächtl. yt n. einfältiger Mensch, dummes Weib; e domm Sch. Aach-Stdt.

schüten schw.: 1. -yt- a. Kahn fahren Aach-Merkst. — b. einen flachen Stein über eine Wasserfläche hüpfen lassen Dür-Stdt. — c. auf der Eisbahn gleiten Jül-Langend. — 2. -yd-, einen sch., vor sich her auf glatter Fläche gleiten lassen; man fasst ihn unter die Arme, so dass die Füsse über das Eis (z. B.) gleiten Erk-Körrenz; Isstöhlche sch. mit dem Handschlitten übers Eis fahren Dür-Pier.

Schutel -ūt- = Schaukel s. Schute; Schütel I -ȳət- = Schürze s. Schürzel bei Schurz; Schütel II -ȳət- = Klicker s. Schüssel bei Schuss II; schuten -ūt- = schaukeln s. bei Schute II; schüten -ȳət- = ausfurchen s. schussen bei Schuss II; schüten II -yt- = Kahn fahren s. o. bei Schüte.
 
 
Schuten vereinz. hier u. da im Rip ūtə Sg. u. Pl. m.: 1.a. ausgestochener Graspflock mit Wurzeln u. feuchter Erde Sieg-Honnef. — b. Hornschuh

[Bd. 7, Sp. 1954]
des Rindes Sol-Richr, Dür-Geich Mariaw Pier. — 2. en sur Sch. mürrisches Gesicht Wippf-Linde.

Schuten-hut sȳtən- Gummb, -ū- Grevbr m.: wie nhd., von den Frauen bei der Arbeit im Garten u. Feld getragen; ale Sch. alter Strohhut Homburg.

schütig -ȳt- = ängstlich s. schüchtig; Schütling -ȳət- = entwöhntes Ferkel s. Schüssling bei Schuss II.
 
 
schutt I ut im Klickersp.: 1. Adj. präd. de es sch.; dem hant vər sch. gemat ihm alle Klicker abgewonnen Eup-Raeren; øt Klev-Wissel. — 2. ut mər! Zuruf beim Klickersp., der es dem Rufer gestattet, alle Hindernisse auf der Bahn wegzuräumen Dür-Kreuzau Winden; sch. weck! Dür-Stdt (Gegenruf: sch. necks!); schutte dər! Dür-Poll; ich han sch.! Monsch-Vossenack; necks schüttsəs dər! Gegenruf Dür-Schophv.
 
 
schutt II ut Siegld-Kromb: Scheuchruf für die Hühner. Wann mer sch. sät, meint mer de Hohner all.

Schütt I -y- = Nachen, alter Hut, dummes Weib s. Schüte; Schütt II = Schleuse, Klicker s. Schütz; Schütt III s. u. bei schütten; Schütt IV, Schutt I = Kopfschuppe s. Schute I; Schutt II -u- = Schote (s. d.); Schutt III -u- = Schaukel s. Schute II; Schutt IV -u- s. u. bei schütten II; Schuttel, Schüttel I = Schüssel s. Schussel II; Schüttel II -yt- = Schürzel (s. d.).
 
 
schutteln, schütteln I vereinzelt Rip; s. schuttern, schüttern schw.: 1.a.α. -ot- einen sch., aufrütteln, anregen Sieg-Ägid (-ǫt-), Rheinb-Lüftelbg, Köln-Stdt. — β. -u- spötteln Wittl-Stdt (abseits). — b. sich sch. α. während einer Krankheit alle Kraft verlieren, sich ruseln Bitb-Ehlenz (abseits). — β. sich dahinterhalten, voranmachen Aach-Eschw. — 2. -øt- a. Butter im Butterfass bereiten Bergh-Blatzh, Dür-Merken. — b. unbeholfen gehen Eup-Stdt; -ød- eiligst laufen Sol-Höhschd. — Abl.: die Schottelerei, dat Geschottel(s).