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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schurzbändel bis Schürzentipp (Bd. 7, Sp. 1928 bis 1931)
 
  Schurz-bändel (s. S.) -tsə-, –tə- Allg. m.: B. am Schurz; Schurz-fell (s. S.) ōrts- Simm; ūəts- Saarl, Saarbg, Bitb, Trier-Könen (wo Schurz fehlt), Siegld, Rip Gummb-Berghsn, Sol (s. auch Schoss-); øts- Bergh-Hüchelhv; ots- MGladb; yt- Grevbr-Hochneuk; ǫrts- Geld, Klev, Mörs [-a- Wallach] n.: Lederschürze der Schmiede. Schurz-kittel -kīəl Gummb-Stdt m.: -fell. Schurz-kraut ǫrtskryt Geld-Schravelen n.: Eberreis, artemisia abrotanum (so genannt, weil die Frauen u. Mädchen ein Sträusslein von diesen Blumen gern in den Schürzenlatz stecken). Schurz-ohm -ȳ:m Sülzt m.: scherzh. radfahrende Dame. Schurz-rock ǫt- Dinsl m.: Unterrock. Schurz-scheuer ǫtȳ:r (s. S.) Elbf, Mettm, Düss-Erkr; ōt- Düss-Gerresh; rt- Mörs f.: die auf dem Felde errichtete Hilfsscheune, deren verstellbares Dach auf vier Pfählen ruht, also ohne Seitenwände. Schurz-schlätt ǫtslęt Mörs; ǫt- Klev m.: Abwaschtuch für Schüsseln u. Teller. Schurz-schnur ǫt- Ruhr f.: Aufschürzband. NRhWB Schurz-stall ǫt- Meiderich m.: St., in den fremdes Vieh eingestellt wird. Schurz-tuch ōrdūx Wend-Gehw Marping; ūrdo·u.x Saarl-Pachten; ǫtəndouk Lennep-Hückeswg Scheideweg n.: Schürze. Schurz-vieh ortə- Heinsb-Breberen n.: verächtl. Weib.

Schurzen-junge otəjo·ŋ. Aach-Mariad m.: J., der sich am liebsten mit Mädchen abgibt, spielt. Schurzen-träger o(ə)tədrjər Heinsb-Süsterseel m.: Aufschürzband für den Frauenrock.

Schürze das Wort ist Rhfrk, Mosfrk (mit

[Bd. 7, Sp. 1929]
Ausn. der mosfrk. Saar, wo īərdĭχ) (doch īərts n. Saarl verbr., Merz-Haustdt; f. Mettlach Rappw Stdt, Saarbg-Kanzem Kastel Taben Wehing u. Bitb westl. Kyll, wo īərdəl) lrhn. bis einschl. Malm (irkəl), Monsch, Schleid, Aden, rrhn. bis einschl. Neuw, Altk, Waldbr, Siegld, u. zwar Rhfrk, Mosfrk īə(r)ts, –ēə-, Pl. -tsə(n); –ȳə- im nicht entrundenden Geb. von NDaun, Schleid, Malm (u. -ī-), Aden, kurköln. Neuw; ȳə(r)tsə Altk im O. u. an der Sieg, wie auch Waldbr, Wippf-Hürholz; -ø- Waldbr-Hahn Wildbg; īrtsə Siegld; ęrts, –ă- Saarbr-Scheidterbg, Ottw, Saarl-Diefflen; -ęă- uNahe; -ă- Simm-Riegenr Stdt; ęăts um Neuw-Heddesd Stdt, Kobl-Horchh Vallendar; ōăts, –ǫă-, Pl. -ēă-, –ęă- Nahe (selten -ī-) u. Simm-Neuerk (m.) Schlierschd (n.) Rohrb; -ūă- f. Bernk-Allenb Crummenau Malborn Rhaunen, Zell-Lautzenhsn Lötzbeuren u. selten im anschliessenden Mosfrk -ūə- m. Saarl-Berus Wadgassen, Merz-Büschf, Trier-Braunshsn Reinsf Primst (n.), Wittl-OÖffl (f.), Kobl-Kaltenengers; -ō- f. Daun-Stdt; -ē-, Pl. -a- Kreuzn-Waldalgesh; -ū-, Pl. -a- Saarbr-Herrensohr; -ō- u. ytsəl Neuw-Ohlenbg; von Waldbr mit ȳərtsə, –ø- geht øtsə, -ȳə- noch nach Gummb (das alt ø(r)təldūk hat; dies auch nfrk. Wippf, Lennep), auch ørtsə, –ȳ- Wermelsk; ørts Mettm-Diepensiepen [ørts Gummb-Dümmlinghsn Hesselb]; ȳə(r)ts für Zierschürze im rip. Schürzel-Geb. jüngst Eusk-Billig, Bo-Brenig Lengsd, Köln-Knapsack, Bergh-Angelsd Mödr, Dür-Schophv, Jül-Merzenhsn Stdt, Aach-Inden u. aus SNfrk, Klevld hineingehend Erk-Wegbg, Kemp-Dülken SHubert Süchteln; yrtskə Geld-Herong Stdt (-ø-); ørts Mörs-Marienbaum OMörmter; -ø-, –- Klev-Donsbrüggen Goch Rindern (m.) NMörmter Üdem Warbeyen Wissel, Rees-Emmerich Krudenbg Milling Wesel, Ruhrort, Dinsl-Bucholtwelmen Hiesf; -ūə- Erk-Elmpt Merbeck; -ō- Kref-Lank; -ūə-, Pl. -tsən, Demin. ȳərtsχən Sol [Ohligs auch ȳrtəl u. Schǫtəldō:k; Stdt auch ȳrtsə]. Das NBerg in Lennep, Barm, Elbf, Mettm hat ǫtə (Mettm-Haan Velbert ǫt, –ȳă- u. ǫtəldūk); MülhRuhr øătə, Pl. -tən; Duisb, Ess øtə u. Rees-Bergerfurth Brünen Hamminkeln Ringenbg (r)t u. hier u. da in Mörs, Geld; Pl. -tsə(n), –tən, Demin. īərtsχə(n), –ȳə- usf., ǫtən [urkdl. schorczn 1464; blawen wöllen lichten schört, einen syden schörzelt Kemp-Dülken 1667] f. [m. u. n. u. f. Wend; m. Kreuzn-Bretzenh Hennw Schlossböckelh; n. Saarbr-SNikolaus Karlsbrunn; f., m. Ahrw-Neuenahr]: 1. wie nhd.; blo (leinen), gedruckte (schamoə), wirke Sch.; man unterscheidet die Sch.en in Arbeits- u. Kleider- u. Ziersch.en, je nachdem sie, aus grobem Leinen, Sackleinen, nur vorn den untern Körper bedecken u. die Kleidung davor schützen oder den ganzen Körper einhüllen, oder, aus besserm weissen oder bunten Leinen, zum Schmucke dienen; s. die Zs. Arm-, Armloche-, Bändel-, Blusen-, Bord-, Britteln-, Brust-, Draə- (Träger)-, Futter-, Galgen-, Halb-, Hälpen-, Haltern-, Handwerks-, Hängeln-, Haus-, Kittel-, Kleider-, Kraut- (Gras-), Krautduchs-, Küchen-,

[Bd. 7, Sp. 1930]
Lappen-, Latzen-, Leibchens-, Leinen-, Mantel-, Mauen-, Prinzess-, Sack-, Schlappen-, Schlupp-Sonndags-, Spann-, Spedel-, Vorbinds-, Werkeldags-, Werkstatts-, Wirk-, Ziersch., linnə Sch. weissleinene Schürze zum Kornschneiden, Dreschen, Kartoffelausmachen, zur Haubergsarbeit; ehedem trugen die Frauen im allgemeinen als Arbeitsschürze ən blə Sch., die aber oft zum Schmuck wissə Bännəln weissleinene Bänder hatte; ausser den Leibbändern haben die Arbeitsschürzen gewöhnlich zwei Arschbännəln, welche den langen Rock und die Schürze beim Bücken vor dem Aufstossen auf die Erde bewahren; Sackschiərzə ärmelfreie, auf dem Rücken geschlossene Kinderschürze aus leichtem Stoff; s. auch Bunnes(sch.) aus Sackleinen; Schmutzkittel für Kinder; Vortuch (s. u. bei Schürztuch); scherzh. Bauchlappen. RA.: Jong Mädcher un al Sch.ən blive üverall hange Sülzt. He löppt jeder Schotte no ist hinter den Mädchen her Elbf, Allg. Dat (Mädchen) bengt (bindet) de Sch. huh es ist schwanger Waldbr-Hahn, — hät en decke Sch. Waldbr-Wildbg, — e neie Sch. an Kobl-Vallendar. Ümmes an de Schösten hangen sich jmd. aufdrängen oder verbindl. machen, oft in unlauterer oder eigennütziger Absicht MülhRuhr, Allg.; de Kenner hänken äm emmer an der Sch. Mosfrk, Allg. He hängt an sin Modersch Sch. ist ein Muttersöhnchen Barm. De hot norre (nur) of en schi Sch. gekuckt nur auf ein schönes Äussere, nicht auf das Vermögen seiner Braut Koch-Eller. Sie het en Flecken en der Sch. ist unehelich geschwängert Elbf. Die Fra kann meh in (mit) der Sch. fortdrahn (eraus-), as de Mann mir em Erewan (Ernte-) infehrt Simm, Allg.; en koppelig Frau ka mih en er Sch. aus dem Haus drohn, äs de Man met vier Perden erbei ka fohren Prüm-Mürlenb; wat de Mann op de Schuffkär no Hus brengt, kann de Fr. en der Sch. erutdragen NBerg. Unner de Sch. ka mer e Haus fortdrohn Koch-Eller. Die driət (trägt) wat unger der Sch. sie ist schwanger Waldbr; se hot ebbes Neies unner der Sch. Kobl-Vallendar; dat Mädchen hot ebbes inner der Sch. hembrocht Bitb-Dudeld. A.: Blau, bl., Sch. B.: Dicke, d. Fürze! Altk-Betzd. — 2. übertr. a. sachl. α. die die Därme des Schlachttieres umhüllende Haut, Zwerchfell Zell-Raversbeuren (Scherzche), Trier-Osbg, Bitb-Mötsch, Schleid-Dreiborn, Altk-Dickend. — β. in der Wend.: Et Haus hot ön nei Sch. kriet eine neue Fassade Trier-Stdt. — b. persönl. verächtl. en huhnasege Sch. eingebildetes, hoffärtiges Weib Aden-Engeln.

 PfWB Schürz-tuch īərtsdo·u.x Saarl-Roden; sonst an der Saar in Ottw-Eppelborn Stdt, Saarl-Hüttersd Pachten, Trier-Mettnich uădūx (s. S.); ǫr- Wend-Alsw, Ottw-Humes; iă- Saarbr-Gr. Rosseln Herrensohr, Saarl-Kerprichhemmersd Niedaltd, Pl. -dīχər (s. S.) (sonst hat Ottw, Saarbr meist neben ērts Vorduch); dann geschlossen īə(r)diχ, ēə-, Pl. -χər Merz, Saarbg, Trier-Olk Paschel Filzen Hamm Metzd Schleidw Wintersd; auch in das geschlossene Geb. von Merz, Saarbg dringt īrts vor, bes. für »die Zierschürze«, wofür Merz-Haustdt

[Bd. 7, Sp. 1931]
lats hat [urkdl. schürtztuch 1695; dann noch ausserhalb schurzdoicher Jül 1481] n.: Schürze; en parzelein Sch. festgestärkte weisse Sch., zur Tanzmusik (veralt.) Trier-Paschel. S. oben bei Schur IX.

Schürzen- in der Zs. wie — band, — galgen, — halter, — hängel, — stoff, — tasche, — tuch verstehen sich von selber; dazu: Schürzen-ball Altk m.: Sch. spille ein Ballsp., wobei der Ball mit der Schürze aufzufangen ist. PfWB Schürzen-bändel (s. S.) Allg. [urkdl. schurtzenbendell Neuw-Dierd 1651] m.: 1. wie nhd. RA.: De Sch. werd em (dem Mädchen) ze eng es ist unehelich geschwängert Neuw-Datzeroth. Dat Kind hänkt seiner Modder am Sch. Simm, Allg. — Volksgl. So oft einem Mädchen der Sch. losgeht, freit sein Liebhaber ein anderes M. Verbr. — 2. übertr. verächtl. ein Junge, der sich am liebsten bei Mädchen aufhält Merz-Losh, Barm. Schürzen-freier Wittl, Bernk, Koch, Kobl, Prüm-Waxw, Ahrw-Remag m.: verächtl. Mädchenjäger, der den Mädchen auffällig nachstellt. Schürzen-fett Trier-Osbg n.: das Netz, das um sämtliche Gedärme des Schlachttieres liegt u. sie einhüllt. PfWB Schürzen-jäger (s. S.) Verbr. m.: -freier. Schürzen-krämer Schleid-OWolfert m.: Sch. sen ein Kind huckepack tragen. Schürzen-läufer -løypər Sol m.: -freier. Schürzen-rock Waldbr-Wildbg m.: das ganze Kleid umfassende Schürze. Schürzen-tipp Barm m.: -zipfel.