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Rheinisches Wörterbuch 
 
schnutzen bis Schobben-bändel (Bd. 7, Sp. 1693 bis 1694)
 
  PfWB  ElsWB  LothWB schnutzen -uts- Merz-Bergen schw.: küssen (derb). — Abl.: die Schnutzerei, dat Geschnutz.

Schnützel-quecke -itsəlgwęk Saarbg-Beurig f.: Wurzel der Schafgarbe, achillea millefolium, sehr gesucht als Viehfutter.

schnutzen s. o. bei Schnutz 2; schnützen -y-, –ø- = schneuzen, entästen, naschen, abschütteln s. schneuzen.

schnuven -ū:v- = schnauben (s. d.); schnüvern -ȳ:v- s. ebd.

Schnuw -ū- = Striemen; schnuwen I -ūw- = mit einem Stocke schlagen s. Schnaube II; schnuwen II, schnüwen -ūw-, –ȳ- = schnauben (s. d.).

Schnuz -ūts = Schnauze (s. d.); schnuzen I, schnüzen -ū-, –ȳ- = schnauzen (s. d.); schnuzen II -ū- = Nasenschleim hinaufziehen s. schnutsen bei Schnute.
 
 
scho o Daun-Bleckhsn Interj.: Lockr. für das Rindvieh.

schö = scheu (s. d.).

Scho I = Riegel s. Schalte; Scho II = Schornstein s. Schaude.

[Bd. 7, Sp. 1694]

 
 Ge-schö -ø Altk-Hellert Sg. t. n.: das Gestaube, bes. von Spreu, Hälmchen udgl.

Schobb I -ǫ- = Räude s. Schabb; Schobb II = Garbe s. Schobben III; Schobben I = Massgefäss s. Schoppen II; Schobben II -ǫ-, –o- = Schuppen s. Schopp V; Schobbejack s. Schubbjack.
 
 
Schobben III das Wort, mit dem Schaub, nhd. Schober zu vergleichen sind, ist Rip n. einschl. Prüm-Wallersh Hallschlag, NDaun, Ahrw, Aden-Marthel, rrhn. n. kurköln. Neuw (wobei aus Schleid, Malm, Monsch die Belege fehlen), Berg bis Ess, SNfrk bis einschl. Heinsb, NErk, Kemp, Kref, u. zwar ǫbə(n) Sg. u. Pl.; doch ǫp, Pl. -bə Bergh, Dür, Jül, Aach, SNfrk [ā:p, Pl. abə Erk-Elmpt Klinkum, Kemp-Breyell Brüggen Grefr Lobberich SAnton Vorst; -a-, Pl. -ǫbə Kemp-Stdt; -p Kemp-Born; ǫbər, Pl. -rə Aden-Marthel, Bergh-Blatzh, Dür-Wissersh, Aach-Scherbg], Demin. pχə, –kə [urkdl. Zu ahrne (Ernte) soll niemand tuschen Schobben und garven gaen ahren Köln-Brühl 1674] m.: der mit der Sicht gehauene Armvoll Getreide, so viele Getreidehalme, als beim Hauen bequem zusammengehalten werden, also etwa eine halbe Garbe; vor dem Zusammenfassen u. Binden zu einer ganzen Garbe lässt man die Schobben möglichst etwas antrocknen, bes. wenn viel Unkraut drin ist oder wenn hineingesäter Klee mitgewachsen ist, u. so nennt man diese noch lagernden Getreidebündel, so lange sie noch ungebunden sind, aber auch gebunden, ehe sie aufgestellt werden, Sch.; die zu Husten aufgestellten Sch. sind die Gärven, die aus zwei Sch. bestehen; ene Sch. Korn, Wess (Weizen), Haver, Gersch [in Prüm-Hallschlag nur en Schöbbche Heidelech (Buchweizen); in Bo, Sieg vielfach, OBerg meist nur en Sch. Gersch, Haver, sonst Gärf; in Heinsb Kore te twelf Gärve, Wet te tiəhn — tw. Schobbe, Gersch on Haver te t. — tw. Sch. aufgestellt]; 8—12 Schobbe zusammengestellt bilden ene Gas (Gos »Gast«) SNfrk; der untere Teil des Sch. heisst Stomp, Fott, Arsch; der Ährenteil Ohrband, Schnorren (s. d. W.); wievell Schobben häste gehauen, — hät et gegevve om Morgen? Sieg, Allg.; de Sch.ə benge (binden); de Froch op Sch.ə stelle; de Sch.ə op de Kar lade, — opsteiche, — af-, herafschmisse (-werpe), — opbenge, — mache, — schnegge (— schneiden), — losmache, — knöppe Rip, Allg.; beim Einfahren der letzten Erntekarre muss der Bur der Sch. dränke muss er den Knechten viel Bier (Schnaps) zum besten geben; dabei bringt ihm der Enk (jüngster Knecht) den letzten Sch., wobei dieser mit Wasser begossen wird, worauf der Bauer möt de Fläsch kömmp SNfrk. RA.: Heu on Hopp (Hopfen) bezahlt alle siəve Johrsch öhre Sch. Jül-Linnich. — Ene Sch. Gras Geilstelle auf der Weide Schleid-Dottel.

Schobben-bändel (s. S.) Gummb m.: B. um den Haferschobben.