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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schlot VII bis Schlotterbüchse (Bd. 7, Sp. 1376 bis 1378)
 
  PfWB  PfWB  ElsWB Schlot VII das Wort ist aus dem Nhd., bes. in den Städten verbr., nicht rein mdl., u. zwar -ō-, –ō:-, Pl. -tə(n) m.: 1. Fabrikschornstein. — 2. übertr. a. verächtl. sachl. Mund Kobl-Güls. — b. persönl. α. lange Schl. hochaufgeschossener, hagerer Mensch MGladb. — β. Tagedieb Kreuzn-Pferdsf, Ottw-Eppelborn. — γ. ungehobelter Mensch Rip, Nfrk, bes. in der Studentenspr.

schlotig -ō:t- Altk-Birken Adj.: nicht fest geschlossen, vom Kohlkopf.
 
 
Schlot VIII das Wort, ndl., mnl., mnd. sloot, slôt entsprechend, ist zunächst in eigentl. Bed. Klevld; in übertr. Bed. weiter nach Süd. (s. Bed. 2) bezeugt -t, Pl. -tə, Demin. -ōtjə f.: 1. -ōt- Graben, niedrig gelegener Weg Klevld. RA.: Owendrot moj (schönes) Wer an Bord, Märgenrot brengt Water en de Schl. — An de Schluət häufiger FlN zwischen Kemp u. Geld-Wachtendonk. — 2.a. -ōt, –ōjə kleines stehendes Gewässer in Wiese u. Feld Klevld, MGladb-Liedbg u. ganz abseits -ō- Simm-Ebschd. — b. Sg. t. α. -ū·ə.t Schlamm; wa's dat hei ene Schl., do's bald nit duərdekuəme Kemp; -ū:- Düss-Erkr Serm. — β. -ət ein Geldsp. Kref-Stdt.
 
 
Schlot IX -ū·ə.t Jül-Laurenzbg Sg. t. m.: Raps.
 
 
Schlot X -ū:t Verbr. Rip in Ahrw, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Sieg [nū:t daneben in Sieg, Bo, Köln, Bergh, Dür, OBerg] Sg. t. n., f.: in der Wend.: Op (et, de) Schl. gohn (klemme) abends oder nachts an's Schlafzimmerfenster des Mädchens steigen, zum Kiltgang; der Bursche, der dabei seine Rechte sehr oft gegen andere Burschen verteidigen musste, hatte einen derben Schlutklöppel bei sich, der kräftig durchzog; die Sitte ist veralt.; doch sagt man noch scherzh. der geht op Schl. (us) er geht noch spät abends freien; der Hond geht op Schl. läuft zur brünstigen Hündin Allg.; op Schl. gohn auf Besuch gehen, um dort gut zu essen u. zu trinken Sieg-Felderhoferbrücke. RA.: Wer op de Schl. geiht, der weiss, wo de Leider steiht Köln-Stdt. Wohin gehst du? ausweichende Antw.: No Schl. Koch-Ulmen.

Schlot-fenster Rheinb-Queckenbg, Köln n.: F., das sich gut zum Fensterln eignet. Schlot-holz, Schlot-klüppel, Schlot-stock n., m.: die Waffe des Freiers.

[Bd. 7, Sp. 1377]

schloten -ū:t- Bo-Rösbg schw.: abends oder nachts zum Mädchen ans Fenster steigen.

Schlötel -- = Schlüssel (s. d.); Schloter -- = s. bei Schlotter; Schlötsch, schlötschen -ø- s. Schlütsch; schlott -o- = dicht gefügt s. schlutt; Schlott I -ǫ- = Salat (s. d.); Schlott II -ǫ- = Zwiebelart s. Schalotte; Schlott III -ǫ-, –o- = Schloss III (s. d.).
 
 
Schlott IV das Wort -ǫt, Pl. -tər ist an der Ahr verbr. (s. weiter Schlotter) n.: 1.a. niedrige, aber breite Ohrenbütte, in welche bei der Traubenlese die Trauben geschnitten werden. — b. Wetzsteinbehälter des Mähers Verbr. nach Wk. VII 33 in Ahrw-Bodend Gelsd Waldrf, Rheinb-Altend, Bo-Fritzd. — c. Massbehälter, 1 Schl. = 25 Pfd. Roggen, 17 Pfd. Hafer; en grusse Schl. = ½ Scheffel = 50 Pfd. Aden-Hönning NAdenau, Ahrw-Dümpelf. — d. Henkeltopf, in dem den Arbeitern das Essen zur Arbeitsstätte gebracht wird Ahrw-Gönnersd. — 2. übertr. verächtl. Hängelippe Kobl-Rübenach (abseits).

Schlotter -ǫt-, Pl. -rə diese Abl. geht von der Ahr u. von Neuw aus nach N. weiter ins Rip n.: 1.a. runder Behälter aus Holz, etwas grösser, aber in gleicher Form wie ein Stoppelsieb, unten so weit wie oben, in den die Trauben bei der Lese geschnitten u. gemessen werden; ech han at vill Schl.ə gelese Verbr. in den Weinbaugeb. von Neuw, Siebengeb, Bo u. Ahrw-OWinter Rech Walporzh, Köln-Stdt. — b. 1 Schl. = 25 Pfd. fassend Neuw-Bruchhsn Altnhf Unkel. — c. Wetzsteinbehälter des Mähers Verbr. nach Wk. VII 33 in Ahrw-Vettelhv, Schleid-Vlatten Ettelschd (--), Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür (Merzenich --; Nörvenich -ǫtə), Aach-Merkst, Neuss-Delhv Zons, Altk-Dermb Etzb Feusd Schönst Selb Steckenst Wissen, Waldbr, Wippf-Frielingsd Thier, Sieg, MülhRh, Sol-Burschd (f.). — d. Henkeltopf, Essensträger Eusk-Bliesh, Bergh (Heppend --). — e. Holzkasten, an vier Ketten unter dem Wagen hängend, zur Aufnahme von Heu Bo-Walberbg, Köln-Schwadrf, Sieg-Ägid. — f. Kinderrodelschlitten Sieg-Kuxenbg ODollend; Schlötterche Sieg-Eudenb. — g. scherzh. Klappe, Schlader der Knabenhose Schleid-Hellenth, Eusk-Dirmerzh Gymnich, Köln-Poulh Rondrf, Bergh-Balkhsn Bottenbr Hüchelhv Mödr, Dür-Nörvenich. — h. Schlottere Pl. verächtl. zu weite, klobige Schuhe Sieg-Ägid. — i. -- Weidenhorn Saarbg. — 2. persönl. (auch vom Zeitw. schlottern ableitbar) verächtl. a. m. lodderiger Kerl Altk-Neitersen; ene gecke Schl. verrückter Kerl Köln-Stdt. — b. f. al Schl. altes watscheliges Weib, unordentlich in der Kleidung Merz-Losh, Neuw-Asb, Altk-Wissen, Sieg, MülhRh, Bo; doll Schl. verrücktes, liebetolles W. Eusk-Dirmerzh, Köln-Badrf (--).

Schlotter — im rip. Geb. von Schlotter mit diesem Wort zusammengesetzt, wobei das Zeitw. schlottern mitwirkt, in den anderen Geb. zum Zeitw. gebildet (Rhfrk, Mosfrk -ǫd-, –ǫt-, -t-; s. Schl.fass): Schlotter-apfel (s. S.) -ǫtər- May, Rip (seltener

[Bd. 7, Sp. 1378]
-ǫdər- [-tər- Sieg-Hänschd] m.: A.sorte, deren Kerne bei der Reife rappeln. RA.: Wieviel Uhr ist es? Scherzh. Antw.: En Vierdel of Backes Pitter seinem Schl.appelsbam May-Wassenach. Schlotter-bahn -ǫtər- Sieg-Kuxenbg ODollend f.: Rodelbahn. — bein (s. S.) Rip n.: verächtl. schlotterndes B. u. Träger eines solchen. Dröckche (Gertrud), Dr., Schl., köt de ganzen Dag net hem! usf. Spottr. auf Gertrud (s. d.) Sieg-ODollend. Schlotter-beutel -ǫtərbygəl Sol-Burschd m.: verächtl. haltloser Mensch. Schlotter-birne -ǫtərbīər Neuw-Kurtschd f.: B.sorte, deren Kerne bei der Reife rappeln. Schlotter-büchse f.: 1. -ǫtərbys Wetzsteinbehälter des Mähers Jül-Stetternich. — 2. -ǫdərbigs im Heischeld., wenn die Kinder nichts erhalten: Al, al Schl., get uns et ganze Johr niks! Kobl-Ld.