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Rheinisches Wörterbuch 
 
schlitzen bis schlo-bäucheln (Bd. 7, Sp. 1363 bis 1364)
 
  PfWB  ElsWB schlitzen das Wort ist Rhfrk, Mosfrk, Rip, Berg, u. zwar nach dem Nhd. -its-, –e- schw.: 1. trans. a. nach dem Nhd. einen Schlitz in einen Stoff schneiden; do muss de en bissche schl., mehr dafür en Schlitz mache (schneire) Rhfrk, Allg.; de Föss woren em su opgelofe (geschwollen), dat se em de Stevvele schl. (mehr opschl.) mote (mussten), für se uszekrige Rip, Allg.; die Kopfenden an Tür- u. Fensterrahmen anschneiden Mettm. — b. Bohnen schl., die Seitenfasern an ihnen abziehen Prüm-NPrüm. — 2. intrans. a. mit »sein«, sich durchzwängen; dedurchschl., eiligst sich begeben, de Trapp eropschl.; no der Stell (hin)schl. Sol, Elbf. — b. mit »haben« Eisbahn schlagen Verbr. nach Wk. VII 31 in Jül-Freialdenhv Gereonsw Mersch, Aach-SJöris, Geilk-Immend Loverich. — Abl.: die Schlitzerei, dat Geschlitz.

 PfWB auf- schlitzen: etwas a., bes. Weiden a., nach dem Nhd.; die hon em de ganze Bauch ufgeschlitz, dar em de Därm erausgehongk hon Rhfrk, Allg. PfWB durch -schlitzen: sich d., sich eiligst durchzwängen, –drängen Sol, Elbf.

 PfWB  ElsWB  LothWB Schlitz -i-, –e- [Trier, Bitb auch -a-, Prüm -ǫ-] Pl. wie Sg. u. -tsə(n) m.: 1. schmale Öffnung, z. B. der Türe, der Hose, für die Tasche im Kleide, Schl. im Frauenkleide Allg. nach dem Nhd.; unregelmässiger Riss im Kleide Saar. Kalemer Dötz met lange Schl., met rude Röck, met decke Käpp (Köpfen)! Neckr. hinter denen von Koch-Kalenborn. — 2. übertr. a. verhüllend, Scheide bei Frauen Saarl-Berus, Gummb. — b. verächtl. mageres Weib; magerige Schl. Schleid-Schöneseifen.

 PfWB Schlitz-augen (s. S.) Allg. Pl.: nach dem Nhd. Schlitz-äuger -jər Gummb m.: 1. einer, der Schl.augen hat. — 2. übertr. eine Kartoffelsorte um 1870. Schlitz-blume -bō:m uWupp f.: Kuckuckslichtnelke, lychnis flos cuculi, weil die Blumenblätter tief vierspaltig sind. Schlitz-fenster -ats- Trier-Conz Riol n.: Giebelloch. PfWB  ElsWB Schlitz-graben (s. S.) Ottw-Schiffw m.: kleinste Nebenrinne bei der Wiesenbewässerung. Schlitz-hobel -ub- Eusk-Lechenich f.: H.art. Schlitz-holz Goar-Brey n.: Gerät zum Schleissen der Weiden. PfWB Schlitz-husar Rees-Wesel m.: verächtl. Dirne, Hure. PfWB  ElsWB Schlitz-loch Ottw n.: Giebelloch, Zugloch in der Mauer des Heustalles. Schlitz-maul May-Bell f.: verächtl. Mund mit Hasenscharte. PfWB Schlitz-ohr Kreuzn n.: verächtl. durchtriebener Bauer. PfWB schlitz-ohrig Nahe, Merz-Nunk, Elbf-Adj.: schlau, verschlagen, durchtrieben, eigennützig, bes. vom Bauern. Schlitz-reuter -rȳtər Gummb-Schwarzenbergisch

[Bd. 7, Sp. 1364]
m.: 1. verächtl. Mädchen, von Kindern gesagt. — 2. Mann, der Frauen nachstellt. Schlitz-säge (s. S.) Heinsb-Birgelen f.: Schreinersäge.

 PfWB  ElsWB Schlitzer -e-, Pl. -rə(n) m.: 1.a. eine Taubenart mit blauem (gelbem, rotem, schwarzem) Gefieder u. weissen Schwanzfedern Köln-Stdt. — b. Kartoffelsorte um 1870 Wippf-Kreuzbg. — 2. Schletzere Pl. Bruchstücke von Glas oder Porzellan Ottw-Hangard.
 
 
schlitzern -its- Goar-Trechtunghsn schw.: einen flachen Stein über eine Wasserfläche werfen, dass er mehrfach aufhüpft.

schlivern -ī:v- = mit Lehm bewerfen s. schleibern; Schliwer = Splitter s. Schliber; schliwern I -ī-, –i- = splittern (s. ebd.); schliwern II -ī- = Eisbahn schlagen s. schlibern II.

Schlo -: = hölzerner Hammer s. Schlage bei schlagen.

schlo-bäucheln = heftig atmen s. schlagbei schlagen;