PfWB ElsWB LothWB Schleie Hunsr -ęi; Mosfrk -ę·i.-; sonst -e·i., Pl. -ə(n) [SNfrk, Klevld auch -ejə] f.: wie nhd., der Fisch cyprinus tinca. RA.: De Berke es de Dokter (Arzt) för de angern Böm wie de Schl. för de Feschdike (Fischteiche) NBerg.schleien I s. o. bei schlei II; schleien II -e- gleiten s. schlitten.
schleien III -e·i.- MGladb-Odenk schw.: absol. mit Bitten belästigen. — Abl. die Schleierei, dat Geschlei.
PfWB ElsWB LothWB Schleier das Wort ist in nhd. Bed. allg. u. lautet durchweg wie nhd., Rhfrk -ai(j)ər, –ęiər, –ājər, –jər; Mosfrk -āiər, –ājər, -ęjər, –ę·i.ər, –·ə.r [l: Saarbg-Kanzem Kastel Nohn Taben Wehing, Trier-Filzen Hamm]; Siegld -ęi- ər, –ęjər; sonst -e·i.ər, -ęi-, –ej- [Ahrw-Schalkenb -·ə.r; Neuss-Daminanshf, Geilk-Randerath, Ess-Frintrop -ē·ə.r; Rees-Hamminkeln -einər], Pl. Rhfrk, Mosfrk durchweg wie Sg.; sonst -ərə, –ərn [Klevld- ərs]; daneben eine auf sloier (ndl. sluier) zurückgehende Form, oft mit besonderer Bed., u. zwar -ø·y.ər Prüm-Steffeln, Malm, Monsch, Schleid, Eup (1. a. -ę·i.-) [Raeren -øjər] MGladb-Stdt (veralt.), Kemp-Stdt, Kref-Stdt, Geld, Mörs, Klev, Rees, Dinsl-Möllen, NBerg, Wippf-Frielingsd, Jül-Laurenzbg, Aach-Alsd Walh Stdt (u. -e·i.-), Selfk, Demin. -ərχə(n), –kə(n) m.: 1.a. wie nhd., als Hochzeitsschl. (weiss), Trauerschl. (schwarz), am Damenhut vor dem Gesicht, Nonnenschl.; en Schl. drägen, — för em Gesichte han; Schl. un Brutkranz güt der Brut de beste Fröngdin am Hochtidsdag oder am D. förher; die Braut muss den Schl. am Hochzeitstage bis 12 Uhr tragen, dann darf sie ihn ablegen OBerg, Allg.; de Schl. hollen Nonne werden Trier. RA.: Dat steht dir grod we der Sau de seide Schl. Daun-Tettschd. Dem staht de Schl. bie der Sau de Bonthauf (Bunthaube) Koch-Laub. E Schl. on e Federhut, dat stiht den Mädche gor ze gut Trier-Stdt. — b. -øy- (seidenes) Halstuch für die Männer, in langer, schmaler Form Malm, Monsch, Schleid, Eup. — c. -øy- feine Leinwand Prüm-Steffeln. — 2. übertr. a. -ę·i.- Bindgeflecht am Kopfe des Zugtiers, zur Abwehr der Fliegen Elb. — b. -ø·y.- Papierstreifen am Schwanze des Papierdrachens. — c. e Schl. fir den Awen (Augen) hon unklar sehen Trier-Stdt, Verbr. — d. -ø·y.-, –øj- der bei einer brünstigen oder kurz vor dem Kalben stehenden Kuh abfliessende Schleim Selfk. — e. Rispengipskraut, gypsophila paniculata Kref-Willich.
Schleier-blume (s. S.) f.: 1. Gipskraut, gypsophila paniculata Verbr. — 2. Anemone Trier-Kenn. PfWB Schleier-eule (s. S.) f.: 1. wie nhd., strix flammea [Bd. 7, Sp. 1292]
Verbr. RA.: En Gesicht hon wie en Schl. Simm, Verbr. — 2. übertr. verächtl. Mädchen mit Schleier Trier-Stdt. Schleier-haube -hauf Kreuzn, Simm f.: Frauenhaube mit Schleier. PfWB Schleier-kraut (s. S.) Allg., soweit bekannt n.: Rispengipskraut, gypsophila paniculata. Schleier-marie -marę·i. Bitb-Geichl Neuerbg Outschd Schleid f.: Statue der Muttergottes u. diese selber in der Sage. Schleier-mühnchen -mē:nχən Bitb-Ferschw n.: dass. schleier-weiss Simm-Laub Adj.: sehr w.
schleiern schw.: 1. den Schleier anziehen, in der RA.: Su e Mädchen, wat morgens leiert (faulenzt), den Dag durch feiert, owends schleiert, do misst e Jung hun nunnen (nur) e Au (Auge), den su e M. begehrt fir sein Frau Trier-Schleidw. — 2. -ø·y.-, –øj-, de Koh schläuert ihr fliesst bei der Brunst oder vor dem Kalben der Schleim ab Selfk.
PfWB ver- schleiern: sich v., nach dem Nhd.
Schleif I = Öse am Kleide s. Schläufe; Schleif II u. III s. u. bei schleifen I u. II.
PfWB ElsWB LothWB schleifen I das Wort, auf slîfen, slîpen zurückgehend, ist allg., u. zwar Rhfrk -aif-, –ęi- [Birkf-Idar -ē-], Part. gəlif, Mosfrk -ęif-, –ei- (Westerw auch -ai-), Prät. -ef [Bitb auch -a-], Part. gəlef(ən) [in den Geb. tiefster Senkung -a-, –ę-, –ǫ-, –u-, –ø-]; Siegld -if-, Prät. -ef, Part. gəlefə; Rip -īf-, Prät. -ef [uSieg, LRip auch -evf, –eif, –ē-], Part. jəlefə [bei tiefster Senkung --, –ø-, –ǫ-, –ę-; uSieg, LRip auch -evf, –øvf-, –eif, –øy-, –ē-, –-]; n. Benr.-L. -īp-, du –ips, h –ip(t), Prät. -īəp, –ēp, Part. jəlīəpə(n), -ē- [Gummb-Schwarzenburgisch -i-; Wermelsk, Düss-Stdt, MGladb-Stdt -ef-]; n. einschl. Geld-Veert Stdt Angenesch Issum Hörstgen, Mörs-Klosterkamp Lintfort Rheinkamp Baerl, rrhn. Ruhrort, Meiderich, Dinsl-Buschhsn Sterkr Königshardt Hünxerwald Besten Östrich -ip-, Prät. -ēp, Part. γəlēpən st.: 1. etwas schl., wie nhd. a. Schneidewerkzeuge schl., wetzen, mit Stahl, Stein, auf dem Schleifstein, auf dem Steindürpel, durch Aneinanderwetzen zweier Messer; im NBerg Arten des gewerbl. Schl.: derf schliepen grade, ohne Krümmung, nicht gewalkt; d. üəwer de Kangkte schl.; karsch s. scharfkantig; wankäntig schl. eine Seite stark, die andere weniger abgeschrägt; owen on öwer schl. (oben u. über) die oberen Flächen, z. B. der Schere schl.; en Plistholt en de Mote schl. ein Pliestholz so schl., dass das Werkstück richtig darauf zu liegen kommt; vürm Knie schl. nach der im Bergischen üblichen Art das Schleifstück mit den Knien gegen den Schleifstein drücken; ter wersch schl. (zwerch) in Querrichtung schl.; vergl. ferner brangen, kanten, längen, abmachen, schopen, schoren, schurpen, walken, wittmachen, drügeschleifen; en schärp geschleffe Metz Rip, Allg. RA.: Den kann schl. on dräihjen teglick (zugleich) kann nach Wunsch handeln, kann durch kluges u. geschicktes Vorbringen von Gründen bei andern Zugeständnisse u. Vorteile für sich herausholen, er schwätzt jedem nach dem Munde Mörs, Allg., — mit der Forts. en op de Stein pessen dorbei Mörs-Neuk. We net schl. kan, kret net viel gemihcht [Bd. 7, Sp. 1293]
(gemäht) Bitb-Wiersd. He schlift nit ohne Wasser wendet die rechten Mittel an MülhRh, Sol. Got gekloppt (gedängelt) os half geschloff bei der Sense Prüm-Ihren. He es am Säg schl. schnarcht, singt schlecht Schleid-Glehn. Et Measser as scho geschlaff das Ende ist bald da Trier-Mehring. Met nem frisch geschliffe Beil is gut Holz mache (zerkleinern) bei ordentlichen Mitteln kann man alles erreichen Kreuzn-Waldalgesh. Hen hat sech e Boch (Bauch) gess, mer kennt e Metz drop schl. Prüm, Allg. Scherzfr.: Die Schereschleffer därfe nit meh uf de Stross schl. Wo schl. se dann? Of dem Rad Simm-Klosterchumbd. — Volksbr. Se krien geschlaff, et get g. die Burschen des Dorfes gehen abends bei der Verlobung eines Paares (am Wingkefowend) vor das Wingkefhaus u. fordern ihr Recht; wird ihnen nichts zum Besten gegeben, so heben sie eine Karre auf einer Seite hoch, drehen ein Rad u. schl. darauf unter grossem Lärm alte Blechgeräte so lange, bis sie von den Brautleuten u. Gästen hereingerufen werden, wo sie Schnaps oder Geld erhalten; bes. wenn ein auswärtiger Bräutigam den Wingkef feiert, kriet en geschlaff Bitb, Trier (n. Mos) Wittl, Koch (s. Wk. III 15). — b. Steine (bes. in der Achatschleiferei von Birkf-Idar), Metall (schl., schmirgeln, feinplisten NBerg) schl., glätten, polieren; ene geschleffe Ovve Rip, Allg. De Pönn schl. den Pinn, Plock im Fachwerkhaus mit einem Stein reiben, so dass das ganze Haus erzittert, ein Schabernack der Burschen Rheinb-Schweinh, Bo-Hemmerich. Er es ferdig bis of et Schl. völlig abgearbeitet Siegld, Altk. — c. übertr. α. Körperteile r., die Finger schl., aneinanderreiben, beim Möhrchenschaben, dabei wird gerufen: hä, hä, schlipp, schl.! danach schl. maken Eup-Stdt, Klevld; Fengerke schl. beim Klickersp. dem geschnellten Klicker Nachdruck verleihen Kref-Fischeln. Der Hongk (Hund) schlif sech de Zäng (Zähne) er fletscht mit den Zähnen Bergh-Kirchherten, MGladb-Giesenk; dich sollt mer emol de Z. schl.! zu einem, der langsam isst Düss-Stdt; enem de Klöaten (Hoden) schl. ihn zur Arbeit antreiben Elbf. Schnütchen schl. zwei Nasen aneinanderreiben Gummb-Berghsn. Dem gaht de Maul be geschleff er ist sehr redegewandt; hen hat e geschleffe Maul, — Zong (Zunge) er spricht gewandt, scharf Mosfrk, Aach-Stdt. De Koh schleift berührt, reibt beim Schreiten die Hinterbeine Ahrw, Bitb. Der Hahn ös widder am schl. reibt die Flügel, macht seine Komplimente um das Huhn Sieg, Verbr. Gäns, wo schl., Mäd, wo peife, Hinkel, wo krehe, de soll mer gleich de Häls erumdrehe Meis; übertr. -īf- schmeicheln Sieg Fussh. — β. Plän (Akte) schl. Pläne machen Aden-Virnebg. — γ. Bahn schl. Eisbahn schlagen Aach-Stdt, Neuss-Üdesh; Panneis schl. Daun-Kirchw; sonst absol. Verbr. nach Wk. VII 31 Nahe, Hunsr, Hochw, Bernk, Zell, Koch-Landkern, Wittl, Daun, Prüm, Neuw-Engers, Wippf-Lindlar, Düss-Stdt, Eup-Lonzen Raeren, Jül-Stdt, Aach; Hockches schl. in der Hocke Bernk-Wirschw, Zell-Altlay; Huckches schl. Zell-Sohren; [Bd. 7, Sp. 1294]
Huckelches schl. Simm-Laub; Kneiches (Knie) schl. Simm-Schlierschd; op et Hückelche (de Hucke) schl. Jül-Stdt. RA.: Wenn's dem Isel zu wuhl is, gehre uf et Eis schl. Simm. — δ. absol. lockend singen, vom Bocksenvogel auf dem Vogelherd Berg; irr sprechen Koch-Stdt. — ε. hen hät geschlepe blau gemacht, nicht gearbeitet Geld-Kevelaer. — ζ. (sich) ene schl. einen trinken, sich einen genehmigen Kref-Linn Stratum Stdt. — η. et Metz op ene geschleffe han es auf einen abgesehen haben; ich han et op de N. g. ich will ihn zur Rede stellen, ihn prügeln, ihn übervorteilen; ich han et op e neu Perd g. habe die Absicht, ein neues Pferd zu kaufen Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, auch Bitb-Rittersd. — 2. einen schl. a. hochnehmen; se han mech bei Kammis (bei de Saldate) geschleffe Wermelsk, Allg. — b. einen betrügen; er es von dem g. wore Neuw-Dattenbg. — c. er es geschliəpe gerieben, gerissen, fähig, tüchtig; enne g. Kerl; e g. Fraumensch; enne Geschliəpene Kemp, Allg.; do es he g. drop gewitzigt drin MGladb-Rheydt; ungeschliffe flegelhaft Rhfrk, Allg. — d. herabgleiten, nachlassen, zurückgehn körperlich und in bezug auf Vermögen, hät es am schliffə sein Körperzustand oder seine Vermögensverhältnisse verschlimmern sich Siegld. — Abl.: die Schleiferei, dat Geschleif(s).
ab- schleifen: 1. eine Unebenheit a., wie nhd. Allg. — 2. der Schleifstän es afgeschleff abgenutzt Mosfrk, Allg. an -schleifen: mit dem auf der Anschlipsasse (-achse) befindlichen Anschlipstein Einsätze und Bahnen zum ersten Mal schleifen Sol. PfWB aus -schleifen: Kerben in der Schneide a., wie nhd. Allg.bei -schleifen: dass., de utgekerfte Schniə (Schneide) wiər b. Gummb, Berg, Rip.nach -schleifen: das Rasiermesser n., auf dem Lederriemen Allg.um -schleifen: das Messer u., zu viel schl., dass ein feiner Grat an der andern Seite entstanden ist Gummb.
schleif -ai- Kreuzn-Ippenschd Adj.: zähe, vom Fleisch.
Schleif -īp NBerg Sg. t. m.: das Abgeschliffene, eine feuchte Masse unter den Schl.steinen in den Schl.mühlen, die aus dem abgeschliffenen Steinstaube, Stahlteilen u. Schmirgel besteht; er wurde, trocken geworden, steinhart u. zum äussern Überzuge der Wände an Gebäuden benutzt.
Schleif-block Klev m.: Klotz, auf dem der Schuster das Messer schleift.