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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schläumert bis Schlauten-fresser (Bd. 7, Sp. 1272 bis 1274)
 
 Schläumert, schläumig s. o. bei schläumen; schlaumpen = schlampen (s. d.); schläumsen s. o. bei schläumen.
 
 
Schlaunz -ǫunts, Pl. -tsən Trier-Trittenh m.: Fischernetz.
 
 
schlaunzen -aunts- Kreuzn schw.: etwas schl.,

[Bd. 7, Sp. 1273]
billig erwerben, b. schnappen. — Abl.: die Schlaunzerei, das Geschlaunz.
 
 
Schlaupe vereinzelt -oup Köln-Stdt; -- Neuw-Rheinbrohl, Pl. -pə, Demin. -ypχə, –- f.: kleine Schürze, die man beim Spülen, Waschen vorbindet, blaue Küchenschürze. — S. Klevld Schlupp m.
 
 
Schläupe das Wort (urkundl. pro clanbellis, slopen, haspen Köln 1370; schleupe NBerg 1698), mit dem aus dem Rhfrk, Mosfrk Schlaufe I, Schlaufe II, Schläufe zu vergleichen sind, ist ein rip., nfrk. Wort lrhn. n. einschl. Prüm-Reuth (-ō-) Stadtkyll, Daun-OEhe Betteld Leudersd Wiesbaum, Aden-Weibern Herschb Lederb, Ahrw, rrhn. n. einschl. Neuw-Linz Dattenbg Kurtschd Rodenb, Altk-Horhsn OLahr Seelb Schürdt Ölsen Rimb Birkenbeul Eichelhardt Steckelb Wissen bis lrhn. einschl. Klev, rrhn. Düss, Mettm, Lennep, Dinsl [lrhn. noch einige mosfrk. Orte südl. der L. -ā- May-Kollig Löf, Daun-Neroth; -ē- Daun-Darschd; -- Daun-Tettschd; -ǫu- Saarbg-Palzem; -y- Portz; -ə- Wellen; rrhn. -- Neuw-Stdt], u. zwar -p [Altk-Wissen -bə; OSieg, OBerg -pə; uAhr, Siebengeb., Köln-Stdt, Sol, Mörs -øyp; NBerg -øypə, –-, –ȳ(ə-)], Pl. -pə(n), Demin. -pχə(n), –kə(n) [Grevbr-Wevelinghv -f, Pl. -fə] f.: 1. Schlaufe, Schlinge. a. aus Eisen. α. der auf einem Pfosten des Türrahmens befestigte eiserne Bogen (eng gebogenes Eisen, in dem das Ende des Riegels (Schalde) oder Pinns zum Schliessen von Stall-, Scheunen-, Garten-, Aborttüren, Fenstern eingeschoben wird; schlaufenförmiger Drahtnagel, zweispitzige Eisenklammer, in Holz (Pfosten) oder Mauerwerk eingelassen, zum Festhalten von Ringen, Ketten, Draht (am Zaun), Stangen; dass. zum Befestigen des Schämels am Wagen Allg.; dass. auf der einarmigen Deichsel, um ein Ausgleiten der Kette zu verhindern Ahrw-Fronr, Aden-Herschb; das Führungseisen am Vorderpflug für die Leine Aden, Sieg; Türgehänge, an dem ein Röhrenstück für die Zapfen der Türangel ist Gummb-Schwarzenbergisch, Wippf (nfrk.), NBerg; Radlünse Sieg-Merten, Kemp-Amern SAnton, Mörs-Eversael; Eisenschlaufe an der oberen Dreschflegelrute, an der der Dreschflegel mit einer Lederschlaufe befestigt ist Rip; offenes Kettenglied, Haken, zur Verbindung zweier Ketten oder einer gesprungenen Kette Monsch, Eusk-Schwerfen, Sieg, Felderhoferbrücke. — RA.: Et es Zeck (Zeit) Schl.ə lecke (leckes) bei starkem Frostwetter werden Unkundige verleitet, an frostigem Eisen zu lecken, wobei die Zunge anklebt u. blutig wird Bergh-Blatzh. He owen häste e Schlöpche! Du bist verrückt Neuw-Kurtschd. Ech ben op en Schl. gelofe angelaufen, habe nichts ausgerichtet, bin hübsch (iron.) empfangen worden Bo-Volmershv Walberbg. — β. Öse am Kleid, in die ein Haken (Krampen) greift Daun-Neroth OEhe, Prüm (s. o.), Malm, vielfach in Eusk, Rheinb, Sieg, Waldbr. — b. aus Stoff. α. Aufhängeschlinge aus Litze für Kleider Daun-Darschd Betteld Leudersd

[Bd. 7, Sp. 1274]
OEhe, Aden-Kaltenborn, Eusk-Billig, Rheinb-Muschd, Altk-Eichelhardt Steckelb, Sieg-OBohlschd, Gummb-Schönborn, Mörs-Asgb Eversael, Klev-Mehr, Rees-Crudenbg; sonst Schlopp.β. Öse in einer Kordel, einem Seil Eusk-Schwerfen. — 2. übertr. a. sachl. α. verächtl. missratene Messerklinge Lennep. — β. enger Gang zwischen zwei Häusern Sol-Leichl. — γ. der Plog mach Schl.ə wühlt sich tief ein Monsch-Höfen. — δ. verächtl. weibl. Geschlechtsglied Bergh-Buir. — ε. Riss, Spliss in einem Kleide Monsch-Witzerath. — ζ. Narrenzwetsche Saarbg-Portz. — η. verächtl. schlechte, dünne Milch Düss-Stdt. — b. persönl. α. verächtl. lang Schl. hochaufgeschossenes, mageres Weib Eusk-Dirmerzh, Dür-Golzh, Erk-NKrüchten. — β. gemeines Frauenzimmer Malm-Redstr.

Schläupen-schmied -i- Gummb m.: Schm., der Türschläupen schmiedet.

schläupen -p-, –øy- schw.: 1. trans. a. zwei Dinge durch eine Schläupe 1 a. verbinden Ahrw-OZissen, Köln-Stdt. — b. die Klicker in bestimmter Zahl in die Kaule laufen lassen Eusk-Zülp. — 2. intrans. über den Boden rutschen, nicht tief genug eingreifen, vom Pflug Monsch-Rohren. — Abl.: die Schlöperei, dat Geschlöp(s).
 
 
schlaupsen (vgl. schluppen) -ǫubs- Saarl-OEsch schw.: spitz trinken, nippen, schluppen. — Abl.: die Schlaupserei, dat Geschlaups.

schlaurern s. o. bei schlaudern.

Schläus -ø·y.- = Schneise II (s. d.); Schlause = Schleuse (s. d.).
 
 
schläusen -y- Altk-Horhsn schw.: et schläust lässt nach zu regnen.

Schlauss I -o·u.- = Regenschauer s. Schlosse; Schlauss II -ǫu- = Schloss III (s. d.); schläussen = Bohnen abziehen s. schleissen; schlaussen = schliessen (s. d.); Schlauss-korb s. ebd.; Schlauster = unordentliches, flatterhaftes Weib s. Schluster.

Schlaut I = Zweig s. Schlucht I; Schlaut II = Bergschlucht s. Schlucht II.
 
 
Schläutchen -øyt-, Pl. -tχər LRip in Köln-Stdt n.: Anekdote, spasshafte Erzählung.
 
 
Schlaute -ǫut, meist Pl. -də(n), Demin. -ęidχə(n) ein rhfrk., mosfrk. Wort in Saarbg-Freudenbg, Simm, Goar, Koch, Kobl, May, Aden, Daun-Strohn, Ahrw-Brohl, Neuw-Leubsd, Altk-Flammersf; s. auch Schlutte f.: 1. Lauch, Schnittlauch, Röhre der Zwiebel, Schalotte, allium ascalonicum. — 2. übertr. a. sachl. α. Pl. Herbstzeitlose Kobl-Kettig. — β. -ǫutχə n. Pfeifchen aus einem jungsaftigen Zweige Goar-Boppard. — γ. verächtl. dicke Rotznase Goar-Weiler. — b. persönl. verächtl. Pl. Neckn. derer von Kobl-Kettig, May-Wassenach.

Schlauten-fresser Pl.: Neckn. derer von Kobl-Kettig.