Schlauder-horn (s. S.) Wend-Berglangenb Freisen Leitzw Oberk Reichenb (überall neben -fass), Birkf-Dienstw Hattgenst Kronw Leisel Nohen n.: — fass; s. Wk. VII 33. Schlauder-jan -jā:n May-MüMaif m.: verächtl. saumseliger Mensch. Schlauder-kump Saarbr, Ottw-Fürth Lautenb, Wend-Dörrenb Furchw NLinxw Steinb Urexw Werschw m.: -fass. Schlauder-männchen May-Polch n.: eine Sagengestalt, Schreckgespenst für die Kinder. Schlauder-maschine -in Wittl-Meerf (sonst -ęid-) f.: Honigschleuder mit Handbetrieb. Schlauder-milch Merz-Bergen f.: Buttermilch. Schlauder-mus -mō:s Altk-Wissen n.: Weisskohl, mit Stampfkartoffeln gemischt. Schlauder-nickel -ø- Saarbg-Schoden m.: verächtl. Kuh, die die Beine nach auswärts wirft. Schlauder-niles -ī- Wittl-Heidw m.: verächtl. Mensch mit bummeligem Gang. Schlauder-ponte -pont Mos f.: Fähre, an einem Seile pendelnd. Schlauder-seil (s. S.) n.: 1. S., an dem [Bd. 7, Sp. 1268]
die Fähre pendelt. — 2. Hilfs- oder Sicherheitsseil im Bremsberg Saargeb. Schlauder-tasche -t Merz-Saarhölzb f.: verächtl. Frau, die sich beim Gehen durch den Morast den Rock sehr beschmutzt. Schlauder-wasser -ās- Merz, Saarbg, Trier n.: verächtl. schlechtes, fades Getränk, bes. dünner Kaffee. Schlauder-wurf Trier-Beuren, Wittl-Binsf, Bernk-Berglicht Merschd, Simm-Schlierschd m.: besondere Art des Sensenbaumes, im Gegens. zum Spitzw.Schlauderes -dərəs, Pl. -əsən Bitb-Dudeld Bickend m.: verächtl. e dire, lange Schl. magerer Mensch mit langen Beinen, der beim Gehen schwankt.
Schlauderich -dəreχ Sg. t. m.: 1. gewöhnliche Gangart; e kit esu un (in) seinem Schl.; e lässt sech net aus seinem Schl. brengen Daun-Tettschd. — 2.a. Mensch, der immer gemütlich geht u. arbeitet ebd. — b. Wirsing Koch-Clotten.
PfWB ElsWB schlauderig Allg. Adj.: 1.a. langsam, nachlässig in Kleidung, träge im Gehen u. Arbeiten; e schl.ə Kerl; e schl. Frau (Gescherr); e schl.ə Gang; schl. gohn Allg. — b. elend, schwach auf den Beinen u. so torkelnd Prüm. — c. verschwenderisch Siegld. — 2. fade, dünn, von Getränken Bitb.
Schlaue das Wort, mhd. Lexer slouwe »Spur, Fährte« entsprechend, ist Rip, Berg n. einschl. Prüm, Schleid-Berg, Aden-Rodder Staffel, Neuw-Linz Dattenbg Dernb Giershf, Altk-Weitef, Siegld-Kromb bis Geilk-Baesw Hünshv Puffend, Erckörrenz, Grevbr-Schaan, Neuss-Büttgen Vorst, rrhn. bis MülhRuhr, Mettm, Lennep [südl. abseits noch Wittl-Binsf Reil, Goar-Morshsn, Koch, Kobl, May, Daun-Strohn; n. abseits noch Heinsb-Stdt, Rees-Brünen (-), Mörs-OMörmter (-øy), u. zwar -ǫ·u. [-·y. Aden-Reifferschd Rodder, Ahrw-Kräling Sinzig, Eusk-Bliesh Elsig Wichterich Zülp, Rheinb meist, Bo-Witterschlick, Köln-Weiss, Dür-Stockh Stdt, Sieg-Fussh, Waldbr-Bladersb, Gummb-Drabenderhöhe, uWupp, Sol. Düss-Erkr, Mettm-Cronenbg Haan, Barm, Elbf; -·y.χ Neuw-Ockenfels Linz] Pl. -ə(n), Demin. -·y.χə(n), –kə(n [in Sieg, Köln auch -χə] f.: 1.a. flache Rinne, Bodensenkung geringer Tiefe u. Breite, aber desto grösserer Länge, im Gelände, im Felde, auf dem Wege; bei geneigtem Gelände setzt die Schl. in der Höhe spitz an, erweitert sich allmählich u. läuft unten breiter aus; auch eine enge Schlucht, ein Seifen u. ein Hohlweg ist eine Schl. Allg. Et würd immer keilder (kälter), wenn am Ovend der Hei (Nebel) durch de Schl. eropküt Sol. — In Barm, Elbf l·y. Schlucht, Tälchen u. Gegend; he wönnt (wohnt) en die Schl. in der Gegend; in weckere (welcher) Schl.? in welcher Gegend, wo? — b. f.: vom Wasser, starkem Regenguss ausgehöhlte Rinne im Felde, natürliche u. mit einer Hacke gezogene Wasserrinne, etwa in der Wiese; ausgefahrenes Karrengeleise; et Wasser hat sich en Schl. gegrave; en Schl. (in der Wiese) ushaue Allg. En Schl. erofdrohn Erde u. Steine, die durch das Graben zu viel nach unten kamen, im Wingert nach einigen Jahren wieder herauftragen uMos. —[Bd. 7, Sp. 1269]
c. vereinzelt besondere Rillen. — α. der enge Raum zwischen zwei Häusern oder zwischen Haus u. Garten Prüm-Steffeln, Neuw-Stdt, Bo-Stdt, Köln-Nippes. — β. Waldschneise Gummb-Drabenderhöhe Hesselb Lantenb, Lennep-Strassweg, Bergh-Bedbg, Dür-Stockh (s. auch Schnaue, Synon. bei Schneise). — γ. durch den Schnee gebahnter Weg, wobei der Schn. zu beiden Seiten sich auftürmt May-Stdt (-ę·i.), Rees-Brünen (-ǫ); Spur des Wildes Siegld-Eiserf OSchelden. — δ. gepflasterte Quergasse Prüm-Mürlenb, Koch-Stdt Clotten, Siegld-Kromb, Jauchekanal Jül-Tetz. — ε. Tümpel im Bache Eusk-Bliesh. — ζ. Rillenartiges. — αα. Kerbe im Holz Eusk-Dirmerzh, Bo-Olsd, Bergh-Zieverich; R. in der Schulbank für Griffel u. dgl. Ahrw-Remagen; Scharte in Schneidwerkzeugen Mörs-OMörmter (-yw); Falte am Körper; Rille, die ein Bindfaden in ein festverschnürtes Paket (u. dgl.) eingräbt Siegld. — ββ. Delle im Hute Eusk-Zülp, Erk-Körrenz. — γγ. Falte im Gesicht MüEif, uWupp, Hombg.; Schleimkanal unter der Nase Jül-Tetz; Höhlung zwischen den Schulterblättern der Kuh Daun-Strohn. — δδ. die Naht an der Zwetsche Altk-Weitef. — εε. Fasern, an den Nähten alter Kleider zwischen dem umgeschlagenen Stoffe sitzend, dat es Schl. Ahrw-Sinzig; — ζζ. -χən eine beim Stricken entstehende ungleiche Linie Köln-Stdt. — 2.a. lange Reihe zusammengeharkten Heues auf der Wiese; et Hei of Schl.ə mache Wittl-Reil; -āif, Pl. -wə Spreite des gerupften Flachses Goar-Morshsn. — b. die Reihe der Kartoffeln, welche man beim Ausgraben hinter sich aufs Feld wirft; dat es en schin (denn) Schl. Koch-Treis.
Schlau-löcher Sieg-Fussh Pl.: Vertiefungen im obersten Mühlenstein.
Schlauen-apfel -apəl ebd. m.: süsse A.sorte.
Schläu-werk -ø·y.węrək Rheinb-KlBüllesh n.: Flaschenzug.
schlauen I May-Kehrig schw.: absol. Rillen in die Strümpfe stricken.
schlauen II s. bei schlau; Schläuer = Schleier (s. d.).
Schlauf s. folg.
PfWB LothWB schlaufen das auf slûfen zurückgehende Wort ist Rhfrk, Mosfrk an der Saar, im Hochw u. an der Mos in Trier, Bitb, in Bernk-Neunk, Birkf, in Altk-NFischb Wissen verbr., dann noch -ūf- im OBerg in Wippf u. in MülhRh, uWupp [sonst schluffen, schluppen u. kriechen, krauchen, kraufen; s. d. W.], u. zwar -auf-, –ǫu-, –ou- [Birkf-Idar -ō-; im Monophthonggeb. von Saarbr -u-; -øyf- Merz-Losh, Saarbg-Kahren Wellen, Trier-Schweich], Part. gəlof; Berg (s. o.) -ūf-, Part. jəlofən st.: 1. durchschlüpfen, durch eine enge Öffnung kriechen, in gebückter Haltung gehen; durch de Zaun schl.; en e Loch schl.; en et Bett schl. Allg. RA.: De schleift wei en Heihnerdeif (Hühnerdieb) Merz-Mond. Der kemmt geschloff wie e Fuchs of die Henkel (Hühner) Birkf. Der Bäcker es durch et Brot geschloff es sind Höhlungen im Br. Allg. Den lo kennt [Bd. 7, Sp. 1270]
em Lompenkreimer ganz en de Sak schl. so klein ist er Saarbg-Faha. Änem en den Orsch schl. ihm schmeicheln Merz, Allg. Ich deht en den Uəwe (Ofen) schl.! zu dem, den es fröstelt Merz, Allg. Ös et der kalt, da schlauf en de Wald; es et der wärm, da schl. en den Ärm; böst de bis (böse), da schl. en de Giess (Giesskanne)! Merz-Mond. Änem hinnenēn schl. ihm schmeicheln Allg.; schlauf em Hund h.! wenn dir das nicht gefällt Saarbr-Berschw; do wor de Bäcker erageschloff bei Höhlungen im Brot Allg.; erausschl. herausschlüpfen, z. B. von dem Küchlein aus dem Ei, von den gesetzten Bohnen, Kartoffeln durch die Kruste des Feldes Allg. — 2. durchgehen, ohne zu treffen, von einer Kugel Trier-Geizenbg. — Abl.: die Schlauferei, dat Geschlauf.