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Rheinisches Wörterbuch 
 
schlammig bis schlammern (Bd. 7, Sp. 1230 bis 1231)
 
  PfWB schlammig Allg. Adj.: 1.a. aus Schlamm bestehend, z. B. eine schl.ə Stell.b. mit Schl. durchsetzt, vom Wasser, trübe. — 2.a. schl. Gras das auf gutem, aber feuchtem Boden wachsende Gras, das schnell u. lang emporwächst, unten aber infolge der Nässe bald abfault; oben kleben die Halme zusammen, so dass es sich beim Heumachen schwer auseinanderspreiten lässt Simm. — b. käsig-weich, von der Butter Bergh.
 
 
Schlämm -ę- Rheinb, Sieg, Köln, Dür, Erckörrenz Sg. t. m.: 1. Schlamm Erk-Körrenz (sehr selten). — 2.a. gekochtes Viehfutter. S. Schlämpe II. — b. Mehlbreisuppe Köln-Stdt. — 3. übertr. fades Essen, Getränk.

Schlämm-fass -ā- Dür n.: 1. Fass für die Schlämm 1. — 2. übertr. sehr fetter, dicker Mensch. Schlämm-fressen Sieg n.: verächtl. das schlechte Essen. Schlämm-fresser Allg. m.: Schimpfw. Schlämm-krätzer Eusk-Elsig m.: scherzh. Rasierapparat. Schlämm-männcher Pl.: Neckn. derer von Jül-Boslar.

schlämmen -ę·m.- schw.: 1. Viehfutter kochen Verbr. wie Schlämm. — 2. von kochendem Rübenkraut (Latwerge) Unreinigkeiten abschöpfen Rheinb-Palmersh.
 
 
Schlämme -ęm, Pl. -mə nach Wk. IV 21 in Saarbr-Bliesransb, Wend-Dörrenb, Saarl-Gresaub f.: Türgriff, am alten Türschloss. S. Schlämpe I.

auf- schlämmen, zu-schlämmen schw.: die Türe auf-, zuschliessen.

[Bd. 7, Sp. 1231]

 
 Schlammel (im Ablaut zu Schlummel; vgl. Schlampe) [Aach-Stdt auch -ā-], Pl. -ələ LRip u. Selfk in Aach, Dür-Heistern, Geilk-Frelenbg Scherpenseel u. Eup; -ǫ- Heinsb-Erpen Haaren f.: unordentliches, nachlässig gekleidetes Weib.

schlammelig Adj.: nachlässig; schl. gohn (gehen).

schlammeln schw.: 1. nachlässig arbeiten, gehen; achtlos u. schleppend umhergehen. E Röckelche hat se öm jen Ben schl. schlottern. — 2. Kleidungsstücke dropschl. achtlos draufschlappen, abnutzen Geilk-Scherpenseel. — Abl.: die Schlammel(er)ei, dat Geschlammel(s).

ver- schlammeln: Kleidungsstücke v., achtlos draufschlappen Aach-Bergr.

schlämmen I s. bei Schlamm; schlämmen II s. bei Schlämm; schlämmen III s. bei Schlämme.
 
 
schlämmen IV -ę·m.- Daun-Tettschd, Sieg-Ägid schw.: 1. die Beine nach aussen werfen (nach Art der Kühe), die Beine beim Gehen nach der Seite hin-, herschleifen. S. schlampern. — 2. sich schl., sich hinschlingen, vom Gras; dat Schlämmgras schlämmp sech üvver de Eərd Sieg-Ägid.

ab- schlämmen: de Fur afschl. das Gras der Wiesengrenze niedertreten zur Kennzeichnung der Grenze Jül-Linnich.

Schlämm (vgl. Schlene) -ęm, Pl. -ę·m.ən Waldbr-Dattenf m.: grasdurchwachsene Erdscholle; de Ete (Egge) wird met Schl.ən behangen um sie zu beschweren.

Schlämm-gras Sieg-Ägid n.: eine Art Schlinggras.

schlämmig -ę·m.- Sieg-Ägid Adj.: schl. gohn schief gehen.
 
 
Schlammen -amə Sg. u. Pl. Birkf m.: langer Schl. langer Mensch (< Salomon?).

Schlammerich -əriχ Neuw-Datzeroth Sg. t. m.: verächtl. grosser, ungeschickter Mensch.

schlammern -a- u. -ę- ebd. schw.: ziellos in Schmutz u. Schlamm umherschlendern. — Abl.: die Schlammer(er)ei, dat Geschlammer(sch).