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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schieferstein bis Schienstab (Bd. 7, Sp. 1096 bis 1098)
 
  PfWB  ElsWB Schiefer-stein (s. S.) Siegld m.: 1. wie nhd. — 2. übertr. a. ewər- Griffel Elbf. — b. ewər- Schmutzkruste am Hinterteil des Stallviehs Siegld-Littf. — c. īəwər- Taubenart mit schieferartigem Gefieder Mettm-Cronenbg. Schiefer-stelle -stę·l. Neuw-Thalhsn m.: steinige Stelle im Acker. PfWB Schiefer-wein Mos m.: W., in stark sch.haltigem Weinberg gewachsen. Schiefer-wingert Mos m.: Weinberg mit vielem Sch.geröll.

 PfWB  ElsWB schieferig -iw-, –īw- Allg. im Geb. von Schiefer Adj.: 1.a. abblätternd, leicht verwitternd, vom Gestein, aus dünnen Scheiben bestehend, auch von rostigem Eisen, Blätterteig. — b. reich an verwittertem, abgeblättertem, zersplittertem Gestein, vom Ackerboden; sch.ər Boddem Allg. u. īəvəreχ Geilk-NBusch. — 2. übertr. a. schuppig Saarbr. — b. gesprenkelt, vom Gefieder der Hühner Altk-Bachenbg Kirchen, Siegld.

 PfWB  ElsWB schiefern schw.: 1.a. den Weinberg sch., Sch.steine in den W. tragen u. dort kleinschlagen u. den Boden damit bedecken; mer gihn haut (heute) sch. Mos. — b. mit Schiefer decken; en Koh es geschewwert, wenn sie hinten mit Kotklumpen bedeckt ist Siegld. — c. flache Steine (Sch.platten) über eine Wasserfläche hüpfen lassen Saarl-Berus, Neuw-Dierd Stdt u. abseits vom Schiefer-Geb. -iw- Rees-Brünen, Geld-Stdt, Mörs-Orsoy. — 2. übertr. a. sich absplittern, z. B. von rostigem Eisen Siegld; irdene Gefässe, deren Glasur abgesprungen ist, sind geschewwert Siegld. — b. -iw- Schuppen vom Kopfe entfernen Neuw-Dierd.

Schiefert iwərt Merz-Michelb, Saarbg-Nennig Sg. t. m.: Kopfgrind. S. Schäbert.

Schiel I = Kurzf. für Ägidius (s. d.); Schiel II = Frucht-, Baumschale s. Schale II; schielen s. scheelen.

Schiem -īə- = Schatten s. Schem.
 
 
Schiemanns-garn (īman »Schiffmann«) Rheinschiff n.: G. zum Umwickeln gespleisster Taue. RA.: Sch. spenne Schifferlatein reden Mülh-Ruhr.

[Bd. 7, Sp. 1097]

 
 Schieme ī:m, –e·i.- Mos in Trier-Ld ö. Trier, Bernk, Sg. t. f.: die bei feierlichen Prozessionsumzügen vor dem Allerheiligsten ausgestreuten Blüten (s. schwäb. Schiemen »Schilfrohr«, Schiementag »Fronleichnam«).

Schiem-kraut ī:m- Trier-Waldrach n.: Rainfarn, tanacetum vulgare.

(ver-)schiemen -ī:- Trier-Mehring schw.: etwas v., verschütten, dass man eine Spur sieht.
 
 
schien in məī:n, –in [Eup bəī:n] Selfk, Klevld < mag schieden »geschehen«: mich dünkt, vielleicht. S. bei mögen.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB  LothWB Schiene das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk īn; Mosfrk i·n. [in Trier (Mos), Bitb -ī-]; Siegld-Siegen ēn, Pl. -nə f., w. davon ēn Sg. u. Pl.; Heuslingsgrd u. w. davon, Johannld, Rinsd, Freier Grund in Sg. u. Pl.; oFerndorft u. Netphen en Sg. u. Pl. (aber ē »Schienbein« Netphen); Rip i·n., –e- [MülhRh-Langel -ø-]; Berg īn u. -i- [Barm, Elbf, Sol -ē-; Mettm-Cronenbg i·ŋ.]; Eup :n »Schienbein«; i·n. Eisenbahnschiene; Aach-Stdt ·ə.n; SNfrk īən (Eisenbahnschiene īn f.) m., f.; SGeld, Mörs ēn m.; sonst Klevld en, –i-; Mühlh Ruhr -ī-; Pl. -nə(n) f. (s. o.): 1. meist Pl. t. a. Schienbeine; ennen an (op, gent, für, widder) de Sch.ən tredden (stussen); sech de Sch.ən sträufen, — an de Sch.ən stussen Rip, Allg. RA.: Sech de Sch.ən broden (braten) am heissen Ofen sitzen Rip, Allg., — wärme SNfrk. Den hät sich de Sch.ə verbrannt ist schwer angelaufen Geld. Enem de Sch.ən schwart (schwarz) (blo) schloəhn ihn schlagen, dass die Sch. blutunterlaufen sind; eich schlihn die of en A (Auge), dat dir en Sch. blo get! Saarbg; en blo Sch. schw. stuten Sol. Ech tredden der och es (einmal) en Sch. schw.! iron. ich werde mich dankbar beweisen Sieg; dött (tut) mich dat Pläsier (den Gefallen), ich sall üch auch en bloə Sch. stösse! Aach-Stdt. Et Werkommen (Wieder-) es got för et Sch.əstuəten! iron. komme wieder Geld-Leuth; dou bös ock bedank för et Lehnen (Leihen); wenn de wiərkömms, krigs de wat för de Sch.ən! Mörs. Sich en bloə Sch. a jet stösse von unvorteilhaftem Kauf gesagt Aach. Et es alt (schon) besser wie e Stuss op en Sch. wenn das Einkommen auch wenig ist, es ist aber beständig WEif. Der löt (lässt) sech en Loch en de Sch. bohren er ist geizig, ungefällig Westerw. He hät Schwel (Schwiele) vör de Sch.ən kann viel vertragen Mörs, — et deck v. de Sch.ə er ist stolz Kemp, Dür-Scherpenseel. A.: Ik ka ni siehn. B.: Spann die Katte vör dr Sch.ə, da kas de s.! MülhRuhr, Mörs, Wippf. Schlohn öm vör de Sch.ən, wo de Jödd et Speck setten hät! Mörs. On later (später), dann stot se (die Kinder) öhr met de Klompen vör de Sch.ən Rees. — Schennəstər! Zuruf beim Schlittenfahren, Bahn frei Monsch-Rohren. — b. übertr. scherzh. Beine, meist in der Wend.: Sech op de Sch.ə mache sich aufmachen, eilen Rip, Allg. — 2.a. Lamelle von Holz oder Eisen. α. aus Holz; Holzspan, ca. 1 cm breite u. ½—1 mm dicke Streifen, die von den Ruten u. Gerten des Haselnussstrauches u. von fingerdicken Eichenloden oder

[Bd. 7, Sp. 1098]
Weiden abgesplissen werden; sie werden vom Korbmacher benutzt, um das Weidengeflecht zu stärken; vom Kurbelflechter (Teigkurbel), um das Stroh zusammenzubinden; auch Spankörbe, Kartoffelkörbe, Kuchenunterlagen, Obsthürden, Rückentragkörbe werden davon gefertigt; ekene Sch.ən makt me ut jongen, wüssigen (wüchsigen) Eken; de Ekenhölter werden im Dampf-gebäht, im Abdampf einer Dampfmaschine, in einem Kasten, im grossen Backofen, dat se dürchher gar sind; dann werden sie im Groəwen geritten (gerissen), kommen dann in den Weiher, wo sie ein paar Tage im Wasser liegen; dann es de Loh drut; dann werden sie in möglichst dünne Späne gerissen, 1 Zoll breit (kortspänig) Gummb-Berghsn, Allg. — Holzschienen benutzt man, das gebrochene Bein, den gebr. Arm zu binden; hat e Schof (Schaf) e Ban zerbrocht, da hellt (holt) mer poar Häselen on micht draus Schinncher on bend se mot Werk (Werg) gent (gegen) dat Ban Koch, Allg. — Beim Hausbau, die zwischen die Balken der Decke gestauchten Schollbretter Koch-Lutzerath. Die senkrechten Stückhölzer im Lehmgefach des Fachwerkes Goar-Boppard, die waagerechten St. im F. Monsch-Rohren. — Riegel am alten Türschloss May-Burgbrohl. — Wagenrunge Wittl-Cröv, MülhRh-Langel. — β. aus Eisen; Eisenbahnschiene Allg. RA.: Wer et längste left, de kret alles, de Iserbahn mot de Sch.ən Waldbr-Bladersb. — Eisenträger, das Gewölbe des Kellers, Stalles tragend Allg. — Eiserne Achse, Assenschinn, in der hölzernen A.lade Gummb. — b. übertr. α. Pl.: die holzigen Teile des Flachses Rees-Ringenbg. — β. senkrechte Pfeiler der Basaltlava, 4—10 Fuss stark May-NMendig. — γ. verächtl. aus der Nase hängender Rotzfaden Grevbr-Hackhsn. — δ. Pl. Karrengleise Saarbg-Tawern, Bernk-Schauren, Bitb-Cruchten Dahlem NStedem. — ε. in der Wend.: Der Schenn eje in der Diagonale eggen Monsch-Vossenack.

Schien-bein (s. S.) Allg. n.: wie nhd. RA.: Mer kann och en Fluh für et Sch. tredde Neuw-Unkel. Schien-butt -o- Dinsl m.: dass. Schien-fass i·n.əs Trier-Hermeskeil, Bernk-Malborn; -e- Rheinb-Queckenbg; s. auch Schimmes n.: aus Hasel-, Eichenschienen geflochtener länglicher Korb mit Henkel (auch schennəsse Korf Queckenbg). Schien-haken -ǫ- Saargeb. (Bergmspr.) m.: Nagel für die Schienen 2 a β. Schien-holz (s. S.) Siegld, Gummb n.: H., geeignet zu Flechtschienen. Schien-knochen Bernk-Crummenau m.: 1. –bein. — 2. übertr. verächtl. fauler Sch. Faulpelz.  PfWB Schien-nagel Saargeb. (Bergmspr.) m.: N. für die Schienen 2 a β; zum Festnageln des Gleises auf Holzschwellen; N. im Radreifen. Schien-pfeifen inpēpən Lennep-Radevormwald Pl.: -beine. Schien-stab -tf Daun-Neroth m.: Haselgerte zum Flechten von Körben.