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Rheinisches Wörterbuch 
 
Schicken-ball bis schidderig (Bd. 7, Sp. 1092 bis 1094)
 
 Schicken-ball igəbalə Kreuzn m.: Sch. oder Sch.bällches spiele Fangball spielen. Schicken-schellchen ekəę·l.χər werpe Köln-Rodenk Pl. n.: flache Steine über eine Wasserfläche hüpfen lassen.

schickeln -ig- OAltk, Siegld schw.: 1.a.

[Bd. 7, Sp. 1093]
etwas sch., rollen lassen, fortr., schibbeln, z. B. einen Ball, eine Kugel. — b. intrans. langsam, schlendernd gehen; bommelig sch., — herangeschickelt komme.2. abseits -ik- schaukeln Aach-SJöris. — Abl.: die Schickel(er)ei, dat Geschickel.

Schickel -ik-, Pl. -ələ Aach-SJöris f.: Schaukel der Kinder.

Schickel-rädchen Siegld n.: 1. ein runder Schieferstein u. ähnl. Kinderspielzeug. — 2. übertr. ein übermütiger, sehr lustiger junger Bursche.

schickern -ek- Mörs-Neuk schw.: sehr schnell laufen. — Abl.: die Schecker(er)ei, dat Geschecker.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB schicker -i- das aus dem Jüdischen schikkor, schachar »sich berauschen« stammende Wort ist verbr. an der Nahe, in Saarbr, Ottw, Saarbg, Trier, Wittl, Bitb, Aden, dann in Elbf-Stdt, Düss-Stdt, Neuss-Stdt, MGladb, Geld, Klev Adj. präd.: leicht betrunken, angeheitert; dau bes gut sch. Saarbg, Allg.; he es em Sch. Elbf; peigersch. total bezecht Klev.

be-schickert Goar-Weiler, Aden-Kempenich, Sieg-Felderhoferbrücke Part.: dass.

schickes -i- Kreuzn Adj. präd.: dass.
 
 
Schickes ikəs Grevbr-Wanlo m.: im Neckr.: De Drickes (Heinrich) es ene Sch.!
 
 
Schickes-chen -igəsχə Koch-Moselkern Sg. t. n.: scherzh. Gefängnis.

schickig = geschwollen s. bei Schick IV.
 
 
Schicko  zu frz. gigot? Sg. t. m.: 1. ale Sch. verächtl. altes, schlecht gepflegtes Pferd, Klepper Saarbg. — 2. in ach du Sch.! Ausdr. der Verwunderung u. des Bedauerns Siegld.

Schickor, Schickri = Zichorie (s. d.); schicks = schräge, schicksen = schräg pflügen, eggen s. schick II.
 
 
 PfWB  ElsWB Schickse igs, –ks, Pl. -sə(n), hebr. schicksel Allg. f.: verächtl. 1. Judenmädchen, Juresch. Allg. — 2. übertr. a. Französin Bitb-Wiersd. — b. Backfisch Rees-Elten Emmerich Wesel. — c. gern Demin. iksχə(n), –kskə, Liebchen, Schätzchen, vom poussierenden Mädchen bis zur Hure; verkommenes, verrufenes M.; wat hattste gister för e Sch.ke be dich? Kref, Allg.; Hannes, halt mir eis et Sch. fas, ech moss eis seichen; ech han achzehn Groschen dran hangen, ech well och mät im heimgohn Neuw-Asb.

Schicksen-geck Verbr. wie Schickse 2 b m.: Junge, der gern und viel mit Mädchen verkehrt.

Schicksel -səl, Pl. -ələ, –əln, Demin. -səlχə(n), –əlkə Allg. n.: 1. verächtl. Judenmädchen. — 2. Schickse 2.

Schidd = Kurzf. für Ägidius (s. d.).
 
 
schidde-dick idədik  Klev Adj. präd.: betrunken.

schidden -ī- = schütten II (s. d.).
 
 
Schiddern vereinzelt, Abl. geschl. im RRip u. Berg Pl. t.: irərən Kopfschuppen Altk-Isert. S. Schatter.
 
 
Schidderchen -ed-, Pl. -χər Merz-Losh n.: verächtl. mageres Weib.

Schidderich idəriχ, Pl. selten -ijə Mettm,

[Bd. 7, Sp. 1094]
Düss m.: verächtl. magerer, schwächlicher Mensch.

schidderig -idəriχ, selten -ed- geschlossen verbr. rrhn. Berg in Sieg, MülhRh, Wippf, Sol, Düss, Mettm, Remschd u. MülhRuhr, lrhn. in Eusk-Lechenich, Köln-Brühl Adj.: 1. schmächtig, mager, schwächlich, zart, klein gebaut, gebrechlich, vom Menschen; en sch.ə Kerl; en sch. Jöngelchen; der es su sch., dem kann mer et Brut em Lif (Leib) sinn (sehen). — 2. unansehnlich, u. deshalb nicht beachtenswert, nicht männlich u. verachtenswert; dat staats Mädchen hät en sch.ən Kerl gehirot.