Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Schalotte bis Schalunde (Bd. 7, Sp. 886 bis 889)
 
  PfWB  PfWB  ElsWB  LothWB Schalotte alǫt , Pl. -tə(n), –də(n) Allg. [ərl- Erk-Empt; əl- Heinsb; arl- Klev-Calcar; lǫt Kreuzn-Kirn] f. (vielfach Sg. t.): 1. Schalottenzwiebel, frz. échalote, allium ascalonicum [alǫdən u. lǫudən Zwiebellaub; Sch. schneit mer on de Schlot Koch-Laub]. — 2. übertr. a. verächtl. al Schalott altes, dickes Weib; alte Kuh Sieg-Fussh. — b. scherzh. altχə n.: Gefängnis Schleid-Reetz.
 
 
Schalp -a-, Pl. -pə Erk-Gerderath m.: ungedroschene Getreidegarbe.
 
 
Schälste ălstə, –ēă-, Pl. -stən Altk-Hellert u. an der Sieg, Siegld-Neunk OSchelden [-ā- Altk-Dernb (Kötting Mudersb u. -ę-); –ǫ- Weitef; -a- Alsd Elkenr], f.: 1. Kartoffel-, Obstschalen, Doffel-, Appelsch.2. übertr. scherzh. Tresse der Unteroffiziere; de es met den (Eərpel)schäalsten hemkommen Altk-Birten. — S. Schälze.
 
 
schalstern -a- NBerg in Remschd, Mettm-Cronenbg schw.: schallen (s. d.); s. schilstern. — Abl.: die Schalster(er)ei, dat Geschalster.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB schalten in sinnl. Bed. nur zu ā:l, –a- usf. Riegel (s. Verbr. bei Schalte); dann in der übertr. Formel sch. un walten schw.: 1. de Porz schale (schaue) das Hoftor schliessen durch Vorschieben eines Schieberiegels Dür-Golzh, Jül-Welld, Erckörrenz, Geilk, Heinsb, Sol; sonst im Geb. von Schalte (s. d.); de Porz (Dür) af-, ver-, zusch.2. übertr. in der Formel: schalen on wallen (-ā:-) uSaar, Saarbr (-a-), Neuw-Datzeroth (-a-); schaulen on waulen NBerg, Ess-Werden; schalde on walde Mörs-Xanten wie nhd. nach seinem Gutdünken, stetig arbeiten, ālən, einen, etwas üəwersch. übergehen (das Simpl. kommt nicht vor), ek sin üəwergeschall wuren obwohl ich an der Reihe war; vi wellen dis Mol ens üəwersch. mit dem Brotkaufen, vi hant es noch genugt Gummb-Schwarzenbergisch.

ab- schalten, ver- schalten, zu- schalten s. o.

Schalt ǫult, Pl. -tə Sol n.: ein waagerecht liegender eiserner Kasten, in den das Wasser aus dem Obergraben fliesst; der hintere Rand des Sch. ist das Radschütz, das vom Innern des Schleifkottens bedient wird; et Sch. optrecken.

Schalte, Pl. -lə(n); ǫ·u., Pl. -ən, Demin. ·ŋ.kə f.: 1. zu Schiebendes a. eiserner Riegel zum Schieben, durch eine Schlaufe (Schläupe) gehend, bei Holztoren, Garten-, Stalltüren, am Fensterladen (der hölzerne R. Wirbel, Wilber) Verbr. Rip, Berg, Erk, Klevld (abseits a·l. Saarbg-Faha,

[Bd. 7, Sp. 887]
Koch-Pommern), u. zwar RRip, Bo, Köln, Wermelsk ā:l; LRip von Monsch, Schleid, Ahrw (u. Neuw-Linz -ę-) an a·l. (Rheinb, Bo, Köln, Aach-Warden auch -ā-) [diese lrip. Form a·l., entsprechend der östl. sndfrk F., ist für das LRip auffallend; man erwartet ā:l], OBerg -ā:-, –ā- [Gummb-Lieberhsn Müllenb Rodt ǫlə; Homburgisch auch ø·l.χən]; NBerg ǫ·u.l [Lennep-Dahlerau Honsbg Linde (--) Ronsd ǫl(ə); Düss-Benr ǫ·l.; Stdt -a-]; Monsch-Lammesd Rötgen Simmerath Witzerath Zweifall, Eup (Stdt ǫ), Aach, Jül-Laurenzbg (u. a·l.), Geilk, Heinsb, Erk-Gerderhahn Wegbg, Kemp-Hagenbr Süchteln (u. a·l.), Geld-Wachtendonk ǫ·u. [W- Selfk ǫ·u.w; Heinsb-Havert :; Schalbr :w]; sonst SNfrk a·l. [Kemp-Breyell ·l.kə]; Geld, Mörs al, a·l. [Geld-Herong Wachtendonk ǫ·u.; Wankum ; Straelen i, Hinsbeck ər]; Klev ālt, -a- [Schenkenschanz --],, rrhn. MülhRuhr ǫ·u.l; Duisb, Ess, Elten ǫ·l.; Dinsl l; Emmerich al; Dinsl um Görsicker Spellen, Rees um Mehr -ā- [Haffen -ā- u. -ǫ-]; dohn (mach) de Sch. op de Porz (Dür); flenk de Sch. drop.b. Schieber im Ofenrohr, zur Regelung der Heizung, Oəvesschau Kemp-Süchteln. — c. a·l. an der Aussenseite des Schweinestalles über dem Trog angebrachter Klappdeckel (der mit einem Riegel geschlossen werden kann) Kemp-SPeter UWeiden. — d. ā:l viereckiger, flacher, grosser Nachen (fährenähnlich), zum Übersetzen von nur einem Wagen, Pferden udgl. über den Rhein, bes. bei starkem Treibeis, wenn die Ponte ausgefahren war, oder bei Orten, wo keine Ponte war, Rhein von der Ahrmündung bis Köln; dann a·l. Neuss, Düss, Nrhn. — 2.a. z. B. im Geb. südl. von 1 a. a·l. ein Stück Holz in dem Galgen des Vorderpfluges, auf dem der Grindel seinen Halt hat May-Kollig, Kobl-Kärlich (n.), Neuw-Dierd, Goar-Niederbg. — b. al Durchbruch, kleines Fenster zwischen Wohnzimmer u. Küche, mit einem Holzkasten eingefasst, zum Greifen u. Abnehmen der Schüsseln mit Essen u. der Kochtöpfe Wend-Reichenb, Birkf; āl Goar –N- Gondershsn; ālχə Morshsn; əlχən kleines Oberfenster Wittl-Eisenschmitt. — c. ā:lt tiefe Stelle im Fluss oder Bach Monsch-Ruhrbg; a·l. seichte Stelle Dür-Pier. — d. o·u., Pl. -ə, Demin. ·y.kə Rispe bei hafer u. Gerste Jül-Stetternich, Aach-Bardenbg Büsb Herzogenr Höngen Walheim, Geilk-Frelenbg Gangelt Immend, Heinsb, Erk-Wegbg; der Haver es e jen Sch.ə; Selfk (ǫ Erk-Doveren). — e. Bohnenschote Aach-Alsd Büsb Breinig.

Schalt-baum a·l.bōm MGladb-Viersen m.: Vorschiebebaum vor der Haustüre. Schalt-brett salbrt Simm, Bernk (Hunsr) [ęl- Birkf-Herrst Idar, Simm-Gehlw, Zell-Sohren, Bernk-Irmenach] n.: ein schmales Br., dessen Länge etwa dem Abstand entspricht, den die oberen Leiterbäume haben, wenn sie auf dem Wagen aufgestellt sind; es hat an jedem Ende eine Öse, die entweder nahe dem Ende kreisförmig in das Holz eingeschnitten

[Bd. 7, Sp. 888]
ist oder aus einem angesetzten Blechstreifen von fast Kreisform besteht; diese Öse passt genau in das Ende des Leiterbaumes; die beiden Sch.bretter (eines an den vordern u. eines an den hintern Enden der Leiterbäume) werden mit den Ösen über die Enden der L. geschoben, verbinden also die Enden der Leitern u. halten sie in ihrer Lage fest; damit sie selbst nicht über die Enden der Leiterbäume hinausrutschen, sind diese vor den Ösen senkrecht durchbohrt; in jedes Loch wird von oben her ein eiserner Zapfen gesteckt, der oben u. unten über die Öse hervorragt, jeder Z. hat am oberen Ende einen Ring mit einer kleinen eisernen Kette, die mit dem anderen Ende am Leiterbaum befestigt ist. Schalt-eisen a·l.- Verbr. wie Schalte 2 a n.: Schalte 2 a. PfWB  ElsWB  LothWB Schalt-jahr (s. S.) alt- wie nhd. [āl- Bitb-Mettend; alək- u. alt- Siegld] n.: wie nhd. RA.: Sch., Kaltjohr Köln, Trier. Sch. es e Schalksjohr Koch. — Volksgl. Was man im Sch. unternimmt, missglückt; Kälber, im Sch. aufgezogen, verunglücken Allg. Im Sch. dürfen die Mädchen freien gehen (scherzh.) Simm-Schlierschd, Bernk-Wehlen, Schleid-Hellenth; im Sch. geht das M. zu seinem Burschen, die Ostereier aufheben (sonst umgekehrt) Bitb-Holsthum NWeis. Schalt-türe aldīər Koch-Bruttig f.: Dachfensterchen.

Schalten-schmied (s. S.) ǫ·u.lən- NBerg (veralt.) m.: Schm.; der eiserne Riegel verfertigt. Schalten-stein ā:lətēn Bo verbr. m.: St. mit Loch in der Mitte unter dem Hoftor, in den der Riegel eingeschoben wird.

 PfWB  ElsWB  LothWB Schalter Sg. u. Pl. m.: 1.a. ǫ·u.ər f. Riegel jeder Art Kemp-Brüggen Lobberich; lər Gummb-Pernze; -a- Schleid-Ettelschd. — b. aldər ein Stück Holz in dem Galgen des Vorderpflugs, worauf der Grindel seinen Halt hat Neuw-Ebschd. — 2.a. alərχə n. kleines Fenster zwischen Wohnstube u. Küche mit Holzkasten, durch das die Schüsseln mit Essen hereingereicht werden Simm, Birkf, -ę- Altk-Hellert; aldərχən kleine Öffnung an der Türe Merz-Erbring; -ę- kleine Fensteröffnung Saarl-Hüttersd; ęălər Fensterladen Koch-Poltersd. — b. aldər m. Post-, Bahnschalter, nach dem Nhd. Rhfrk, Mosfrk; sonst altər n. [Elbf ǫ·u.lər n.]. 3. nach dem Nhd. der Lichtschalter, Allg.

Schalter-loch alər- Birkf-OTiefenb n.: Wühlloch der Hühner.

Schälter ę·l.ər das veralt. Wort ist noch bezeugt in Wittl-Meerf (--) Krinkhf Pantenbg, Koch-Faid Gevenich Leienkaul Ulmen Weiler, May-Münk Nachtsh, Daun-(Deudesf --) u. Aden, Neuw-Breib Ratzert Sayn, Altk, Siegld, Waldbr-Dreisel Wildbg Eckenh (-a-) Sg. u. Pl. m.: 1. der kurze zweiarmige hölzerne Hebel am alten Türschloss, dessen glatten Aussenteil man mit dem Daumen niederdrückt, um im Innern den längeren einarmigen Riegel aus dem Sperrhaken zu heben; auch war dieser Riegel mit einem Lederriemen versehen, der durch ein Loch der Türe nach aussen führte, an ihm zog man von aussen den innern

[Bd. 7, Sp. 889]
Riegel in die Höhe; auch Vorreiter an der Scheunen-, Aborttüre udgl., ein um eine Schraube drehbares Holzklötzchen, das zum Öffnen der Tür hochgestellt u. nach dem Schliessen der T. quergestellt wird. — 2.a. Haken am Wechselpflug, der am Häd (Kopf) festhält Siegld-Irmgarteichen. — b. Hemmhaken, der sich zwischen die Zähne der mit einem gezahnten Rand versehenen Schällerrade einklemmt Siegld. — c. zur Verbindung zweier Holz- oder Eisenteile dienender Durchstecker, in der Bergmspr. Siegld, Altk.

Schälter-moos -ęlərmǫs Altk-NFischb n.: eine Moosart. Schälter-rad Siegld n.: unten am Webstuhl sitzendes Rad, dessen Achse den letzten Baum des W. darstellt, auf dem das fertige Tuch aufgerollt wird.

Schältster ǫ·u.lstər Mettm-Cronenbg f.: Türriegel.

schalu = hinterlistig s. schalus.
 
 
Schalucken  Trier-Heidw Pl. t.: verächtl. plumpe Schuhe.

Schalunde alondə  Siegld Sg. u. Pl. f.: Stoffpuppe, auch Schalondebobbe.