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Rheinisches Wörterbuch 
 
anschaffen bis schafferig (Bd. 7, Sp. 864 bis 866)
 
 an -schaffen: 1. sich etwas (einen) a., zulegen; sech en Haus (en Hond, e Steck Vieh, en Frau, Kanner) a. Allg., auch Geb. 2; RA.:

[Bd. 7, Sp. 865]
Schaff der en Hongd (Hund) an, de der de Füschlä (Vorschläge) fresst! deine Ratschläge taugen nichts Waldbr-Bladersb. — 2. den Stock (Rebstock) hot gut ugeschafft ist mit Trauben dicht behangen Trier-Mehring. Schaffan afān  Sg. t. m.: 1. der erste im Hause; der well Sch. siən er will sich vordrängen Kref-Fischeln Linn; Mann an der Spitze, Rädelsführer Bergh-Elsd. — 2. Wirtschafterin, Haushälterin Kref-Stdt. — 3. ene Sch. jmd., der im Haushalt alle möglichen Arbeiten verrichtet, dem jede Arbeit aufgehalst wird, der alles besorgt u. einkauft Köln-Stdt, Elbf, Dinsl. aus -schaffen: 1. de an (eine) Kaul (Schiefergrube) as schunn ausgeschafft erschöpft Mayf, Koch-Laub. — 2. am Ende sein. En hot ousgeschafft ist tot Bitb-Nweis.  PfWB bei -schaffen: 1. etwas b., aufbringen; wat die fresse, es nit beizeschaffe Allg., — 2. sich b., eine Arbeit einholen; et werd nit lang dauere, dann hon ich mich beigeschafft Rhfrk, Mosfrk.  PfWB  ElsWB er -schaffen: etwas e., erringen; wat mer sich erheirot, dat brauch mer net se e. Merz-Losh.ver -schaffen: 1. etwas v. a. en verschaffte Hand durch schwere Arbeit gelitten, z. B. verstaucht, mit Schwielen behaftet Mos, May. — b. an andere Stelle bringen. α. Erde umarbeiten, mit Dünger versehen Goar. — β. verschleppen, verlegen, dass man es kaum wiederfindet Rhfrk, Mosfrk. — γ.Geld u. Gut v., verbrauchen, verschwenden Trier-Heidenbg. — 2. sich v., sich verarbeiten, zu viel, zu stark arbeiten, sich sehr anstrengen Rhfrk.  PfWB  ElsWB vor -schaffen: de Kuh schafft vor, — hot vorgeschafft bei Gebärmuttervorfall u. Nahe.

Schaff-baum -ō- Bitb-Dudeld m.: Webbaum, auf dem sich das Tuch aufrollt. PfWB Schaff-kleider (s. S.) Rhfrk, Mosfrk Pl.: Arbeitskleider. PfWB Schaff-leute (s. S.) ebd. Pl.: Arbeitsleute. PfWB  ElsWB Schaff-mann ebd. m.: Arbeiter, bes. ein tüchtiger A. RA.: Klafmänn (Schwätzer) sen gen Sch.männ Schleid-Hellenth. Schaff-nagel (s. S.) Prüm-Burb m.: dicker Nagel in Arbeitsschuhen. PfWB Schaff-narr Rhfrk m.: einer, der närrisch aufs Arbeiten ist; ich schaff mei Arwet, awer e Sch. sen ich net (käner). Schaff-platte -bladə Siegld f.: Wirkplatte unter dem Ärwetsloch des Puddelofens; der Puddeler ballte darauf mit dem Luppenhoch oder Rappe das aus dem Ofen gezogene gare Eisen zu Luppen zusammen, in der Spr. der Hüttenarbeiter (veralt.). Schaff-rat -- Saarl-Dilling Sg. t. m.: Arbeitskleider. Schaff-scherer -īrər Saarbr m.: Arbeiter auf der Glashütte. PfWB Schaff-schuhe (s. S.) Rhfrk, Mosfrk Pl.: Arbeitsschuhe. PfWB Schaff-schürze (s. S.) ebd. f.: Arbeitsschürze. PfWB Schaff-tag -dā Saarbr m.: Arbeitstag unter oder über Tage, in der Bergmspr. Schaff-wolf Kreuzn-Kirn, Merz-Zwalb m.: -narr. Schaff-zeit Rhfrk, Mosfrk f.: (rechte) Z. zum Arbeiten.

Schaffe af Birkf Sg. t. f.: Handarbeit der Frauen bei ihren Zusammenkünften; hosde dei Sch. bei der?

 PfWB  ElsWB Schaffener Sg. u. Pl. m.: nach dem Nhd.; Eisebahnsch.

ver-schaffenieren fərafənī:rən  Bitb, Prüm; -awe·i.jərn  Saarl-Berus schw.: etwas v., verunstalten, beschädigen, verderben, für seinen

[Bd. 7, Sp. 866]
Zweck unbrauchbar machen; hen hät den Anzog verschaffeniert; hen hät sech beim Fallen vam Wagen et Gesit (Gesicht) v. Allg. (s. verrungenieren (-ruinieren), -schängelieren (-schändeln). RA.: Wen sech de Nos ausstecht, de verschaffeniert se ganz Gesicht Allg.

 PfWB  ElsWB  LothWB Schaffer -fər Sg. u. Pl.; -fə(r), –fi, f. -ə(n) [-ę- Birkf-Idar, Saarl-Überherrn] Rhfrk, Mosfrk, (u. -fərt) auch Rip mögl., einer, der gut, fleissig u. viel arbeitet. RA.: Dat as e Sch. (Faulpelz) wie der Deiwel e Kreizdriejer (Kreuzträger) Saarbg-NSöst; E guder Anhaller (Anhalter, Durch-) es besser wie e schlechter Sch. Saar, Birkf (u. e g. Kommandeerer). Wer sich gern an der Arbeit vorbeidrückt, is dem Sch. sei Brure (Bruder) Simm-Laub.

schafferig Wend, Trier-Mehring Adj.: zum Schaffen, Arbeiten geneigt, arbeitsfreudig; er es sch.; et es mer gar net sch.