ein -sacken: ech han gehürig engesackt viel beim Spiel gewonnen Sieg, Berg.nach -sacken nachsinken: der Boddem sack emmer no Rip, Allg.ver -sacken: 1. trans. a. die Berge gen versackt die abgebauten Strecken werden wieder mit Bergen zugebaut, in der Bergmspr. der bęrjəvərsak (Das kommt alles en de Bergeversak) im Gegensatz zum Sand- oder Spilversack, wobei mit Wasser das Füllmaterial (Sand usw.) in den Versack gebracht wird Ottw-Sulzb, Saargeb. — b. die Kuh hät de Höpp (Hüfte) versack ist hüftlahm Emmerich. — 2. intrans. versinken, bes. vom Wasser Verbr.; e versackt Fraumensch liederlich Kreuzn-Waldalgesh. Ab-sacker Geld, Mörs, MülhRuhr, Rees Sg. t. m.: scherzh. ein letztes Schnäpschen; ek nehm min noch en Afs. (oder Afsackertje).
PfWB PfWB ElsWB Säcker uNahe, Sieg (Winzerorte): 1. Sg. t. m. der zusammengepresste Traubenkuchen auf der Kelter; ei S. Treschtere. — 2. sęgərə Pl. t. dass. bei gepressten Birnen Goar-Langschd.
PfWB Säcker-messer (s. S.) ebd. m.: M., zum Schneiden des Säckers, an der uNahe auch zum Graben von Wiesenrinnen gebraucht.
PfWB sackig Adj.: 1.a. -ǫ-, e Stöck s. Longk Land mit Vertiefung Kemp. — b. -a- schlaff, flatternd herunterhängend May-Monreal. — 2.a. -a- begehrlich, geizig Aach-Berensbg. — b. s. kal sehr k. Aach-Merkst. [Bd. 7, Sp. 683]
sacksen -a- schw.: intrans. 1. die Sumpfstelle, der Steg sackst sinkt ein May-Stdt. — 2.a. schnell gehen Prüm-Rommersh. — b. beim Gehen die Knöchel aneinanderreiben Koch-Stdt.
sacker = heilig in Flüchen s. saker.
säckerig -ęk- Mörs-Camp Adj.: verwöhnt, von einem Kinde.
säckern -ęg- vereinzelt in Ottw-Theley, Saarbg-Greimerath, Bernk-Berglicht schw.: knistern, vom Feuer.
sackig, sacksen s. o. bei Sack.
Saddel -ad- = Sattel (s. d.).
Saddel-läppchen zadəl- Saarbg-Cahren; -ęd- May-Wassenach n.: Geiferlätzchen der Kinder; s. saitern, sallen ‘geifern’. Saddel-lätzchen -ad- Saarbg-Trassem n.: dass.
Sadder -ad- Wittl. Sg. t. m.: Schlamm, klebriger Schmutz.
Sade = Sorte (s. d.); Säde = Säkorb s. bei säen; Sadebaum s. Seven-; Sadel I = Sattel (s. d.); Sadel II -:- = Teil eines Feldes, abgeteilt zum Säen s. Satel; Sädel -d- = Hühnerstall s. Sedel; sädern -- = seibern s. saitern.
Sadrach sādrax Simm (veralt.; bei W. O. von Horn) Sg. t. m.: eigentl. der erste der drei bibl. Männer im Feuerofen; nur übertr. Drache von einem Weibe.
NRhWB PfWB ElsWB LothWB säen das Wort ist allg., u. zwar Rhfrk sə, sēə; Mosfrk z·ə.n [NSaarbg -e·i.-; Trier-Stdt -ī:j-, Trier-Ld n. Mos, Wittl, Bitb, Prüm -ī:-, hn ziχt, Part. gəziχt; Trier-Schleidw hn sit, Part. gesit]; Kobl z:jə; OAltk s:n, Siegld s; nördl. sjə; RRip z:nə; [MülhRh auch zī·ə.n] LRip z·ə., mehr zī·ə. [Dür-Stdt Geich Langerwehe zī:də; Monsch, Aach, Jül, WDür, Schleid-Glehn zī·ə.nə; Malm zī·ə.; Part. jəzi:χt]: OBerg zən u. zjən; NBerg sęiən [Mettm, Düss hier u. da zī·ə.nən]; Eup zī·ə.; SNfrk in der Selfk zi·ə., sonst zī·ə.nə (jəzęt); Klevld z·ə.(n), –ai- schw.: 1. wie nhd., vom Getreide u. andern kleineren Samenkörnern, die mit der Hand ausgeworfen werden; vom grösseren Samen, den man einzeln in die Erde bringt (Erbsen, Bohnen udgl.), setzen, Nfrk poten. — S. gohn ins Feld (s. fahren Nahe, Saar, Bitb, Prüm); mer sen am S. die Säzeit ist da; fröh (spät) s.; dönn (deck) s., nur su drüvver s. dünn s. (lauter s. Trier-Mos); strifig (streifig) s. ungleich s.; op Gäng s. dass.; dat Feld (Stöck) han ech (es) gesät; en g. Feld; Somen (Soot) s.; Geərsch, Haver, Korn (Roggen), Schlot (Salat), Murre udgl. s.; gesäit Gras Raygras Geld. — Bauernregeln über das S. Frih s. deht selde got; spot s. deht kes (niemals) g. Eif; te fruhg gesaijt es selte gut, te lat g. es gorniet gut Klev. Wer fr. sät, brauch beim späde net ze kafe (kaufen) Neuw. — hot de Zeit vor sich; wer sp. s., hinner sich Bernk-Hottenb. Der Bauer sät frih un spät; er wäss (weiss) net, wie't gerät Merz-Büschf. Fröhch on spot s. wess mer net, deck on dönn kennt mer net Dür-Golzh. Ze deck on ze dönn gesänt es der Mosse (Massen) gen Sülzt. Et Koren (Roggen) deck s. dreift de Bauer vam Gut Prüm-Ihren. [Bd. 7, Sp. 684]
De Hedelesch (Buchweizen) muss esou denn gesicht gen, dat en Schof dro ka lämmen Prüm-Ihren. We deck säiht, bruck kenn Schür te baue Dinsl-Gahlen, — de Sch. net gresser ze mache (baue) Bernk. Wer iwer Wenter ze denn un i. Summer ze dick sät, brauch sei Sch. net gresser se m. Bernk-Hottenb. Kalt mihen (mähen), def (tief) s. broch de Bauer de Scheier (Scheune) net ze hihen (erhöhen) Prüm-Willwerath. Wenn de Krohn (Krähe) es net weck (weit), da es für ze s. huh Zeck (hohe Zeit) Dür-Geich. Aine Dag fir Jehannsdag gesät daht (tut) acht Dag em Reifen (reif werden) Koch-Laub. Bauer, sä Kor, da beaste net verlor! May-Polch. Barthelemis, Buər siə! Kemp-Dülken. Uf Michelsdag gesät es net se frih un net se spät Kreuzn. (s. weiter bei Michel). Allerhölligesoot as dack (oft) gut gerode; doch soll de Vatter dem Sohn net bərzehlen (erzählen), dat en no A. noch Kor geset Trier-Mehring. Mer soll de Flass (Flachs) op Zelvosdag (Servatius) s. Prüm. De angersch (anders) neit en kann, siəhnt dem Bukend (Buchweizen) öm zint Jann Kemp. Wenn et stell va Wengk (Wind) es, es got Havers. Monsch, Aach, SNfrk (s. weiter bei den einzelnen Samenarten u. Kalenderheiligen). — RA.: Wie geset, su geschniet Eif, — esu gemiəhnt Aach. Wer got siht, der g. miht; wer g. schmert, der g. fährt Köln-Stdt. We neit (nicht) en siət, de neit en miəht Eup, Allg. Wen neist sitt, den n. mitt; wen n. micht, den n. zerbricht Trier-Schleidw. De fruhg säiht, de fr. mäiht Geld-Kevelaer. De hat op kenen godden Grong (Grund) gesäit hat keinen Erfolg trotz aller Mühen Barm. Dat kann me wahl s., ävver nit poten (pflanzen) Geld-Leuth, Elbf. A.: Wat säste? B.: (der Säer): Et ös gesät, et wiəss (wächst) at Rheinb-Meckenh. Et is so still, mer ken (könnte) Morde (Möhren) s. wenn niemand der Anwesenden redet Simm, — mer könnt Kleesomen s. Trier, Bitb; et es got zem Hawers. Siegld-Netphen. Öme (einem) schlete (schlechten) Som s. über einen nicht vorteilhaft berichten Eup. In (hinner) dem sei Ohre kammer Riwe (Rüben) s. so schmutzig sind sie Rhfrk, Mosfrk. Siə et op et Dingt (das deine), da könnt et och üt et D.! Eup-Herbesth. De hät vam Kerchtur (-turm) us gesiənt der Fuhrmann, der hier u. da Klee für sein Pferd stiehlt Jül. — Et (Geld) leit (liegt) erom wie gesiet; de Kopp voll Leis wie g. Trier, Allg.; dat arm Kend es voll g. voll Sommersprossen, Pusteln Merz; die Äppel falle wie g. Geld, Allg.; de Erdäppel lige en de Erd wie g., — als wann se dren g. wöre Rip, Allg. Et wiəss je no ongen (unten) ongesät? der Bart Sieg-Leuschd. — Volksbr. In das Getreide, welches gesät wird, werden einige gesegnete Körner getan Prüm, Malm; beim ersten S. wird das Kreuzzeichen gemacht u. ebenso beim jedesmaligen Anhängen des Säkorbes; der erste (u. letzte) Wurf wird über Kreuz geworfen Verbr., aber veralt. De erscht Hand voll werft de Bauer uf de Weg, vor die Vole, de letscht H. werft er so hoch, wie's Kore were soll Kreuzn-Pferdsf. Man nimmt drei Saatkörner in den Mund u. hält sie so lange [Bd. 7, Sp. 685]
im M., bis gesät ist; dann gehen die Vögel nicht an die Saat u. holen sich nur die drei weggeworfenen Körner (veralt.) Sieg-Eitorf, Kemp-Vorst, Mörs-Labbeck. Hat man gesät, so bekreuzt man den Acker u. spricht: En Goddes Name (ich han et Menge gedonn, dohn nu et Denge) Köln-Sürth, Allg.; es wachs on gedeih in G. N.! Ottw-Aschb; Gott, wald, Jesus. w., im N. der allerheiligsten Dreifaltigkeit! Bernk-Filzen. In G. N. un sint Margret, et mag ous dann glöcken oder net! MGladb-Bockert. Nach dem S. schlägt der Bauer mit der Schaufel ein Kreuz auf den Grund Kemp. Jed Derchen (Tierchen), wat gäht dron beissen, dem soll sei Pänzchen zerreissen! Bernk. Gesegneten Palm setzt man nach der Palmenweihe oder Ostern an die vier Ecken des Feldes Allg. — Man sät Klee bei jungem Licht, damit er gross werde, Runkelrüben, Möhren, Zwiebeln im alten L., damit sie nicht zu schnell in Samen schiessen, Blumensamen bei Vollmond, damit die Blumen voll werden; Erbsen, Flachs, im jungen L. gesät, blühen sich tot Allg. Der daran nicht Glaubende sagt: ek säj niei in de Mon (Mond), ek s. in et Land Klev, Allg. — Übertr. in der Wend.: Die (Menschen, Sachen) sen dönn gesänt solche M. (S.) mit derartigen Eigenschaften kommen selten vor Sieg, Allg. — Abl.: die Säerei.