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Rheinisches Wörterbuch 
 
verrolzen bis Römerstrasse (Bd. 7, Sp. 495 bis 497)
 
 ver -rolzen: das Bett, Gras udgl. v., in Unordnung bringen; ühr seht verrölz us zu Kindern, die miteinander gerolzt haben Rip, Allg.zer -rolzen: dass. Allg. (nicht Rhfrk).

Rolz -ǫ- u. -- Neuw-Rodenb Sg. t. m.: in der Wend.: Seirər (seid ihr) of der R. gewest? habt ihr euch gerolzt?

 PfWB  ElsWB  LothWB Rölz -ø-, –-, Pl. -tsə Schleid-Marmag, Monsch-Witzerath (rts), Aach-Merkst, Sieg-Eitorf Fussh; røltsχə, Pl. -χər Köln-Stdt m.: Junge, der gern rolzt, Wildfang; junges, wild ausgelassenes Mädchen, das gerne mit Jungen rolzt.

 PfWB Rolz-bock Saarbg-Wellen, Goar-Weiler, Koch-Ellenz, Trier, Wittl, Bitb, Prüm [roltsə- Bitb-NWeis, Prüm-Weinsh] m.: 1. ein Kind, das gerne im Spiel rolzt, bes. ein wildes, ausgelassenes Mädchen, das gern mit Jungen rolzt. — 2. rolsəbuk lān Purzelbaum schlagen Simm-Schlierschd. Rolz-boken -:g- Trier-Olewig m.: -bock 1. Rolz-bruder -ō:d- Wittl-Meerf m.: dass. (auch für ein solches Mädchen). Rolz-futte -fot Monsch-Witzerath f.: dass. Rolz-kittel -id- (s. S.) Neuw-Dattenbg, Dür-Heistern m.: dass. Rolz-kopf røltskǫp MülhRh-Heiligenhs m.: dass. Rolz-püngel røltspø·ŋ.əl Dür-Weiden m.: dass.

Rolzer Sg. u. Pl. m.: 1. einer, der gerne rolzt Allg.; Buərolsər sehr verächtl. Mädchen, das gerne mit Jungen rolzt; Märer- Junge, der gern mit Mädchen rolzt Rhfrk. — 2. Heuschrecke Simm-Argenth.

rölzern -ø- Köln schw.: rolzen.

 PfWB  ElsWB Rolzert -tsərt, Pl. -dən Prüm m.: einer, der gern rolzt.

Rölzes røltsəs Rheinb-Flamersh Sg. t. n.: scherzh. Bett, zu Kindern.

rolzig -o-, –ǫ-, –ø-, –- Adj.: 1. gerne rolzend Allg. — 2. übertr. brünstig. a. -ǫ- vom Mutterschweine Altk-Ingelb; -ø- Eup. — b. --, von der Katze Altk-Bachenbg Hilgenr Breitschd, Aden-Hausten Weibern, Ahrw-Gönnersd Hain Schalkenb; -e- Aden-Hanneb Wollschd; -o- Kaltenborn, May-Ettring; -øy- Waldbr-Lindenpütz. — c. -ø- von der Stute Monsch-Hammer, Eup.

[Bd. 7, Sp. 496]

rom, röm = herum (s. d.); Rom I -:- = Stange s. Ram; Rom II -ō-, –- = Sahne s. Raum I.
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB Rom III das Wort ist allg., u. zwar rō:m, selten im Geb., wo ô > ū: wird, rū:m [ru·m. Prüm-Mürlenb 1860; rū·ă.m Elbf; -ū·ə.- Aach-Stdt; rū·ə.mə Eup, Aach-Merkst, Selfk, Geld-Leuth; rō:mə Geld, Mörs] Sg. t.: 1. Rom, der Mittelpunkt der kath. Christenheit, die Hauptstadt Italiens. RA.: R. es net en enem Dag gebaut nur Geduld Rip, Nfrk. Ein Kind R. kike (siehn) loəte es mit beiden Händen am Kopfe in die Höhe heben Eup, Aach, Geilk, Heinsb, MGladb-Rheind, Kref-Bösinghv. Je noəhde (näher) (korter) bei R., je schleəter (kalter, gottloser) der Kres Aach, Rip, SNfrk, Mörs, Siegld, Prüm-Mürlenb, Saarl-Berus. He es en (no) R. gewesen on het den Papst net gesenn (net för Gesech kreəgen) hat das Wichtigste übersehen Elbf, Allg. Wat lit (liegt) medde en R.? O MGladb. Alle (Jeder) Weg gohnt (führen) no R. Rip, Berg, — on wenn e durch den Kuhstall geiht es kann einer von unten auf zum höchsten Gipfel der Ehren emporsteigen Ess. All frons (fragens) kömmt mer no R. Malm-Bütgenb Nidrum. Ih (ehe) ech dat däht, lef (lief) ech lever mot em Pitterzillijeblatt no R. Ahrw; de mott jet Grous gelöəte (belöəte); de öm en P. no R. rest (lief) Geld-Leuth, Eusk. Wenn mer ene Esel no R. scheck, krit mer e gris Dier wiər Dür-Hastenr. Die mossen iərsch e Vierdel Eier no R. schecke Dispens einholen, wenn z. B. Vetter u. Kusine heiraten wollen Eusk. Scheck (drag) no R. en Koh, da hirots de di Mo (deine Mutter) durch Bestechung ist alles zu erreichen Dür-Gürzenich. Gründonnerstag, wenn beim Gloria alle Glocken läuten, gohn (flege) de Klocke no R. Brei (Papp, Weck) esse Rip, Allg. Hät gej van de Nacht de Klocke gesiehn, sej trocke (zogen) öwer hohge Bome; sej tr. wäll ower den diepen Rhin; sej sin nor R., nor R.; now es et stell en de Kerketorn en st. op Märt (Märkten) en Strot (Strasse); dor blost gen Trompet, dor klengt gen Horn, die Freud hät ons verlote! Klev. Dat Metz es so schleh (stumpf), do kannste op no R. riən (reiten) Berg. Wenn mer enem Här (Geistlichen) am Rok zibbelt (un enen H. stisst), bampelt et bas no R. (dan juckeln se al bis R.) Prüm, Trier. Op de grönen Weəgen, woə de Vüəgel leəgen, woə dat Mädschen de Klenke schleht, woə de Weəg no R. geht, doə hängk dat Speck, doə frett de Geck, doə rusch (rauscht) die Mölle, do drenk dat Fölle, aho, a., a.! Kinderld. Kemp-Dülken. Marie, Priə, Prummelepriə, leg dech en de Buəhne, wenn der leve Sommer könnt, trecke ver no R. Aach-Würselen. Jännje van R., sett de Klömpkes (Holzschuhe) bej't Für; Moder koekt Bohne, et Bröche (Brot) es dür (teuer)! Geld-Schravelen (1840 zur Zeit der Teuerung). Er hürt ze R. de Klocke lögge (läuten) hört sehr gut Rheinb-Queckenbg. Töschen (zwischen) hier on R., et sin gen Ipe

[Bd. 7, Sp. 497]
(Ulmen) en gen Esse (Eschen); gej söllt et niet en sit gej ok met owe sesse (zu sechsen)? das Sternbild des grossen Himmelswagens Geld-Weeze. — 2. -ō:-, –ū:- kleiner Ort bei Prüm-Mürlenb. RA.: dem Kinde de R.ər Kih weise es mit beiden Händen am Kopfe in die Höhe heben Prüm-Mürlenb, Daun-Salm.

Rom-fahrt rū·ə.məfāt Aach-Steinfurt f.: Besuch der Kirchen, von einer zur andern gehen, gewöhnlich Karfreitag; no de R. goəhn.

 PfWB  ElsWB Römer Sg. u. Pl. m.: 1. wie nhd. (kaum angewandt). — 2. übertr. Weinglas Verbr. in den Städten; e Römerje Likörgläs-chen Aach-Stdt.

Römer-birne rę:mərbīr Saarbr-Lauterb f.: B.sorte. NRhWB Römer-fahrt f.: 1. Prozession am Palmsonntag Köln-Stdt (scherzh. auch Möhne- u. Ühmefahrt). — 2. übertr. a. grosse Tour Sol. — b. in der Wend.: Et ös jo ken Rümerf. kein weiter Weg Sieg-Ägid. Römer-katechismus -kadisəmus May-Stdt m.: ein Klickersp.; ein Klicker liegt allein; ein Spieler schnellt nach ihm, ohne ihn zu treffen; er hat einen Kl. neben den erstern zu setzen, u. so bildet sich oft eine lange Reihe; ein Treffer darf den getroffenen Klicker u. alle rechts davon liegenden nehmen. PfWB Römer-strasse (s. S.) f.: im Hunsr u. in der Eif liegende alte R.