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Rheinisches Wörterbuch 
 
abrennen bis Renntier (Bd. 7, Sp. 355 bis 357)
 
 ab- rennen: 1. etwas a. a. durch Rennen beseitigen; RA.: Dau werscht dir dat Hor (Horn) noch afr. noch im Leben Lehren annehmen müssen, sein Übermut wird sich schon legen Mosfrk, Allg.; dau häscht der dein Schouh schein obgerannt durch Rennen abgenutzt Merz, Allg. — b. eine Strecke a. (mit ‘sein’ u. ‘haben’), von einem Ende zum andern ablaufen; wat hät dir stäwig (staubige) Schouh, mer mänt, dir hät de ganzen Treirische Ga (Gau) obgerannt Merz, Allg. — 2. sich a., sich durch R. ermüden Rip. an -rennen: 1.a. gegen (auf) etwas (einen) a., wie nhd. Allg. — b. spazieren gehen, sich erholen wollen Mos. — 2.a. etwas a.; he rennt noch de Hüser an, su schlecht sieht he Rip, Allg. — b. einen a. α. im Laufen streifen Allg. — β. einen barsch, derb anschreien, anfahren Mosfrk, Ahr.  PfWB auf -rennen: etwas a., Geschlossenes, bes. Türen durch Anrennen öffnen. RA.: Hen as su domm, dat

[Bd. 7, Sp. 356]
mer Dire mat em ofr. kann Trier-Heidenbg.aus -rennen: 1. hinausrennen Allg. nur in der Wend.: Se rannten us on en Rip, Allg., dann im Abzählr.: Eine, beine, Nuss, wer nicht ausrennt, muss! Kemp-Grefr. — 2. zu Ende r.; beste (häste dech) usgerannt? Rip, Allg. RA.: Pospeərd (Postpferd) sen usgerannt, Schmedds Kleder sen usgebrannt! es ist zu Ende Sieg-ODollend. be -rennen: 1. wie nhd. (selten). — 2. en onberannter Mensch grob, unflätig Neuw-Datzeroth.  PfWB durch -rennen: 1.  ohne Aufhören r. — 2.  eine Strecke d., durcheilen Allg. ein -rennen: 1. etwas e., in etwas hineinr., zum Zusammensturz bringen Allg. RA.: Der is so dumm, dass mer Dere (Türen) (Wänn, Wandgefächer, e Scheuerport) mer em e. kennt Rhfrk, Allg. Heə rennt sech noch de Höəre (Hörner) en sein Übermut wird sich legen Heinsb, Allg. Hean wiərd sech den harde Kapp (Kopf) noch anr. (ein-) der Eigensinnige Bitb, Allg. — 2. ich werden dir dat schon enr.! heimzahlen Dür-Froitzh. nach -rennen: wie nhd. Allg. Norennches spielen Nachlaufesp. Merz, Saarbg, Trier, Bitb, Bernk, Koch. PfWB um -rennen: etwas, einen u., wie nhd. Allg. RA.: Gih bei de Deiwel en de Hell, dann rennste och kai Helligerhäus-che öm! Kobl. Der Plumpe rennt de Leit em Zell. Der laue Christ rennt kän Helligen em Trier-Geisf, Koch. PfWB  ElsWB ver -rennen: 1. etwas v., zertreten, bes. Gras, Getreide Rhfrk. — 2. sich v. a. sich verlaufen, irre rennen Allg. — b. sich irren, falsch spekulieren, seinen Gegner finden, Nachteil erleiden Allg. — c. sech en ebbes (änen) verrannt hon oder verrennen versessen, erpicht auf etwas (einen) sein; verrannt sein nicht recht gescheit sein Mosfrk, Rip. zer -rennen: 1. etwas z., zertreten, bes. Gras, Getreide Allg (Rhfrk ver-). — 2. sich z., immerfort, zur Last anderer Rip; oder um jemand zu helfen Bitb.

Renn-bock -buk Geld-Hartef m.: ein gerne laufendes, etwas mageres Schwein. Renn-bolzen -bǫlt Mörs-Neuk m.: -nagel (s. d.). Renn-esel ron- Gummb m.: verächtl. einer, der für andere immer rennen muss. Renn-feuer (s. S.) Siegld, Altk, OBerg n.: F., bei der Eisenbereitung, Luppenfeuer (ganz veralt.). Renn-herd ebd. m.: einfachster Hochofen, früher in Wäldern errichtet (ganz veralt.). Renn-kater -d- Merz-Bergen m.: viel herumlaufendes Mädchen. Renn-kessel (s. S.) NPrüm, Malm, Schleid-Dottel m.: verächtl. Kind, das viel durchs Dorf rennt; eine Frau, die viel herumläuft; doəröm lofe wie e R. Renn-knüppel -eb- Zell-Briedel Merl m.: Bindeknebel, zum Festdrehen der Wagenladung. Renn-luppe Siegld, Altk f.: Block schmiedbaren Eisens, im einfachsten R.ofen, in der R.hütte gewonnen (veralt.). Renn-nagel (s. S.) Monsch-Rohren, Schleid-Hellenth, Rheinb-Odend, Bo-Walberbg Waldrf, Sieg-Söven Uckerath, Gummb-Berghsn, Bergh-Blatzh, Dür-Derichsw Kelz, Aach-Merkst, Erk-Beeck, Grevbr-Wevelinghv,

[Bd. 7, Sp. 357]
Neuss-Glehn Stdt, Mörs-Sonsbeck, Mettm-Hochdahl m.: eiserner Bolzen, durch Achse u. Langbaum, der den vordern u. hintern Teil des Erntewagens zusammenhält. Renn-ochse -oks Neuw-Rodenb m.: R. spille (mache) mit den Köpfen gegeneinander stossen, im Spiel. Renn-pferd (s. S.) n.: 1. nach dem Nhd. Allg. — 2. übertr. a. einer, der in der Arbeit nur so wühlt Dür-Drove. — b. -pętə viel herumlaufendes Mädchen MGladb-Rheind. Renn-scheuer ręnęiər, –e- Saarbg, Trier, Bitb, Wittl-Sehlem f.: verächtl. eine, die mit Neugierde u. Schwatzhaftigkeit viel im Dorfe herumläuft, bes. heiratslustige Weiber, die alle Jahrmärkte u. Kirmessen der Umgegend fleissig besuchen, um einen Mann zu angeln. Renn-schlitten -lirən Neuw-Thalhsn; -litχə Aden-Borler m. (n.): Rodelschlitten. Renn-tier (s. S.) n.: verächtl. 1. ein Rind, das sich die Hörner abgestossen hat Neuw-Rüschd. — 2. Rentner Trier-Stdt.