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Rheinisches Wörterbuch 
 
Radio bis raffeln II (Bd. 7, Sp. 27 bis 28)
 
  PfWB Radio  Allg. Sg. t. n.: Rundfunk; dat han ech em R. gehurt; dat R. hät gesät nach dem Nhd. Rip, Allg.; R. ohne Batterie klatschsüchtiges Weib Trier-Schleidw.

Radio-stoss Saarbr in der Bergmspr. m.: sehr hoher Schüttelrutschstoss.
 
 
 NRhWB  PfWB Radong nach frz. raton, mlat. rotunda, rado·ŋ. Sol; ro- Rip, Berg; rə- Heinsb , Pl. (selten) -·ŋ.ks m.: turbanähnl. Gebäck.

 PfWB Radong-form Rip, Nfrk f.: Formgefäss mit innen gewundenen Rillen, in dem der Radong gebacken wird. PfWB Radong-kuchen (s. S.) Allg.; dazu radōn- Nahe; -du·ŋ.- uMos; -dūnə- mosfrk. Neuw; -do·n.ə- Mörs; -do·n.ts- Geld; ratəkūk Rees, Geld m.: Radong.
 
 
Radötzchen radøtsχə  vereinzelt Aach-Stdt Sg. t. n.: Geschwätz, frz. radotage.

Radutt = altes baufälliges Haus s. Redutte.
 
 
Raeren r·ə.rə: Flecken im Kr. Eup. Röərender Klötz minderwertige aus Ton, früher zu R. hergestellte Klicker. — Neckr. auf R.: Röərender Klötzbüggel (-beutel).

Raf I -ā-, –ā:- = Rabe (s. d.); Raf II -ā- = das Raffen (s. d.); Raf III, Räf I -ā-, –- = Raufe (s. d.), Raf IV, Räf II -ā-, –- = Reifen s. Reif IV.
 
 
rafeln -:f- Rip in Bergh, Dür, Sol; -:- uWupp, Sol-Leichl schw.: wühlen, herumwühlen, im Finstern herumtasten, auch erömr. — Abl.: die Rofel(er)ei, dat Gerofel(s), der Rofeler.

Rafels-finger r:fəltsfe·ŋ.ər Bergh-Heppend Pl.: verächtl. F., die rafeln. Rafels-sack Bergh-Elsd m.: verächtl. einer, der rafelt, bes. einer, der sich im Bette herumwälzt.

Räff -ę- = kammartiges Instrument, Korbsense, Korb s. Reff.
 
 
raffel -af- vereinzelt Trier-Ehrang: im Auszählr.: Ene, dene, riffanjeh, riffel, raffel, Damanjeh; Katz u. Maus, du bist draus!
 
 
Räffel -ęf-, Pl. -ələ Rip vereinzelt m.: 1. der Riegel der alten Türklinke, u. diese selbst MülhRh-Herrenstrunden. — 2. Wurzel des Fingernagels Aach-Alsd, Geilk-Frelenbg.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Raffel -af-, Pl. selten -ələ Rhfrk in Saarbr, Ottw, Nahe, Simm-Crastel, Goar-Boppard Braunshorn Holzf Weiler f.: verächtl. 1. grosses Maul mit bleckenden Zähnen, loses M.;

[Bd. 7, Sp. 28]
gebb em ens en sei (die) (domm) R.!2. vorlaute Schwätzerin, Klatschbase (Naseweis Saarbr-Stdt). S. Zahnraffel,

 PfWB Raffel-maul Kobl-Lützel n.: Mund mit Zahnlücke.

 PfWB raffelig Saarbr Adj.: vorlaut, schwatzhaft.

 PfWB  ElsWB raffeln I Simm, Goar-Braunshorn Weiler schw.: lebhaft schnatternd schwatzen. — Abl.: die Raffel(er)ei, dat Geraffel.

ver- raffeln: etwas v., weiter erzählen, klatschen.
 
 
raffeln II -af- Rip in MülhRh schw.: im Rätsel vom Flachs, im Ablaut zu riffeln: Wie ech alt wurd on stif, bongen se mir en Band öm de Lif; do wuərd ech gereffelt on geraffelt, gestuffelt on gestaffelt.