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Rheinisches Wörterbuch 
 
Questerich bis Quetschenkern (Bd. 6, Sp. 1331 bis 1333)
 
 Questerich -stəriχ Sg. t. m.: ein immer schimpfender, unzufriedener Mensch; Quälgeist.

questig -ę- Koch-Laub Adj.: stets klagend; dau qu.ər Deiwel!

 PfWB  ElsWB Question das Wort ist verbreiteter, u. zwar Saarbg, Mos, Goar, dann in Prüm, Schleid, Aden, Ahrw, Eusk-Lechenich, Rheinb, Monsch, Köln-Stdt, Aach, Heinsb, Kemp, Kref, Mörs, Geld, rrhn. Sieg, MülhRh, Sol, Düss, Elbf, u. zwar im Süd. meist -ęsĭōn, –sĭū:n, im N. -ęst-; Mörs, Geld -ęsĭ- [-isĭ- uWupp 1870; -isə- u. -istə- Sieg-ODollend; abseits -adĭōnə Pl. Wend-Baumholder] ; Pl. -nə(n) f.: 1. Wortwechsel, –streit, Streitigkeit, Meinungsverschiedenheit ernster Art, Unannehmlichkeit; die häbben dorüəver Qu. gehatt; Qu. kriege Kref,

[Bd. 6, Sp. 1332]
Allg. — 2. Qu.ən maken langes Fragen, Einwendungen, Geschichten, Unannehmlichkeiten machen Elbf, Sol, Düss, Kref, Goar-Weiler; hal doch su kein Qu.! beklag dich doch nicht so Zell-Alf; in Quaschdione in Schweirigkeiten, in der Klemme Wend-Baumholder, Eusk-Lechenich.

questionieren  schw.: 1. einen qu., durch empfindliches Zusetzen belästigen, plagen, mit allerlei Fragen bestürmen Prüm-Ihren. — 2. ene Questionierde a. Streitsüchtiger ein Widerspruchsgeist, auch Questionierstengel Kref. — b. der Fragliche Köln-Stdt.

Quet -ə-, –ēə- = Schwiele s. Quärte.
 
 
 PfWB  ElsWB  LothWB Quetsche das Wort ist allg., u. zwar -ęt [WBitb -e-; Kobl, May vielfach --; Altk-NFischb -a-; Geilk (o. O.) -ęt]; Siegld, OBerg -ętə; Klevld n. -t/ts-L. -ęts, Pl. -ə(n), Demin. -tχə(n), -təlχə(n), –tkə, –tskə f.: 1. Zwetschge, prunus domestica, spät reifend, länglich, festfleischig, im Gegens. zur frühreifenden, runden, dickern Praume (s. d.); rhingsche Qu.ə dickere Sorte; Possqu. Rhfrk, Mosfrk, Rip (soweit possen ‘veredeln’); Bamberger Qu.ə Gummb; eine Zwetschge ohne Stein: en dof (taube) Qu. Verbr.; dorig (-ū-) Qu. Simm, Goar; blenn Qu. Neuw-Isenbg, Köln-Weiss; s. auch Narr, Hudde, Schote, Schüpe, Tasche, Täute; Qu.ə plöcken (afdohn, brechen), –oplegen Allg.; Qu.ə keərə (kernen) entsteinen Rhfrk; Qu.ə kochen, drügen (därren) trocknen, dörren, — enmachen Allg.; Qu.ə (gedörrt) on Geərsch (Gerste) ein Gericht Allg. RA.: Jo, en Qu.! abschl. Antw. Saarbr-Püttl. Wäle (Heidelbeeren) wie Daume, Qu.ə wie Praume, Äppel wie Feist (Fäuste)! im Heischeld. Hunsr. Leis so dick wie Qu.ə Hunsr, Trier. En Gesecht (verrunzelt) wie en Qu. Klev-Goch, — en bərtreckent Qu. Bitb-Dudeld. Ech sen su drü (trocken) wie en Qu. Sieg-Fussh. En as verlore wie en Qu. Prüm-Mürlenb, — drun (dran) wie en Qu. Bernk-Neumag. Wenn de Kiərsche werde rut, dann es de Kalverhandel dut; wenn de Qu.ə w. blo, es he widder do MülhRh-BGladb. Michelbach un Dickeschied (im Kr. Simm), wo die dicke Qu.ə sin! Neckspr. In Asberg (Kr. Mörs) sind de Qu.ə rip! dort findet der Freier eine tüchtige Frau. Wenn de Qu.ən rip sind, motten sej geplöch werden Mädchen, herangewachsen, wollen geheiratet werden Mörs. Der Letscht (Letzte), der kriet de Qu.! abschl. Antw. Saarl-Kerprich Hemmersd. A.: Wellste en Qu.? B.: Jo! A.: Gih an de Bach on lätsch (lecke)! Zell-Traben, — geh un plätsch (haue)! Birkf-Herrst. Apple Manes het geschoten, het de Qu.ən liggen loten (lassen); ach, wat sind de Qu.ən dür (teuer), für en Penning kriegt men vier! Rees-Wesel. Mer sieht un (an) sengen Qu.ə, wenn die anere Lett (Leute) zeidig sen Bitb-Betting. Wieviel Uhr ist es? scherzh. Antw.: En Verdel (Quartier) för (öwer) de Qu. (host ‘bald’) half Prumm)! Rees, Klev, — op de Qu.,

[Bd. 6, Sp. 1333]
de Uəhr hat afgesatt! Kref-Lank. Dat es der en sonder Sten, sät den Düwel, duw ot (ass) hej en Schleck (Schnecke) för en Qu. Rees. — Volksgl. Dobbel gewachsene Qu.ə bedeire (bedeuten) Zwillinge, drum hire (hüten) sich de Weibsleit, die ze esse Rhfrk, Allg. (der Junge sagt: zwo un zwo anənanner git en decken Maufel (Mundvoll) Saarl-Berus). — 2. übertr. a. sachl. α. Quetschenschnaps Bitb, sonst Quetsche(n) m.; en Qu. mat em Stiel grosses Glas Qu.schnaps Bitb-Dudeld. — Quetsche Latwerge aus Quetschen Birkf-Fischb. — β. en Qu. om Baken rote Narbe Trier. — γ. die äussere Anschwellung bei Erkrankung der Halsdrüse Dür-Kreuzau. — δ. scherzh. Nase Ottw-Wiebelsk. — ε. weibl. Geschlechtsteil Altk-Wissen, Mörs-Neuk (s. Praume). — ζ. scherzh. Taschenuhr Klev-Kessel. — η. scherzh. kleine Öllampe zur Erhellung des Backofens Köln. — θ. eine bis auf eine Nummer besetzte Reihe beim Lottosp. Trier-Mehring. — ι. Kautabak im Munde Saarbr, Ottw, Merz-Nunk. — κ. kleinster Klicker Trier-Conz. — λ. die letscht Qu. der Rest Saarbr; Rest Tabak in der Pfeife Mörs-Rumeln. — μ. die Note ‘mangelhaft, ungenügend’ in der Schule; e Qu. kreien Trier, Bitb. — ν. Quitske scherzh. Prügelstrafe in der Schule; Dreckes, schmick (schmeckte) et Qu. ok lecker? Klev. — b. persönl. α. Kuh, in der Kundenspr. Bitb-Speicher. — β. scherzh. Laus Saarbg-Kreuzw. — γ. verächtl. en al Qu. αα. altes, ausgetrocknetes Weib Trier-Mehring, Birkf, Klev-Warbeyen. — ββ. Nörgelerin Grevbr-Wickr. — γγ. Zigarrenarbeiterin Klev-Calcar.

Quetschen-backen Trier, May m.: B. mit roten Narben oder Geschwüren, geschwollene B. Quetschen-bas Kobl-Stdt m.: Spottn. Quetschen-bastert Kreuzn-Hahnenb m.: Narrenzwetsche. Quetschen-bäuche -byχ Pl.: Neckn. derer von Altk-Michelb. Quetschen-bauer -būr Siegld-Eiserf m.: verächtl. kleiner B. PfWB  ElsWB  LothWB Quetschen-baum (s. S.) Allg.: Zwetschenbaum. quetschen-blau  Kreuzn Adj.: bl. im Gesicht. PfWB Quetschen-brühe -brī:, –ē: Mosfrk f.: Br. der gekochten Zw. RA.: Et es klor wie Qu. sagt man bei Zweifel an der Richtigkeit. Quetschen-buch Trier n.: verächtl. das Notizbuch des Lehrers, in das er die schlechten Noten einträgt. Quetschen-bunes -ū- Koch-Leienkaul m.: -mus. Quetschen-dung -o- Siegld m.: Butterbrot, mit Qu.mus bestrichen (auch sonst -botterramm, –stöck möglich). Quetschen-fest Schleid-Einruhr n.: Erntefest am 23. September, seit 30 Jahren. Quetschen-flabbes Koch-Kennfus m.: verächtl. wer den Mädchen nachstellt. Quetschen-flos Saarl m.: -kuchen. Quetschen-gallet Saarl-Stdt m.: dass. Quetschen-förster -fīrdər Trier-Schleidw m.: scherzh. einer mit geschwollener Backe. Quetschen-gepritsche -t Sieg-Siegbg n.: scherzh. –mus (den Stuhlgang fördernd). Quetschen-gestovs -ū:fs Sieg, MülhRh n.: dass. PfWB Quetschen-hurde (s. Verbr. da) f.: H., Geflecht, auf dem die Quetschen getrocknet werden. PfWB Quetschen-kern (s. S.) Allg. m.: -stein.

[Bd. 6, Sp. 1334]
RA.: Platt wie ne Qu. Bo-Godesbg; kapott wie enne Qu. Jül. Leis (so dick) wie Qu.ə Kreuzn, Bitb-Dahlem. Dau bes verlore wie en Qu. beim Spiel Kobl, Gummb-Berghsn; dat Spill es erom wie en Qu. Kobl.