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Rheinisches Wörterbuch 
 
ausplatzen bis Plauder (Bd. 6, Sp. 968 bis 969)
 
  PfWB aus -platzen: wie nhd.; he moss sich verbitte (verbeissen), dat e nit ütplatzte Geld, Verbr. wie 2 b.be -platzen: in der Wend.: Dat Feld ös beplatz mit einer harten Kruste überzogen Dür-Pier. PfWB ver -platzen: 1. -ęts- auseinanderplatzen Klev-Calcar. — 2. -ats- zerplatzen; dähsde norest v.! Rhfrk.

Platz -ā- Trier-Olk Sg. t. m.: Platzregen.

Platz-arbeit -arbē:t Trier f.: mühselige Arbeit, wobei man (wie beim Platzen 1 c) sich abplagt. Platz-bauch -bux Altk-Herpteroth m.: scherzh. dicker B. platz-bedacht -bədāx Sieg-ODollend Part.: in der Wend.: Dat es bruterns (broternst) on pl. die Sache ist nicht leicht zu nehmen. Platz-blume (s. S.) Waldbr-Morsb; -atsə- Siegld f.: roter Fingerhut, digitalis purpurea, so genannt, weil man mit der zugehaltenen Blüte durch kräftiges Aufschlagen einen Knall hervorrufen kann. platz-dumm  Sieg-Eitorf Adj.: sehr d. (wie vor den Kopf geschlagen). Platz-papier -ātspobę·i.ər Trier-Mehring n.: Seiden-, Rosenpapier. PfWB Platz-regen (s. S.) nach dem Nhd. fast überall (mdl. Klatsch-, Platschr.) m.: wie nhd.

Platze f.: 1. -atsə, Pl. -tsən schwatzhaftes Weib Siegld-Obersd. — 2. -ats, Pl. -tsə Gerät. a. mit dem die Schörn (Erdklumpen) im Garten zerstampft werden Sieg-Ägid. — b. zum Festschlagen der Mistladung Altk; -atsə OAltk; -ā- Steinebg; -ę- Emmerzhsn; platsə u. bl- Waldbr-Bergerhsn Nosb OElling Obernau Wildbg.

platzig -a- Siegld-Obersd Adj.: schwatzhaft.

plätzen I s. o. bei platzen III 2 a, b.
 
 
plätzen II -ęts-, eine Abl. zu pläcken schw.: 1.a. rohe Scheiben Kartoffeln gegen die glühende Ofenplatte kleben u. so braten; die mott er pl.; geplätzde Knuddele Eup-Raeren. — b. den Finger pl., leicht quetschen Dür-Stdt. — 2. absol. Karten spielen Bitb-Speicher.
 
 
Plätzer das Wort, wohl eine Abl. zu Plätz III, ist bezeugt and er uMos von Zell-Pünderich Enkirch an, dann in May u. LRip in Aden, Schleid, Monsch, Rheinb, Dür, Aach, Jül, u. zwar -ts- Zell-Enkirch; sonst -ęts- [-tsərt Aden-Nohn, Monsch-Rohren Stdt Witzerath; -ęts Pl. Aach-Stdt] Sg. t. m.: Magenhaut des Rindes (ein gewisses Fleisch am Schwein Dür-Stdt 1880); der Magen des Rindes, klein geschnitten u. mit Essig u. Zwiebeln zubereitet u. Ochsenmaulsalat. RA.: Do häs der ävver de Pl. verbellt den Magen verdorben Rheinb-Flamersh. He lött et op den Pl. stuwen vernachlässigt etwas Sol, — stuəten (stossen) wartet erst ab Mettm-Vohwinkel (in beiden Orten nur in dieser RA.).

[Bd. 6, Sp. 969]

Plätzer-bertes -brdəs Kobl-Stdt m.: scheeler Pl. Schimpfn.

Plau I -o·u.- = Pflug (s. d.); Plau II = vom Schnee gereinigte Strecke s. Blaue; Plau III = Falte s. bei plojen.

Plauch = Walze, Bloch (s. d.).
 
 
plaudern das Wort wird als Lehnwort empfunden, ist aber hier u. da eingebürgert, u. zwar -aurərə Rhfrk in Kreuzn, Meis, Simm, Saarbr-Güding; -ǫud- Mosfrk in Merz, Koch-Laub, Goar-Steeg; -ǫur- Altk-Wissen; -oud- Gummb-Berghsn (ganz nhd.); -ū:d-, –ūd- Rip, Nfrk in Eusk-Lechenich, MüEif, Sieg-Honnef, Köln-Stdt, uWupp, Sol, Elbf, Düss-Stdt; -ūd- Ess, Rees-Ringenbg, Klev-Stdt, Mörs-Lütting Neuk, Kref-Stdt Osterath, Erk-Rath KlGladb (bl-), MGladb-Rheind, Geilk-Gangelt, Eup-Stdt; -ūrə Heinsb-Kirchhv Karken schw.: 1.a. sich gemütlich unterhalten; artig sprechen können; von Kindern, verraten; s' war so schen dort, mer han schen geplaurert; ebbes erauspl. Nahe, Allg. RA.: Pl. es genn Botter! bringt nichts ein Kref-Osterath. — b. auf etwas (einen) pl., sehr loben; de pluərt ärg op sine Knecht Heinsb-Karken. — 2. übertr. Wein, Obstlatwerge plaurert gärt nochmal Simm-Schlierschd, Goar-Steeg. — Abl.: die Plauder(er)ei, dat Geplauder(sch), der Plauderer. — Ein mdl. plūdərn ‘sich ordentlich waschen’ (s. d.).

aus- plaudern: etwas a., wie nhd. Allg.be -plaudern: -ūd-, etwas b., traulich besprechen Rip, Nfrk.ver -plaudern 1. Zeit v., wie nhd. Allg. — 2. sich v., unbedacht etwas mitteilen, was man hätte verschweigen müssen Allg.

Plauder Sg. t. f.: 1. en Pl. halen ein Plauderstündchen Merz-Bergen (selten). — 2. Klatschbase Koch-Laub.