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Rheinisches Wörterbuch 
 
vergnügen bis nührschen (Bd. 6, Sp. 271 bis 272)
 
 ver -gnügen (s. o. zu genügen): 1. ech si vergnegt befriedigt, gesättigt Siegld. — 2. nach dem Nhd. RA.: Wer satt es, es vergnög Köln-Stdt. De Jonge vergnöge sech, de Ale begnöge sech Sieg-Seelschd. Vergnigt wie e Maikäwwert Wend-Dörrenb, — we en Lus em Plack (Grind) Köln-Stdt. — 3. subst. Sg. t. n. a. V. hawwe zur Genüge haben Kreuzn; ech han ming V. habe genug gegessen uWupp 1870. — b. nach dem Nhd. RA.: Möt V., sät de Bur, wann he moss Rip, Allg.

ge-nügig jənī:jĭχ Prüm-Ihren Adj.: genügsam, leicht befriedigt.

un-ge-nügig onjənī:jĭχ ebd.; -:j- MGladb-Giesenk; -niχdĭχ Meis-Staudernh, Kreuzn-Dhaun Adj.: ungenügsam, unmässig, alles begehrend.

ge-nüg-lich diese Bildung ist als gənī:χlĭχ, –ē:- vereinzelt in Koch-Hambuch, Daun-Tettschd, mehr in Bitb, Prüm; dann als -:χ- im gesamten LRip, in Sieg, MülhRh, Sol; als -øχ- in Eup, MGladb, Kref, Kemp-Born; -yx- Dinsl-Löhnen verbr. Adj.: 1. genügsam, anspruchslos Verbr. nur noch vereinzelt Koch-Hambuch, Bitb, Prüm-Ihren, Eusk-Lechenich, Dür, Eup, MGladb. — 2. behaglich, gemütlich, friedsam, froh u. munter, weil zufrieden mit dem, was man hat, gutmütig; ene g.ə Mann; dat sen su g.ə Löck (Leute), mit denne küt mer got us; g. bei enem Pöttche Kaffe zesammesetze; sech g. föhle; se wore g. am esse; do es et emmer su g. gewes; he es et su g.; en g. Pläzche (Höttche) Rip, Allg. — Angenehm, gelinde, mild, vom Wetter; e g. Wedder; et as heckt (heute) g. Prüm, Malm; et os grod g. hei gemütlich warm in der Stube, auch g. worm Daun-Tettschd, Bitb, Prüm, Schleid.

un-ge-nüglich Adj.: 1. ungənīlĭχ ungenügsam, unbescheiden, begehrlich Birkf-Idar; -nī:χ- Trier-Ld, Prüm-Ihren; -ēχ- Siegld; -:χ- Rheinb-Schönau, Köln-Stdt; -øx- Eup; -øχ- Kref-Lank, Kemp-Dülken. — 2. ungemütlich, unangenehm, unfreundlich Verbr. u. Formen wie bei genüglich (mehr aber net g.).

Ge-nüg-lichkeit -n:χlĭχkēt Rip Sg. t. f.: Gemütlichkeit.

ver-gnüg-lich -:χ- Rip Adj.: zufrieden, heiter, munter, gemütlich.

ge-nügsam gənū:ržəm Bitb-Betting Adj.: wie nhd.

un-genüg-sam ongənīχsam Wend-Gronig, Ottw-Theley, Simm-Kirchbg; -ē:χ- Koch-Ernst, Bitb-Betting; -ēχ- Siegld-Kromb; -:χ- Altk-NFischb, Erk-Baal; ongənō:ržəm Bitb-Dahlem Adj.: nach dem Nhd.

un-genügsig onjən:χsĭχ Prüm-Stadtkyll, Eusk, Wippf Adj.: dass.

ver-gnügtich fərgənē:χtəχ Daun-Neroth 1860 Adj.: begehrlich.

Nügel -yj-, –ø- = Saugpfropfen s. Nuckel.

[Bd. 6, Sp. 272]

nüggdern = anschwellen, vom Euter s. eutern; Nuggel, Nüggel I = Schnuller, nuggeln, nüggeln = saugen s. bei Nücke II; Nüggel II = das Wiederkauen s. bei idderichen; nüggen = einnicken s. nucken; Nugges = Schweinchen s. bei Nuck II.
 
 
nühren -ȳ-:- Rip in Eusk, Bo-Rösbg Sechtem Stdt, Köln-Ld, MülhRh, Sol; -:- Schleid-Hellenth, Köln-Stdt; -ȳ:- Bergh, Dür; -:- Neuss-Delhv; -ø:y- Altk-Wissen; das Wort ist gebildet zu einū:hren ‘vom Mittagessen bis 1 Uhr schlummern’; der Umlaut stammt wohl von Nührchen schw.: 1. ein Mittagsschläfchen halten; de nührt si Stöndche.2. -ȳ:- launisch, schläferig sein Sol.

ein- nühren: einschlummern beim Mittagsschlaf; s. auch ein-uhren.

Nühr n:r, meist -rχə Köln-Stdt, Jül-Linnich; -ȳ:- Eusk, Rheinb-Ollh, Bo-Röttgen, Köln-Ld, Bergh-Blatzh Ahe; s. Klevld Oren (Noren, Norden) Sg. t. m. (n.): 1. Mittagsschläfchen; singen N. hale.2. nȳ:r Laune; et well singe N. han seine Zeit, seinen Gang uWupp.

nühressen nȳ:rəsə Schleid-Berg, Bo-Godesbg schw.: sein Mittagsschläfchen halten.

nührig -ȳ:- Köln-Widdersd Adj.: schlecht gelaunt.

nührschen nȳ·ə.ə Dür-Muldenau schw.: sein Mittagsschläfchen halten.