| PfWB ElsWB LothWB nach II nhd. nach u. nahe fallen vollbetont in der MA. lautl. zusammen, beide Wörter sind getrennt behandelt; nur das Klevld hat für nach im Anschluss an dr da(hin), wr wo(hin) nr, nă; im übrigen n, im Geb. der Schärfung n: [WSaarbg, WBitb nō:; SNfrk n·ə.; Merz-Saarhölzb n:, nō:, aber als Präpos. in örtl. Bed. nǫ·u., vor Vokalen, h, gewöhnl. vor d, t, ts nǫ·u.n] bei voller Betonung; als Präpos. neben- oder unbetont nǫ [in NWErk, Kemp, Mörs, Mettm na, vor Vokalen u. Dentalen na u. nan, z. B. nan ət ęətən u. nandətən (Essen); na(n) dər weŋtər (Winter); na(n) o·ŋ.ə (unten); Aach-Merkst nǫn]; n: dę·m. kann > n:m, unbetont nǫ·m., nǫm, n: dr > n:r, nǫ·r., nǫr (alle drei Formen von demselben MA.sprecher) werden; n: jənə (s. Verbr. bei jener) > n:nə, nǫnə: 1. Adv. a. örtl. nur in Verb. mit andern Adv. u. Zeitw. α. in Verb. mit andern Adv. do-, dar-, də(r)-, hinten-, wono (s. d. W.); wonotu wohin Heinsb-Millen. — β. in Verb. mit Zeitw. u. Verbalsubst., wie nhd.; enem nolofe –mache usf.; et es dem ener no; fürher gedohn on [Bd. 6, Sp. 5]
nobedach, hät mannechenene gruss Led gebrach Rip, Allg. (usf.). — b. zeitl., in Verb. mit andern Adv. α. durch ‘und’, ‘wie’ verb.; no on n. allmählich, schrittweise; su n. on n. Rip, Allg. RA.: N. un n. mät (macht) der Vugel si Nest! alles mit Weile Köln-Stdt. — N. on dann dann u. wann, zuweilen uWupp — Et ene för on et angere n. eins nach dem andern; überstürze dich nicht Neuss, Allg. — Füər on n., fȳərənno, su f. allmählich, mit der Zeit, schrittweise Rip, SNfrk; met f. on n. Heinsb; alles met (bet) noār(ə)no Siegld; fir on zo n. Trier-Stdt, Koch, Kobl, Neuw (kurköln.), Sieg, MülhRh, Malm, Köln, Bergh, Bo, Rheinb, Eusk; fȳrn on tərn: Sol; f. on. ze n., wie der Deuvel de Jüdde höllt Sieg, Neuw-Asb, — hät de Mann de Geiss fresse Ahrw-Remag. — Füər wie n. u. n. wie f. nach wie vor, immer Rip, Berg; soa för äs n. NBerg. — N. on zu allmählich Trier. — β. ohne Kopula; dar-, də(r)-, d:n:, dǫ:- [Mörs auch anǫ] dann, darauf, hernach, nachher (s. dar-nach); də(r)n:t, –ndə, –n:xt, –n:xter, -nǫxər (s. ebd. u. bei her) [dərmęχtər Gummb-Berghsn]; n: hr (nach dem Nhd.); hinneno nachher Rhfrk, Mosfrk, Rip; nannerno (einander-) schnell, mach n.! Birkf, Wend, Ottw, Saarbr, Trier-Mettnich (aber noənanner einer nach dem andern, s. auch noənen nacheinein); te (zu) nor später Geld; tərno nächstes Jahr Gummb-Kotthsn Marienheide Wolfslast. — c. modal, nur do-, dərno demgemäss; dot hässe och d. gedoəhn; d. kosse (kannst du) dech net rechte (usf.) Erk-Elmpt, Allg. — Peniksno auf Heller u. Pfennig Trier (Mos), Wittl. — d. Adj. präd., no sen, du bös n. der zweite in der Reihenfolge der Klickerspieler, festgestellt durch Wurf nach dem Malstrich Schleid-Lückerath, Eusk-Bürvenich Dirmerzh, Rheinb-Stotzh, Köln-Frechen, Bergh-Blatzh, Dür-Abenden Kreuzau Winden [n:m (< n:m ān nach dem ‘An, Anfang’) erster, so Aden-Antw Wershf, Eusk-Weingarten; n:mə Eusk-Billig; nā:m Schleid-Dreiborn; n:m Schleid-Dollend Hohn Roderath Scheven, Eusk-Enzen Zülp; nǫmār Jül-Tetz; n:nts Dür-Pier, Aach-Morsb Würselen; n:t Dür-UMaub; n:təs Monsch-Vossenack; s. auch n:p bei Nachbar]. — 2. Präp. mit Dat. [Aach, Eup, SNfrk, Klevld mit Einheitskasus]. a. örtl. α. hinter, in der Reihenfolge; n. der enen Mur küt noch en zweite M.; he n. dem Weg geht ene andere lenks af; du bes n. mir dran; ener nom andere der Reihe nach (usf.) Rip, Allg.; ech han nom an bin zweiter in der Reihenfolge der Klickerspieler Daun-OBetting, Aden-Antw, Neuss-Dormag, Grevbr-Hackenbr, Jül-Linnich, — n. än Bo-Waldrf (s. auch n:m bei 1 d); n. Gangk ohne Unterbrechung aufeinanderfolgend, nacheinander, et gäht eweil n. G.; nau, weil mol n. G. geschafft; mer kann de Quetschen n. G. lesen, se sen al zeidig Trier, Bernk, Koch-Laub, Aden-Liers; n. der Hand, der Ochse geht, ist [Bd. 6, Sp. 6]
n. der H. auf der linken Seite des Fuhrmanns, auch n. de Manns (s. Verbr. bei Hand, Mann). — Mit einem Werturteil verb., z. B. N. meim Kenn (Kinde) bescht dau mer dər leifscht Merz, Allg. — β. auf etwas (einen) zu, Annäherung an ein konkretes oder abstraktes Ziel; das Rhfrk verwendet bei Länder- u. Ortsn. uf, das Mosfrk bei Betonung des Weges u. der Richtung of (op), bei Betonung des Verweilens no; bei Personen als Ziel Rhfrk u. Mosfrk zu (bei längerem Verweilen), während die echte MA. des Rip, Nfrk das nhd. oft angewandte zu (das erst jünger eindringt) vermeidet u. also no gebraucht, wo das Nhd. zu setzt; die MA. unterscheidet: komm bei mech ganz nahe heran, aber komm es no mer zum längeren Besuche in meinem Hause; vor Ortschaftsn. gebraucht also das Rhfrk u. Mosfrk of, z. B. of Treiər räsen; auch das Rip kann setzen: ech resen (machen) op Kölle u. n. K.; bei Veranstaltungen höherer Art heisst es etwa n. der Schull gohn; ech moss den Jong n. der Sch. brengen in die Volksschule, aber he geht op de Sch. auf die höhere Schule; op den Ball (de Musik) gohn, aber auch nom B. (n. der M.) gohn; n. der Kerch (Mess) g., aber auch en de K. g. Rip, Allg.; das SNfrk kann bei der Angabe des Zieles mit n. noch tu hinzufügen, z. B. he koəm jet na mach tu, während im Rip in dem Satze: he fuhr n. Kölle zo ausdrückl. die Richtung betont ist; bei heim (ohne Schärfung), das für sich schon ‘nach Hause’ bedeutet, kann das Rip, Berg, SNfrk n. h. setzen, während das Klevld nur n. Hüs kennt (das auch Rip, Berg, SNfrk neben (n.) heim geläufig ist (s. heim). — Es heisst also: n. enem gohn (u. so mit allen Zeitw. der Bewegung); no der Tant g.; n. Müllersch g.; n. u. meist nom Bett g.; nom Heu (udgl.) u. en et H. g. Rip, Nfrk; n. (u. möt) enem Mädche gohn ein Verhältnis mit einem M. haben Rip, Nfrk; no der Prüss g. Soldat werden Aach; prat (parat, fertig) (für) n. Kerche zum Kirchgang Sieg, Berg; n. oses (üres, hires) zu euch, in eurer Wohnung Malm, Monsch, Eup, Aach. — Wie nhd. folgende Anwendungen: N. ovve (bovve), onge, füər(ə), n. henge (hinten), lenks, rechs Rip, Allg. — Nom Dokter schecke; no de Kenger (Kindern) sehn; no de Schif (Scheibe) schesse (schiessen); sech no Hölp ömsehn; n. jet froge; n. jet (enem) söke (suchen); n. jet muse (mausen, stöbern), nom Rechte sehn usf. wie nhd.; sech n. jet rechte Rip, Allg.; darnach auch ech moss noch n. Brut gohn, — schecke Rip. — Vereinzelt ech han n. dem Här (Pastor) gesot zu ihm gesagt Malm. — Das Richtunggebende ist genauer bezeichnet, ohne dass das Ziel genannt ist, z. B. der giht nach (noch) de Diere n. er wird noch betteln müssen May, Allg.; (schnack) der Nas n. gohn in gerader Richtung (s. Nase); sengem Kopp n. g.; der Sonn n. in Richtung der Sonne; de Klocke (dem Lögge) n. dem Geläute, dem [Bd. 6, Sp. 7]
Schall folgend Rip, Allg.; wohin gehst du? Antw.: Der vörschte Zihjen (Zehen) n. Aach-Verlautenheide. — γ. in Verb. mit Zeitw., die mit heraf, herop, heren, herus zusammengesetzt sind, wird zu der Angabe der Richtung n. hinzugesetzt, z. B. för döm lot ich mech net n. gene Trap eraffalle; se konnte komm (kaum) n. jen Tr. erop; he worp en n. jen Dör erus; dat könnt mich n. Nas en Uhren erus; met de Dör n. jen Hus erefalle; de ärgert mich n. jen Eərd en Eup, Aach (in den andern Geb. steht dafür wie nhd. de Trapp eraffallen usf.); nur de fällt met de Dür nom Hus eren (u. en et H.) ist Rip allg. geläufig u. etwa die Stuff (Stube) geht nom Hoff erus herrscht im ganzen Geb. — δ. auf — nach oder bis auf — nach, es fehlt noch so u. so viel, z. B. et es op tehn Minütte n. half sess; et send (bis) op twiə Pennenge n. ene Daler; op et Rechene n. hatt ech en got Zeugnis; op enem n. woəren se all doə; op en Hoər n. SNfrk, Rip, Nfrk; op et Sterve n. duət scherzh. Erk-Elmpt; hierhin auch den ennoletzt der zweit-, vorletzte Trier, Kemp (s. letzt); die nobeschte die nächstbesten Birkf; der nobeste Stot (Staat, Kleidung) Bitb. — ε. entlang; dem Bach, dem Weg, den Hüsern n.gohn (lofen); der Längde n. längelang Rip, Allg. — b. zeitl. α. wie nhd.; et wor all (schon) n. twe (2 Uhr), wie hei no Hüs kom Mörs, Allg.; n. tehn Uhr kom he erangeschosse Grevbr, Allg.; n. de Oschtere mache mer e Räs (Reise) Saarbr, Allg.; n. desen Tit kömmp ok enen ongerte (andern) Kemp, Allg.; n. de Kerk (nach Beendigung des Gottesdienstes) komm ek es bei ow förbi Mörs, Allg.; n. die Dag späterhin, auch iron. nie Aach, Allg.; n. Johr on Dag in später Zeit Rip, Allg.; n. der Hand (Hangks Eup-Raeren) später, nachher, hinterher Simm, Saar, WEif, Rip, Nfrk; n. dəmol nachmals, hernach Aach-Stdt. RA.: Nen Dag n. der Kermse kommen zu spät Sol. De kennt n. der Zeit, muss eərsse, wat iwwerig bleift Merz. N. der Nährer kömmt der Verzährer Aach-Merkst; n. en Spärer k. ene Vertährer SNfrk, Aach, Jül. Dat kömmt wu Mostert (Senf) n. het Eten zu spät Klevld. — β. n. dann nachher, später MGladb; n. dat Conj. nachdem, gebildet wie für dat damit, öm dat um zu, weil (deshalb auch der Acc.); n. dat ech dat gesehn han, well ech nüs mih dervan wesse Rip, Emmerich (n. dem wird sehr selten nach dem Nhd. gebraucht, meist steht für diese Conj. im ganzen Geb. wie, wo, als). — γ. nǫdę·m. u. dę·m.n: darnach; d. han ech necks mih dervan gehuərt Rip, Nfrk. — c. modal, gemäss. α. dat moss alles n. der Reih gohn, — der R. n. g.; no der Nummer u. der N. n.; de ment, dat möt all n. sengem Kopp gohn Rip, Allg.; e wellt alles senges Kopps n. han MüEif; dat geht em n. der Mul passt ihm Eusk-Zülp. N. menger Menong; n. Ömständ; enen n. Note verkamisöle (prügeln) gründlich Rip, Allg.; n. der Art dass. Mosfrk, Rip; lo geahret n. der Älde (Alter); n. der [Bd. 6, Sp. 8]
Schreft schwätze hochdeutsch; de Bain n. kenne (könnte er) us dem Hickegrond sin Siegld, Allg.; der Wengk n. nach der Windrichtung zu urteilen; et Kalle (Reden) n. nach dem Gerede zu urteilen; et Utsiəhn n. nach dem Aussehen zu urteilen (überall auch n. der Wengk usf.) Erk-Elmpt, Allg.; n. Bedonk (Bedünken) ungefähr Eup; sech n. enem rechte; e nennt se n. senger Motter Rip, Allg. RA.: N. de Mann mott me de Bockse make man muss sich nach den Verhältnissen richten Mörs-Rheinbg. — β. dat geht n. Pongen das wird mit Pfunden verkauft oder berechnet; n. Pennengen pfennigweise SNfrk (sonst met, wie nhd.). — γ. dem n. infolgedessen, nach dem, was vorhergegangen war; d. n. här ek noch ent (eins) Gummb, Allg. — δ. (je) n. dem () nach dem Nhd. Allg., je n. dem de Man ös, wörd de Wosch (Wurst) gebroən (gebraten) Mörs; Rip auch n. dat; n. dat he well [nǫvənant je nachdem > frz. avenant(que), an no angelehnt Aach-Stdt, Eup]. an- nach: an: nachher Mörs-Neuk; anǫxə Kobl-Kapellen.
PfWB LothWB Nach-bar nur im Geb. an der Nahe, im Saargeb. u. Siegld ist die Form nǫx-, nxbər bezeugt [uNahe ö. einschl. Kreuzn-Langenth Ekw, südl. Simm-Rheinböllen Dichtelb noχbər, w. u. n. nōbər]; sonst allg. nbər, im Geb. der Schärfung n:- [NWSaarbg, WBitbg, MülhRuhr nō:-; Eif u. Rip, OBerg daneben im selben Dorf n:pər; Bo-Vollmershv n:bəl; Eup -·ə.b-; Monsch, Aach, SNfrk bis nach Geld, Mörs hinein nǫbər; NWErk (Elmpt Bissen), Kemp hier u. da (hier neben -ǫb-) -ab-; in Elbf, Klevld vielfach neben -b- im selben Dorfe -w-], Pl. wie Sg. u. im selben Dorfe -ərn, –ərə [SNfrk daneben -bər; Klevld nur -bərs; OBerg fehlt vielfach der Pl.]; beliebt ist der Ersatz des Pl. durch n:bərleut (s. S.) m.: 1. wie nhd. RA.: Ene goə N. es völl weərt, — es net te betahle; et geht necks övver ene goə N. SNfrk, Allg. Ne gode N. es besser (es mer lever) als ene wiggen (weiter) Broder Köln-Stdt, — de beste Frönd en de Frembde Kemp-Süchteln, — ne wiə (weiter, ferne) Fröngk SNfrk, Klevld, Rip. En gure N. an der Hand is besser wie en Freind iwwer Land Zell-Raversbeuren; ne N. an der Wand es mer lever als ne Fröngk em ferne Land Bo-Witterschlick, — Wand es besser wie de Verwandte em ganze Land Siegld; besser ene gode N. en der Nöh als ene g. Fr. en der Feər Grevbr-Allr. Ene g. N. es of mih weərt als Geld en der Kes Köln-Stdt, — G. en der Täsch Grevbr-Evinghv, — os bei Haus on Herd mih als Gold on Sölwer wert Prüm. Got N.ə bruche kein Heck ebd., MGladb, Erk. Ene Jödd es emmer ene gode N. MüEif. Ne schlechte N. nevven de Dör scheut mer we et hellische För Köln-Stdt. E besen N. as et Fegfeier of der Welt Trier-Mehring. Et gaht (geht), be mer sät: der Jud hasst neist mih as en bise N. May-Trimbs. Weər alles han well (aus Habsucht), [Bd. 6, Sp. 9]
dem wiərd de Düvel singe N. Sieg-ODollend; do hon ich de Deiwel vor e N. kreit einen bösen N. Saarbr, Allg. Mer han en neue N. krig gesagt, wenn es frisch geschneit hat Aden-Liers. Weə sinne N. well krete (ärgern), hält sech Duven on Gete Kref, Kemp, Heinsb, — well kränke, mott sech hon (halten) Honder on Gänken (Gänseriche) Kemp-Breyell. Lopende Honder on ströpende Kenger (sträufende Kinder) sind för de N. quoə (böse) Denger ebd.; K. on H. get Strit onger de N. Berg. — N. Tünnes (Anton) scherzh. zum Nachbarn Verbr. Frog minen N. Geck, de wett (weiss) et so gott as ek Ess. Bei N. Gister (Ginster) hoch oben auf der Heide Bernk. Sich met der N. Göbbels schloəh göbbeln, sich von vielem Trinken erbrechen Aach-Stdt. — De süht dem N. en et Kochdöppe kümmert sich um dessen Angelegenheiten zu sehr Köln-Stdt. Hirot (trau, frei) Nobersch Kengk (Kind) un kof (gell) Nobersch Rengk (Rind) (Koh), dann bös de net bedroge (dann wesste. wat de häs, — wat et dir brengt, — wat de fengs (findest) Rip, Allg. (s. Var. bei freien, heiraten, trauen); an Nabber Kenger on N. Renger vergölt mer sich net Erk. Wenn Nobisch Kanner heiroten, lachen de Engel em Himel Trier-Mehring. Os Katz on Nobersch K., de hatten sich gebesse (usf., s. Katze) Schleid, Eusk, Dür, Aach, Düss. En Nobersch Garden es got krugge (krauten) Köln-Stdt. Hölp, H., Nobersch H., de Mann, de kack en de Botterstölp! Bo-Stdt. — Volksbr. Früher waren die Dörfer in ‘Nachbarschaften’, in eine bestimmte Anzahl benachbarter Häuser eingeteilt, die sich gegenseitig Hilfe leisteten; in den ‘Nachbarschaftsbüchern’ war diese besonders bezeichnet: Hilfe bei Todesfällen, bei Kindtaufen, beim Bauen usf.; im SNfrk, Klevld unterschied man die Niəchst- u. Winobersch (Nächst- u. Weit-), erstere auch Notn. genannt; an der Nahe graben die vier N. eines Verstorbenen diesem das Grab, tragen den Sarg u. schliessen das Grab; am Nrhn lud die Notnobersche die andern Frauen der Nachbarschaft dazu ein, Neueinziehenden et Für antebüten (anzuzünden), jede erschien u. brachte einen oder mehrere Holzbuschen mit, um das Brennmaterial zum Anfang zu liefern; hatte sich ein Todesfall ereignet, so wurde der Notnober davon sofort in Kenntnis gesetzt, der den andern N. Bescheid sagte, wenn auch bei Nacht u. Nebel, damit sie alle Arbeit (Leiche waschen, mit Totenhemd bekleiden) leisteten; sie besorgten das Totengeläute, die Einladungen zum Begräbnis, wobei jedem N. ein bestimmtes Revier zugeteilt wurde; die Frauen sorgten für das Backen u. für die Vorbereitungen zum Reuessen; am Morgen des Begräbnistages gruben die N. das Grab, stellten sich pünktlich ein, um das Trägeramt auszuüben, der Fahrnober mit der Karre, um den Sarg zum Friedhof zu fahren; nach der Trauerfeier wurden die Leidtragenden [Bd. 6, Sp. 10]
vom Notnober zum Starbhüs eingeladen, um dort am Dojenbier teilzunehmen. S. bes. die Bopparder Nachbarschaft. — 2. übertr. n:bər zweiter in der Reihenfolge der Klickerspieler, du bes n. Goar-OWesel, Daun-Stroheich, Schleid-Gemünd Reschd, Ahrw-Kripp, Sieg-Sieglar, Sol; n:pər Eusk-Cuchenh, Bo-Küdinghv, Sieg-Lohmar Mülld ODollend OCassel Scheiderhöhe Siegbg Westerhsn; n:pə Rheinbach-Meckenh; n:pərt Ahrw-Holzw Sinzig; n:bərt Kobl-Bendrf; n:pət Ahrw-Löhnd; nǫp Jül-Hasselsw Roerd, Aach-Eschw, Erk-Stdt Bouslar Granterath (enǫp dritter); n:p Sieg-Dond; n:p Sieg-ODollend Siegbg; nǫps Sol, Geilk-Birgden, Heinsb-Lümb; n:pərān Köln-Poll; n:pān Bo-Rösbg. Nach- bar: n:nǫbərə Pl. t. die nächsten N. MGladb-Rheind. Nach-bar — in der Zs. meist -bər- [Klevld -bərs-; die mit -bər- sind besonders dargestellt; Zs. wie Nobersch-arbeit, –blagen (-kinder), -frau, –garten, -haus, –hund, –junge, –katze, –kind, –mädchen, –mann (s. u. bei -bər-), -leute, –vieh, –weiber, –wicht (-mädchen) verstehen sich von selbst; dazu: Nach-dienstchen -dē:ntsχə Sieg-ODollend n.: kleine Dienstleistung unter Nachbarn. Nach-dreck Ahrw-Sinzig m.: verächtl. alte unbrauchbare Sachen, Steine udgl., die vom Nachbarn auf benachbarte Grundstücke geworfen werden. nach-geweise -γəwī:s Eup-Stdt Adv.: mit Rücksicht auf die Nachbarn, nachbarlich-freundschaftlich. Nach-huhn (s. S.) Allg. n.: wie nhd. RA.: Extra muros, sät der Hahn, do gingk e met de N.höner spazeere Köln-Stdt. Nach-hülfe -høləp Gummb f.: H. unter Nachbarn. Nach-pflug -plō:x Wippf-Berrenbg m.: in der RA.: Alles hät sing Grenz, ävver de N. net. Nach-wand Bo-Gimmersd f.: die Hinterseite des Hauses, wenn das H. mit dem Giebel zur Strasse steht. Nach-wort -wət Dür-Stdt 1880 n.: in der Wend.: Ich goh jet N. hale Besuch in der Nachbarschaft. Nach-bar- in der Zs. -bər-: Nach-bar-bier Rees-Ringenbg n.: -zeche (s. d.). Nach-bar-bote -bǫt Ruhr m.: derjenige, der in den früher bestehenden Verbindungen der einzelnen Nachbarschaften Botendienste verrichtete. Nach-bar-buch (s. S.) n.: ein B. (Codex), das die Rechte u. Pflichten der einzelnen Nachbarschaften aufgezeichnet enthielt. Nach-bar-gang -jaŋk Monsch m.: de N. gonn den Bewohnern abseits liegender kleiner Dörfer eine amtliche Mitteilung des Gemeindevorstehers überbringen; die einzelnen Haushaltungen wechseln in dieser Verpflichtung ab. Nach-bar-kaffee (s. S.) Klevld m.: die K.visite, die die jung verheiratete Frau kurz nach der Hochzeit in ihrem neuen Heim den N.frauen gibt. Nach-bar-kraut Ahrw-Altenahr n.: Fetthenne, sedum telephium, so genannt, weil man dem Nachbarn einen üblen Streich spielt, wenn man die Pflanze ihm auf sein Feld wirft. nach-bar-lich nbərliχ Ottw; [Bd. 6, Sp. 11]
n:- Merz-Mond; n:- Saarbg-Nennig, Trier-Mehring Fell Adj.: höflich, anständig, sich als guter Nachbar erweisend; sich anschmiegend, traut, heimlich. Nach-bar-mann Geld, Mörs, Klev (sonst -bər-) m.: Nachbar, in recht traulicher Ansprache gebraucht; no, guje Nach, N.! Nach-bar-meister m.: Vorsitzender der Bopparder Ober- u. Nieder-Nachbarschaft. Nach-bar-mist nǫbərnmǫst (s. S.) Daun-Tettschd, Kref-Fischeln; n:bə- Jül, Sieg-ODollend, Sol m.: scherzh., verächtl. Steine auf dem Acker (vom Nachbarn darauf geworfen). Nach-bar-näpfchen -nępkə Ess-Vogelh (Borbeck) n.: am letzten Tage der Hochzeitsfeier brachten (bis 1914) die Burschen dat N., einen Holzschuh, dem in der Nachbarschaft, von dem man ziemlich bestimmt wusste, dass er der nächste Hochzeiter sein würde; aus dem N. wurde dann allen Beteiligten ein Trunk rundgereicht. nach-bar-nistern Prüm schw.: sich n., sich annähern, einschleichen. | |