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Rheinisches Wörterbuch 
 
Mutterstute bis muttig II (Bd. 5, Sp. 1485 bis 1486)
 
  PfWB Mutter-stute (s. S.) Form β Kemp, Geld, Mörs; mu·r.- MGladb f.: St., die ein Füllen hat. Mutter-tahl modərtāl u. -dər- Geld f.: sprache. Mutter-tasche mō:dərtę Bo-Stdt f.: Tuchtasche über dem Unterrock der Frauen. Mutter-tier (s. S.) (Form α; im Geb. von mō:r usf. diese Form) Allg. n.: 1.a. wie nhd., auf alle Tiere angewandt [bes. weibl. Insekt, bes. bei Käfern, wie Mai-, Hirschkäfer Bitb]. — b. Marienkäfer, Siebenpunkt Verbr. nach Wk. III 20 in Schleid-Breitenbenden Eicks Floisd Mechernich Moitzh Strempt, Dür-Leversbg. M., fleg eweg, de Vadder es em Kreg (Pommerland)!2. übertr. a. verächtl. Frauenzimmer Köln-Stdt. — b. Knüppel der Flegels, der ein Loch zum Durchziehen des Riemens hat Goar-Weiler. Mutter-tropfen mudərdrpən, –drpχən (s. S.) Bitb-Dudeld; mūdərdrǫpən Emmerich m.: ein Kräuterlikör oder tinctura valeriana für den Magen, bes. für Frauen, die mit Gebärmutterkrämpfen behaftet sind. Mutter-violen moterfĭū:lə Köln-Flittard Pl.: Gartenstiefmütterchen. Mutter-vögelchen modərfīlχə Birkf-Oberst n.: verächtl. verhätscheltes Kind. Mutter-weh (s. S.) n.: 1. mo·u.dər- Heimweh Saarl-Lisd. — 2. modər- Leibschmerzen bei Frauen, gleichgültig, ob sie von der Gebärmutter ausgehen oder nicht Saarbr-Püttl. Mutter-wühlen mō:dər- Elbf n.: starkes Geschlechtsbedürfnis erwachsener Mädchen u. Frauen. Mutter-zeichen modərtsēχə Aach-Merkst; -tēkə Geilk n.: -flecken. Mutter-zickel mūrə(r)tsegəl, –ęg- (Form α) Kreuzn,

[Bd. 5, Sp. 1486]
Saargeb., Saarl, Merz, Hunsr, Bernk bis Kobl, May n.: weibl. Lamm.

mutterig mūrəriχ Birkf-Mosbg Richw; mūriχ Kreuzn-Eckw Adj.: brünstig, von der Katze.

mütter-lich møtərliχ Rip, Berg Adj.: nur in der Verb. et m. Del das mütterliche Vermögen; se hät bloss ihr Mötterliches.

muttern schw.: 1.a. -o·u.d-, –ū:d- Jungen werfen, von Katzen u. Kaninchen; de Kaz hat gemudert Saarbg, Trier. RA.: Der Deibel soll dich gemoudert hön! Fluch Saarbg-Cahren. — b. -ō:d- stark mit der Mutter verkehren, an der M. Schürze hängen, vom Kinde Bo-Alfter. — 2. -ot- unzufrieden schimpfen mit Kindern, von der Mutter, dann allg. nörgeln Waldbr-Morsb.

be- muttern: -ot-, seltener -ō:d-, einen b., bevormunden, beschützen Rip.

mütterzen mīrərtsə Birkf-NHosenb schw.: das Tierjunge mirerzt will zur Mutter.
 
 
Ge-mütter -metər Eif in Wittl-Binsf, Prüm-Reuth Ihren Mützenich; -ø- Daun-OBetting, Prüm-Stadtkyll, Malm-Amel Wallerode Sg. t. n.: verächtl. Zermalmetes, Reisig-, Strohabfälle, von Mäusen Zerbissenes, allerhand Wertloses wirres Durcheinander; kleinster Rest.

muttern I s. o. bei Mutter.
 
 
muttern II -ot- Eup schw.: 1. modern (s. bei Mudder). — 2. schwach brennen, glimmen; et Vüər mottert märr miəh.

ver- muttern: vermodern.

mutterig Adj.: 1. -ut-, m. Holz in der Dunkelheit leuchtendes, moderiges Holz Saarl-Leb. — 2.a. -ut-, m. Weər feuchtes, unschlüssiges Wetter Geld-Straelen. — b. -yt- feucht, bei Getreide, Stoffen Dinsl-Vörde.
 
 
Muttget das Wort, zu ndl. mut, mud ‘Menge, Haufen’ < muttighēt entstanden, ist als mutχət in Aach-Stdt 1836 bezeugt Sg. t. n.: Gesindel.
 
 
Muttich mudĭχ Rhfrk in Saarbr-KlBlittersd, Kreuzn-Waldböckelh (u. mutχ), Simm-Kirchbg, Zell-Traben Trarb; -ūd- Simm-Laub (u. mūt); mōtχ Wend-Mauschb f. (meist Sg. t.): geheimes Versteck in Heu oder Stroh zum Nachreifen des Obstes, bes. von Kindern angelegt; auch Versteck für Geld. S. Mauke, Mudeke, Mutsche.

 PfWB muttichen schw.: 1. Obst m., ins Versteck zur Nachreife legen [in etwas herumwühlen Simm-Kirchbg]. — 2. ein Mittagsschläfchen halten Kreuzn-Waldböckelh. — Abl.: die Mutticherei, das Gemuttich.

muttig I -u- = trüb s. bei Mudd.

muttig II -u- = aufbegehrend s. bei Mauser.