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Rheinisches Wörterbuch 
 
merkwürdig bis Merlinger (Bd. 5, Sp. 1087 bis 1093)
 
  PfWB  ElsWB merk-würdig [auch im Geb. von mērək, –īă-, –i- nur męrək-] nach dem Nhd. Allg. Adj.: 1. wie nhd.; dat is doch m., dat der dat nit gesiehn sullt hon; m.ə Grumbere besonders dicke Kartoffeln Simm, Allg.; de Jong es m. gewasse on

[Bd. 5, Sp. 1088]
och m. klok (klug); dat es m. schün (udgl.) Rip, Allg. Wat sen de drei m.stə Diər op der Welt? Ne Has, de seck (seicht) on süff net; ne Hahn, de süff on seck (seicht) net; ne Esel, driss (scheisst) dreieckige Köttele us em ronde Arschlouch Rheinb-Meckenh. — 2. Grauen erregend Wend-Reichenb.
 
 
Merken -kə: Ort im Kreise Dür. Zwesche Pier on M. lit en Hus, dat hesch (heisst) Ferke; zw. Maas on Rheng es kene Acker su feng (fein) Dür. De Ferke va M. welle de Stiere von Piere Maniere lihre! Neckspr.

Merketonn(s) = Pfirsich s. Marketone; Merks-wurzel = Meerrettich (s. d.).
 
 
Merkurius -ku·r.ĭəs  Eusk-Zülp Sg. t. m.: der Planet M., M. Schlömmben (Schlimmbein) genannt, weil er als Jahresregent ein schlechtes Jahr bringt.

Merl I -:- = Amsel s. Merle; Merl II -ē·ă.- = Miere (s. d.).
 
 
Merl III məl: Ort im Kr. Rheinb. M.ər Katz hönge (hinter) de Latz (Latt) hät de Moder de Arsch zerkratz! Neckspr.
 
 
 NRhWB Merle das auf lat. merula zurückgehende Wort ist nach Wk. V 24 lrhn. n. einschl. mosfrk. Saar (südl. davon noch Ottw-Berschw Dirming Eppelborn Uchtelfang Stdt) u. n. einschl. trier. Hochwald, Mos. allg. (südl. davon noch Simm-Buch, Goar Lingerhahn); rrhn. zunächst nur in einem schmalen Streifen des Westerw w. einschl. Neuw-Linkenb Bonef Datzeroth Hargarten Etschd u. kurkölnisch Neuw u. Altk-Neitersen Witthecke, u. dann sich erweiternd Rip in Sieg, MülhRh, Wippf, Berg in Gummb-Stdt, Lennep, Mettm, Sol, Düss u. Duisb, u. zwar Mosfrk an der Saar m:rəl f., doch Saarl, Merz schon vielfach m:rdəl f., dies die herrschende Form in Trier (u. m:rəl), Wittl (Altrich Reil m:rəl, m:əl), Bernk (Andel Gornhsn Mülh NEmmel m:rəl), Zell-Trarb, Eif (Prüm-Kopp Mürlenb Schönecken Waxw m:rəl); die Form m:rdəl greift auch nach Koch, Kobl, May, Neuw-Gönnersd Hüllenbg NHammerst, Aden, Ahrw-Kassel Heckenb, Schleid-Ahrhütte Dottel Eicks Freiling Heimb Lommersd Mülh Nettersh Ripsd Vlatten, Monsch-Schmidt (-ī·ă.-), Malm-Vith, Eusk-Eschw Langend Schwerfen sinzenich, Rheinb-Hummerzh Rupperath, Dür-Bürvenich Füssenich Ginnick Hürtgen Muldenau Nideggen hinüber, während sonst in Zell, Koch, Kobl, May, Malm m:rəl vorherrscht [Neuw-Datzeroth mę(r)l; Ottw-Berschw Dirming Eppelborn Uchtelfang Stdt, Saarl-Bous Düren Ensd Lebch Schwalb Schwarzenholz Sprengen mę·r.wəl; Hülzw mę·r.məl m.]; im Rip, Berg (s. o.) herrscht m:(r)l, m·ə.l, –ē·ə.-, –ī·ə.- [Monsch m:l u. m:rəl, mę·r.l; Monsch-Rott Strauch mę·l.; Schleid-Berg Keldenich, Eusk-Merzenich Zingsh, Rheinb-Schönau m:(r)dəl; Eusk-Antw Billig Cuchenh Eschw Kreuzweingarten Odend

[Bd. 5, Sp. 1089]

[Bd. 5, Sp. 1091]
OWichterich Stdt, Rheinb-Derkum Flamersh Kirsch NKastenholz Schweinh Stotzh m·l.; Schleid-Mechernich Schützend, Eusk-Elsig Kommern Satzvey Stdt Wissk -ǫ-; Ahrw-Lohrsd mę·r.bəl; Neuw-Linzerhöhe Lorschd Notschd mā:l; MülhRh-Langel -·ə.-; Wippf-Frielingsd Kürten Hohkeppel mę·i.əl, męjl; Lennep-Dhünn Wermelsk mę·i.əl, dies auch Eup-Raeren; Aach-Brand Breinig Dorff Eschw Schevenhütte Schleckh Walh mę·l.; Eup-Stdt m:rlə]; im SNfrk in SGeilk, Heinsb-Stdt, Erk-Körrenz Hetzerath Merbeck Tüschenbr, SGrevbr, SNeuss mē·ə.(r)l (Grevbr auch -ī·ə.-) f.; schon in Jül-Flossd Roerd Schaufenbg Titz, dann Geilk-Immend Kreuzr Langbr, Heinsb-Schierwaldenr, Erk meist, Grevbr-Buchholz, Neuss-Glehn, Düss-Hubbelr m·ə.lər, –ē·ə.-, –ī·ə.-; Heinsb-Breberen Hillensbg Höngen Millen Wehr m:ldər; Saeffelen -ldər; Bocket m·l.dər m.; in Geld-Hartef Nieukerk Pont Twisteden Vert Walbeck męldər m.; schon in Schleid-Beschd, Bergh-Kirchherten Pütz, Jül-GrBoslar Gevelsd Hompesch Linnich Müntz Tetz, Aach-Herzogenr Kornelimünster, dann Geilk (meist), Heinsb, Erk, MGladb, Grevbr-Waat Wickr, Neuss-Büderich Glehn, Düss-Heerdt Hucking Mündelh, Kref, Kemp m:(r)leŋ, m·ə.-, mē·ə.-, mī·ə.-, –lęŋ [Heinsb-Aphv Dremmen Kempen Ophv Schafhsn mę·l.iŋ] m.; SMörs, SGeld męrliŋ, Pl. -ŋks [Geld-Sevelen maliŋ] m.; Jül-Boslar Röding, Geilk-Prummern, Heinsb-Arsbeck, SErk, MGladb, Grevbr, Neuss-Büttgen Vorst Driesch, Sol-Richr, Kemp-Grefr Hehler Süchteln (-lęŋ seltener) Vinkr Waldniel, Geld-Hinsbeck m:(r)le·ŋ.ər, m·ə.lę·ŋ.ər, mē·ə.-, mī·ə.- [Düss-Stdt mē·ə.(r)lę·n.dər] m.; n. einschl. Geld-Wemb Weeze Winneckendonk Kevelaer, Mörs-Sonsbeck męl; im n. Teil von Klev mal [Calcar nebeneinander mal, –ę-, męrl]; rrhn. mal Rees-Dornick; məl Dinsl-Vörde m.; Pl. -ə(n): 1. Singdrossel, u. zwar die schwarze Amsel mit gelbem Schnabel [Mosfrk, Rip auch Dreckm. genannt, weil sie ihr Nest mit Kot ausschmiert, Märzm., weil sie schon im März brütet; die graue Drossel heisst hier Droschel, –ū:-, –ī:-, –ȳ:-]; LRip, SNfrk, Klevld unterscheiden den schwarte M. die Schwarzamsel, den Strich- u. Standvogel, von dem grise (graue) M., der Singdrossel, dem Zugvogel, u. den Goldm. mit gelbem Schnabel u. Füssen, Zippe, Pirol (Hänkm. genannt wegen ihres in einer Zweiggabel hängenden Nestes Merz-Nunk]; im NBerg ist die M. die Graudrossel, Drussel Schwarzdrossel [gele M. Goldammer Köln-Gleuel, Erk-Bellinghv, Heinsb-Arsbeck; Goldm. dass. Trier-Irsch Kenn Waldrach; golde M. Jül-Tetz; Simerl (See-) Amsel Wippf-Bechen, Sol-Burschd]. RA.: Ek kom mech für wie enne M. ich als Junger sass zwischen Alten Kemp. En as esu braun we en M. sonnverbrannt Wittl-GrLittgen; so grau wie ene M. Kemp. Flöck

[Bd. 5, Sp. 1092]
(flott, schnell) wie en M. Bo-Wesseling. He flött (flötet) we en M. singt sehr gut Eup, Allg., — on es doch en Mösch (Spatz) Bo; de sengt wie en M. on flöt wie en Mösch Eup-Raeren. Ene Kerl wie en M., ka flöte wie en Mösch scherzh. schlau, findig, munter, aber auch eingebildet, von gutem Äussern u. Auftreten, aber doch nichts verstehend Rip, Eup, MGladb, Erk, — wie en Mösch, dat mer et hüərt en de Hellendaler Bösch Schleid-Hellenth; e K. wie en M., en Herz wie e Buffink, — scheisst Kuppen (Haufen) wie e B. Trier-Stdt, — o scheisst doch wei en Droschel Merz-Saarhölzb. De hüərt der M. flöte er weiss alle Neuigkeiten Heinsb-Aphv. De woll em de M. ofwönne (abgewinnen) ihn übervorteilen, überlisten Kemp, Kref-Lank; enem de M. krige einem ein Schnippchen schlagen Sieg-Holzlar, Bo-Küdinghv. Ze Herdel (Trier-Herl) kreit mer en Mesch (Spatz) fir en M. Neckspr. — Lott os de M. ens fuəre (füttern)! eine Prise nehmen Kref. — Die M. (Amsel) singt: Nober (Nachbar) Detz, hei erop, Retcher (Ruten) genog, R. g.! Wittl-Binsf. Kuət (kommt) eren, dir Jongen, mer zappe Bier! Schleid-OReifferschd, MülhRh. Mariəndröck (-gertrud), bestad (heirate) dech, b. d., bes alt genog! MülhRh. Pitter va Gierot, alt (schon) widder verhirot oder sind die Kirsche all ühr? (Goldm.) Köln, Bergh. Pitter, poət (pflanze) Küəhl (Kohl), et göf Ren (Regen)! Treck dem Buər de Kiəl (Kittel) ut oder leck, l., l., wat ech schit! (Goldm.) MGladb, Grevbr. Wat düht dech, Jong, wat düht dech, J.? Heinsb. Gef, g., g. mir meng Pif! Sieg-Ägid. Gibt Frost, g. Fr., noch miəhr Fr.! Kemp-Boish. M. op de Wiənbaum (Weiden-), schirp, sch.! Mörs. Wo es de Pitter? Em Sipen. Wat mackt e do? He seckt (seicht), he s., he s. Nä, he dritt, nä, he dr., nä he dr.! Elbf. Ek wett ene Bom mät ripe, r. Kärsse (Kirschen), den well ek nimand wise as min Brur Jann, ga pik! Mörs-Wallach. Pitter für! Der Weng ös op, mer zappe Bier! Wollt ühr möt no Nive gohn, dann zaut (eilt) üch sihr! Rheinb-Queckenbg. Schnider Filipp, Schn. F., wo es he dann? Em Kliff (Abhang)! Wat deht he do? He dritt (scheisst) Gummb-Berghsn. Pitter, now geft et Regen! Klev. Das Männchen: Jänntje van Fürholt! das Weibchen: J., wor blift gej? das M.: Jöfrauw, ek sin hier! Klev. — Modder, Modder, mine M. es dot, he es vanne Nacht van et Stöckske gefalle, het gebroəke de lenke Pot; Modder, Modder, mine M. es dot! Kemp, Kref, Geld. — De M.ə, de kummen su op de Hüser an; ech glöf, mi kriegen anger Weder Sol-Leichl. Wenn de schwatte M. schreit: mech bite de Flüəh, dann göt et Ren (Regen) Erk-Bellinghv. — 2. übertr. a. persönl. schwatte M. schwarzhaariger, sonnverbrannter Mensch Erk. — b. sachl. α. dicker Kieselstein Trier-Ehrang. — β. Wasserlinse, lemna Bergh-NEmbt, Aach-Herzogenr, Heinsb-Arsbeck, Erk-Stdt Kleinenbr. — γ. Verdickung am Augenlid, Gerstenkorn

[Bd. 5, Sp. 1093]
Bitb-Biersd Wiersd, Prüm-Waxw, Sieg-Ägid Blankenbg Eudenb Gielgen Holzlar Ittenb Kuxenbg OPleis ODollend Rauschend Rott Warth Westerhsn, Bo-Küdinghv Pützchen; deng M. am Og flüg bal us das Geschwür öffnet sich bald Sieg. — δ. Auswurf, Sputum Eusk. — ε. in der Wend.: Deə hat en bleng (blinden) M. en Og usgetroəne (ausgetreten) in Kot getreten Aach-Stdt Merkst. — ζ. in der Wend.: M.ə fel (feil) drage Klatschereien machen, antragen; he dreht dem Pastuər M.ə dar Sieg-ODollend.

Merlen-bütschel m:rdəlbitəl, –bø- Trier-Zemmer, Bitb-Stdt Wiersd n.: weibl. Ziegenlamm. Merlen-futter (s. S.) Allg. n.: 1. F. für die Amsel im Käfig, Mehlwürmer. — 2. übertr. Schimpfw. alte Person, die zu nichts mehr nütze ist, Schmeichler. Merlen-kaue Verbr. wie K. in dieser Bed. f.: Käfig für eine Amsel. Merlen-kirschen m:ləkīəən Sol, Barm, Mettm-Vohwinkel; m·ə.rleŋks- Kref-Lank Pl.: Früchte der Eberesche. Merlen-kopf m:ləkǫp Düss m.: verächtl. langweiliger Mensch. Merlen-männchen Allg. n.: das Amselmännchen. Merlen-nest (s. S.) Allg. n.: Amselnest. RA.: Dat as besser als e ledig M. ausgehowen besser als nichts Wittl. Merlen-piss -e- Aach m.: verächtl. fades Getränk, dünnes Bier. Merlen-pott m:rlə- Sol, Mettm; mę·i.ələn- Wermelsk; męrliŋks- Mörs m.: -nest. Merlen-seiche -zek Dür-Langerwehe f.: verächtl. fades Getränk. NRhWB Merlen-träger m·ə.ləndr:jər Sieg-ODollend m.: Anträger.

merlen m·ə.lə Sieg-Eudenb schw.: einen m., ihn übervorteilen, überlisten.

be- merlen: einen b., dass. Sieg-ODollend.

Merler, Merling I = Amsel s. o. Merle; Merling II = gestrickte Geldbörse s. Märling.
 
 
Merling III frz. merlin als męliŋk im WMosfrk in Saarbr-Orscholz; mērliŋ Saarbg-Weiten OLeuken; merlek, –li- Bitb-Geichl NWeis; Pl. -ən m.: 1. Spaltaxt, auf der einen Seite Axt, auf der andern Seite Hammer. — 2. übertr. Orscholzer Merlicken Neckn. derer von Saarbg-Orscholz.
 
 
Merlinger Ahr Sg. t. m.: frühweisse Rebsorte.