Laternen-licht Zell-Raversbeuren n.: Öllampe des Bäckers zur Erleuchtung des Backofens. Laternen-magik lantərmajik, –žik (laterna magica) Saarbg-Wellen f.: Leierkasten, Drehorgel (so auch Luxemb.). Laternen-mann lat:rəman Neuss, MülhRuhr; ladę·r.nəmę·n.χə Kobl-Stdt m. (n.): Strassenlaternenanzünder. L., L., wupptich geht dat Lämpke un! Neuss. L., stek Lämpke an. Wo wunnste (wohnst du dann? In ne Pittermann (Gefängnis)! Mülh-Ruhr-Styrum. PfWB Laternen-pfahl -p:l (s. S.) Allg.: Pf. der Strassenlaterne. Laternen-pfeife -pīp Rees-Wesel f.: in dem Neckspr. auf einen L.anzünder alter Zeit: Fritzke Riet, L., bowe op dat Lierke Schübbkes an, Krümpkes an, wupptich is dat Lämpke an! Laternen-pfosten -pos (s. S.) Allg. m.: Pf. der Strassenlaterne. Laternen-pitscher -pitər u. -pitsch Düss-Stdt m.: -anzünder. Laternen-pitt MGladb, Kref, Duisb, Klev m.: dass. Neckspr.: Piddewiddewitt, L., Hongsfott (Hundearsch), die Ledder (Leiter) erop, morge stiəht de Jokob op! Kref-Stdt, — L., Strömpkes an, Schühkes an, pufftich is dat Lämpke an! Duisb. Pitt, P., P., L., hopp, h., h. de Ledder herop; puff, geht dat Lämpke an, P. deht jet Speu (Spucke) dran! MGladb. laternen-voll Kref-Linn Adj.: schwer betrunken.laternen schw.: 1. lǫndərə mit der L. leuchten; wonn de mer gelondert hetscht, wär ich nit de Trepp erunnergefall Saarbr-Krughütte. — 2. übertr. gəlantərt Part. abgemagert durch Hunger, vom Vieh; et Veh as wie gel. WBitb.
an- laternen: lantərn Wittl, Bitb, Daun 1. bei Laternenschein [Bd. 5, Sp. 156]
spät, mühsam oder betrunken ankommen; de kimmt gewehnlich um half Nacht ogelantert. — 2. an den Unrechten kommen; lo worsch de äwer och got (schin) ogelantert.
Lateuchte eine scherzh. Mischform zwischen Laterne u. Leuchte, u. zwar ladęiχt Simm-Laub; latχ Rip (-tȳχ Ahrw-Remag; -tøyχ Eusk-Firmenich]; ladiχdə, –dy- Siegld; latyχtə, –tø- Berg [-tøytə Remschd u. -tȳtə Elbf; -tit Düss-Stdt]; Ruhr, n. Ruhr latøχ(t), –tyχt; Pl. -tə(n) f.: scherzh. Laterne, bes. in der Wend.: Do geht mer (doch) en (de) L. op nun begreife ich es.
Latier-baum (s. S.) Eusk [lantīər- Weiler], Bo, Köln, Bergh m.: Quer-, Sperrbaum im Pferdestalle, der zwei nebeneinanderstehende Pferde trennt; ndl. latierboom, s. auch Flankier-, Lankierb. Latier-wand Rheinb-Palmersh f.: dass., aus mehreren Balken bestehend.
Latitsch = Laterne s. Lateuchte; Latje = Lattich (s. d.); Lat-merig = Latwerge s. Lacksem.
PfWB Latrine latrīn(ə) Rip, SNfrk bekannt f.: nach dem Nhd., Abort.
latsch, lätsch, Latsch I, Lätsch I s. bei latschen; Latsch II = Zunge am Schuh s. Lasche; Lätsch II = fette Erde s. Lett IV; Latsch(en) = Huflattich s. Lattich.
an-latschen ālatə Aach schw.: einen Hund a., anhetzen.
latschen -a-, –ę-, –ā:-, –ā-, je nach Bed. schw.: 1. intrans. a. schlürfend gehen, wie auf schlaffen Pantoffeln, Latschen, schlampig, langsam, schwerfällig, steif gehen, ohne die Füsse vom Boden zu erheben, schleppend daherkommen, schlendern, die Füsse langsam nachziehen; sich faul, liederlich herumtreiben; es bei allem nicht so ernst nehmen, u. zwar -ā- Rhfrk, Mosfrk (u. -ā:-), Westerw, Siegld, Berg; -ā:- u. bei grösster Langsamkeit -ā- Rip; -ā- MGladb, Erk, Mörs-Hombg Orsoy, Ruhr, Dinsl-Königshardt; -a- Sieg-Rhönd, MüEif, MGladb-Rheind; -ę- Daun-Beinhsn, Aden-Kempenich; -:- Daun-Strohn; doherl., heröml., (her)angelatsch kunn; su ful heröml.; durch et Dorp l.; latsch net esu, heff de Ben op; de Schohn schef (schief) l. schief treten Rip, Allg.; -ā:-, auch eröml. sich liederlich umhertreiben, von Weibern Schleid-Hellenth; se latscht (-ā-) bet (mit) jedem gibt sich mit jedem ab Siegld. — Die zwei l. zesamen haben nicht gerade erbaulichen Umgang miteinander, von Burschen u. Mädchen Altk-NFischb (-a-). — Im Strassenkot herumpatschen Bitb-Mettend (-ā-). — Herunterstürzen, prasselnd Saarbr-Nassw (-ā-). — b. -ę-, es lätscht, meist es l. uf es taut, der Schnee schmilzt Nahe, SSimm, Zell-Büchenbeuren Trarb, Bernk-Talling [lęt Wend-Dörrenb, Simm-Gehlw Ohlw; -- Holzb Schwarzerden]. — 2. absol. u. trans. a. -a- gleichgültig, nachlässig handeln Siegld. — b. -ę- im Wasser paddeln, manschen, mit den Händen im Wasser patschen Simm-Schlierschd, [Bd. 5, Sp. 157]
Goar, Zell-Trarb. RA.: A.: Wellste en Quetsch? B.: Gih an de Bach on lätsch! Zell-Trarb. — c. -a- leckend u. schmatzend, etwa wie ein Hund, trinken Simm-Laub; -- langsam trinken, sich beim Tr. nass machen Saarbg-Wilting; -a- schmatzend an der Mutterbrust saugen Bergh-Elsd, uWupp, MGladb; -ā- Erk-Elmpt. — d. -ā- langsam, schleppend sprechen Saarl-Differten; -a-, l. gohn herumklatschen Rheinb-Meckenh; viel sprechen Sieg-Fussh; -ā- klagen Saarbg-Stdt; de latscht Langk un Lü (Land u. Leute) zesammen Waldbr-Wildbg. — e. -adž- einen Korb fertigstellen, wobei man (4—5) Weiden zugleich verarbeitet Erk-Körrenz. — f. -ā-, –ā:-, einen l., se einem l.; einem eine l.; einem eine herunderl.; eine gelatscht kriegen Ohrfeigen bekommen (mit den Latschen, Schlappen) Saargeb., Nahe, Simm-Leideneck, mosfrk. Saar, Hochw, Trier bis Kobl, Westerw, Siegld, Eif, Rip in Aden, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, MülhRh, Köln, Bergh, Dür, Aach-Eilend Merkst, Eup-Herbesth, dann nach N. noch vereinzelt im SNfrk in MGladb-Rheydt, Erk-Granterath Örath, Kemp-Brüggen Stdt, Mörs-Neuk, Geld-Aldekerk; rrhn. weiterhin Berg [OBerg vielfach -a-; Elbf -ā:t- u. -ā:-], Ruhr; -:- Koch-Beuren Greimersbg; ech l. der henner de Uhre! Aden-Ürsf. — g. -ā:-, etwas hinl. unsanft, unordentlich hinwerfen Trier; -:-, sich hinl., sich unordentlich hinsetzen oder legen Koch-Hambuch; -ā:-, sich l., sich flegeln auf der Bank; wat die sech do l.! Sieg-Ägid. — Abl.: die Latscherei, dat Gelatsch [-lętə, die halen G. verkehren geschlechtlich miteinander Altk-NFischb].