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Rheinisches Wörterbuch 
 
einkuscheln bis Kusel (Bd. 4, Sp. 1781 bis 1783)
 
  PfWB ein- kuscheln: sich ink., sich fest in Tücher einwickeln Verbr. wie k. 1 a.

kuschelig Adj.: 1. -u- behaglich warm Siegld. — 2. -y- empfänglich für Krankheiten Altk-Seifen.

küscher -ø- = zwischen (s. d.); kuschiert = mutig, rüstig s. kuraschiert.
 
 
Ku-schöckel kukəl  Verbr. nach Wk. VII Schaukel in Sieg-Sieglar Eschmar Sg.

[Bd. 4, Sp. 1782]
Sg. t. f.: hängende Seil-, Kettenschaukel oder liegende Balkenschaukel der Kinder. S. auch Gu-, Gi-, Schischöckel. ku-schöckeln ebd. schw.: (sich) k., schaukeln.
 
 
Kuschong ku-, guo·ŋ.  Saar, Trier-Stdt; ku-  Aach-Eschw Sg t. n.: 1. Schweinehund, Schimpfw., frz. cochon. — 2. gu- Gründling, der Fisch Saarl-Dilling.

Kuscht -ū- = Kruste (s. d.); Kuschtei = Kastanie (s. d.); Kuschtert -ū- = Geizhals, kuschtig -ū- = schmutzig, geizig s. bei Kruste.

Kuse I -ū:- = Speckwürfel s. Kause.
 
 
Kuse II kūəzə, Pl. -zən Gummb-Marienheide f.: Bauernschaf mit kurzem Schwanze.

Kusel I = Unrast, Trippelnder s. bei kuseln II.
 
 
Kusel II -ūs-: Ort in der Pfalz. Hopp, h., h., mei Geld es fort, en K. hengt mei Ranze; geh mer eweg, du Struwelkopp, ich ma (mag) net met der danze! Birkf.
 
 
Kusel III -oz-, Pl. -ələ Mettm-Haan m.: ein eiserner Löffel, zum Reisbreirühren.
 
 
Kusel IV -uz- Sg. u. Pl. Kemp-Süchteln f.: Hohlweg (das Wort ist überall daran, zur blossen Lokalbezeichnung zu werden, seine allgemeine Bed. zu verlieren).
 
 
Kusel V kūəzəl, Pl. -ələ m.: 1.a. Dachs Kemp-Grefr 1875. — b. kleine Mücke Geilk-Würm, Kemp-Brüggen. — 2. Schreckgespenst, im Dunklen die Kinder schreckend Grevbr-Aldenhv, Neuss-Büttgen Vorst, MGladb-Schiefbahn, Kref-Fischeln; der Weehresk. ein grosser Hase, der den Leuten zwischen die Beine lief, am Weehreshof im Kemp-Sittard sein Unwesen treibend.
 
 
Kusel VI kuzəlχən, Pl. -χər Saarbg-Ayl n.: Schweinchen, in der Kinderspr.
 
 
Kusel VII ein rip., berg., sndfr. Wort, u. zwar -uz-, Pl. -ələ f.: 1. sachl. a. meist Pl. t. -ələ Schmutzrand am Kleide, Kotklümpchen am Hinterteil des Stallviehs haftend; du häs et Kled voll K.ə MGladb-Giesenk, Kref, Kemp-UWeiden. — b. krauses, buschiges Ende der Tannenzweige, bei schlecht wachsenden Tannen Erk-Elmpt. — 2. persönl. unordentliches, schmutziges, liederliches, schlampiges, schlecht u. ärmlich gekleidetes, ihrem Haushalt schlecht vorstehendes Weib; en Küselchen (-schen, –ken) unsauberes Mädchen, junge Frau, Kind Sieg-Ägid Honnef, uWupp, Köln-Stdt, Grevbr, Neuss, Kref, Kemp, Düss, Sol, Gummb; -o- Elbf, Barm (u. -u-), Mettm, Lennep; -uz- m. zerlumpter Handwerksbursche Schleid-Urft. Wenn e Büselchen (kleines Kind) och noch en Düselchen (dumm) es, da es et en Küselchen Sol-Burschd.

kuselig -uz-, –o- Adj.: 1.a. mit Schmutzrand, Kotklümpchen versehen Verbr. wie Kusel 1 a. — b. wirr, kraus Erk-Elmpt. — 2.a. unordentlich, schmutzig, liederlich, schlampig; e k. Wif (Mädchen); en k.ə Trine; k.ə Hänn (Hände); k. arbeden Verbr. wie Kusel 2, dazu -oz-

[Bd. 4, Sp. 1783]
Meiderich, Dinsl, Mörs-Friemersh. RA.: Arm Lüt es en k. Volk arme Leute sind notgedrungen nicht so reinlich wie andere Mettm-Cronenbg. — b. übertr. α. unansehnlich; k.ə Flass (Flachs); k. Garn unregelmässig gesponnen uWupp. — β. -oz- schläferig, abgespannt Gummb-Homburgisch. — γ. geizig, knauserig Sieg-Ägid.

kuseln -uz- Sieg-Ägid Honnef, Wippf-Wipperf, Gummb-Bergneustdt, MülhRh-BGladb, Köln-Stdt, uWupp, Sol, Wermelsk, Grevbr-Aldenhv Kapellen, MGladb-Rheydt, Kemp-Dülken Stdt; -y- Gummb-Lieberhsn; -o- Barm, Elbf (u. -u-), Mettm-Cronenbg schw.: 1. unordentlich putzen; in der Arbeit unsauber sein, vernachlässigen, in Unordnung bringen; sich beim Gehen die Kleider beschmutzen Allg.; etwas drink. unordentlich, liederlich in einen Behälter legen Gummb-Lieberhsn; doherk. schmutzig u. haltungslos dahergehen, arbeiten Sol; an etwas erömk. schmutzend herumtasten MülhRh-BGladb. — 2. -oz- basteln Saarbg-Faha, Malm-Amel, Bo-Buschd Wesseling. — Abl.: die Kusel(er)ei, dat Gekusel(s) [en der Kuselei sin verkommen sein uWupp].

aus- kuseln: Wäsche utk. schlecht, nur so obenhin auswaschen Sol. be -kuseln: den Rock, sich b., beim Gehen beschmutzen Allg. u. Kobl-Metternich, Aden u. in MülhRh, Köln, Grevbr, MGladb, Lennep allg.ver -kuseln: 1. etwas, Wäsche v., mehrere Male nicht rein waschen oder aus Faulheit mit scharfen Mitteln w. MGladb-Rheind. — 2. sich v., vernachlässigen Barm, Elbf.

Kusel -uz- Sieg-Honnef Sg. t. m.: unordentliche Arbeit; sengen K. hale.