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Rheinisches Wörterbuch 
 
Kroppsalat bis Kroppes (Bd. 4, Sp. 1563 bis 1566)
 
  Kropp-salat (s. S.) Allg. [-ęp- Erk-Elmpt] f., m.: wie nhd. Un ik et (esse) sche för min Lewe kein Kr. meahr; van Kr. deiht sche mi den Buck su weah; o Muder, wat en Pin! MülhRuhr. Kropp-schisser -ø- Bitb-Ehlenz m.: unzufriedener Mensch. Kropp-sterz MülhRh-Flittard m.: verächtl. kleiner, schwächlicher Junge. Kropp-weide -wī Ess f.: geköpfte W. Kropp-zeug (s. S.) Mosfrk, Rip, Nfrk u.: verächtl. kleine Kinder, Tiere, Früchte.

Kroppch -ǫbχ, Pl. -χə Siegld, OAltk m.: verächtl. kleiner, unansehnlicher Mensch,

[Bd. 4, Sp. 1564]
Knirps, Schwächling, auch kleiner, frecher Kerl.

kroppchig ebd. Adj.: klein, unansehnlich, schwächlich.

Kroppel -ǫp-, meist Pl. -ələ Malm-Bütgenb Nidrum m.: Unebenheit des Weges, bes. beim Frost aus dem durch die Karrenräder oder Hufspuren ausgefahrenen oder ausgetretenen Boden entstehend.

Kröppel -ęb-, Pl. -ələ Saarbr m.: 1. Krüppel. — 2. boshafter, kleiner Kerl.

kröppelig -ęb- ebd. Adj.: verkrüppelt, unansehnlich.

kröppeln -p- Schleid-Hellenth, MüEif schw.: mühsam gehen, sich hinschleppen, kränkeln; he hät Johre lang gekröppelt. S. Kröbel.

Kröppels -pəlts uWupp, Sol, Düss, Mettm, Barm, Elbf, Lennep, Mörs-Hombg Sg. t. n.: 1. Pannas, beim Wurstmachen aus gesammelter Brühe, gekochten u. feingehackten Fleisch-, Speckstücken, Lunge, Leber, Herz, Magen, mit Gewürz u. Roggen- oder Buchweizenmehl in der Brühe zu einem steifen Brei gekocht, nachher in Scheiben gebraten, auch Prenz, Klappertüt, Pannas, Prümmels genannt. RA.: Aller Anfang es schwor, mär nit beim Kr. rühren (weil der Kr. immer steifer kocht) Mettm. — 2. übertr. a. Pressrückstand von Obst MülhRuhr-Fulerum Holthsn Raadt Saarn Speld, Ess-Ickten Schuir. — b. verächtl. eine gemischte Gesellschaft, deren Glieder nicht ganz lobenswert sind uWupp. — c. verächtl. lästige, schreiende Kinder von der Strasse Barm, Düss.

Ge-kröppels -- Sg. t. n.: 1. Wurstinhalt Barm, Düss. — 2.a. Kiesgeröll MülhRh-Overath. — b. -ǫ- kleine, unentwickelte Früchte Geld.

Kröppels-kram -:- NBerg; -ǫp- Mettm-Neviges m.: verächtl. lästige, schreiende Kinder, Kleinkinderschar. Kröppels-pott Allg. m.: Topf, in dem das Kröppels 1 bereitet wird; den Kr. utschrappen.

kröppen schw.: 1.a. -p-, dat Hohn (Huhn) kröpp sech bläht den Kropf 1 a; Duve kr. schlachten Köln-Badrf; en Gaus (Gans) kr. nudeln Eup; de Duf kröppt girrt Meiderich. — b.α. -p-, sine lange Haus (Hals) kr. den Hals hervorstrecken Eup. — β. -p- stark, unmässig essen, würgen, schlucken, mühsam schlingen Gummb, Sol, Elbf, Barm, Eup; -b- Altk; -ęb-, auch nonnerkr. Siegld; kröpp di doch nich so vill in den Hals heren! Gummb, Allg.; den hat sich enen gekroppt er ist bezecht Prüm-Rommersh, Gummb, Allg. — γ. sich kr. αα. -p-, sich würgen; för ruszespreiche (herauszusprechen), kröppt sich et ärm Kengk en gorgelt en raspelt, äls wenn et en Kätsch (Kerngehäuse) of ene Storkel (Strunk) e jen Hals hei Aach. — ββ. -ęb-, sich durch zu trockenes oder fettiges Essen verschlucken Birkf, Siegld;

[Bd. 4, Sp. 1565]
-p- die Speisen herunterwürgen, sich beim Schlucken würgen, du ess esu völl Erdäppel, dat de dech dra kröpps Aach-Walh; -ęb- sich etwas leid essen Siegld-Dahlbruch. — δ. -ęb-, –e- den Hals zusammenschnüren, von herben Birnen, Schlehen udgl.; de Bir kräppt Nahe, Saar, Hochw, Hunsr, Siegld; -p- Schleid, Monsch, Dür. — ε. -ęb- kurz husten Saarbr-Völkl. — c. -p- an Kehlsucht leiden, vom Pferde; et Perd es am kr. Rheinb-Meckenh, Köln-Ld, Bergh, Dür, Jül. — d. -p- einen Kopf, Kropf 2 a α bilden; die Schlot (Salat) kröppt uWupp, Remschd. — e. -p- mühsam, gewaltsam voll stopfen; de Därm (voll) kr. mit Wurstfüllsel; en Wurscht met dem Kropphörnchen kr.; et Wurschflesch drenkr.; en den Balg (Leib) kr., sek den B. (dat Lif) (voll) kr. tüchtig essen; de Strühsäck met neu Strüh voll kr.; he kröppden den Bref (Brief) siehr onger de Blus; vollgekröppt met Brocken; futt-, wegkr. verbergen; erenkr. liederlich hineinstopfen Berg. — f. -ø-, das Gesimse, die Fensterbank kr., einen Abschluss geben Gummb-Berghsn. — 2. übertr. a. sich kr. α. -p- eine steifnackige Haltung einnehmen, wobei der Kropf 1 b hervortritt; sich in die Brust werfen, sich hochmütig aufblähen, wichtig tun, widderlich stolz sein; wat he sech kröpp; gekröpp gohn Schleid-Hellenth, Bergh, Dür, Jül, Aach, Geilk, Erk, MGladb, Heinsb; -ę- Heinsb-Lümb. RA.: De kröpp sich wie ene Hahn Dür-Weisw. — β. -ęb-, sech a wat kr. sich an etwas abmühen Siegld. — b. -ęb-, –e-, einen (sich) kr., ärgern, zu Herzen gehen; das (die Geschicht) kräppt en (doch ennerlich), — hot en barbarisch gekräppt, — hot mich meh gekräppt, wie wonn äner mich on de Backe geschlah hätt; es kräppt mich, dass er so ebbes gesat hot; e kräppt sich dodriwer Wend, Birkf, Saarbr, Ottw, Saarl, Merz, Simm, Bernk (Hunsr). — c. -ǫp-, etwas kr., zustande bringen Klev. — Abl.: die Kröpperei, dat Gekröpp(s).

aus- kröppen: etwas a., ausstopfen; den Hot (Hut) mout (musste) he met Papierknüddels utkr., dat he öm net öwer de Nasen fel (fiel) Barm.ver -kröppen: 1.a. etwas v., eine Menge verzehren; de kann der ävver en Portion v. Düss-Wersten, Lennep-Hückeswg (-y-) Remschd; sech v. sich beim Essen übernehmen Düss. — b. sich v., den Hals verdrehen, sich stolz gebärden Aach-Stdt. — 2. übertr. a. einen v., verprügeln Kref-Fischeln, Mörs, Ruhr, Dinsl. — b. etwas v. α. ech kann et net v. verwinden Kobl-Winning. — β. verstecken, verschleppen; sek v. sich verstecken NBerg. — γ. Bäume, Sträucher v., stark beschneiden Kref-Fischeln. — δ. Gegenstände gründlich umarbeiten ebd. — ε. Gesims, Balken v., meist Part. ene verkröppte Balke im Winkel gebogen MüEif, uWupp. — c. fərgrębt schwächlich Birkf-Eisen, Saarbr, Trier-Mettnich, Saarbg-Wehing; -ǫpt verkümmert, von Früchten Sieg-Fussh Ägid.

[Bd. 4, Sp. 1566]

Kröpp-birne Verbr. wie kröppen 1 b δ f.: herbe Würgbirne, die den Hals zusammenschnürt.

Kröpper -p- Sg. u. Pl. [Pl. Klevld -pər, –ərs] m.: 1.a. Kropftaube, Taube mit einer Halskrause NBerg, Ruhr, n. Ruhr, Klev, Mörs, Geld, Kemp [-ę- Lobberich], Kref, MGladb, Heinsb, Bergh-Hüchelhv, Eusk. — b. -ərə Pl. Neckn. für die von Bo-Dottend. — c. -b- Kehlkopfknorpel, Adamsapfel Düss-Einbrungen. — d. starker Esser Barm; Mensch mit Doppelkinn MGladb-Rheind. — e. -ęb- Obst, das den Hals zusammenschnürt Siegld. — f. Pferd mit Kehlsucht Bo, Dür-Golzh. — 2. hölzerner Hahl (s. d.), neben dem eisernen H. hängend, an dem die Töpfe zum Warmhalten der Speisen gehängt wurden (veralt.) Remschd.

kröpperig Eusk-Zülp Adj.: klein, schwächlich, unentwickelt.

Kröpper-ling -ęb- Ottw-Uchtelfang m.: Birne, die den Hals zusammenschnürt. Kröpper-taube -pərdū:f Neuss f.: 1. Kropftaube. — 2. übertr. kurzhalsige Person.

kröppern -ęb- Neuw-Datzeroth schw.: den Hals zusammenschnüren; de Bir kräppert.

Kroppert -ə(r)t, Pl. -də(n), –tə m.: 1.a. -ęb- Kropf Kobl-Vallendar. — b. Kropftaube, u. zwar -ęb- Saarbr, Ottw, Kobl; -ǫp- Aach-Stdt. — 2.a. -ęb-, –e- herbe Birne, die den Hals zusammenschnürt Saarbr, Ottw, Saarl, Neuw-Datzeroth; Birnenwein Saarl-Roden. — b. -p- jmd., der eine steifnackige Haltung annimmt, sich brüstet Aach-Stdt. — c. -ǫb-, –- kleiner, armseliger, unansehnlicher Mensch, kleiner Taugenichts Ottw-Griesborn, Saarl, Merz, Saarbg, Trier, Wittl, Bernk, Goar-Halsenb, Kobl-Bend, Neuw-Datzeroth (-a-), May-Rieden, Daun, Prüm, Malm. — d. -ęb- verkümmerte Frucht (Obst, Kartoffel) Wend-Remmesw, Saarbr, Ottw-Neunk, Neuw-Datzeroth; kleinstes Tier einer Zucht Saarbr-Quierschd.

Kroppes -ǫb-, –o-, –u-, Pl. -əsə(n) Saarbr, Ottw, Nahe, Birkf, Saarl, Merz-Bergen, Bernk-Allenb, Goar-Boppard, Kobl-Stdt, Sieg-Ägid m.: verächtl. kleiner, unansehnlicher, misswachsener, dabei nichtsnutziger Mensch, bes. Junge, kosend zum Kinde.