Krickel-fick -ekələfek Heinsb-Kirchhv m.: sprühendes Leben, Feuer. Krickel-kohlen s. Krichel-. Krickel-meier Aach m.: einer, der kritzelt, unleserlich schreibt. Krickel-pitschen -ekəlpetə Köln-Kalk Pl.: Lockvögel auf dem Vogelherd.Krickelement -ekələmęnt Aach-Stdt Sg. t. n.: verächtl. Krämpel, Hab u. Gut; ech moss mi ganz Kr. verkloppe.
krickelig -ik- Gummb, Wippf; -e- Sieg-Caldauen Siegbg Sieglar, MülhRh, Sol Adj.: 1. gebrechlich, wackelig, krachend, von Geräten (Stuhl, Bank, Karre udgl.). — 2. von Menschen, schwächlich, kränklich, reizbar; kr. gohn mit wehen Füssen. RA.: Kr.ə Wagen lopen (halen) am längsten von stets kränkelnden Menschen gesagt.
Kricker -e-, Pl. -kərs Klev-Pfalzd m.: verächtl. Schiebkarre.
krickern -e- Mörs-Veen schw.: krachen, knarren; de Schuhn kr.
Krickert -ekərt, Pl. -tə Kref m.: Frosch.
krickes = vom Tagesanbruch s. bei kricken.
Kricko -igō Bitb-Speicher n.: altes, mageres Pferd, Schindmähre.
kricksen -igs- Saarbr, dann geschlossen in Trier-Newel, Wittl, Bitb, WDaun, Prüm, Ahrw schw.: 1.a. vom Hahne, laut krähen Bitb-Bollend Mettend; wiehern, vom Pferde Bitb-Koosbüsch. — b. von Menschen, schreien nach Hahnenart; kurz, laut, krähend aufschreien infolge eines Schrecks, einer Überraschung, auch hell, laut, krähend, kurz auflachen, in [Bd. 4, Sp. 1493]
übermütiger Laune, nach Frauenart; krähend singen. RA.: Dat Mädche krickst wie en Hohn (Hahn) Bitb-Dudeld. Hen hot Hunger, dat e krickst Bitb-Badem Metterich. — 2. knarren, von Schuhen, Türen udgl. Saarbr, Bitb-Speicher, Ahrw. — Abl.: die Krickserei, dat Gekricks, de Krickser, die Kricksersch (-isch).
Kricksert -igsərt, Pl. -dən Bitb, Prüm m.: gellender Aufschrei; e Kr. duhn.
Kridd(e) = Kreide (s. d.); Kri(d)del -ī-, –i- = Milbe s. Krüddel; kri(d)delig = empfindlich, mäkelnd s. krüddelig; Kriebank s. Krügebank; Kriechelchen = Schlehenpflaume s. Krieke.
kriechen das Wort ist verbr. im Rhfrk, Mosfrk (hier in Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Daun, Koch stark mit krauchen durchsetzt) bis zu dem Geb. von krauchen (-oux-, –ux-) u. kraufen (-uf-, –ūp-) (s. d. W.), u. zwar -īχ-, –ēi-, –ēi-, –e·i.-, –ī:-, –ē:-, Prät. Mosfrk -ǫx, Part. Rhfrk, Mosfrk gəgrǫx [die Formen des Prät. u. Part. auch im Geb. von krauchen u. ins Geb. von kruffen vordringend] st.: wie nhd. 1.a. von Würmern, Käfern udgl. — b. von Menschen, auf allen Vieren kr., sich hineinzwängen; hen as mat dem linke Ben derirscht aus dem Bet erausgekroch; he krecht noch an (in) den Oəwen der fröstelt Bitb, Allg.; dei Vadder is in't Weinfass gekroch scherzh. zu einem Kinde, dessen Vater beim Weine sitzt Simm-Horn; äm in de Arsch kr. ihm schmeicheln Rhfrk, Allg.; äm hennen erenkr. dass. Allg.; durch de Peif kr. die Tabakpfeife gründlich reinigen Wittl-Meerf; den as dem Deiwel önner der Bitt (Bütte) erausgekroch er taugt nichts Bitb-Mettend; de kröcht jedem zweschen de Bein er ist ein Ohrenbläser Kobl-Kapellen. — 2. langsam herankommen, schwach auf den Beinen sein, kränkeln. a. von Menschen; de krecht do erem wie e Mann von achtzig Johr Mosfrk, Allg.; de krecht wie en Schneck iwer de Broch (Brache) Bitb, Allg.; e kriecht äm in de Fiss (Füssen) erem hindert einen beim Gehen Allg.; he kennt eragekroch zaudernd Allg., — wie en Katz Prüm-Waschd. Den Ale krecht, de Junge flegt Bitb-Betting. — b. von Sachen; et Gras es en de Bodem gekroch vom Grase, das zu lange steht, ehe es gemäht wird Koch; dat es em en de Kopp gekroch hat ihn verstimmt May, Allg. (u. ä.). — Abl.: die Kriecherei, dat Gekriech(s), der Kriecher (Schmeichler).
PfWB aus- kriechen: ausschlüpfen, von Küken, Vögeln, Raupen; et sen jong Vigelchen ausgekroch Allg. PfWB durch -kriechen: durchschlüpfen; do es der Bäcker durchgekroch in dem Brot mit Höhlungen Allg. PfWB ein -kriechen: einlaufen; de Woll is zu viel inggekroch Hunsr, Allg.um -kriechen: wie nhd. PfWB ver -kriechen: sich v., sich verstecken; schlafen gehen Allg.; drei Wochen sein schwinn bərkrochen sind schnell vergangen Bitb.
Kried = Obertenne s. Gerüte bei Rute.
Krieg das Wort ist allg., u. zwar -īχ, –ēi-, [Bd. 4, Sp. 1494]
-ī:-, –e·i.-, –ē:- [Geld, Klev -i-] Sg. u. Pl. [Pl. -jə MGladb] m.: 1. wie nhd. a. in militärischem Sinne; et git Kr.; Kr. führe; en de Kr. gohn; en de (nom) Kr. trecke (ziehen); em Kr. falle (blive, verbl.); der Kr. van sibbenzig gent de Franzuse Rip, Allg. RA.: Ech han Jöck (Jucken) am Zäbel (Säbel, Penis), et git Kr. Rheinb-Meckenh. Se (zu) Leg (Koch-Lieg) ger et Kr., se Lähr (Lahr) is et net wahr Simm-Mörz. A.: Et get wedder Kr. B.: Waröm? A.: De ös am Kugele mache er bohrt in der Nase Rheinb-Miel, Jül. A.: Et git Kr. B.: Allemol (natürlich) gir et Kr., sust misst mer jo aus de Dippe drinke (Wortsp. zwischen Krieg u. Krig Krüge) Simm-Horn. Der Kr. verzehrt, wat der Fridde beschert Köln-Stdt. De es och am Kr. net schold er ist nicht der Klügste, er ist harmlos, — ken Schold am Kr. Rip, SNfrk, Geld, Düss. In de Kr. legge de Hunder (Hühner) et mäst (meist) achteröm (hintenherum) wer im Weltkriege eine Gegenleistung machen konnte, bekam Eier Geld-Schravelen. Do sollste te Kr. goəhn! Ausdr. der Entrüstung, Verwunderung Erk-Rath. — Im Kinderld. Maikäəver (u. die Bezeichnungen für den Marienkäfer), fleg, mi Vadder es en der Kr., mi Modder es en Pommerland (u. andere Bezeichnungen), P. es afgebrangk, M., fleg! Geilk-Bauchem, Allg. Ech hätt ens e Kengke (Kindchen), dat goəf mech e Hängke (Händchen); dou satt ech mech an de Weg (Wiege), dou goəf et ene Kr., dou woər de Kr. ut, dou hott ech en decke Schnut (Mund) MGladb. — Kr. spille (dohn) unter Nachahmung des Kr. Rip, Allg. — Volksgl. Scheint das Nordlicht, erscheint ein Komet, so gibt es Kr. Allg.; wenn in dem Blättchen des Hafers der Buchstabe B zu sehen ist, gibt es Kr. Bergh; geht zu Anfang eines Kr. ein Komet auf, dann gewinnt der den Kr., der ihn heraufbeschwor; zeigt sich zu Anfang eines Kr. Sternschnuppenfall, dann verliert der den Kr., der ihn heraufbeschwor Schleid-Hellenth. — b. Streit, Zank, Hader im alltäglichen Leben; Kr. em Fridde; die han Kr. dodrüvver metenander Rip, Allg.; die häbbe jet Kr. häufig Zank Kemp; Kr. met enem üvver jet krige; Kr. mache (onger de Löck Leuten) Streit stiften; met enem em Kr. lige Rip, Allg. RA.: Op e Man (einen Mann) bleift de Kr. net leien (liegen) der Streit dehnt sich aus WBitb. Dau kres äwer bal de Kr. erklärt! die Leviten gelesen Bitb-Kyllbgw. De Lumpekrämer hon Kr. gesagt, wenn die Schneeflocken durch die Luft schwirren Saarl. Ne fule (gode) Kr. han ein bequemes Leben LRip. Da weren ich mom Herrgott noch Kr. krege! wenn ich das täte, ich dulde es nicht Schleid-Hellenth. De trecke se de Kr. op sie erteilen ihm einen scharfen Verweis Geld-Nieukerk. On öm de Kr., on öm de Kr. (wegen des Ehestreites) kriege ver nicks mih en de Weg (Wiege) MGladb-Hockst. — 2. übertr. Kr. va Mengsche sehr viel Volk Schleid-Hellenth. [Bd. 4, Sp. 1495]