Wörterbuchnetz
Rheinisches Wörterbuch 
 
Köpfchenswindvogel bis Koppel III (Bd. 4, Sp. 1233 bis 1235)
 
  Köpfchens-windvogel Düss-Bilk m.: W. mit Gestell aus gebogenem Riedstock u. aufgesetztem kleinem spitzem Kopf.

be-köpfeln -ęb- Kobl-Bend, Neuw-OBieber schw.: etwas b., begreifen, verstehen.

kopfen -ǫp- schw.: 1. den Kopf abschlagen, in dem Spr.: Wenn et Huhn krähjt för den Hahn on et Wiff spreckt för de Mann, dann sall men et Huhn k. on et Wiff kloppen Rees-Ringenbg. — 2.a. Sträucher k., stutzen; en Heck, Wegge (Weiden) k. MüEif. — b. mit dem spitzen Ende des Ostereies kippen Sol-Burschd, Altk-Sörth.

köpfen -eb-, –ęb-, –-, –p- schw.: 1. schröpfen; nass of drüj geköppt weəde; loss dich ens k.! Aach-Stdt. — 2.a. zu Kopf 2 a. α. heə es deck geköppt hat einen dicken Kopf Aach-Stdt 1835. — β. einen k., enthaupten Allg. RA.: He hät en Hals tum k. Wippf. De (Geizige) let (liesse) sech för ne Penning k. MGladb. — Einen Hahn (ein Huhn) k., ihm den Kopf abschlagen; vun unsere traut sech käner, e Hohn se k. Saarbr, Allg.; Hahn k. zu Kirmes (s. Hahn). RA.: Hahnen k. un Ferken schlachten kann nich jederener Gummb-Berghsn. — Das Schwein k., vor dem Schlachten mit einem Hammer betäuben Sol-Langenf. — γ. absol., mit den Köpfen zusammenstossen Koch-Lutzerath. — δ. den Ball mit dem Kopfe stossen, beim Fussball Verbr. — ε. absol. tauchen, einen Kopfsprung ins Wasser machen Sieg-Strombg, Geld-Capellen, Klev-Goch. — b. zu Kopf 2 b. α. etwas nicht k., nicht begreifen; ich kann et net k. Saarbr-Sulzb, Schleid, Monsch, MüEif, Eusk-Zülp, Dür-Froitzh. — β. der es geköppt aufgeregt Sieg-Fussh; dat Wort lo hat mich bes

[Bd. 4, Sp. 1234]
(böse) gekäppt geärgert, ist mir in den Kopf gestiegen; et käppt mich es reizt meinen Kopf, ärgert mich Saarl-Berus. — γ. der Wing (Wein) köpp steigt zu Kopfe Bo-Stdt, Köln-Stdt. — c. zu Kopf 2 c. α. das Geldspiel Kopp of Mönt spielen Eup. — β. die Spitzen der dicken Bohnenpflanzen (vicia faba) u. anderer Pflanzen, den Gipfel eines Baumes, bes. der Weiden, wegnehmen, stutzen, um sie zum Austreiben zu zwingen Saarbg-Nennig, Kobl-Pfaffend, Prüm-Mürlenb, Rip, SNfrk; de Knolle weren bal geköppt das Runkelrübenkraut wird abgeschnitten May-Lonnig; die über Mannshöhe wachsenden Lodden des Rebstockes abschneiden Ahr, Siebengeb. — γ. Die Ostereier mit dem spitzen Ende zusammenschlagen Altk-Herdrf, Sol-Burschd (u. -ǫ-). — δ. in der Spalthütte grosse Schiefersteine spalten Mayf. — ε. -ę- die Strumpfferse durch Aufnähen einer Stoffkappe haltbarer machen Prüm-Ihren. — ζ. Bindfadenstränge an einem K.ende umwickeln Köln-Stdt. — η. de Planze k. die Erde um sie auflockern u. aufhäufeln Siegld. — θ. nicht kahl mähen; de hät geköppt Jül-Daubenr. — ι. nippen, an einem Getränke; an jet k. Bergh-Blatzh. — κ. en Fläsche (en Glas Bier) k. trinken Gummb-Berghsn. — λ. Vogeleier aus dem Neste nehmen Siegld-Freudenbg. — μ. et Is es geköppt hat ein Loch Aach-Mausb. — Abl.: die Köpperei, dat Geköpp(s).

ab- köpfen: 1. die Gipfel an Bäumen, die Spitzen an Ästen, Hecken abhauen, stutzen Verbr. wie k. 2 c β; de Klee muss dererscht abgekäppt were wenn ein Kleeacker umgepflügt werden soll, der Klee aber neu ausschlug Simm-Laub; den Baum mit der Axt über der Erdoberfläche abhauen Goar-Weiler. — 2. ech han dech afgeköppt deinen Klicker getroffen Rheinb-Schönau.  PfWB be -köpfen: etwas b., überlegen, begreifen (scherzh. oder ärgerlich gemeint); ech moss mer iərsch dat b.; he hät sech dat beköpp; dat beköpps de widder net; dir fällt dat B. schwer; de es schwer van Begreff, de beköpp net Rip, Mosfrk, Rhfrk [-a- Simm-Horn]. RA.: Die änen b. et net, die anern ze Lewen net, die anern näs noch spoder, die lezten sugor iwerhaupt net Bitb-Wiersd.

Köpfer Sg. t. m.: 1. -ęp- Schreckgespenst (das den Kopf abhaut) Prüm-Schwirzh. — 2. -ęb- Kopfsprung beim Schwimmen; Fall oder Sturz auf den Kopf Koch, Kobl; -p- Bo-Stdt, Bergh-Hüchelhv, MGladb-Mülfort Rheydt, Neuss-Rheinf, Düss-Gerresh Volmerswerth, Ess, Rees-Loikum; enen K. machen.

Köpfert -ęb- Saarbr, Kobl Sg. t. m.: 1. dass. 2. — 2. kębərts schlahn Purzelbaum schlagen Goar-Hirzenach.

köpfig -ęb-, –p- Saarbg, Trier, Altk-NFischb, Malm, Geld, Klev, Rees Adj.: eigensinnig; s. auch bloss-, dick-, strackk.

[Bd. 4, Sp. 1235]

auf- köpfig: opkpəx aufsässig Dinsl-Hünxe.

köpfisch kęb Ottw, Saarbr-Nassw, Saarl, Merz, Zell-Trarb, Neuw-Datzeroth, Bitb, Daun, Prüm; kp Malm u. dann Rip, Berg, Eup, MGladb, Kemp, Geld, Mörs, Klev, MülhRuhr, Ess [-pĭ seltener Saarbg-Onsd, Malm-Amel, Neuw-Altwied, Aach-Herzogenr; kp u. -ǫ- Düss-Stdt] Adj.: eigensinnig, starrköpfig; rechthaberisch, übelgelaunt Allg.; net k. sen es nicht genau nehmen Schleid-Lückerath. RA.: He üs sua eigesinnig es e k. Perd MülhRuhr.

Köpfsel kpsəl, Pl. -əlts Klev-Cranenbg Goch Mehr Stdt; südl. noch MGladb-Hardt, Aden-Antw. n.: Kopfgeschirr des Pferdes. S. Häuptsel.
 
 
Kopie kopē:  Eup-Stdt; -pe·i. Eup-Raeren Sg. t. f.: Auskunft; se woss genau K. drövver; der hatt geng Rauh, bes date der K. drus hatt.

kopieren  in den Städten schw.: einen Brief k., auf der Kopiermaschine. — Kopierrädchen zum K. der Linien auf dem Schnittmuster.

köpisch -- = wählerisch s. küppisch; Köpp -ø- = Bottich, Käfig s. Küppe; Kopp I -ǫ- = Rabe s. Kob II; Kopp II -ǫ- = Spinne s. Kobbe; Kopp III -ǫ- = Kopf (s. d.); Kopp IV -o- Hügel-, Kopfspitze, Kuppe II (s. d.).
 
 
Kopp V: Dorf im Kr. Prüm; de Kopper Sonn scherzh. der Mond, weil die von K. bis spät in den Abend hineinarbeiten.

Koppedenz = Kompetenz (s. d.); Köppel s. Küppel bei Kuppe II; Koppel I -o- = Kuppel (s. d.).
 
 
Koppel II Rhfrk, Mosfrk -ob-, –op-; Rip, Berg -op-; SNfrk, Klevld -ǫ-; Pl. -əln, –ələ, Klevld -əlts n., m.: 1. Lederriemen zum Tragen einer Hieb- oder Stichwaffe, Soldatenkoppel Allg. nach dem Nhd.; dass. der Schlächter u. Schieferdecker Gummb. — 2. das Hamscheit, Zugscheit Prüm, Gummb; Etek. f. Eggenzugscheid; an der K. treckt dat Perd de Ete Gummb-Berghsn.
 
 
 NRhWB Koppel III -o-, –ǫ-, Pl. -əln, –ələ, –əlts f.: 1. -o- Baud, Strick zum Zusammenbinden zweier Tiere von Kopf zu Kopf, bes. der Zugtiere Saar, Trier, Hunsr; de Hönn (Hunde) gonnt an de K. MGladb. — 2. Zusammengebundenes. a. von Dingen. α. -o- halbmondartiges, kleinmaschiges Fischnetz von 50 cm Durchmesser an einer 1½ m langen Gabelstange, zum Fangen von kleinen Fischen, Kauzekäpp u. Grondeln Trier bis Kobl, Wittl, Bitb, Bo-Beuel. — β. -o- die Schlagkordel an der Peitsche Elbf. — γ. -ǫ- Faltenlage am Kleide Eup. — δ. -ǫ- Haselnüsse, zu mehreren an einem Stiele, z. B. ene Zweits-, Dreəts-, Vierk. Aach, Eup. — b. von lebenden Wesen. α. -o- zwei zusammengehörende, für ein Gespann sich eignende Ochsen; en hat zwu K.n Uəssen am (im) Gespan er besitzt zwei Paare, die er anspannen kann; doch sagt man von zwei zusammenpassenden

[Bd. 4, Sp. 1236]
Kühen, Pferden, geeignet im Gespann nebeneinander zu gehen, nie en K. Keh, Perd, sondern höchstens en Keh-, Perdsk.; aber man sagt: dat as en sching K., wenn die Kühe, Pferde gut für ein Gespann zusammenpassen; dann überhaupt ein Paar, zwei zusammengehörende oder –passende Tiere, etwa Schafe, Ferkel, auch zwei zusammenpassende Menschen, z. B. zwei Personen, nebeneinandergehend, um etwa gemeinschaftlich ein Fuhrwerk zu ziehen, oder ein Knabe u. ein Mädchen von gleicher Grösse u. Stärke oder ein erwachsener Jüngling u. Mädchen derart werden scherzh. en K. genannt; ein Brautpaar derart gilt als en sching K. ein dem äusseren Anschein nach hübsches Paar; dann im Sinne von Kameraden, Gesellen (oft verächtl.) Birkf, Trier, Wittl, Bitb, Prüm, Malm; bes. zwei nach Farbe, Grösse u. Rasse zusammenpassende Pferde für ein Zweigespann Monsch, Eup, Aach, Selfk. RA.: De as esu domm wie e K. Ochsen Allg., — siewe K.n O. Bitb-NWeis, — honnert K.n O. Trier-Welschbillig. Die K. mächt de Plug (de Fur Furche) die K. Ochsen ist stark genug zum Pflügen Prüm. — β. -ǫ- f. [m. Geld, Mörs, Klev] Schar, Herde, Trupp, Menge; en K. Feldhenne, Ente, Duve, Küh, Perd, Schoəp, Kenger (Kinder), Blage, Trabante, Derne (Mädchen) usf.; en ganze K.; de hät e gonz Köppelke Kenger Aach, SNfrk (nicht Grevbr, Neuss), Klevld; von Bäumen Klev; en hiel Köppelche Blar (Blätter); en K. Eier zwei Eier; en K. ein Schoppen Bier mit einem Schnaps Aach; en Köppelche Kinder eine grosse Zahl K. Köln-Stdt; de kann der en K. Donge (Butterbrote) verduwake (-tabaken) verzehren Siegld; op et Köppelke laupe zusammenlaufen Duisb. RA.: Son K. Weiter (Mädchen) ös en Dengen! macht Sorgen Kemp-Dülken. En gruəte K. Kenger ös der Sänge (Segen) en et Hus, ävvel se haute (halten) ene de Noppen van der Rock kosten viel Geld Selfk. Ne Bur treckt liever en K. Gas (Gänse) gruət wie en K. Frolle (Frauleute) Kemp-SHubert. Gej könnt beter en Dos met Flohje hüje (hüten) as ene K. jonge Frauwlüj Klev. De K. Küke tälle ergebnislos rechnen Heinsb. De süht ut (soət doə) wie en Ester (Elster) onger en K. Kroəhə (Krähen) MGladb, Kemp; he ös geliə (gelitten) wie en E. unger en K. Kroəhə Heinsb-Kirchhv; hei steht allein wie en Ül (Eule) töschen (zwischen) en K. Kräihən Mörs, Geld, Ess. — γ. -o-, dau Judd K. zu einem, der die Mütze unordentlich auf dem Kopfe sitzen hatte Trier-Stdt.