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Rheinisches Wörterbuch 
 
Koletsch bis Kölkert (Bd. 4, Sp. 1128 bis 1129)
 
 Koletsch = Lakritze (s. d.); Kolf I = Garten s. Kohlhof; Kolf II = Kolben (s. d.).
 
 
Kolf III kōləf, Pl. -wən Saarbg-Kreuzw Portz m.: Hummel.
 
 
Kolf IV m.: 1. Sg. t. boksəkoləf Hosenboden (selten gebrauchtes Wort) Geld-Kevelaer Twisteden. — 2. -ø- die abgeschnittenen Rübenblätter Geld-Broekhsn.

Kölf = Dreschflegelschlegel s. Külpe; kolfsen = plump, laut gehen s. kolbsen bei Kolben II.
 
 
Kolfter ko·l.ftər, Pl. -ərə m.: 1. Wetzsteinbehälter Dür-Golzh. — 2. übertr. a. plumper Gegenstand. — b. plumper, ungehobelter Mensch Sieg-Ittenb.

kolfterig Sieg-Ittenb Adj.: plump, ungeschickt.
 
 
 PfWB  LothWB Kolik kolik, –lek, ku-, seltener kō-, kū-  [klik Erk-Elmpt] Allg. Sg. t. f.: wie nhd., bei Pferden (mehr Balgpein); heftiger Durchfall, bei Menschen; et Perd es met K. angemakt Rees-Haldern.

[Bd. 4, Sp. 1129]

Köling = Spatz s. Lüling; Kolitsch = Lakritze (s. d.); Kolitz = Kohlentreiber, unsauberer Mensch s. Kohlgitz; Kolj = Hundehütte s. Kolde II.
 
 
 NRhWB Kolk I das Wort ist geschlossen als Appellat. in Geld, Mörs, Klev, Ruhr u. n. Ruhr heimisch als kǫlək; südlich davon -o- rrhn. im NBerg ziemlich geschlossen in Mettm, Düss, Barm, Elbf, Lennep bis Wippf-Egen, Gummb-Linge Marienheide, lrhn. noch in Kemp-Breyell (køləkər), Erk-Beeck, MGladb-Mülfort, Heinsb-Karken, in Neuss u. Grevbr vielfach; Pl. -kə(n), Demin. kləkskə, –ø- m.: ein kleiner, gewöhnlich kreisrunder See, wie sie am Niederrhein zu beiden Seiten des Rheins sehr viel vorkommen; anderswo Wasserlache, ausgespülte Vertiefung, tiefe gefährliche Stelle in Teichen, in Bachkrümmungen, Strudel; dazu Mühlenteich Geld-Straelen, Grevbr-Weckhf Wickrathh. — Häufig in FlN.

 NRhWB Kolk-bällchen -bę·l.ə Heinsb-Karken 1870 n.: Wasserhuhn. Kolk-dotterblume -diərblūm Emmerich f.: Sumpfdotterblume. Kolk-wasser -wātər Klevld n.: W. des Kolks.

kolken -o- Barm schw.: hineinreden.

an- kolken: einen a., anbiedernd ansprechen Rees-Wesel.auf -kolken: op- aufbrodeln, von Wasserbläschen Sol-Herschd.
 
 
Kolk II, Kölk das Wort ist geschlossen im mosfrk. Teil von Goar, in Koch, Kobl, May, Daun, Aden, Ahrw, Neuw (nicht kurköln.), Altk bis Wissen verbr., vereinzelt nach W. in Bernk-Longkamp, Wittl-Reil, Bitb-Ehlenz, Prüm-Stdt Waxw; nach N. in Rheinb-Stotzh Wald, Köln-Longerich; Abl. des Wortes (kölksen, kölzen, kölschen) gehen noch weiter (s. d. W.); kolək Kobl-Stdt (meist -e-); -ę-, verbr. in Koch, May, Daun; -- Neuw, Altk, sonst im entrundenden Geb. -e-, im nicht entrundenden (Ahr) -ø-; Pl. selten -kə(n) m.: schleimiger Auswurf des Hustenden, besonders des Lungenkranken.

kolken, kölken -o-, –ę-, –-, –e-, –ø- schw.: mit Auswurf husten, Auswurf in kleinen Mengen von sich geben; er kelkt arg. RA.: En hot gekelkt wie e faul (lungensüchtiges) Schof (Schaf) Prüm-Waxw. — Abl.: die Kölkerei, dat Gekölk(s), der Kölker.

aus- kolken, aus- kölken: auswerfen Allg.

kölkern -- Altk-Steckelb schw.: kölken.

Kölkert -ərt, Pl. -tən ebd. m.: Kolk.