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Rheinisches Wörterbuch 
 
kluckeln bis verkluddern (Bd. 4, Sp. 789 bis 791)
 
  PfWB  ElsWB kluckeln -u- Trier-Ehrang, Waldbr-Eckenhg schw.: eine ausströmende, brodelnde Flüssigkeit kluckelt.

kluckern -u- Birkf, Kreuzn, Simm, Goar, Koch, Kobl, Barm, MülhRuhr, Mörs schw.: 1. klucken 1 Allg.; ha, wie dat kluckert! Ausdr. des Behagens beim Trinken Kobl. — 2. gerne trinken; er kluckert ger; noch manch Fläschche werd gekluckert Kreuzn.

Klucker-stein (s. S.) Aden-Kaltenborn Kempenich Lederb; -kə- May-Burgbrohl Volkesf Waldesch, Aden-Engeln Hanneb Hohenleimb Jammelshf Staffel, Ahrw-Fronr NHeckenb Schelborn; -uk- Aden-Hausten m.: Gelenkknöchelchen (veralt.), Feuerstein zum Fangsteinsp.

Kluckert -kərt, Pl. -tən Malm-Bütgenb Nidrum m.: Flasche mit Inhalt, gewöhnlich mit Branntwein.

klucksen I s. bei Klucke.
 
 
klucksen II -u- Rhfrk, Mosfrk [Saarl-Wadgassen -ū-], Rip, Berg, Ess, Rees, Mörs, Geld, Erk-Elmpt, Kemp-Waldniel schw.: 1.a. klucken II, vom Gurgeln einer Flüssigkeit beim stossweisen Herausströmen aus engem Flaschenhalse oder Trichter, auch beim Trinken; auch die Quelle, der gärende Wein, das kochende Wasser, das quirlende Sumpfwasser kluckst; der ins Wasser fallende Stein kluckst; die Bruchstelle in der Wiese kluckst beim Betreten Allg.; wonn der aus der Budell drinkt, donn kluckst's em so schen im Hals Saarbr, Allg.; de hot gesoff, dat em de Wein im Bauch gekluckst hot, wie en hem gangen es Bernk, Allg.; eronnerkl. unter solchen Leuten trinken Trier-Stdt; sich einen kl. trinken Rees-Wesel. — b. kollern, im Unterleib; et kluckst mer am (im) Bauch; de Därm kl. mer Bitb, Allg.; en Gekluckse

[Bd. 4, Sp. 790]
im Lif Gummb. — 2.a. schluchzen, beim Weinen; den Schluckser haben Merz-Becking, Trier, Bernk-Dhron, Prüm-Mürlenb, Daun, Köln-Stdt; MGladb-Rheind. — b. girren, von der Taube Prüm-Rommersh Stadtkyll. — c. der schwärende Finger, ein Geschwür kluckst hämmert, klopft brennend Kreuzn, Meis, Birkf, Wend, Simm, Goar, Bernk, Zell, Koch, Kobl, May, Aden, Altk, Eusk-Derkum, Sieg-ODollend, Bo-Beuel, Ess, Mörs. — Abl. die Kluckserei, dat Geklucks.

aus- klucksen: etwas uskl. ausklügeln Malm-Bütgenb Nidrum.ver -klucksen: verkluckst schwindelig, ohnmächtig Simm-Ravengiersbg.

Kluckser(t) Sg. t. m.: 1. -ugsər der Schluckser; de Kl. hon Simm, Saarbr 1833. — 2. -ugsərt der Klucks-Laut; et Herz duht hem en horde Kl. vo Schreken Bitb-Dudeld.

klucksig s. bei Klucke; Klückster = Stachelbeere s. Kloster II 2 a β.
 
 
 NRhWB Kludde -udə, Pl. -də(n) Siegld, Altk f.: 1.a. Klumpen von Schafwolle. — b. an den Haaren des Stallviehs haftende Kotklümpchen (s. Wk. IV 7). — c. -udən Hoden Bernk-Bischofsdhron; -udə Siegld. — 2. übertr. verächtl. meist Pl. plumpe Finger, Hände, Füsse der Menschen; Füsse, Beine der Tiere, bes. Hornschuh des Rindes, Schweines.

Kluddel -udəl, meist Pl. -ələ Saarbr-Heusw f.: Kotklümpchen.

Kludder das Wort in drei Geb.; je nach Geb. von verschiedener Bed. (Saar, WEif u. Elbf u. Klev) f.: 1. -ud- Saarbr (-urə), Saarl, Merz, Saarbg, Trier u. Bitb u. Prüm w. Kyll; -ūd- Bitb, auch in Merz hier u. da, Becking Haustdt; Pl. -dərn, Demin. -idərχən, –ī-. a. loses Gewirre von Fäden, Strohhalmen, Flachs- oder Hanfhaar, Werg, etwa ein aufgelöstes Garnknäuel, eine oberflächlich, unordentlich zusammengezogene, Falten werfende, entstellende Flick- oder Stopfstelle, bes. an Strümpfen, verworrenes Bett-, Flegelstroh Prüm, Bitb-Geichl. — b. an einem einzelnen Stiele (Ästchen) vorhandene grosse Mehrheit von reifen Früchten, wie etwa eine Vielheit von reifen Kirschen an einem Stiele, bes. aber die Trauben; wat sein dat Kl.n, — deck Kl.n! massenhaft viele Trauben an einem Zweige; en Kl. Keschten (Kirschen), Praumen; e Reis mat er Kl. Keschten; et hungke finf Äpel on äner Kl. Saar, WEif (s. o.); die Kl. Zwiwweln auf einen Knäuel aneinandergeknüpft Saarbg-Soest. — c. Schar, Haufen, von Menschen, Tieren; eine Menge Sachen; den hot en ganz Kl. Sachen matbroət Saarbg, Bitb, Prüm, Wittl-Binsf. RA.: Et beisst kan Hond den anern; et as alles an Kl. eine Gesellschaft Bitb-Mettend. En er Kl. fohren auf dem Eise in der Hucke schlittern, indem sich einer hinter dem andern festhält Saarbg-Ockfen. — d. Wurzelstock Merz-Saarhölzb. — e. m. Schweinekäse, gallertartiges Gericht aus

[Bd. 4, Sp. 791]
Öhrchen, Schnüss-chen, Pfoten Saarl-Ensd. — f. irgendein Stück eines geronnenen Körpers Saarbr-Völkl. — g. Eiskl. Eiszapfen Merz-Büschf. — h. übertr. persönl. eine in Kleidung wie im ganzen Tun oberflächliche, nachlässige, gleichgültige Person Prüm. — 2. -odərn Pl. Tränen Barm-Wichlinghsn. — 3. -ǫd- m. in der Wend.: Hej het ne Kl. in de Kont (Gesäss) ist bezecht Klev. — S. auch klødər Kotklümpchen bei Klotter.

Kludder-backen Saarbg-Onsd Pl.: herabhängende, dicke B. Kludder-bahn Elbf -od- f.: in der Wend.: Op de Kl. geroden ins Bummeln kommen. Kludder-buckse -boks Prüm-Ihren f.: eine Person, die eine Kludder 1 h ist. Kludder-bürde -bī:rt Prüm f.: eine B. verworrenen, gedroschenen, wertlosen Strohes, das beim Flegeldreschen nach Wegnahme der Garben übrig bleibt u. als Viehstreu gebraucht wird. kludder-fett  Bitb-Mettend, Prüm-Waxw Adj.: schwabbelig f. Kludder-jan -jā:n Bitb-NWeis m.: verächtl. fest zusammenhaltende Gesellschaft, Klicke, Sippe; dat as alles än Kl. Kludder-klär -:- (-klara) Prüm-Waxw n.: schlampiges Weib. Kludder-marei Bitb-NWeis n.: dass. Kludder-milch Schleid-Stdt f.: geronnene M. (s. Wk. IV 20). Kludder-stroh -drī: Prüm n.: Wirrstroh (s. –bürde).

kluddern schw.: 1. im Geb. von Kludder 1. a. ein nachlässig aufgesetzter Flicken kluddert zieht Falten Prüm. — b. -ūd- in grosser Zahl herabhängen, von Früchten; der Bom kludert vun Äpeln, — hänkt gekludert vol; et kludert vun Äpeln Bitb-Koosbüsch Wiersd NWeis, Saarbg-Trassem, Merz-Haustdt. — c. fortwährend in zitternder Bewegung sein, schwabbeln, von Fett, Bruchstellen, gallertartiger Masse; et Schwein as esu fet, dat et kludert Bitb, Saar. — d. -ud- gerinnen Saarbr-Völkl. — e. -ud- breit, plump dahergehen Saarbg-Rodt. — f. trans. α. -ud- Kluddern 1 a machen; die nachlässige Näherin hat die schadhafte Stelle zesammengekluddert Prüm. — β. -ud-, die Zwiwweln kl. aneinanderknüpfen Saarbg-Soest. — γ. -ud- schwer tragen; un dem schwire Kerl elo hut mer ze kl. Saarbg-Soest. — 2. -od- a. umherbummeln Barm, Elbf. — b. zögern, säumen Ess. — Abl.: die Kludder(er)ei, dat Gekluddersch Verzögerung infolge Nachlässigkeit, Saumseligkeit Prüm; -od- Ess; Bummelei Elbf.

ver- kluddern: -od-, etwas v., vertun, durch Bummeln verschwenden Elbf; -ud- an wertlose Sachen, Land, Kleinigkeiten Geld u. Gut verschwenden; eine Arbeit, Angelegenheit verbummeln, vernachlässigen Prüm-Ihren.