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Rheinisches Wörterbuch 
 
anklotzen bis kluck II (Bd. 4, Sp. 780 bis 784)
 
  PfWB an- klotzen: 1. einen a., anstieren Verbr. wie kl. 2 e.

[Bd. 4, Sp. 781]
2. sich a., sich vom Verlust im Spiele wieder aufwärts spielen, sich wieder spielfähig machen; ech lihnen (leihe) dir e paar Klecker für dech wedder anzekl. Sieg-Eitorf. be -klotzen: etwas, einen b., mit weiten, stieren Blicken besehen, anstaunen Verbr. wie kl. 2 e.ver -klotzen: fərglotst geronnen, von Milch, Blut Trier-Kell; -klǫts Sieg-Ittenb.

Klötzer -- Sieg-Fussh Sg. u. Pl. m.: einer, der künstelt, bastelt.

klötzern -ts- Monsch: polternd drauf los schlendern; strauchelnd gehen. — Abl.: die Klötzererei, dat Geklötzersch, der Klötzerer.

Klotzert -ǫtsərt, Pl. -tər Meis-Sobernh n.: sehr dicker, plumper Gegenstand, bes. Früchte.

klotzig -u-, –o-, –ǫ-, –- Adj.: 1.a. vom Ackerboden, hart, krustig, nicht auseinanderfallend wie meller Borem Rhfrk, Merz, uMos von Bernk-Wolf an, Westerw, Ahrw-Sinzig, Bergh. — b. nicht ausgebacken, nicht locker, vom Brot Rhfrk; die Kartoffeln sind kl. kochen sich nicht recht gar, schmecken hart May, Kobl. — c. kl. Melch dicke, geronnene Milch Sieg-Mond Siegbg Wellerschd, Köln-Efferen (s. Wk. IV 20). — d. dickflüssig Waldbr-Schönenb. — 2. übertr. a. von Dingen. α. plump, unförmlich; ene kl.ə Sten; kl.ə Hänn; kl.ə Ben; en kl. Gesich; kl.ə Äppel udgl. Rip, Berg, Nfrk bis Mörs, Geld, Ruhr. — β. als Verstärkung zu Adj. sehr, z. B. kl. rich, gruss, dür (teuer), kl. vill Geld usf. ebd., Goar-Boppard, Trier-Stdt. — b. von Menschen. α. plump, unförmlich, vom Körperbau Verbr. wie kl. 2 a. — β. unbeholfen, schwerfällig, eigensinnig; kl. gohn ebd., Saarl-Roden. — γ. launenhaft, eigensinnig Ottw-Heinitz.

klotzen I s. o. bei Klotz II; klotzen II -o- = klopfen, glucken, von der Henne s. klutzen; klovern -- = klettern s. klavern; klöwen -- = spalten s. kläuben; Klower -- = Klee (s. d.); Kloz -- = Klotz II (s. d.); klozen s. klotzen.

Klub = Gruppe, Clique s. Klupp.

Klubisten  Pl. t.: Neckn. derer von Goar-Alken, Ahrw-Waldrf.

Kluch I -ū- = Gruft, Feuerzange s. Klucht; Kluch II -u- = Bruthenne s. Klucke; kluchen -ūəχ- = pitschen s. kluchten.
 
 
 NRhWB Klucht Pl. -tə(n), je nach Geb. mit verschiedener Bed. f.: 1. Gespaltenes. a. -oxt Kluft, klaffender Spalt Klev, Emmerich; -ōx Selfk, Köln-Stdt; -ōət MGladb; meist beschränkt auf die Bed. Gruft, Krypta, unterirdischer Betraum -out MGladb; -ōx Köln-Stdt (Giriunskl.); -ūət Schleid-Holzh; -ūəχ Rheinb-MüEif, Eusk-Billig (in dem letzteren Geb. ist die unter dem Chor der Stiftskirche zu MüEif gelegene Krypta gemeint). — b. -ōx Schere, in der die Zunge am Waagenbalken der Schnellwaage sich bewegt; in de Kl. wiege genau w.; de Wog steht in de Kl. im Gleichgewicht Geld, Mörs, Heinsb-Erpen. — c. -out gespaltener

[Bd. 4, Sp. 782]
Stock mit eingeklemmten, Früchte tragenden Zweigen, z. B. Wolbertenkl. Waldbeerenkl. Barm, Elbf. — d. 50—60 cm lange Feuerzange, mit der man früher den glühenden Bolzen für das Bügeleisen aus dem Feuer u. ins Bügeleisen holte oder glühende Holzkohlen zum Pfeifenanzünden oder mit der man widerliche Gegenstände fasste; sie hing noch früher am horizontalen Teile des Feuerbockes, der Brandrichte Verbr. ist dies mit der Einrichtung veraltende Wort n. einer L. Prüm-Steffeln, Daun-Kirchw OEhe, Aden-Weibern Quiddelb, Ahrw-NZissen, Neuw-Rheinbr Dattenbg Borschd Altwied, Altk-Horhsn Weyerbusch, Waldbr-Dattenf Sotterb Wildbg bis rrhn. Düss-Rating Stockf Unterb Erkr, Mettm-Haan Wülfr, Lennep-Wermelsk Remschd Stdt Lüttringhsn, lrhn. bis Neuss-Stdt, Kref-Lank, Grevbr-Wevelinghv Kapellen, WDür, Monsch-Kesternich; rrhn. gehört also das ganze Sieg-Geb. bis Dattenf, das OBerg, NBerg bis zur o. angegebenen L. dazu; lrhn. das Ahr-Geb., Schleid, Malm, Eusk, Rheinb, Bo, Köln, Bergh, Dür, während Jül, Aach, Eup ausfallen (s. o. die Grenzlinie); südl. der lrhn. Süd-Grenze reichen einige versprengte Restpunkte bis May, Koch hinein, May-Kell Bell (-yχ(t)) (dies auch Aden-Weibern, Koch-Masbg), Koch-Laub Lutzerath Ulmen) (-ūĭχt), die mitten im Kluft-Geb. liegen, das May, Kobl, Koch, Goar, Zell, Bernk (Hunsr), Simm, Kreuzn, Meis, Birkf, Wend umfasst; w. davon Mosfrk, Saar Feierzang, Zang, wie auch Neuw, Altk, Siegld (u. Kloft); n. der N-Grenze Fürzang, Fürtang, Knipp-, Nipptang; die Formen von Kl. sind folgende: in den Teilen von Neuw, Altk -ūx(t), auch in Waldbr-Dattenf Sotterb; OBerg -oxt, –u-, –ǫ-; WWaldbr, Sieg, Bo, Köln, MülhRh -ōx [Sieg-Wahlschd Seelschd, MülhRh-Overath -xt; Waldbr-Wildbg -ūt]; NBerg -out [Wermelsk -tə; Sol-Burschd, Düss-Rating -ōt; Sol-Leichl -ūt; Sol-Immigr -ūət]; lrhn. an der Süd-Grenze -ūx Prüm-Steffeln, Daun-Kirchw (-xt) OEhe, Aden-Quiddelb, Schleid-Blankenh, Ahrw-Heimersh Sinzig Remag; -yχ(t), –ūĭχt in May, Koch (s. o.); in WSchleid, Malm, SMonsch (Kesternich) -ūət; sonst WAhrw, Schleid, Eusk, Rheinb, WBo -ūəχ, –ūĭχ; WKöln, Bergh, Dür -ūət [Köln-Stdt -ōx; Köln-Flittard -ōt] [auch Kref-Lank -ūət; Grevbr-Hochneuk -ūt; Grevbr-Kapellen Wevelinghv, Neuss-Stdt -out]. RA.: Dat sütt jo us, äs wa mer en Sau op en Kl. hängt wenn einer etwas Nichtpassendes zusammenstellt Gummb-Nümbrecht; he setzt dropen (hängt om Perd, Rad) wie en Kl. op er (alen) Sau er hängt tief gebückt, schief auf dem Pferd, Fahrrade Berg; de süht us, als wenn en Kl. üvver der Sau hängt wenn z. B. der Hut nicht sitzt uWupp; dat steht grad we en Kl. op er Sau Schleid; der lacht nit, un wenn en Sau up er Kl. kummt geriggen (geritten) Waldbr-Geilenkausen.

[Bd. 4, Sp. 783]
Den (die, dat) soll mer met er Kl. net apacke so schmutzig, widerlich ist er (sie, es) Allg., — un wann mer noch Scheffmannshänschen (-handschuhe) anhätt Neuw-Asb; mer soll dat net met de Kl. en de Sot (Gosse) drage Dür. Rätsel: Et hängk jet an der Wangk (Wand), dat hät zwei Daldere (Taler) en de Hangk (Hand) Sieg, Allg. — 2. übertr. a. sachl. α. (zu Kl. 1 d) verächtl. -ūx altes, schlechtes, schartiges Messer Ahrw-Bodend Sinzig; -uxt Gummb. — β. -oxt, –ox, –ōx Anzahl, Gruppe, Schar (bes. bei Hühnern, Kindern), Burschen, die auf Streiche ausgehen, Sorte, ein Wurf Jungen (en Kl. Poggen) Klev, Mörs, Geld, Kemp-Kaldenk; -uxt Heinsb-Saeffelen; -o-, –ǫ- Heinsb-Karken Breberen; -ōt Aach-Walh, Eup-Stdt; -ūt Aach-Stdt; -ȳtχə kleinere fröhliche Gesellschaft ebd. — — b. persönl. -uxt böses Weib, das über alles seine böse Zunge gehen lässt Gummb-Stromb, Wippf-Dohrgaul; -out Schleid-Glehn; -x Sieg-Fussh. — Klucht < Kluft (s. d.) ist von letzterem Worte getrennt behandelt, wegen der besonderen Bedeutungsentwicklung im geschlossenen Geb.

Klucht-zange -ūttsa·ŋ. Grevbr-Wevelinghv; -ōt- Düss-Stdt (Mischform aus Klucht + Fürzang) f.: Feuerzange.

kluchten schw.: 1. -ūəχə, einen kl., pitschen (seltenes Wort) Bo-Volmershv. — 2. übertr. -ūət-, einen kl., quälen, drangsalieren, antreiben Schleid-OReifferschd. — Abl.: Die Kluəterei, dat Gekluət(s), der Kluəter.

Klücht -øχt Aach-Stdt, Eup; -øχ Erk-Elmpt Sg. t.: Freude, vər hant Kl. gehat; Posse, Schwank, Spass, lächerliche Sache; ich donn et för de Kl. scherzweise; hüərt för de Kl., wat mich passiert es.

klüchtig -oχt-, –øxt- rrhn. Düss-Stdt Benr, Ruhr, n. Ruhr; lrhn. Klev, Geld, Mörs, SNfrk, Eup; im LRip in Grevbr, Bergh, Dür, Jül, Aach, Monsch; vereinzelt Köln (Stdt Frechen), Bo-Stdt, Rheinb-Flamersh, Eusk-Stdt Zülp, Sieg-Troisd [-yχt- Selfk u. meist in den rip. Orten; -oxt- Geld-Straelen, Heinsb-Breberen; -χt- Erk-Elmpt; -øyt- Erk-Keyenbg; -t- uWupp 1870; -ȳət- Schleid-Wildenbg; -øχtlĭχ Kref-Lank; -trəχ Geld-Capellen; sonst ist keine Entwicklung des -ücht- > -ȳət, –øyt, wie zu erwarten, zu beobachten] Adj.: 1.a. klug Rheinb-Flamersh, Düss-Stdt; ganz aus dem Schlafe erwacht, munter Erk-Keyenbg (-øyt-). — b. schwerfällig Grevbr-Wevelinghv. — 2. kl. ist alles, woraus man nicht klug werden kann Allg. a. dunkel, unaufgeklärt, verdächtig; da's en kl.ə Sak; dat kömmpt mech kl. för.b. sonderbar, merkwürdig, auffallend, spasshaft, komisch, eigenartig possierlich, für alles u. jeden, was (der) von der Regel abweicht; ene kl.ə Mensch komischer Kauz; en kl.ə Sak; kl. Denge; ene kl.ə Rock; hei kom mech ganz kl. för; wat sühste so kl. ut; hei rückt (riecht) et ävvel kl.; dat schmeckt

[Bd. 4, Sp. 784]
kl.; do hat et kl. gegange, es dat net kl.; dat es mech (te) kl. begreife ich nicht. — c. et es (wiərd) mech (so) kl. sonderbar zu Mute, ich werde unwohl, werde bald ohnmächtig. — d. traurig, trübsinnig; kl. sen (werde); kl. kike. — S. klüftig = schlau.

kluck I Lockruf an die Glucke s. Klucke; kluck II = Schallw., das Ausströmen einer Flüssigkeit begleitend s. klucken II.