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Rheinisches Wörterbuch 
 
Kleiderschaff bis Kleien (Bd. 4, Sp. 689 bis 691)
 
  Kleider-schaff -ā- Verbr. s. S. n.: 1. –schrank. RA.: Sei hat sich noch ens et ganze Kl. op ene Röck gehange sie ist toll gemustert Aach-Richterich, Allg.; se hät et ganze Kl. an Rip, Allg.; he dreht sing Kl.schäppken no hat einen Höcker Remschd. — 2. übertr. scherzh. ein Haus mit breiter Strassenseite, aber von geringer Tiefe Köln-Stdt. Kleider-schank Verbr. s. S. n.: 1. dass. 1. RA.: Ihr Buwe, was Gedinges, was Sach un kä Kl.! gesagt, wenn zwei sich um nichts streiten. — 2. übertr. vierschrötiger Mensch Saarbr-Sulzb. Kleider-schüren -- Klevld Pl. t.: -risse. RA.: Ohne Kl. dervan komme noch glimpflich. PfWB Kleider-schürze -ø- Gummb f.: Sch. mit Ärmeln, bis an den Hals reichend. Kleider-seil -ē- Bitb n.: Wäscheleine. Kleider-stalen -ā:-, –a- Rip m.: -muster. Kleider-winkel (s. S.) SNfrk, Klevld m.: -kaufladen. Kleider-wolf Trier-Stdt m.: eine Person, die stets ihre Garderobe mit neuen Kleidern zu vermehren trachtet. Kleider-zeug -tȳχ Sol n.: -stoff. RA.: Dat es su'n stark Kl., seit der Husierer für et Weit (Mädchen), et häult iweg, on wenn et verschleten es, kannst du dir noch nen Jupp dervan maken.

Kleids-arm Bitb-OGeckler m.: -ärmel. Kleids-rock NBerg m.: -rock der Frauen.

Kleidasch -ēdā:  Berg, MGladb, Heinsb; -ad- Altk-Bachenbg; -and- Bo; -eā:ə Eup; -eid-, –ei-, –ejā: Aach; -e·i.ərā: Erk-Rath; -eijā:ən Pl. Mörs; -āsī Geld Sg. t. f. (Berg auch Pl. -āən): verächtl. Gesamtkleidung, Kleiderkram; schleit en der Kl. sen NBerg, Allg.; get a ge Kl. lege Eup, Allg.; ming ganze Kl. ös eronnerkummen Altk, Allg.

 NRhWB Be-kleidels -ē:d- Eusk-Dirmerzh; -ē:dənts Bo-Walberbg, Ahrw-Walporzh, Sieg-Mond Sg. t. n.: Holzbekleidung, –verschalung.

kleiden -rə, –:d, –ē:-, –e·i., –eiən, –ēən, –e·i.jə, –ēj- (s. Kleider) [OBerg Part. jəklēt u. -et] schw.: 1. mit persönl. Subj.: a. einen (sich) kl., wie nhd; e Kengk kl. ein Kind zur ersten hl. Kommunion von Kopf bis zu den Füssen ausstaffieren; ärm Lü kl. Aach, Allg.; sech schün (nett, fürnähm, buərsch, schro usf.) kl. Rip, Allg. RA.: Enen kl. on reien (reiden) kl. u. dessen Unterhalt bestreiten; wej welle öm kl. on r.; hei mott sek dovan kl. on r. Mörs, Geld, Aach, uWupp, Ahrw-Remagen. De ös gekled wie ne Graf Eusk-Lechenich. Den es net sou

[Bd. 4, Sp. 690]
domm, wei schlecht (topig) gekläd er ist auf seinen Vorteil bedacht Saarbg. Eich wor an (in) er Gesellschaft, de annerscht gekläd wor wie mir, on du sen eich nit firu (voran) komm sagt der Mann, der lange ausgeblieben ist, weil er grade in Weibergesellschaft verweilte Bitb-Seimerich. Me kann de Kenger (Kinder) wall eins (auf dieselbe Art) kl., ävver nit eins sennen Sol, Mettm. Se stoppe dem Mann em Stromp ke Loch, on der himmlische Vatter, de klett se doch MGladb. — b. se kleid got durch ihre Figur wird ihr Anzug kleidsam; deə kleid en en Höddelche (Lumpen) Aach-Std. — 2. Subj. ein Kleidungsstück, mit Acc. u. Dat. der Person; dat Kled (de Stoff) kled got; dat kled dech (dir) net Rip, Allg.; grön kled mir net, mir kl. blo am beiste MüEif, Allg. RA.: Et kleid en (ihn) e Lonketüttche, wenn ovven on ongen e Zäuchelche drin es alles kleidet ihn gut Köln.

 PfWB an- kleiden: einen (sich) a., nach dem Nhd.; dafür mdl. antun, antrecken. PfWB aus -kleiden: 1. einen a. a. das Kleid ausziehen, dafür allg. austun, austrecken. RA.: Me sall sech niet ehr utkl., as me no Bett geiht nicht eher Hab u. Gut vererben, als bis man stirbt Mörs. — b. mit Kleidern versehen; die ärm Kenger (Kinder) sind utgekled woərde Kref, Verbr. nach dem Nhd. — 2. et es ausgekläd es ist nichts da von Kleidern Birkf. be -kleiden: 1. etwas b., a. eine Wand, Stube, ein Haus b., mit Holzverschalung versehen; de Mur met Bredder b. Rip, Nfrk; de Ass (Achse) os bekled mit der hölzernen Achsenlade Malm-Vith. — b. ein Amp b. nach dem Nhd. — 2. einen, sich b., nach dem Nhd.; doch mehr das Simpl. ein -kleiden: ärm Kenger (Kinder) weərden engekled bes. zur Kommunion, Konfirmation Kref, Allg.; us Dochter es engekled wuərde hat das Klosterkleid erhalten Rip, Allg. PfWB  ElsWB  LothWB ver -kleiden: 1.a. sich (einen) v., maskieren, zu Fastnacht; ech v. mech de Fastelovend; Verklete Maskierte Rip, Allg. — b. sich v., sich über seine Verhältnisse kl. Monsch-Witzerath; wie de sich verkleid het! gemustert Kemp. — 2. übertr. der hat sich verkled ist betrunken Bernk-Gonzerath; vərkled bezecht Eup.

Be-kleids --, –ē- Saarbg-Weiten, Hunsr zwischen Bernk-Saar, Rheinb-Schleb, Bo-Duisd Sg. t. n.: Holzverschalung, Fussleiste, Wandverschalung, Tür-, Fensterrahmen; auch Zinkbekleidung.

Be-kleidsel -ētsəl Daun-Wiesbaum, LRip von der Ahr an, Eup, MGladb -səlts Rheinb Sg. t. n.: dass.

 PfWB  LothWB Kleidung -ē:dĭjən Sg. u. Pl. Prüm, Malm; -ē:diŋ, Pl. -ən Malm (daneben) f.: Frauenkleid, bei dem Rock u. Bluse aneinandergenäht sind (veralt.; Kled ist das Tuch, Halstuch).

 NRhWB Be- kleidung : Holzverschalung, Fussleiste, Wandverschalung, Tür-, Fensterrahmen, Windbretter am Strohdach Ottw-Wiesb, Wend-Winterb, Kreuzn-Boos, Trier-Detzem, Daun-Katzwinkel,

[Bd. 4, Sp. 691]
Kobl-Kettig, Aden-Herschb Siebenb, Neuw, Altk, Siegld, Malm-Oudler, Monsch-Witzerath, uWupp, Mettm-Cronenbg.

Kleie = Akelei (s. d.); Kleiel = Knäuel s. Kläuel.
 
 
 NRhWB  PfWB  ElsWB  LothWB Kleien -ęiə(n), –ę·i.-, –e·i.-, –e·i.j-, –ej- Allg. [in der WEif nur in der RA. wen sech enner de Kl. mescht .., sonst gre (s. Krüsch)]; -ē·ə. Eup, Jül, Erk, Heinsb (u. -ī·ə.); Klevld -eiə(n) Pl. t. [-e·i., Pl. (n) Elbf, Mettm, Aach-Stdt, Eup-Raeren]: 1. Abfall beim Mahlen des Getreides, Haver-, Korn-, Wessekl., als Viehfutter verwendet; die Kl. werden mit kochendem Wasser übergossen u. bilden dann dat Saufen für da Rindvieh; auch dem Schweinefutter werden Kl. zugefügt; Kl., in ein Kissen gefüllt, gewärmt, werden zum Bähen geschwollener Glieder benutzt. RA.: Eət (esst) Schwarebruət, da jannt (jagen) dech de Kl. öm ge Lock (Arschloch)! Eup. Sammet am Krage, Kl. em Mage! Köln-Stdt. Alde Mösche fängt mer net met Kl. MGladb. Wat geht et der Bur an, wat der Bäcker met de Kl. deht! jeder kümmere sich um seine eigenen Angelegenheiten Heinsb. Wen sech onder de Kl. mescht (mengk), den wörd van de Ferkes (Säu, Schwein) gefrete Geld-Leuth, Allg., — den fressen de Sei Merz, Allg. Hei en dat vergörgt (armselig) Hus hängt ene Sack voll Kl. erus, esö männeche Klei, esö m. Lus hat de Fro en dat Hus! singen zum Spott die Kinder, wenn sie bei ihrem Heischegang nichts erhalten Eup-Ld. — 2. übertr. scherzh. a. Menschenkot Eusk-Lechenich. — b. Sommersprossen Grevbr-Stdt Wanlo.