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Rheinisches Wörterbuch 
 
keinesseits bis Keis I (Bd. 4, Sp. 399 bis 400)
 
  keines-seits -sits MüEif Adv.: von keiner Seite her; k. wor Vermöge do. keines-wegs (s. S.) Allg. Adv.: nach dem Nhd.

Kein I = Kern (s. d.); Kein II = Keim (s. d.); Kein III = Mosellastkahn s. Käune.
 
 
ver-keinitzen  Neuw-Linkenb Puderb schw.: etwas v., verschleudern, verschwenden.

Keip I = Hagebutte s. Kiepe; Keip II = Bienenkorb s. Kauben.
 
 
Keip III nur vereinzelt kęip, –ei-, Pl. -bə(n) m.: 1.a. dicke Steinschicht, die vierte Schicht im Schieferbruch Koch-Laub. — b. kęibχə n. fester, strunkartiger Teil des Kohlkopfes Bernk-Zelting. — c. keip Reisig Daun-NStedem; kleines Stückchen Prüm-Rommersh Pronsf (derbe Schnitte, s. auch Kaupe II); kibχən Wittl-Hetzerath. — 2. in der Wend.: So mager wie ne K. Bo-Stdt.

Keipchen I = Saatkorb s. Kauben.
 
 
Keipchen II -ei- Sieg Sg. t. n.: im Fluche: Donner K.!

Keipel -ei- = muldenartige Vertiefung s. Käupel; Keipelte = Hagebutte s. Kiepe; keipen = treten, vom Hahn s. kaupen.

[Bd. 4, Sp. 400]

 
 Keiper I -eip- Wippf-Pütz Sg. t.: im Fluche: Donner K.!
 
 
Keiper II keibər Sg. u. Pl. (selten -rn) Prüm m.: Zapfer, Kellner bei Kirmes, Gelagen, auch in Dorfwirtschaften; bes. bei grossen Hochzeiten ist ein Mann, der K., angestellt, der bes. für die Getränke zu sorgen hat.
 
 
keipern -eib-, –p- Trier-Fell Clüsserath Mehring; kīpə MüEif schw.: zusammenschachern aus Geiz; den hat gut gekeipert Trier; du bruchs net mem Geld ze kipe zu kargen Mü-Eif; kīpəre·i. f. Geiz Dür.

Keipert keibərt, –p- ebd.; -īp- Schleid, Monsch, Dür, Bergh, Sieg-Ägid, Pl. -dən, –tə; kīpər Sg. u. Pl. Monsch-Imgenbr Ruhrbg m.: 1. einer, der keipert, Geizhals. — 2. kīpərtə Pl. Neckn. derer von Schleid-Reetz.

keiperzig Trier (s. o.) Adj.: knauserig, geizig.

keipig keibiχ Prüm; -īp- Rip in Ahrw, Schleid, Eusk, Rheinb, Bo, Sieg, Bergh, Grevbr, Dür, Jül, Aach-Eschw, Monsch, Erk-Körrenz Adj.: dass. (ziemlich ungeduldig Prüm-Reuth). — In Schleid-Bouderath wohnen de Kipigen (Neckn.).

Keipig-keit Sg. t. f.: Geiz; van luter K. gönnt er sech selver nüs Rip, Allg.

Keip-sack kīp- Ahrw-Remag, Rheinb-Meckenh, Monsch-Zweifall m.: Geizhals.

Keiperte = Hagebutte s. Kiepe.

Keirel = Beutelförmiges, dicke Wurst s. Keudel; keis = niemals s. bei kein; Keis I = derber Knüttel, grosses Stück Brot s. Käuse I.