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Rheinisches Wörterbuch 
 
Irrlicht bis Isaaks-jungen (Bd. 3, Sp. 1098 bis 1100)
 
  NRhWB Irr-licht ęr- Nahe, Simm, Birkf, Saarbr n.: wie nhd.; sonst drǫu-, drȳlēχ (s. Trüg-licht). Irr-mensch īər- Dür-Stdt m.: Irre, Narr. Irr-nis īərnes Prüm-Mürlenb 1860 n.: Irrtum, Täuschung; dau bes en em I. Irr-tum ęr-, ēr-, īərdum, –dom (Eup -dǫmə) Verbr. wie irr, aber auch nach dem Nhd. im Nfrk. [īərdom Sol-Gräfr] Sg. t. m.: wie nhd.; em I. sen; meist sich vertan haben (s. auch Abüs). RA.: E. is menschlich, sat (sagte) de Hahn, do hor er uf er Ent gehuckt (versteht sich ohne Brill) Simm, May. De wellt Irtom hon ist streitsüchtig Daun-Katzwinkel. PfWB Irr-weg nach dem Nhd. Verbr. wie irr m.: wie nhd; om I. sen. NRhWB Irr-wisch ę·r.- Kreuzn, Wend, Simm, Eif 1856 Sg. t. m.: 1. –licht. — 2. übertr. unstete, gedankenlose Person; ęrwø munteres Kind Altk-Derschen Gebhardshain.

 PfWB  ElsWB Irre ęr Kreuzn, Wend, Birkf, Simm Sg. t. f.: in de E. (herum)gehn wie nhd.

irren schw.: 1.a. im Hauptgeb. von irr ęrə, ērən, īă- [Trier-Stdt :-] sich i., wie nhd.; bei de Versteiing has de dich awer arig gəerrt. — Sonst sich verduhn; aber in folg. RA. allg.: I. üs minschlich MülhRuhr, Allg.; I. es m., sät de Bur zo singer Frau, wie he em Düstere sin Mäd (Magd) bützte (küsste) Rip, Mörs-Rheinbg, — sat der Hahn, du trot (trat) he en Ent Köln; e. es m., äwer verharren des Deuwels Mettm [ech ha mich gəirrt hört man heute doch schon im Rip]. — b. er errt er spricht irr, phantasiert im Fieber

[Bd. 3, Sp. 1099]
Goar; he iərt Sieg-Felderhoferbrück. — 2. ē·ə.rə, sich i., sich kümmern; me sö sech ent öm aindermanns Affären e. Eup.

 PfWB  ElsWB ver- irren: 1.a. sich v., wie nhd.; Verbr. im Hauptgeb. von irr. RA.: Der Nas no, dass de Hennere sech net vererrt Ottw-Merchw, — de Arsch sech net v. Malm-BurgReuland. — b. bərērt sein im Irrtum, verworren sein Trier-Ld. — 2. einen v., verwirren; verör mich nöt! Trier-Stdt.

irrig īriχ Saarl-Überherrn Abj.: erbittert, missmutig; s. irkelig, irschterlich.

irren I s. o. bei irr.
 
 
irren II i·r.ə Monsch-Rötgen schw.: girren, von der Taube.

irrerichen = wiederkauen s. idderichen; irsch ī:- = soeben, vorher s. erst.
 
 
irschterlich īərdərliχ Birkf-Idar Adj.: 1. zu eilig, unbesonnen, überstürzt. — 2. gierig, erpicht auf etwas. — Das Wort ist II 170 fälschlich zu ernstlich 3 gestellt; Ernst lautet ərt.

Irtreff = Hintergeschirr des Pferdes s. Achter - reif; Irwickelchen = Lerche (s. d.).
 
 
Irzchen īərtsχə, Pl. -χər n.: 1. kleinstes Stückchen, Restchen Kobl-Std. — 2. kleinster Klicker ebd., Bo-Küdinghv.

Irzel = Wagen für Fässer s. Ürzel; Irzel(t) = Scheunentürchen s. Hirzelt; Irzen-frau = weibl. Hirschkäfer s. bei Hirz.

Is = Eis (s. d.); is I = uns (s. d).
 
 
is II īs Gummb, MülhRh: im Abzählr.: I., Mis, Mus, du bes us!
 
 
Isaak īsak, –zak  [Kurzf. īs Mettm] Sg. t. m.: 1. der alttestamentl. Name u. jüd. Vorn. I., Isäkske, Ibultje! Klev-Goch. Abraham un I. sötzen op dem Strihsack, wöllen geren Pipe rachen (rauchen), hatten kenen Tibak Trier-Schleidw. De A. on de I. zerschlochen (-schlugen) sech öm Zwieback; de A. kunnt besser schlohn, mot (musste) de I. lofe gohn MülhRh, Barm, — schlugen met Zw., Zw. ging kaput, A. wor en Jud Saarbg-Orscholz, — schloge sich mem Pisack; der P. wor zerbrouche, do schl. se sich op de Knouche; de Kn. wore ze bott (stumpf), do schl. se op de Fott; de F., de wor ze platt, do schl. se op dat Blatt; dat Bl., dat wor ze grön, do schl. se op de Möhn (Tante); de M., de schreit: auwih, ich dohn et och net mih Dür-Merken. Adam on I., die spelden op der Pipsack; der P. woər gebroəke, du spelden se op de Knoəke; de Kn. woəren de bott, du spelden se op de Fott (Arsch); de F. woər de blank, du spelden se op de Plank; de Pl. woər de bret, du spelden se op de Get (Giesse?); de G. woər de gruət, du spelden se op et Bruət; et Br. woər de klen, du spelden se vər sech alleen Heinsb-Breberen. Use Bruəder I. wol en Reuter weren; hatt he ken Perd nit, do konn er kenen weren; do nohm de Muəder den Hippenbock, satt (setzte) den I. bowen drop; Hippenbock, I. drop, Eddelei, Beddelei, es dat nit en schüane Reuterei usf. NBerg. — 2. übertr. a. en damliger I. ungeschicker Mensch Saarl-Wallerfang.

[Bd. 3, Sp. 1100]
b. alder I. abgelebtes Pferd Simm. — c. scherzh. et es en I. dren (im Obst) eine Made Saarl-Wadgassen.

Isaaks-jungen -jo·ŋ.ən Sieg-Seelschd scherzh. für die Kartoffelsorte Idar (s. d.).