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Rheinisches Wörterbuch 
 
Hebe bis Hechel II (Bd. 3, Sp. 383 bis 385)
 
  NRhWB Hebe f.: 1. Geräte. a. hēp, Pl. -wə Griff; do es jo ke H. dron Saarbr, Birkf. — b. hī·ə.f, –ī·ə.r-, –ī·ă.-, –ē:-, –:- Saar von Merz an, Trier, Wittl, Bitb; hęf Daun-Rockeskyll, Prüm; -- Monsch; Pl. -wən, –və Hebgarn (s. d.), ein Fischnetz. — 2.a. hēp, Pl. -wə; hī·ə.(r)f, –ē:-, –:-, Pl. -wən Saar, Mos: die am Steuer- u. Backbord angebrachte, mit einem Bretterdeck flach überwölbte Kajütte, Kabine mit Ofen u. Lagerstätte, Vorder-, Hinnerh., worin die Schiffer hausen. RA.: Wort, dau kemms mer namol fir de H. getriewe! Drohung, nicht bloss bei Schiffern Mos. — b. hē:fχən Hühnerstall Bitb-Kyllbgw. — 3. h:f, Pl. -fən Reisigreihe, aus der Lohhecke, auf der die Rasen aus der mit Roggen zu bestellenden Fläche zum Austrocknen gelagert u. nachher mit den Reisern verbrannt wurden (die Asche diente als Dünger für die Schiffelfläche) (bis vor 20 Jahren) Trier-Heidenbg Clüsserath. — 4. həf, –ēə-, –iə-, –eə-, Pl. -wə. a. Gräte Siegld-Marienborn, Altk-Hellert. — b. Granne des Getreides Siegld-Heisbg. — c. Kerngehäuse des Obstes Siegld-Obersd Rinsd.

Auf- hebe: ufhīb Platz zum Aufbewahren Simm-Laub (Mosfrk ofhēwəs).

 NRhWB Hebel -ēw- usf., Pl. -əln, –ələ m.: 1. wie nhd. Allg. mit Ausn. des Nfrk [hwəl Rad an der Mühle, mit dem das Waterbrett hochgedreht wurde Klev-Gaesdonk]. RA.: Ich schlahn der e H. en's Kreiz! Saarbr. Dem gen ech se mem kale (kalten) H.! Bo. — 2. übertr. a. derber Knüttel, auch zum Andrehen der Bindseile benutzt Saarbr, Ottw, Saarl. — b. ein gehöriges Stück Brot, dicke Schnitte, e H. Brot Birkf, Wend, Saarbr, Ottw, Saarl, Saarbg-Ayl Saarbg.

Hebel-baum Kreuzn-Bretzenh m.: Hebbaum (s. d.). Hebel-eisen May n.: Hebeisen (s. d.). NRhWB Hebel-frau həwəl- (usf.) Siegld f.: Hebamme. Hebel-geschirr -er Birkf n.: Einrichtung zum Heben sehr schwerer Lasten.

 PfWB hebeln schw.: 1. -ew- mit einem Hebel in die Höhe heben; de Bam get gehewwelt Zell-Senh. — 2. -ēw-, einen h., mit der Rute, einem Knüttel schlagen Saarbr-Püttl.

be- hebeln: -ēw-, sich b., sich bezechen; er is behewelt Ottw.

 NRhWB Hebelsche hęvələ uWupp 1870; -ęw- Elbf (veralt.), Pl. -ən f.: Hebamme; Hevelslena Kref-Lank.

[Bd. 3, Sp. 384]

 NRhWB Hebelster hęfəlstər Sg. u. Pl. Grevbr-Allr, MGladb-Giesenk f.: dass. (veralt.).

 NRhWB Hebense hęvənts, –-, Pl. -tsə Rheinb, Eusk, Bo, Sieg (Rheinorte) f.: dass.

Heber -ęv- Sg. u. Pl. (u. -ərə) m.: 1. Hebel Elbf; dazu Hewerstell.2. Saugheber Köln.

auf-heberig ofhēwəriχ Bitb-Geichl, Prüm Mürlenb 1860 Adj.: spitzfindig, auf alles, selbst das Geringfügigste, Obacht-gebend. RA.: Wenn den esu o. wir, äs e fänkerig (andere in der Rede fangend) es, dann hief en all Drecken op Mürlenb.

Heber-ling -ēw-, –w- m.: 1. Steissbein, in Wend.: Eich weren der den H. scho löffen (löften, ophewen)! das Gesäss heben, den Standpunkt klarmachen, die hohen Töne schon austreiben Trier, Bitb; -w- Prüm-Mürlenb 1860; -ēp- Bitb-Dudeld; den H. an (in) de Lucht hiawen (brengen) aufstehen; nau höf den H. op! steh auf, geh weg, mach schneller Bitb-Wiersd; holl den H. un gangk! erhebe dich u. geh Malm-Atzerath. — 2. Maikäfer, en adeligen H. mit braunem Halsschild Trier-Stdt Osbg, Wittl-Eisenschmitt (hēwərigəs Trier-Stdt); H.ə rösele gihn fangen gehn u. im H.skasten (einer Zigarrenkiste) bergen; den H. schnauft pumpt sich Luft in seine Trachen, Bewegung vor dem Auffliegen. RA.: Su denn (mager) wie en H. De hot en H. em Kopp ist hochfahrend. H., flieg, dei Vader es em Krieg usf. H., komm, schloh mer de Dromm! Spiel.

 NRhWB Hebersche hęvə(r)ə, –ēə-, Pl. -ə(n) Erk, MGladb, Heinsb, Kemp [Kemp-Amern hęb-], Kref, Wermelsk f.: Hebamme.

Auf- hebersche: ofhēwər die Frau, die beim Getreidemähen hinter dem Mäher die Garben ofheft u. bindet Saarl.

Hebete hęwətə, Pl. -tən Barm f.: Hebamme.

hebig Adj.: 1. schwer (zu heben) Kemp-Süchteln. — 2. von Menschen. a. stolz, fein, nobel Trier-Heidenbg. — b. aufgeregt, aufbrausend, zornig, hastig, eilig, eifrig Siegld (-ei-), Gummb, Waldbr, Sieg. — c. ängstlich, plötzlich erschrocken Gummb-Hombg Wiehl, Waldbr-Sinspert. — d. empfindlich Köln-Poulh. — e. voller Gier; he wuər ganz h. drop Waldbr-Eckenhg. — 3.a. de Koəhl brennt nit h. nicht stark, gut Kemp. — b. dat Koəre steht nit arg h. nicht üppig ebd. — c. wa's de h. gestorve! zu schnell; dat (Onglöck) häste h. kriege MGladb-Viersen (selten).

bei- hebig: obenhin; et früst (friert) b. Geld-Hinsbeck.

Hebsche hēfə, Pl. -ən Mettm-Cronenbg f.: Hebamme.
 
 
hebräisch Adj.: wie nhd. RA.: Ein Ding h. lihren (lehren) Kleinigkeiten aus Geldmangel verkaufen, z. B. wu hast dau dei Uhr? Antw.: Eich han se h. gelihrt Mos 1808.

Hech I = Hecke (s. d.); Hech II = Heft Griff s. Heft II; Hechel I -e- = am Kopf gebundene Hafer s. Häuchel bei hauchen II.

[Bd. 3, Sp. 385]

 
  NRhWB Hechel II Rhfrk, Mosfrk, Rip -ęχ-; doch Trier-Ld (n. Mosel), Wittl, Bitb --, –-; uSieg, LRip -ęiχ-; SNfrk -ək-, –ēə-; Klevld -k-, Pl. -ələn, –ələ f. [Altk-Nauroth n.]: 1. Vorrichtung zum Reinigen des geschwungenen Flachses oder Hanfes; ein Brett, auf dem Bock festgemacht, mit vielen 15 cm langen Eisenstiften, durch die der Fl. gezogen wird; den Flass durch de H. ziehen (trecken); man hatte en feng (feine) u. grof H.; was beim Hecheln abfiel, ist et Werch; die neue spinnfähige Faser der Kern Rip, Allg. RA.: Rauh wei en H. Merz-Saarhölzb. E setzt elo wie e Krott of der H. Rhfrk, — wie e Katz uf er H. Hunsr. Enen dur de H. trecke durch die Zähne ziehen SNfrk, Allg. Du kömms en de H.! Drohung, wenn ein Kind lügt oder zur Beichte geht; wocht (warte) mar, du kömmst noch met de blote Fott (Gesäss) en de H. te sette; du wöds dur de H. getrocke; du wiərsch en de H. gesatt; net, dat der Pastur dech en de H. setz! SNfrk, Rip; wart dau, de Pastur deht dech en de H.! Malm. In de H. driten (scheissen) ös ken Kons; äwel in de H. dr. on dat drut lecken ös en K. Mörs-Neuk, Rheinb-Queckenbg. — 2. übertr. a. sachl. α. Hechele Pl. Hauhechel, ononis spinosa Zell-Sohren. — β. dichter Graswuchs, Pflanzenbüschel Dür-Frauwüllesh Froitzh; Gestrüpp im Flachsfelde Dür-Froitzh. — b. persönl. α. böses Weib, das klatscht, andere durch die Zähne zieht Saarbr-Lauterb, Bernk-Crummenau, Prüm-Mürlenb, Mörs-Veen. — β. will H. ausgelassenes, wildes Frauenzimmer Simm-Dickenschd.